Als Erweiterung seiner gleichnamigen Webserie präsentiert Kane Parsons mit Backrooms einen so originellen wie ungewöhnlichen Psychothriller, der sich durch seine Atmosphäre auszeichnet, anstatt auf sichtbaren Horror zu setzen. Das ist faszinierend und sehenswert, selbst wenn dem Finale die Wucht fehlt, die man sich erhoffen würde und eine Erklärung, die lediglich angedeutet wird, aber trotzdem ausbleibt.
Michael SarnoskisThe Death of Robin Hood ist mehr als eine düstere Interpretation der englischen Folklore, die die Titel gebende Figur auf den Kopf stellt. Vielmehr nimmt der Filmemacher die Grundidee zum Anlass, um von Schuld und der Anerkennung der Schuld, Vergebung und Wiedergutmachung zu erzählen. Stark gespielt und ebenso gelungen in Szene gesetzt, richtet sich das nicht nur deutlich an ein älteres Publikum, sondern an eines, das sich auf eine vollkommen unerwartete Geschichte einzulassen bereit ist.
Der in englischer Sprache gedrehte Hongkong-Actionfilm The Furious wartet mit einer so einfachen wie packenden Prämisse auf, dass es nicht überrascht, wie sehr insbesondere das erste Drittel mitnimmt. Aber nach den Ereignissen des zweiten ist die Story im Grunde zu Ende erzählt und was dann folgt, ist nicht nur noch brutaler, sondern inhaltlich so hanebüchen, man könnte meinen, der Film gerät zur eigenen Karikatur. Immerhin, langweilig ist das nie und die Stunts rauben einem teilweise schlicht den Atem.
Würde das Wissen darum, dass wir nicht allein im Universum sind, sondern Außerirdische die Erde immer wieder besucht hätten und ihre Existenz vertuscht wurde, die ohnehin zerbrechliche Ordnung auf der Welt vollends zerstören, oder dafür sorgen, dass die Menschheit sich eint? In Disclosure Day – Der Tag der Wahrheit ergründet Filmemacher Steven Spielberg diese Frage und präsentiert gleichzeitig eine Geschichte, deren Botschaft gerade heute so wichtig ist, wie selten zuvor. Das ist großes Kino, mit kleinen Einschränkungen.
Der für den Oscar nominierte, französisch-belgische Animationsfilm Die kleine Amélie oder der Charakter des Regens ist eine seltsame Erfahrung. Auf der einen Seite laden die Filmschaffenden Maïlys Vallade und Liane-Cho Han Jin Kuang ihr Publikum ein, die Welt aus Sicht der zweieinhalb Jahre alten Titelfigur zu entdecken. Auf der anderen Seite verpacken sie in mitunter wunderschönen Bildern teils existenzielle Fragen, die ein junges Publikum kaum verstehen wird, während ältere Zuseherinnen und Zuseher sich wünschen, dass hier nicht nur an der Oberfläche gekratzt würde.
Als Filmemacher Nagisa Ōshima seinerzeit sein überaus explizites Drama Im Reich der Sinne vorstellte, sorgte er für Kontroversen, die bis heute anhalten. Das Werk ist Stellvertreter einer Kunstform, die sich im Umbruch befand, insbesondere in Japan in den 1970er-Jahren. Aus heutiger Sicht ergründet die auf wahren Ereignissen beruhende Geschichte den feinen Grat zwischen Lust und Obsession, zwischen Befreiung und Selbstaufgabe. Das Publikum, an das sich dies richtet, wird es feiern, ungeachtet der Schwächen der Erzählung.
Seit beinahe 45 Jahren gehört Mattels Fantasy-Universum um die mystische Welt Eternia zu einem festen Bestandteil der Popkultur. Doch hat Travis Knights’ Masters of the Universe merklich Schwierigkeiten damit, dieses weitläufige Universum seinem Publikum nahezubringen. Vor allem wissen die Verantwortlichen offenkundig nicht, ob sie nun eine ernstere Fantasy-Story oder einen actionreichen Kinderfilm erzählen wollen. Das Ergebnis ist ein wenig von beidem – und doch nichts richtig.
Das Regiedebüt von Kate Beecroft erzählt vom Leben seiner zentralen weiblichen Figuren auf einer Ranch im mittleren Westen der Vereinigten Staaten. Besetzt mit einer Mischung aus Laiendarstellern und wenigen professionellen Schauspielerinnen, gelingt The New West ein ungeschönter, ehrlicher Blick auf ein hartes Leben, geprägt von finanzieller Unsicherheit und persönlichen Tragödien. Das wirkt im ersten Moment „klein“, entfaltet aber ein emotionales Gewicht, das spürbar nachwirkt.
Filmemacher Damon Gameau lädt in Future Council acht engagierte Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 11 und 13 Jahren auf einen Road Trip durch Europa ein. Dabei werden ihnen nicht nur zukunftsweisende Projekte gezeigt, sie erhalten auch die Möglichkeit, die Verantwortlichen der großer Konzerne, die für eine verheerende Umweltverschmutzung mit verantwortlich zeichnen oder aber zukunftsfeindliche Investitionen tätigen, zur Rede zu stellen. Es ist ein Austausch über Altersgrenzen hinweg, der Hoffnung macht.
André ØvredalsPassenger wartet nach einer immens einnehmenden Eröffnung, bei der sich einem die Nackenhaare aufstellen, mit einer ersten Hälfte auf, die stimmungsvoller kaum sein könnte. Das hohe Niveau hält der Horrorfilm so lange, bis er versucht, mit vielen Erklärungen seinen Figuren einen Weg aus einer schier ausweglosen Situation aufzuzeigen. Was folgt, schwächt spürbar den mystischen Horror, ist aber immer noch gut umgesetzt und wartet darüber hinaus mit zahlreichen guten Ideen auf.
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