News & Reviews

  • Shelter [2026]
    Ric Roman Waughs Thriller Shelter wird Genrefans kaum vollends enttäuscht zurücklassen und tritt Jason Statham als schweigsamer Eliteagent schließlich in Aktion, löst der Film ein, was er verspricht. Doch bleibt der Eindruck, dass die Verantwortlichen ihren eigenen Ansprüchen nie wirklich gerecht werden. Das Ergebnis ist zu keinem Zeitpunkt wirklich packend, dafür aber auch nie langweilig und routiniert genug umgesetzt, dass man verzeiht, wie wenig ausgenutzt die altbekannte Idee tatsächlich ist.
  • Blue Moon [2025]
    Inspiriert von den Briefen von Elizabeth Weinland an den Liedtexte- und Musicalautor Lorenz „Larry“ Hart erzählt Filmemacher Richard Linklater in Blue Moon vor dem Hintergrund einer wichtigen Nacht wenige Monate vor dem frühen Tod des Künstlers mit entblätternden und teils bissigen Dialogen eine Charakterstudie, bei der es einfach fällt, die Figur in Zentrum als selbstverliebten Egozentriker abzutun. Hinter der Fassade findet sich allerdings nicht nur eine große Unsicherheit, sondern ein unerfülltes Verlangen, das sein Schicksal umso tragischer erscheinen lässt.
  • Die Schatzsuche im Blaumeisental [2025]
    Der französisch-belgische Animationsfilm Die Schatzsuche im Blaumeisental richtet sich an ein junges Publikum und bietet auch den jüngsten eine so ungewöhnlich wie einfallsreich animierte Geschichte über ein großes Abenteuer und Geheimnisse der Vergangenheit. Die ernsten Themen im Zentrum würde man dabei kaum erwarten, aber sie sind mit einer Heiterkeit und einer Neugier präsentiert, gleichzeitig aber nie hektisch oder aufgeregt, dass man sich in der Welt der neunjährigen Hauptfigur gern verliert.
  • Der Astronaut – Project Hail Mary [2026]
    Frische Ideen im Science Fiction-Genre sind überaus selten. Umso willkommener ist die Fülle an Einfällen, die das Publikum in Der Astronaut – Project Hail Mary erwartet. Die Geschichte erzählt von einer Mission zur Rettung der Erde, bei der sich ein Wissenschaftler unversehens (alleine) wiederfindet. Das eigentliche Highlight ist jedoch das Wesen, auf das er dabei trifft. Mit immens viel Humor und Charme dargebracht, ist das nicht nur durchweg unterhaltsam, sondern mit einer Botschaft versehen, die zu hören heute so wichtig ist, wie eh und je.
  • Is This Thing On? [2025]
    Filmemacher Bradley Cooper beginnt seine Geschichte nach dem vermeintlichen Happy End, wenn ein Ehepaar nach mehr als 25 Jahren zusammen wieder getrennte Wege geht. Die Idee, dass er Stand-up-Comedy gewissermaßen als Therapie nutzt, um die Trennung zu verarbeiten, ist so gelungen, wie dass sie einen Weg zurück zu der beruflichen Leidenschaft vor dem Familienleben sucht. Aber so amüsant und treffend das teilweise ist, die erzählerische Struktur lässt Is This Thing On? länger erscheinen, als er sein müsste und das letztliche Ende nicht so verdient, wie es sein sollte.
  • Good Luck, Have Fun, Don’t Die [2026]
    Filmemacher Gore Verbinski macht keinen Hehl daraus, was er von Künstlicher Intelligenz und insbesondere blinder Technologiehörigkeit hält. Sein durchweg amüsanter Good Luck, Have Fun, Don’t Die gerät stellenweise derart zynisch böse, dass einem das Lachen im Halse stecken bleibt, wenn man erkennt, wie sehr die Verantwortlichen den Nagel auf den Kopf treffen. Aber so unvorhersehbar die Geschichte teils sein mag, sie nimmt emotional überraschend selten mit.
  • The Testament of Ann Lee [2025]
    Mona Fastvolds The Testament of Ann Lee ist ein rätselhafter Film, der gleichzeitig all das in sich vereint, was Filme zu einem Erlebnis der ganz besonderen Art macht. Die Filmemacherin erweckt darin eine Gesellschaft in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zum Leben. Für die Beteiligten ist es eine Tour de Force, die nachwirkt, handwerklich erstklassig umgesetzt und mit einem greifbaren Detailgrad, den man erst zu schätzen weiß, wenn man sich im Nachgang mit der Thematik beschäftigt hat. Wenn man weiß, worauf man sich einlässt, ist das schlicht großartig.
  • Für immer ein Teil von dir – Reminders of Him [2026]
    Basierend auf dem gleichnamigen, im Jahr 2022 erschienenen Roman von Colleen Hoover erzählt Filmemacherin Vanessa Caswill in Für immer ein Teil von dir – Reminders of Him im Grunde eine Geschichte mit komplexen Themen und Figuren, die von tiefgehenden Konflikten zerrissen sind. Doch statt als Drama in diese Themen einzutauchen, machen es sich die Verantwortlichen merklich einfach. Mit sichtbar guten Absichten erzählt, ist das insgesamt immerhin besser gelungen, als gedacht.
  • Mein neues altes Ich [2026]
    Die dänische Filmemacherin Louise Unmack Kjeldsen macht sich in ihrem Dokumentarfilm Mein neues altes Ich auf zu ergründen, weshalb ein Thema, das die Hälfte der Weltbevölkerung betrifft, kaum in der Öffentlichkeit diskutiert wird. Dabei ergründet sie Mythen und lässt Betroffene zu Wort kommen. Doch so treffend ihre Beobachtungen sind, sie beleuchten letztlich nur einen Teil der Thematik und greifen damit schließlich zu kurz.
  • The Bride! – Es lebe die Braut [2026]
    Zu Maggie Gyllenhaals The Bride! – Es lebe die Braut Zugang zu finden, ist nicht leicht, um nicht zu sagen, lange Zeit fragt man sich, was die Filmemacherin mit der Erzählung tatsächlich aussagen möchte. Wird das aber deutlich, stellt sich die Frage, ob die Herangehensweise am besten geeignet ist, die Geschichte zu erzählen. Die ist stilistisch tadellos dargebracht und mitunter sogar preiswürdig gespielt, aber geradezu verkrampft auf einen künstlerischen Anspruch bedacht, dass dies nur ein bestimmtes Publikum ansprechen wird.

Unsere aktuellen Instagram-Beiträge

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner