Toy Story 5 [2026]

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6–9 Minuten
Wertung: 4.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 9. Juli 2026
Genre: Animation / Unterhaltung

Originaltitel: Toy Story 5
Laufzeit: 102 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2026
FSK-Freigabe: ab 0 Jahren

Regie: Andrew Stanton, McKenna Harris
Musik: Randy Newman
Stimmen: Joan Cusack (Carin C. Tietze), Tim Allen (Walter von Hauff), Tom Hanks (Michael „Bully“ Herbig), Conan O’Brien (Markus Pfeiffer), Greta Lee (Laura Maire), Scarlett Spears (Madeleine Tanfal), Shelby Rabara (Anja Nestler), Mykal-Michelle Harris (Asya Tolaz), Craig Robinson (Thomas Wenke), Krys Marshall (Giovanna Winterfeldt), Matty Matheson, Alan Cumming (Axel Malzacher)


Kurzinhalt:

Für Jessie (Joan Cusack / Carin C. Tietze), Buzz Lightyear (Tim Allen / Walter von Hauff) und die übrigen Spielsachen steht ohnehin fest, dass die inzwischen acht Jahre alte Bonnie (Scarlett Spears / Madeleine Tanfal), die täglich mit ihnen spielt, etwas Besonderes ist. Aber wie Jessie immer wieder erkennen muss, fällt es Bonnie deshalb schwer, Freunde zu finden. Als sich Jessie aufmacht, die Nachbarskinder als Freunde für Bonnie zu gewinnen, sieht sie auch, weshalb: die Kinder verbringen inzwischen die meiste Zeit an Geräten mit Bildschirmen, anstatt zu spielen. Als Bonnie selbst ein solches Tablet erhält, ein Lilypad (Greta Lee / Laura Maire), werden ihre Spielsachen in die Garage abgeschoben. Jessie bittet Woody (Tom Hanks / Michael „Bully“ Herbig) um Hilfe, nimmt die Angelegenheit jedoch selbst in die Hand, als Bonnie zu einer Übernachtung eingeladen wird, da sie fürchtet, dass Bonnie dort unter die Räder kommen wird. Doch auf dem Weg werden Jessie und ihr treues Pferd Bully von Bonnie getrennt und landen im Haus der jungen Blaze (Mykal-Michelle Harris / Asya Tolaz). Die wäre die perfekte Freundin für Bonnie, aber wie soll Jessie die beiden zusammenbringen? Wenn sie überhaupt wieder nach Hause kommen will, muss sie mit den Geräten Schlaumeier (Conan O’Brien / Markus Pfeiffer), ein Töpfchentrainer, Spielkamera Schnappi (Shelby Rabara / Anja Nestler) und GPS Nilpferd Atlas (Craig Robinson / Thomas Wenke) zusammenarbeiten. Die sind bei Blaze ebenfalls bereits in der Schublade gelandet, weshalb sich Jessie zunehmend die Frage stellt, ob Geräte generell so böse sind, wie sie dachte …


Kritik:
So unterhaltsam Toy Story 5 durchweg ist, die einmal mehr späte Fortsetzung fühlt sich erst im letzten Drittel wie ein richtiger Teil der Reihe ein. Warum dem so ist, ist schwer an einem Punkt festzumachen und ungeachtet dessen überzeugt die Erzählung mit einer aktuellen Geschichte und Figuren, die einem ans Herz gewachsen sind. Aber nur wenig hiervon wirkt in einer Art und Weise lebendig, dass man davon vollends mitgerissen würde. Das mag aber auch an dem hohen Niveau liegen, das die bisherigen Filme etabliert haben.

Die Geschichte beginnt an einem namenlosen Strand, wo ein Container mit Buzz Lightyear Figuren in der High Tech Edition angespült wurde. Wie diese Nebenhandlung mit der eigentlichen schließlich verwoben wird, sei an der Stelle nicht verraten, es soll genügen zu sagen, dass diese Buzz-Armee durchaus zum Einsatz kommt. Die eigentliche Erzählung dreht sich zumindest anfangs um Cowgirl Jessie, die zusammen mit Buzz, Forky und den anderen Spielzeugen bei Bonnie geblieben ist. Sie verbringen tolle Stunden mit der inzwischen Achtjährigen, die sich aber zunehmend Freunde wünscht, mit denen sie spielen kann. Da sie mit Spielzeug spielt, wird Bonnie von den übrigen Kindern wenn überhaupt, dann belächelt. Kinder heutzutage, das lernt Jessie, als sie das Grundstück verlässt, verbringen die meiste Zeit an Geräten mit Bildschirmen. Spielsachen sind aus der Mode gekommen und Bonnie eine Ausnahmeerscheinung. So lange, bis ihre Eltern Bonnie ein Lilypad schenken, ein Tablet, mit dem sich Bonnie virtuell mit ihren Mitschülerinnen verbinden kann. Jede freie Minute verbringt Bonnie damit und plötzlich sind Jessie und die übrigen ebenfalls in die Garage abgeschoben. Aber als Bonnie zu einer Übernachtung bei ihren neugewonnenen „Freundinnen“ fährt, schleicht sich Jessie mit Bully mit an Bord und landet über Umwege dort, wo ihre eigene Reise einst begonnen hat.

Bereits in Toy Story 2 [1999] wurde Jessies Vergangenheit bei ihrem ersten Kind Emily thematisiert und auch wenn dies hier erneut aufgegriffen wird, Regisseur Andrew Stanton entwickelt die Geschichte doch in eine andere Richtung. Was der Inhaltsangabe fehlt, sind Hinweise darauf, wie Buzz Lightyear und Cowboy Woody in die Story eingebunden sind. Ohne zu viel preiszugeben, was in den letzten Teilen geschehen ist, muss man für das Verständnis wissen, dass die ursprüngliche Gruppe an Spielzeugen aufgeteilt wurde. Buzz ist immer noch bei Bonnie, Woody jedoch kommt nach einem Hilferuf zurück und verlieht Toy Story 5 damit das Gefühl, als wäre alles wieder wie früher. Es ist der Aspekt, der im Rückblick am wenigsten gut funktioniert, was nicht nur daran liegt, dass Woody für die Erzählung selbst nicht wichtig ist. Die Geschichte könnte ohne seine Beteiligung mühelos am selben Ende ankommen und tatsächlich nehmen seine Rückkehr und die Streitigkeiten mit Buzz darum, wer Bonnie und Jessie am besten helfen kann, vor allem einer Figur das Rampenlicht: Jessie. Sie trägt über weite Strecken die Story, in der die bekannten Spielzeuge um Rex, Trixie, Slinky und die anderen gar keine wirkliche Rolle mehr spielen, nur um in entscheidenden Momenten in die zweite Reihe zurücktreten zu müssen, damit die ursprünglichen Stars der Toy Story-Filme buchstäblich nochmals glänzen können.

Das ist nicht falsch zu verstehen, ein Wiedersehen mit diesen Figuren weckt Erinnerungen und zaubert einem durchaus ein Lächeln ins Gesicht. Aus erzählerische Sicht ist Woody für Toy Story 5 nur leider nicht notwendig. Der Teil rückt dafür ein Thema in den Mittelpunkt, das sich nicht nur Eltern seit Jahren immer wieder fragen: wie viel Technik ist gut für Kinder und ihre Entwicklung und helfen Tablets, Smartphones & Co., dass sich die Kinder austauschen können, oder isolieren sie sie noch stärker? Zu sehen, wie Bonnies Aufmerksamkeit durch das Lilypad nicht nur von der realen in die virtuelle Welt gezogen wird, sondern wie sie unter bestimmten Nachrichten in den Sozialen Medien leidet, bricht einem das Herz. Hier beweisen die Verantwortlichen ein Feingefühl und eine Liebe zu den Figuren, die regelrecht überspringt. Trifft Jessie auf die Geräte Schlaumeier, Schnappi und Atlas, muss sie erkennen, dass diese im Grunde dasselbe wollen, wie die Spielzeuge – ihre Kinder aufwachsen sehen und ihnen dabei helfen. Selbst das Lilypad ist nicht die Schurkin der Geschichte. Technik ist in der Regel nicht gut oder böse. Es kommt darauf an, wie sie eingesetzt wird. Wenn das für Erwachsene nicht immer einfach zu erkennen ist, ganz zu schweigen davon, Grenzen dabei zu ziehen, wie viel schwieriger muss das für ein Kind sein? Inhaltlich trifft Regisseur Stanton damit nicht nur den Nerv der Zeit, er macht es sich insoweit nicht zu einfach, die Geräte pauschal zu verteufeln und die analogen Spielzeuge als Helden darzustellen. Stattdessen zeigt er im letzten Drittel und vor allem in den letzten Minuten, wie beides gelingen kann.

Handwerklich ist Toy Story 5 dabei über jeden Zweifel erhaben. In vielerlei Hinsicht wirkt Bonnies Welt noch plastischer und greifbarer, die Eindrücke der Natur mit ihren warmen Farben stellenweise geradezu fotorealistisch. Dennoch bleibt am Ende das Gefühl, dass der Erzählung vor allem in der ersten Hälfte die Wärme fehlt, die die bisherigen Geschichten ausgezeichnet hat. Das nicht nur deshalb, da die Verantwortlichen weniger auf ein Gag-Feuerwerk setzen, auch wenn es genügend Humor gibt. Das ist vielleicht aber weniger ein Kritikpunkt an dieser Story, als dass es unterstreicht, was die bisherigen Filme so hervorragend miteinander verbunden hat.


Fazit:
Es spielt keine große Rolle, ob sie sich mit Spielsachen oder Geräten beschäftigen, die Sorgen und Wünsche von Kindern bleiben letztlich dieselben. Doch es ist ein Unterschied, ob sie eben spielen (mit Spielsachen), oder sich die Zeit vertreiben (mit Geräten). Wie man an Bonnie beobachten kann, haben die Verletzungen, die man einander in der virtuellen Welt zufügt, jedoch ganz reale Auswirkungen. An diesem achtjährigen Mädchen, das im Zentrum von allem steht, was Jessie auf sich nimmt, sieht man am deutlichsten die inhaltliche Verschiebung, die Regisseur Andrew Stanton bei der Filmreihe vornimmt. Sorgten die bisherigen Teile in den Spielzeugen für einen emotionalen Ankerpunkt, ist dieser hier alleinig Bonnie, mit der man spürbar mitleidet. Das ist kein Kritikpunkt an sich, aber es verdeutlicht, weshalb sich dies weniger nach Toy Story anfühlt, als zuvor. Vor allem im letzten Drittel emotional erzählt, gelingt es Toy Story 5, die Reihe auch nach über 30 Jahren noch inhaltlich aktuell zu halten. Dass manche Nebenfiguren aber nur an Bord sind, weil sie eben dazugehören, auch wenn sie im Grunde für die Erzählung vollkommen unwichtig sind, können die Filmschaffenden dabei allerdings nicht verbergen. Trotzdem erstklassig umgesetzt, bis hin zur Szene während des Abspanns, setzt das weniger auf Gags am laufenden Band oder ist existenziell so berührend wie Toy Story 3 [2010], hat dafür aber das Herz am rechten Fleck und ist mit herzerwärmenden Momenten und schönen Ideen charmant zum Leben erweckt.
 

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