Scream 7 [2026]

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7–10 Minuten
Wertung: 3 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 20. Juni 2026
Genre: Horror / Thriller

Originaltitel: Scream 7
Laufzeit: 114 min.
Produktionsland: USA / Kanada
Produktionsjahr: 2026
FSK-Freigabe: ab 16 Jahren

Regie: Kevin Williamson
Musik: Marco Beltrami
Besetzung: Neve Campbell, Courteney Cox, Isabel May, Joel McHale, Sam Rechner, Anna Camp, Ethan Embry, Asa Germann, Celeste O’Connor, Mckenna Grace, Jasmin Savoy Brown, Mason Gooding, Michelle Randolph, Jimmy Tatro, Tim Simons, Roger L. Jackson


Kurzinhalt:

Nach ihren traumatischen Erlebnissen hat Sidney Evans (Neve Campbell), geborene Prescott, ihrer Heimat Woodsboro den Rücken gekehrt und sich in Pine Grove ein Leben mit ihrem Ehemann Mark (Joel McHale) und ihren Kindern aufgebaut. Von denen ist einzig ihre älteste Tochter Tatum (Isabel May) zuhause, als Sidney erneut einen Anruf erhält von jemand, der behauptet, die brutale Mordserie zu Ende bringen zu wollen, die vor 30 Jahren begonnen hat. Anfangs hält Sidney den Anrufer für einen Hochstapler, aber nicht erst, als der Anrufer sein vermeintlich wahres Gesicht zeigt, wird Sidney skeptisch. Könnte sie wirklich ein totgeglaubter Geist aus der Vergangenheit eingeholt haben? Kurz darauf werden an Tatums Schule grausame Morde verübt, und während Tatum glaubt, ihrem Freund Ben (Sam Rechner) und ihren engsten Freunden Lucas (Asa Germann) und Chloe (Celeste O’Connor) vertrauen zu können, will Sidney ihre Tochter abschirmen. Die Situation wird noch verworrener, als die geschasste Reporterin Gale Weathers (Courteney Cox) erscheint und eine Möglichkeit sieht, wieder Erfolge feiern zu können. Dabei steht diesmal nicht nur Sidneys Leben auf dem Spiel, sondern auch das ihrer Familie …


Kritik:
Für das 30jährige Jubiläum der Horror-Filmreihe und den inzwischen siebten Spielfilm des Franchise nimmt auf dem Regiestuhl derjenige Mann Platz, dessen Drehbuch von Scream – Schrei! [1996] das Genre neu belebte. In seinem erst zweiten Spielfilm nach Teaching Mrs. Tingle [1999] kehrt Filmemacher Kevin Williamson in vielerlei Hinsicht zu den Anfängen zurück und verliert bei Scream 7 doch aus den Augen, was den ersten Teil so besonders macht. Fans dürfte immerhin das Wiedersehen mit bekannten Figuren freuen.

Die Geschichte beginnt, wie zuvor, mit einem Teaser, den die darin gezeigten Figuren nicht überleben. Hier ist es ein Pärchen, das in einem Haus übernachten will, das nicht nur äußerlich aussieht wie Sidney Prescotts Elternhaus in der Stadt Woodsboro, sondern auch im Innern so eingerichtet ist – inklusive Plaketten an der Wand, wer in welchem Zimmer ermordet wurde, mit den Umrissen der Leichen auf dem Boden. Aus dem morbiden Spaß wird schnell tödlicher Ernst, ehe der sogenannte Ghostface-Killer Sidney in ihrer neuen Heimat Pine Grove heimzusuchen beginnt. Dort hat sie sich mit ihren Kindern, darunter Tochter Tatum, und ihrem Mann Mark Evans, seines Zeichens Polizeichief, ein ruhiges Leben aufgebaut. Die Beziehung zu ihrer Tochter, die nun so alt ist wie Sidney, als sich die ersten Woodsboro-Morde ereigneten, befindet sich aktuell in keiner guten Phase. Tatum möchte mehr über die Vergangenheit ihrer Mutter wissen, die sie aber aus verständlichen Gründen nicht teilen will. Doch muss Sidney erkennen, dass der neue Ghostface-Mörder ausdrücklich Tatum ins Visier genommen hat und es könnte sich sogar um einen Geist aus ihrer Vergangenheit handeln.

Wer das sein könnte, sei an dieser Stelle nicht verraten. Es soll genügen zusagen, dass die Verbindung bereits im Teaser angedeutet wird und mehrere bekannte Figuren aus den vorigen Scream-Filmen zumindest einen kurzen Gastauftritt haben. Selbst solche, die die vorigen Filme gar nicht überlebt haben (könnten). Insofern setzt Scream 7 weiterhin auf Nostalgie als eine feste Größe, um das Publikum anzulocken. Das ist teilweise gewissermaßen aus der Not heraus geboren, da die Produktion nach einer Neuausrichtung 2023 nicht nur Figuren wie die von Melissa Barrera gespielte Sam und deren Schwester Tara (Jenna Ortega) verlor, sondern auch den ursprünglich vorgesehenen Regisseur. Warum dem so ist, darüber wurde weithin berichtet. Stattdessen rückt nun wieder Sidney ins Zentrum der Erzählung, die in Scream 6 [2023] gar nicht mit dabei war, was das Drehbuch auch immer wieder aufgreift. Immerhin dürfen sich Reporterin Gale Weathers sowie die Zwillinge Chad und Mindy über einen weiteren Auftritt freuen, der genau dann kommt, wenn die Geschichte beinahe auserzählt scheint – nach etwas mehr als 45 Minuten.

Dass nicht alles so einfach ist, wie man meinen könnte, überrascht aber ebenso wenig wie die Tatsache, dass die jeweiligen Spannungsmomente immer nach demselben Schema ablaufen. Es entsteht eine Situation, in der eine Figur dem Killer ausgeliefert sein könnte, dann sieht das Publikum den Killer kurz im Hintergrund und wenig später ist die jeweilige Figur einen meist grausamen Filmtod gestorben. Einige dieser Morde sind dabei außergewöhnlich brutal in Szene gesetzt und das selbst im Vergleich zu den vergangenen beiden Filmen. Beinahe, als wollte Filmemacher Kevin Williamson bewusst die sprichwörtliche Messlatte nochmals weiter nach oben legen. Dabei zieht es sich wie ein roter Faden durch die Erzählung, dass der Mörder seine Opfer nicht nur quält, bevor er sie tötet, sondern stellenweise regelrecht verhöhnt, wenn er sie beispielsweise auf eine Art und Weise umbringt, die sie zuvor als so grausam bezeichnen, dass sie selbst nicht so sterben wollten. Nimmt man dann noch hinzu, dass der Ghostface-Killer kaum nennenswerte Gegenwehr erfährt, hat es den Anschein, als würde Scream 7 die Opfer nicht als vollwertige Figuren sehen und entsprechend respektvoll behandeln, sondern als boshafte Pointe für ein Publikum, das sich an ihrem grausamen Tod erfreuen soll.

Dadurch verlagert die Erzählung nicht nur gefühlt den Fokus von den Opfern zum Killer, sondern bricht gleichzeitig mit dem Aspekt, der den ersten Scream-Film ausgemacht hat. Der nahm die Bedrohung für die Figuren ernst und demontierte Genreklischees, während beides hier leider ausbleibt. Wenn aber alle Figuren, die hier neu vorgestellt werden, nicht mehr sind als Lämmer, die nach und nach zur Schlachtbank geführt werden, weshalb sollte man mit ihnen dann noch mitfiebern? Insoweit weiß Scream 7 mit den vielen Figuren der Geschichte leider nicht wirklich etwas anzufangen, weshalb Gale auch in einem Moment auftaucht, nur um dann für lange Zeit aus der Erzählung wieder zu verschwinden. Handwerklich ist das nicht schlecht umgesetzt und fängt vor allem das herbstliche Ambiente des neuen Schauplatzes gelungen ein. Nur sind sämtliche Szenen für sich so vorhersehbar im Aufbau, dass einzig ein Schreckmoment wirklich überrascht.

Die bei LEONINE Studios von Paramount erschienene Heimvideoveröffentlichung wartet dafür nicht nur mit einer durchweg tollen Bild- und Tonqualität auf, sondern darüber hinaus mit interessanten wie sehenswerten Extras. Angefangen von einem Making-of über weitere Featurettes, bis hin zu Entfernten Szenen, von denen diejenige um Tatum und ihren Freund Ben, der nur einer von vielen Verdächtigen in ihrem Freundeskreis ist, der als Ghostface-Killer in Frage kommt, seine Figur im Film ein wenig ambivalenter hätte gestalten können. Einen Audiokommentar gibt es leider ebenso wenig wie die Trailer zum Film. Dafür wartet das Bild der 4K Ultra-HD-Disc nicht nur mit einer tadellosen Bildschärfe auf, sondern dank HDR und Dolby Vision mit einem tollen Kontrast und gelungenen Farben. Das Horrorgenre bietet sich mit den vielen dunklen Szenen hierfür gewissermaßen an, so dass die überaus plastisch wirken und man glaubt, in den fein abgestuften Schatten bereits Bewegungen und Umrisse zu erkennen. Fans werden an der Präsentation jedenfalls kaum etwas auszusetzen haben.


Fazit:
Präsentiert das Drehbuch schließlich in geballter Form als Monolog die Motivation des Killers, kann man beinahe spüren, wie verzweifelt Regisseur Kevin Williamson, der auch am Drehbuch mitschrieb, darum bemüht ist, eine Verbindung zu den bisherigen Geschichten der Reihe herzustellen. Das Ergebnis ist nicht nur hanebüchen, sondern wirkt derart konstruiert, dass man nicht umhin kann zu bemerken, wie dünn die Regeln des Franchise inzwischen gestreckt sind. Wenn man im Grunde dieselbe Geschichte mehr als ein halbes Dutzend Mal erzählt hat, fällt es schwer, einen neuen Ansatz zu finden. Handwerklich ist das durchweg solide umgesetzt, nur kann man früh erahnen, in welche Richtung die jeweiligen Szenen verlaufen werden. Damit könnte man durchaus leben, würde das Drehbuch Figuren aufbauen, mit denen mitzufiebern sich lohnen würde. Doch anstatt neue Charaktere zu etablieren, die bleiben können, werden die auf teilweise geradezu boshafte Art und Weise dahingerafft, als wollten sich die Verantwortlichen über die Opfer der brutalen Morde lustig machen. Aus dem Grund hinterlässt Scream 7 einen bitteren Beigeschmack, auch wenn Neve Campbell als Sidney Prescott die Erzählung weiterhin mühelos trägt. Nur wäre sie zu viel mehr fähig, als das Skript ihr hier an die Hand gibt. Ein unnötig langgezogenes Finale mit einem letzten Moment, der geradezu comicartig brutal gerät, repräsentieren insoweit passend, wofür dieser siebte Teil der Reihe steht. Mit den vielen Anspielungen an den ersten und die übrigen Filme, wird dabei noch deutlicher, was hier nicht so gut gelungen ist.



Die 4K Ultra-HD-Veröffentlichung von Scream 7

Wertung der 4K Ultra-HD-Disc: 4.5 von 6 Punkten

Features der 4K Ultra-HD-Disc
Tonspuren  • Englisch Dolby Atmos
 • Englisch Audio Description
 • Deutsch, Spanisch (Spanien), Spanisch (Lateinamerika), Französisch, Französisch (Kanada), Italienisch, Japanisch (je 5.1 Dolby Digital)
Untertitel Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Kantonesisch, Deutsch, Spanisch (Spanien), Spanisch (Lateinamerika), Französisch, Französisch (Kanada), Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Mandarin, Niederländisch, Thai, Türkisch
Extras  • Narbengewebe: Das Making-Of von Scream 7* (ca. 22 Minuten)
 • Spannungsaufbau: Das Szenenbild (Featurette)* (ca. 8 Minuten)
 • Tanz des Todes: Stunts (Featurette)* (ca. 6 Minuten)
 • Musikvideo: Ice Nine Kills präsentiert „Twisting The Knife“ Featuring Mckenna Grace (ca. 3 Minuten)
 • Entfallene Szenen (ca. 5 Minuten)
    ▸ Scott ist Ghostface
    ▸ Chloe und Lucas kommen sich näher
    ▸ Tatum und Ben verabschieden sich
    ▸ Jessica und Sidney unterhalten sich
    ▸ Tatum und Ben verlassen die Bar
    ▸ Chad und Mindy

* Original mit deutschen Untertiteln

Scream 7
ist von Paramount
als Download zum Kaufen und Leihen
sowie seit 12. Juni 2026
als DVD, Blu-ray, 4K-UHD-Blu-ray
und limitiertes 4K-UHD-Blu-ray Steelbook
von LEONINE Studios erhältlich!

Urheberrecht des Bildes liegt bei LEONINE Studios
Verwendet mit freundlicher Genehmigung.


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