Gekleidet in abwechselnd wunderschön beeindruckende Bilder und Eindrücke, die geradezu surreal anmuten, erzählen Gabriela Osio Vanden und Jack Weisman in ihrem Dokumentarfilm Nuisance Bear, wie die Menschen in der sogenannten Eisbär-Hauptstadt mit den zunehmenden „Besuchen“ der Bären umzugehen versuchen. Sie lenken dabei auch den Blick auf eine sich verändernde Welt, in der die indigene Bevölkerung jener Region gleichermaßen gezwungen wird, sich anzupassen.
Es gibt zahlreiche Firmen, die sich auf dem aufstrebenden Markt der kommerziellen Weltraumwirtschaft etablieren wollen. Dokumentarfilmerin Lena Leonhardt richtet in ihrem Porträt Hélène Huby – Wettlauf ins All den Blick auf eine Frau, die aus mehreren Gründen eine Ausnahmepersönlichkeit, nicht nur in diesem Sektor darstellt. Das zu sehen, ist geradezu inspirierend, selbst wenn der Erzählung ein richtiger Abschluss fehlt.
Ben Gregors Verfilmung von Enid Blytons beliebter, gleichnamiger Kinderbuchreihe modernisiert die Geschichte und bleibt der Idee doch weitgehend treu. Im Zentrum stehen die Abenteuer der Geschwister Beth, Joe und Fran, die mit ihren Eltern aufs Land ziehen und dort einen magischen Ort entdecken. Der Wunderweltenbaum erzählt vor diesem Hintergrund von Familie und der Magie der Fantasie; davon, wie in der Hektik des Alltags beides unterzugehen droht. Mit dem Herz am rechten Fleck, eignet sich das trotzdem eher für ein ganz junges Publikum.
Auch wenn die Aussage der Erzählung eine andere ist, Adrian Goigingers Vier minus Drei fühlt sich an wie ein Tritt in die Magengrube. Das auf wahren Begebenheiten beruhende Drama erzählt von einem unvorstellbaren Verlust und wie die Frau, die ihn erlitten hat, einen Weg zurück ins Leben sucht. Im Zentrum steht die Erkenntnis, dass ein Weg nach vorn nur möglich ist, wenn man bereit ist, loszulassen. Dies hier zu beobachten, ist erschütternd und herzzerreißend zugleich.
Filmemacherin Maria Brendle erzählt nach wahren Begebenheiten den Fall einer jungen Frau, die gerade einmal 25 Jahre alt war, als sie im schweizerischen St. Gallen im Jahr 1904 angeklagt wurde, ihr Kind ermordet zu haben. Dass Friedas Fall dabei insbesondere im letzten Drittel geradezu unerwartet nahegeht, liegt nicht nur daran, wie tragisch die Umstände sind, sondern vielmehr, wie oft sich diese Schicksale in der damaligen Zeit zugetragen haben. Erst dann versteht man auch die Bedeutung von Friedas Gerichtsprozess und was danach kam.
Der preisgekrönte und für den Oscar nominierte Filmemacher Christian Frei schildert in seinem Dokumentarfilm Blame eindringlich, wie drei renommierte Wissenschaftler bei Ausbruch der Coronavirus-Pandemie zunächst gefragt und geschätzt waren, ehe sich die öffentliche Debatte auf Schuldzuweisungen konzentrierte und eben diese drei Forschenden, die zuvor bereits die Alarmglocken geläutet hatten, als Schuldige auserkoren wurden. Das ist beunruhigend und macht zunehmend fassungslos.
Doug Limans Remake des gleichnamigen Patrick Swayze-Originals aus dem Jahr 1989 ist über weite Strecken derart leichtfüßige, wenn auch nicht zimperliche Actionunterhaltung, dass man den Wechsel im letzten Drittel umso mehr spürt. Für ein erwachsenes Publikum in der richtigen Stimmung ist Road House dennoch genau das, was die Vorschau verspricht. Solange man nicht beginnt, über das Gezeigte nachzudenken oder eine ausgereifte Story dahinter zu vermuten. Damit halten sich die Verantwortlichen nicht auf.
Nach seinem Überraschungserfolg Prey und noch vor seinem Predator: Badlands erzählt Filmemacher Dan Trachtenberg in Predator: Killer of Killers in drei Geschichten von weiteren Begegnungen der Menschen mit dem tödlichen Alien. Doch so stilistisch einfallsreich das auf den ersten Blick sein mag, spätestens im letzten Drittel wirkt das weniger wie ein abendfüllender Spielfilm, denn ein animiertes Comic, das überdies die Auflösung der übrigen Geschichten in der Luft zerreißt.
Don Bluths Animationsfilm Titan A.E. ist gleichermaßen seiner Zeit voraus wie er ein Kind derselben ist. Ursprünglich als regulärer Spielfilm konzipiert, erzählt die Science Fiction-Geschichte von der Suche seiner Figuren nach einer neuen Heimat im 31. Jahrhundert, nachdem die Erde durch Außerirdische zerstört wurde. Das ist überraschend düster und immens temporeich, aber in vielerlei Hinsicht kaum ausgearbeitet und bietet darum deutlich mehr Potential, als die kurze Laufzeit zu nutzen vermag.
Obwohl Filmemacher John Patton Ford, der auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnet, den Krimiklassiker Adel verpflichtet nicht als Vorlage auflistet, seine böse Krimikomödie How to Make a Killing – Todsicheres Erbe weist dieselbe Grundidee auf. Darin versucht ein geschasster Erbe, sich der übrigen zu entledigen, um das Familienvermögen zu erlangen. Am Ende ist das zwar weniger packend erzählt, als man sich wünschen würde, dank der toll aufgelegten Besetzung und der sehenswerten Umsetzung aber ungemein empfehlenswert.
Alle Inhalte des Treffpunkt: Kritik – Internetangebots unterliegen dem Urheberrecht. Das Copyright bestimmter Bilder, Logos und Videos liegt bei den jeweils anbei oder darin ausgewiesenen Urhebern.