Nicht nur in Anbetracht dessen, dass The Invite ein Remake des spanischen Spielfilms Sentimental ist, erzählt Filmemacherin Olivia Wilde darin eine Geschichte, die man so ähnlich bereits oft gehört hat. Aber sie tut dies nicht nur mit einer tollen Besetzung und geschliffenen Dialogen, sondern mit einer gelungenen Mischung aus Humor und vor allem zum Ende hin entblätternd ernsten Momenten, sodass die Aussagen spürbar ins Schwarze treffen. Ein prüdes Publikum mag das allerdings als unnötig anzüglich wahrnehmen.
Filmemacher Pedro Almodóvar erzählt in Bitteres Fest im Grunde dieselbe Geschichte mit sechs zentralen Figuren zweimal. Das bedeutet aber auch, dass er am Ende jeweils zweimal an denselben Aussagen ankommt. Zwar gibt er sich auf dem Weg dorthin überraschend ehrlich und beinahe schon selbstkritisch, doch das ändert nichts daran, dass die Story viel weniger bietet, als es auf den ersten Blick scheint. Vor allem fehlt es an Figuren, denen man auf ihrer Reise gerne folgen möchte.
In seiner Spielfilmadaption der preisgekrönten, britischen Mini-Serie Traffik beleuchtet Filmemacher Steven Soderbergh den illegalen Drogenhandel an der Grenze zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten aus verschiedenen Perspektiven. Traffic – Macht des Kartells wartet dabei mit einem geradezu erschlagenden Ensemble auf, das im Rahmen der beinahe zweieinhalbstündigen Laufzeit teils preiswürdige Darbietungen zeigt. Überaus komplex, ist das vermutlich ein so desillusionierender wie realistischer Blick auf die Situation vor über 25 Jahren, die heute nicht besser geworden ist.
So unterhaltsam Toy Story 5 durchweg ist, die einmal mehr späte Fortsetzung fühlt sich erst im letzten Drittel wie ein richtiger Teil der Reihe ein. Warum dem so ist, ist schwer an einem Punkt festzumachen und ungeachtet dessen überzeugt die Erzählung mit einer aktuellen Geschichte und Figuren, die einem ans Herz gewachsen sind. Aber nur wenig hiervon wirkt in einer Art und Weise lebendig, dass man davon vollends mitgerissen würde. Das mag aber auch an dem hohen Niveau liegen, das die bisherigen Filme etabliert haben.
Das preiswürdig gespielte, einfühlsame Drama erzählt, wie die Cambridge-Dozentin nach dem unerwarteten Tod ihres Vaters versucht, mit einer Trauer umzugehen, die sie selbst nicht annimmt. Stattdessen sucht sie in der Ausbildung eines Habichts eine Aufgabe und isoliert sich zunehmend. H wie Habicht lebt dabei nicht von lauten Konflikten oder Konfrontationen, sondern von leisen Beobachtungen, die all diejenigen mitten ins Herz treffen, die selbst bereits einen geliebten Menschen verloren haben.
Faek Falaks Dokumentarfilm To My Sisters wartet neben einer ungewöhnlichen Perspektive mit einem derart schockierenden Zeugenbericht auf, dass man ihn im Grunde verpflichtend allen politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern mit auf den Weg geben möchte. Dabei unterstreicht der Filmemacher auch, welche Gefahr die Terrororganisation des Islamischen Staates, sollte sie nicht eingedämmt werden, in und für Europa bedeuten kann. Doch gerade dieser Aspekt kommt merklich kurz.
So hanebüchene die Ausgangslage ist, auch auf Grund vieler Parallelen zu typischen Hollywood-Genre-Filmen kann man sich durchaus vorstellen, dass Pål Øies Monsterhorror Kraken – Erwachen der Tiefe um einen riesigen Tintenfisch in einem norwegischen Fjord funktionieren könnte. Die Verantwortlichen geben sich dabei handwerklich zudem durchaus Mühe. Aber an vielen Stellen wirkt das so unfertig und rau, man könnte meinen, dies sei mehr eine Idee als ein fertiger Film. Das Ergebnis ist nicht langweilig, aber auch nie packend und letztlich zu sehr um Ernsthaftigkeit bemüht.
Mit Nur noch ein kleiner Gefallen setzt Filmemacher Paul Feig fünf Jahre nach seinem Überraschungshit um Intrigen und Geheimnisse seiner abgründigen Figuren an. Er präsentiert sie in einer Story, die in vielerlei Hinsicht unmittelbar mit der des ersten Films verwoben ist, der es aber gleichzeitig an der Eigenständigkeit mangelt, für sich genommen einen wirklichen Sinn zu ergeben. Verkrampft auf Humor und Anzüglichkeiten getrimmt, ist das in jeder Hinsicht chic umgesetzt, aber inhaltsleer.
Um eines vorwegzunehmen, Christopher Nolans Die Odyssee ist ein Film für die größtmögliche Leinwand. Nur dort kann man die wahre Größe der Produktion und diese epische Geschichte richtig in sich aufnehmen. Für die bräuchte der Filmemacher in manchen Momenten, insbesondere bei zwei Wegstationen der fantastischen Heimkehr der Titelfigur, zwar mehr Zeit, dafür aber gewinnt er dessen größtem Triumph eine Bedeutung ab, die seine Heldentaten in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen.
Der auf wahren Begebenheiten basierende The Ministry of Ungentlemanly Warfare ist ein Guy Ritchie-Film durch und durch. Angefangen von einer stellenweise überaus einfallsreichen Inszenierung, bis hin zu einer durchweg gelungenen Stimmung und einigen wirklich tollen Momenten. Nur wie zuletzt, fehlt es auch dieser Geschichte über eine erst vor einigen Jahren bekannt gewordene, britische Geheimoperation während des Zweiten Weltkriegs an einer durchgehenden Zugkraft und Figuren, mit denen man wirklich mitfiebern könnte.
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