News & Reviews

  • Good Luck, Have Fun, Don’t Die [2026]
    Filmemacher Gore Verbinski macht keinen Hehl daraus, was er von Künstlicher Intelligenz und insbesondere blinder Technologiehörigkeit hält. Sein durchweg amüsanter Good Luck, Have Fun, Don’t Die gerät stellenweise derart zynisch böse, dass einem das Lachen im Halse stecken bleibt, wenn man erkennt, wie sehr die Verantwortlichen den Nagel auf den Kopf treffen. Aber so unvorhersehbar die Geschichte teils sein mag, sie nimmt emotional überraschend selten mit.
  • The Testament of Ann Lee [2025]
    Mona Fastvolds The Testament of Ann Lee ist ein rätselhafter Film, der gleichzeitig all das in sich vereint, was Filme zu einem Erlebnis der ganz besonderen Art macht. Die Filmemacherin erweckt darin eine Gesellschaft in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zum Leben. Für die Beteiligten ist es eine Tour de Force, die nachwirkt, handwerklich erstklassig umgesetzt und mit einem greifbaren Detailgrad, den man erst zu schätzen weiß, wenn man sich im Nachgang mit der Thematik beschäftigt hat. Wenn man weiß, worauf man sich einlässt, ist das schlicht großartig.
  • Für immer ein Teil von dir – Reminders of Him [2026]
    Basierend auf dem gleichnamigen, im Jahr 2022 erschienenen Roman von Colleen Hoover erzählt Filmemacherin Vanessa Caswill in Für immer ein Teil von dir – Reminders of Him im Grunde eine Geschichte mit komplexen Themen und Figuren, die von tiefgehenden Konflikten zerrissen sind. Doch statt als Drama in diese Themen einzutauchen, machen es sich die Verantwortlichen merklich einfach. Mit sichtbar guten Absichten erzählt, ist das insgesamt immerhin besser gelungen, als gedacht.
  • Mein neues altes Ich [2026]
    Die dänische Filmemacherin Louise Unmack Kjeldsen macht sich in ihrem Dokumentarfilm Mein neues altes Ich auf zu ergründen, weshalb ein Thema, das die Hälfte der Weltbevölkerung betrifft, kaum in der Öffentlichkeit diskutiert wird. Dabei ergründet sie Mythen und lässt Betroffene zu Wort kommen. Doch so treffend ihre Beobachtungen sind, sie beleuchten letztlich nur einen Teil der Thematik und greifen damit schließlich zu kurz.
  • The Bride! – Es lebe die Braut [2026]
    Zu Maggie Gyllenhaals The Bride! – Es lebe die Braut Zugang zu finden, ist nicht leicht, um nicht zu sagen, lange Zeit fragt man sich, was die Filmemacherin mit der Erzählung tatsächlich aussagen möchte. Wird das aber deutlich, stellt sich die Frage, ob die Herangehensweise am besten geeignet ist, die Geschichte zu erzählen. Die ist stilistisch tadellos dargebracht und mitunter sogar preiswürdig gespielt, aber geradezu verkrampft auf einen künstlerischen Anspruch bedacht, dass dies nur ein bestimmtes Publikum ansprechen wird.
  • Hoppers [2026]
    Pixars Animationsabenteuer Hoppers fühlt sich derart wie eine für ein junges Publikum gedachte Adaption von James Camerons Avatar-Filmen an, dass sich die Figuren darin selbst darüber lustig machen. Dabei lebt die Erzählung von einem zunehmend überzogenen, stellenweise aber überraschend düsteren Humor und einer durchweg putzigen Umsetzung, die gleichzeitig aktuelle Themen in den Mittelpunkt rückt. Das Ergebnis ist immens unterhaltsam, von der ersten bis zur Szene nach dem Abspann.
  • Gelbe Briefe [2026]
    In Gelbe Briefe erzählt Filmemacher İlker Çatak davon, wie sich die Arten und Weisen, wie ein totalitäres Regime seine Gegner unterdrückt, auf diese auswirken. Angefangen von gesellschaftlicher Ausgrenzung und Einschüchterung, bis hin zum Zersetzen der eigenen moralischen Werte. Er tut dies auf eine Art und Weise, die die Bedrohung durch solche Systeme weit über ihre derzeit aktiven Grenzen hinaus unvermittelt greifbar macht. Das ist in der Aussage erschütternd und mit einem Schlusspunkt versehen, der einen die eigenen Überzeugungen gleichzeitig hinterfragen lässt.
  • Junge Mütter – Jeunes Mères [2025]
    Das belgisch-französische Drama Junge Mütter – Jeunes Mères erzählt von fünf jugendlichen Müttern, die in einer Einrichtung der Familienhilfe untergekommen sind. Auch wenn ihre jeweilige Situation unterschiedlich ist, gibt es doch Gemeinsamkeiten in ihrem Werdegang und der Ungewissheit, wie es weitergehen soll. Stark gespielt, wirkt die Erzählung beinahe dokumentarisch. Aber so wichtig und bedrückend das inhaltlich ist, der Film richtet sich nur an ein spezielles Publikum.
  • Highlander: Es kann nur einen geben [1986]
    Auch wenn Russell Mulcahys Fantasy-Action-Märchen Highlander: Es kann nur einen geben seinerzeit an den Kinokassen enttäuschte, hat er inzwischen eine so große Gemeinde um sich geschart, dass nicht nur mehrere Fortsetzungen und eine Serie folgten, sondern demnächst eine Neuinterpretation nebst Serienbegleitung erscheinen wird bzw. soll. So sehr die Umsetzung auch heute noch von der Nostalgie der 1980er-Jahre profitiert, ihre Schwächen treten umso mehr zum Vorschein.
  • Ausnahmezustand [1998]
    Bei aller berechtigter Kritik war Edward Zwicks Thriller Ausnahmezustand seiner Zeit dennoch in mehrerlei Hinsicht voraus. Die Geschichte um eine Reihe von islamistisch motivierten Terroranschlägen im Herzen von New York City sollte nur wenige Jahre später von der Realität überholt werden. Weitaus beunruhigender ist allerdings, in welche Richtung die Story weitergesponnen wird. Bis auf eine Darbietung stark gespielt, ist das heute so aktuell wie damals und scheint regelrecht prophetisch.

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