Im Kern ist das bereits dritte alleinige Abenteuer um die gelben, willfährigen Schurkenhelfer Minions eine große Hommage an die große Ära des Monsterfilms der hollywoodschen Traumfabrik. Zwar ist auch Minions & Monster mit Aspekten versehen, die am Ende für die Erzählung nicht wirklich wichtig sind, und der Humor richtet sich hauptsächlich an ein sehr junges Publikum. Aber vor allem die vielen Verweise an Genreklassiker werden ein erfahrene Zuseherinnen und Zuseher freuen. Durchweg unterhaltsam ist es obendrein.
Filmemacher Daniel Roher, der erst vor ein paar Jahren mit dem Oscar für einen Dokumentarfilm ausgezeichnet wurde, präsentiert mit The Piano Tuner ein Krimi-Drama, das sich anfühlt, als wüsste die Geschichte nicht, was sie eigentlich sein möchte. Umso episodenhafter gerät die Stimmung, die in den einzelnen Abschnitten für sich genommen durchaus gelungen ist, in der Summe aber so uneinheitlich erscheint, dass man letztlich mit einem Gefühl entlassen wird, als wäre den Figuren am Ende Unrecht getan worden.
Craig Gillespies Supergirl-Adaption steckt so voller Potential, auch dank einer Titelfigur, die in mancherlei Hinsicht zugänglicher ist, als ihr filmischer Cousin, dass man nur schwer Verständnis dafür aufbringen kann, wie leichtfertig die Verantwortlichen das verspielen. Fans werden dennoch viel finden, was ihnen gefallen kann und als Überleitung zum nächsten Superman-Abenteuer reicht es allemal. Für sich genommen überzeugt die Geschichte aber nur phasenweise.
Lange Zeit fragt man sich bei John Carneys Power Ballad – Der Song meines Lebens, worauf die Geschichte hinauslaufen soll. Das umso mehr, da sich erst in der zweiten Hälfte der vermeintlich entscheidende Teil der Story zuträgt. Lässt man sich aber darauf ein, erzählt die leichtfüßige Dramödie von der Macht der Musik und davon, was wirklich wichtig ist im Leben. Das mag nie die emotionale Wucht entfalten, die womöglich in der Geschichte schlummert, aber es ist ungemein charmant.
Für das 30jährige Jubiläum der Horror-Filmreihe und den inzwischen siebten Spielfilm des Franchise nimmt auf dem Regiestuhl derjenige Mann Platz, dessen Drehbuch von Scream – Schrei! das Genre neu belebte. In seinem erst zweiten Spielfilm nach Teaching Mrs. Tingle kehrt Filmemacher Kevin Williamson in vielerlei Hinsicht zu den Anfängen zurück und verliert bei Scream 7 doch aus den Augen, was den ersten Teil so besonders macht. Fans dürfte immerhin das Wiedersehen mit bekannten Figuren freuen.
Als Erweiterung seiner gleichnamigen Webserie präsentiert Kane Parsons mit Backrooms einen so originellen wie ungewöhnlichen Psychothriller, der sich durch seine Atmosphäre auszeichnet, anstatt auf sichtbaren Horror zu setzen. Das ist faszinierend und sehenswert, selbst wenn dem Finale die Wucht fehlt, die man sich erhoffen würde und eine Erklärung, die lediglich angedeutet wird, aber trotzdem ausbleibt.
Michael SarnoskisThe Death of Robin Hood ist mehr als eine düstere Interpretation der englischen Folklore, die die Titel gebende Figur auf den Kopf stellt. Vielmehr nimmt der Filmemacher die Grundidee zum Anlass, um von Schuld und der Anerkennung der Schuld, Vergebung und Wiedergutmachung zu erzählen. Stark gespielt und ebenso gelungen in Szene gesetzt, richtet sich das nicht nur deutlich an ein älteres Publikum, sondern an eines, das sich auf eine vollkommen unerwartete Geschichte einzulassen bereit ist.
Der in englischer Sprache gedrehte Hongkong-Actionfilm The Furious wartet mit einer so einfachen wie packenden Prämisse auf, dass es nicht überrascht, wie sehr insbesondere das erste Drittel mitnimmt. Aber nach den Ereignissen des zweiten ist die Story im Grunde zu Ende erzählt und was dann folgt, ist nicht nur noch brutaler, sondern inhaltlich so hanebüchen, man könnte meinen, der Film gerät zur eigenen Karikatur. Immerhin, langweilig ist das nie und die Stunts rauben einem teilweise schlicht den Atem.
Würde das Wissen darum, dass wir nicht allein im Universum sind, sondern Außerirdische die Erde immer wieder besucht hätten und ihre Existenz vertuscht wurde, die ohnehin zerbrechliche Ordnung auf der Welt vollends zerstören, oder dafür sorgen, dass die Menschheit sich eint? In Disclosure Day – Der Tag der Wahrheit ergründet Filmemacher Steven Spielberg diese Frage und präsentiert gleichzeitig eine Geschichte, deren Botschaft gerade heute so wichtig ist, wie selten zuvor. Das ist großes Kino, mit kleinen Einschränkungen.
Der für den Oscar nominierte, französisch-belgische Animationsfilm Die kleine Amélie oder der Charakter des Regens ist eine seltsame Erfahrung. Auf der einen Seite laden die Filmschaffenden Maïlys Vallade und Liane-Cho Han Jin Kuang ihr Publikum ein, die Welt aus Sicht der zweieinhalb Jahre alten Titelfigur zu entdecken. Auf der anderen Seite verpacken sie in mitunter wunderschönen Bildern teils existenzielle Fragen, die ein junges Publikum kaum verstehen wird, während ältere Zuseherinnen und Zuseher sich wünschen, dass hier nicht nur an der Oberfläche gekratzt würde.
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