Shaun das Schaf: Spuk im Kürbisfeld [2026]

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5–7 Minuten
Wertung: 4.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 15. September 2026
Genre: Animation / Komödie

Originaltitel: Shaun the Sheep: The Beast of Mossy Bottom
Laufzeit: 81 min.
Produktionsland: Großbritannien / Frankreich / USA
Produktionsjahr: 2026
FSK-Freigabe: ab 0 Jahren

Regie: Steve Cox, Matthew Walker
Musik: Natalie Holt
Originalstimmen: Justin Fletcher, John Sparkes, Kate Harbour, Dani Dyer, Roman Kemp, Nina Sosanya, Paul Whitehouse


Kurzinhalt:

Auf der Mossy Bottom Farm laufen die Vorbereitungen für Halloween, zumindest bei Shaun (Justin Fletcher), Timmy und der übrigen Schafherde. Um für ihre geplante Halloweenfeier Kürbisse schnitzen zu können, haben sie in einem geheimen Bereich der Farm ein Kürbisbeet angelegt. Doch als bei einem Besuch der Tierärztin (Nina Sosanya) unerwartet Chaos ausbricht, wird das Beet vom Farmer (John Sparkes) verwüstet. Die Schafe sind untröstlich, aber Shaun ist nicht gewillt, die Party abzusagen und schnappt sich stattdessen ein Wissenschaftsbuch, um in der nahegelegenen Mühle Experimente durchzuführen. Es gelingt ihm, ein Serum herzustellen, mit dem er aus Kürbiskernen über Nacht ausgewachsene Kürbisse züchten kann. Doch das Serum hat ungeahnte Nebenwirkungen und kurz darauf ist der Farmer spurlos verschwunden, während in Mossingham ein haariges Monster sein Unwesen treibt. Es ist an Shaun und den anderen Schafen, nicht nur den Tag, sondern auch das Halloweenfest zu retten …


Kritik:
In seinem dritten Leinwandabenteuer Shaun das Schaf: Spuk im Kürbisfeld bekommt es das Titel gebende Schaf mit einem haarigen Monster zu tun, das passend zu Halloween den Ort Mossingham heimsucht. Wie gehabt, setzt die Knetschmiede Aardman Animations das nie zu gruselige Geschehen mit ebenso knuffiger wie liebevoll gestalteter Stop-Motion-Technik um, so dass nicht nur für viel Humor gesorgt ist, sondern auch für ein unverkennbares Aussehen, das Fans und solche, die es werden wollen, sofort für sich einnimmt.

Worauf man sich dabei einlässt, sieht man bereits vor dem Vorspann, wenn in grünlichen Farben und mit unheilvoller Szenengestaltung gehalten, der morgendliche Alltag auf der Mossy Bottom Farm gezeigt wird. Dann bewegen sich die Schafe um Shaun und Timmy wie eine Zombie-Herde im Stile von Michael Jacksons Musikvideo Thriller [1983], während sich der Farmer dem blutsaugenden Grafen gleich wie in Bram Stokers Dracula [1992] aus seinem Bett erhebt. Es ist ein paar Tage vor Halloween und an sich ein ganz normaler Tag auf der Farm, würde nicht die Tierärztin vorfahren, weshalb die Tiere in heller Aufregung sind und sich der Farmer von seiner besten Seite zeigen will, schwärmt er doch für die Veterinärin. Doch das Chaos lässt nicht lange auf sich warten und so verwüstet der Farmer ungewollt das geheime Kürbisbeet von Shaun, Timmy und den übrigen Schafen, die sich so sehr darauf gefreut haben, eine Halloween-Party mit selbst geschnitzten Halloween-Kürbissen zu feiern. Als Shaun ein Wissenschaftsbuch in die Hände fällt, ist er geradezu besessen davon, aus den verbliebenen Kürbiskernen in Windeseile einen ausgewachsenen Kürbis zu züchten. In der nahegelegenen Mühle entwickelt er ein Wachstumsserum, das jedoch unerwartete Nebenwirkungen zeigt. Kurz darauf ist der Farmer verschwunden und ein haariges Monster sucht Mossingham heim. Es ist an Shaun und den anderen Schafen, das Chaos wieder zu beseitigen.

Ein erwachsenes Publikum wird aus der Beschreibung schon erahnen können, was Shaun mit seinem Experiment verursacht hat. Damit das aber auch für das sehr junge Zielpublikum nie zu düster oder bedrohlich gerät, verraten die Filmemacher Steve Cox und Matthew Walker die Zusammenhänge bereits, während sich die Geschichte entwickelt. Auch wenn die zu Halloween spielt und mit Fledermäusen, Kostümen, Monstern und allerlei Anspielungen aufwartet, tatsächlich gruselig ist Shaun das Schaf: Spuk im Kürbisfeld nie, sondern setzt vielmehr auf den aus der langlebigen Kinderserie Shaun das Schaf [2007-2016] bekannten Humor. Der kommt wie gehabt ohne Worte aus und es gibt im Vergleich zu den vorigen Filmen auch kaum etwas zu lesen, so dass die jüngsten Zuseherinnen und Zuseher dem Geschehen problemlos werden folgen können. Sie werden von körperbetontem Slapstick unterhalten, der Shaun und die Schafe ebenso betrifft, wie den Farmer und seinen Hund Bitzer oder die übrigen Tiere auf der Farm. Erwachsene Zuschauerinnen und Zuschauer kommen hier nicht nur bei manch wirklich absurd-witzigen Momenten auf ihre Kosten, sondern vor allem dann, wenn die Verantwortlichen bekannte Horrorfilme und -geschichten persiflieren.

Dass Shaun selbst wie ein verrückter Wissenschaftler auftritt, der seine Schöpfung um jeden Preis zum Leben erwecken will, erinnert nicht von ungefähr an Mary Shelleys Frankenstein [1818]. Es gibt aber auch viele andere Anspielungen an Genregrößen wie American Werewolf [1981], Jurassic Park [1993] oder Psycho [1960], bis hin zu Zurück in die Zukunft [1985], was etwas aus der Reihe klingt. Dass das Mossingham heimsuchende Monster eher an Bigfoot denn eine andere Kreatur erinnert, macht den sanften Grusel für Kinder nur noch zugänglicher, denen zwar die vorgenannten Verweise entgehen werden, die aber dennoch viel finden, worüber sie lachen werden. Aardman Animations gelingt es hier ausgesprochen gut, das Flair der unheimlichen, herbstlichen Jahreszeit um Halloween einzufangen, aber stets unbeschreiblich leichtfüßig zu bleiben. Das Geschehen ist durchweg so überzeichnet und im besten Sinne harmlos, dass man hier keine Angst bekommen kann. Gerade zum Ende hin ziehen die Verantwortlichen das Tempo zudem merklich an, weshalb die nicht einmal eineinhalb Stunden wie im Flug vergehen.

Wie gewohnt, ist Shaun das Schaf: Spuk im Kürbisfeld mit viel Liebe zum Detail in Szene gesetzt und besitzt weiterhin den Charme klassischer Stop-Motion-Animation. Kleine Änderungen in der Struktur der Wolle der Schafe lassen erahnen, dass die Filmschaffenden immer noch von Hand gearbeitet haben und der Dank ist eine Haptik, die die Figuren und die Landschaft besitzen, die keine 3D-Animation nachbilden kann. Schon deshalb zaubert einem das Aussehen allein bereits ein Lächeln ins Gesicht. Der einzige Vorwurf, den man der Geschichte dabei machen kann, ist, dass sie nie mehr sein will, als reine Unterhaltung für ein sehr, sehr junges Publikum. Wartete Shaun das Schaf – Der Film [2015] noch mit einer gewissen Botschaft auf, suchte man diese bei Shaun das Schaf – Der Film: UFO‑Alarm [2019] bereits vergebens und auch hier fällt es schwer, etwas aus der Erzählung mitzunehmen. Das Zielpublikum wird das nicht stören und wenn diesem die Angst vor einem Fest genommen wird, bei dem der Spaß an sich vor dem Grusel stehen sollte, hat die Animationskomödie doch alles erreicht.


Fazit:
Auch wenn Schaf Shaun hier weiterhin das meiste zu tun bekommt, Fans seines Cousins, Timmy, werden dennoch auf ihre Kosten kommen. Tatsächlich jedoch ist die Herde weniger stark in die Erzählung eingebunden, als zuletzt. Auch Bitzer spielt nur eine untergeordnete Rolle, während die Geschichte vor allem den Farmer weiterentwickelt, dessen Gefühle für die Tierärztin auch ganz junge Zuseherinnen und Zuseher erkennen werden. Mit Shaun als besessenem Wissenschaftler, der die Kontrolle über seine Kreation verliert, greift Shaun das Schaf: Spuk im Kürbisfeld viele Ideen aus vorhandenen Horror- und Monsterfilmen auf, die hier so passend wie „harmlos“ vorgeführt werden. Der Humor bietet zwar auch einem erwachsenen Publikum viele, viele Wiedererkennungswerte, richtet sich aber vornehmlich an Kinder. Die sollten trotz der gruselig klingenden Story nie Angst bekommen, aber mit viel Humor und vor allem zum Ende hin temporeich unterhalten werden. Unvorstellbar detailreich animiert und toll in Szene gesetzt, ist das darum ein stimmungsvolles Abenteuer, auch für Groß, vor allem aber für Klein. Schön!
 

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