Masters of the Universe [2026]

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6–9 Minuten
Wertung: 3 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 2. Juni 2026
Genre: Fantasy / Action / Science Fiction

Originaltitel: Masters of the Universe
Laufzeit: 132 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2026
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: Travis Knight
Musik: Daniel Pemberton
Besetzung: Nicholas Galitzine, Camila Mendes, Jared Leto, Alison Brie, Morena Baccarin, Idris Elba, Jóhannes Haukur Jóhannesson, Kristen Wiig (Stimme), James Purefoy, Charlotte Riley, Sasheer Zamata, Gary Martin,Christian Vunipola ,James Wilkinson, Hafþór Júlíus Björnsson, Kojo Attah, Jon Xue Zhang, Sam C. Wilson, Artie Wilkinson-Hunt, Eire Farrell


Kurzinhalt:

Seit 15 Jahren befindet sich Adam Glenn (Nicholas Galitzine) inzwischen auf der Erde, wie er allen sagt, die es vielleicht auch gar nicht hören wollen. Er komme vom Planeten Eternia und sei der Prinz des Königreichs von Eternos. Nicht nur sein Mitbewohner und sein Arbeitsumfeld zeigen sich zunehmend irritiert. Doch dann findet Adam endlich das, wonach er seit Jahren sucht: Das Schwert der Macht, das er verloren hat, als er damals zu seinem Schutz auf die Erde entsandt wurde. Denn das Königreich wurde vom finsteren Skeletor (Jared Leto) mit seiner mächtigen Hexe Evil-Lyn (Alison Brie) angegriffen, Adams Eltern gestürzt. Adam, in dem sein Vater früher immer einen schwachen Jungen gesehen hat, will mit Hilfe des Schwertes nach Eternia zurückkehren, um als Held von Greyskull seine Bestimmung zu erfüllen und Eternia zu befreien. Dafür findet er sogar Unterstützung bei Teela (Camila Mendes), Tochter des ehemaligen Befehlshabers der Königlichen Garde, Duncan (Idris Elba). Sie bringt Adam von der Erde nach Eternia, doch dort ist nichts so, wie Adam es in Erinnerung hat und allein wird Adam Skeletor und dessen Armee nicht besiegen können …


Kritik:
Seit beinahe 45 Jahren gehört Mattels Fantasy-Universum um die mystische Welt Eternia zu einem festen Bestandteil der Popkultur. Anfangs als Spielfiguren, dann in Form von Zeichentrickserien, Comics, Spielen und nun dem zweiten abendfüllenden Realspielfilm. Doch hat Travis Knights’ Masters of the Universe merklich Schwierigkeiten damit, dieses weitläufige Universum seinem Publikum nahezubringen. Vor allem wissen die Verantwortlichen offenkundig nicht, ob sie nun eine ernstere Fantasy-Story oder einen actionreichen Kinderfilm erzählen wollen. Das Ergebnis ist ein wenig von beidem – und doch nichts richtig.

Erzählt wird die Geschichte von Adam Glenn, der als Prinz von Eternia auf dem gleichnamigen Planeten geboren wurde. Eternia ist eine Welt voller Magie und fortschrittlicher Technologie, wo sprechende Fabelwesen ebenso existieren wie Raumschiffe und Laserwaffen, Schwertkämpfe und Hexen. Als Adam noch ein Kind war, wurde das Königreich seines Vaters Randor von dem finsteren Dämon Skeletor angegriffen, der darauf aus ist, das Schwert der Macht in seinen Besitz zu bekommen. Das Schwert ist ein Gefäß für die unbändige Macht des Universums, das in Castle Greyskull aufbewahrt wird. Aber weder der königlichen Garde um General Duncan, noch der Magierin, die das Schwert bewacht, gelang es, Skeletors Angriff abzuwehren. Darum wurde Adam mit dem Schwert auf die Erde gesandt, fern von Skeletors Zugriff. Dort braucht der Junge 15 Jahre, um das Schwert wiederzufinden und als es ihm gelingt, werden Skeletors Schergen ebenso auf ihn aufmerksam, wie Duncans Tochter Teela. Sie bringt Adam zurück nach Eternia, in der Hoffnung, dass er als Held von Greyskull das Königreich von Skeletor befreien kann.

Die Story klingt, als hätte man sie in vielen anderen Fantasyerzählungen bereits gehört und tatsächlich kommt einem Vieles in der ersten Hälfte von Masters of the Universe sehr bekannt vor. Das ändert sich ein wenig, wenn Regisseur Knight das Geschehen nach Eternia zurück verlagert. Die Hauptstadt Eternos ist zerstört, viele Getreue des Königs in Verließe eingesperrt. Von Skeletors Schreckensherrschaft erfährt man allerdings nichts ebenso wenig, wie was er mit der Macht von Greyskull überhaupt bezweckt. Er ist, wie er selbst sagt, der Schurke, der sich auch nicht bekehren lässt. Insoweit ruhen die Erwartungen des Publikums stärker auf Adam, als Sympathieträger aufzutreten. Doch ist dies keine Geschichte eines Auserwählten, der sein Schicksal nicht annehmen möchte, ganz im Gegenteil. Als Kind bereits mit Waffentrainings betraut, weiß Adam genau, wer er ist und will sogar selbst der Befreier von Eternia sein. Allein, es mangelt ihm eingangs an den körperlichen Fähigkeiten, die er jedoch auf magische Weise erhält, sobald er das Schwert der Macht auf seinem Heimatplaneten in Händen hält. Dann transformiert er von einem schüchternen jungen Mann zu einem muskelbepackten Ebenbild von Conan aus Conan – Der Barbar [1982], der nicht nur unverwundbar, sondern in allen Kampfarten, vor allem dem Schwertkampf, übermenschlich bewandert ist.

Nicht erst dann offenbart sich ein grundsätzliches Problem der Geschichte um den späteren He-Man: er ist einfach zu mächtig. Wenn Adam bei seinem ersten Auftritt auf Eternia mit Leichtigkeit denjenigen Krieger aus Skelektors Armee besiegt, der zu Beginn den ersten richtigen Helden der Story bezwingt, wirkt er schlicht zu stark. Laserkanonen können ihm nichts anhaben, sich rasend schnell drehende Rasierklingen, Schwerter, nichts kann ihn beeindrucken. Wer soll ihm gefährlich werden? So sehr Skeletor beim ausgedehnten Prolog Eternos überrollt, so unaufhaltsam erscheint Adam, sobald er das Schwert der Macht in Händen hält. Die grundsätzliche Mythologie ist dabei ein weiterer Schwachpunkt der Geschichte. Was funktionieren mag, wenn Kinder mit einem Konvolut an Spielzeug spielen und unterschiedliche Genres vermischen, wirkt hier am Ende wie ein Mix aus unendlich vielen Ideen, die wild zusammengewürfelt erscheinen. Angefangen bei Schwertkampf und Magie, einem sprechenden Kampftiger, ein Schlachtroboter, Überlichtantriebe, die den Raum falten und eine Welt, in der es hochtechnisierte Städte ebenso gibt, wie Vulkanlandschaften, Fabelwesen, Magie (die nie erklärt wird) oder ein einfaches Volk, das auf dem Land, lebt mit einer Natur, die ein wenig an die Avatar-Reihe erinnert, nur dass hier Vieles rötlich statt blau und grün gehalten ist. Kaum ein Element erscheint wirklich neu, bis hin zu Fluggeräten, die wie Ornithopter aus Dune [2021] aussehen, oder als stammten sie aus den Transformers-Filmen.

Auf den ersten Blick mag das fantasievoll wirken, bis man bemerkt, dass hinter alledem kein einheitliches Konzept steckt. Skeletor nutzt einen Stab, um seine Macht auszuüben, dessen Wirkung nie deutlich wird, besitzt urplötzlich die Fähigkeit, in Adams Gedanken vorzudringen, während seine Berührung für Verbrennungen sorgt. Wenn am Ende alle Schwertkunst nicht weiterhilft, wartet ein bloßer Faustkampf gegen einen Gegner, der an sich nur aus einem Skelett besteht. Zum großen Teil versuchen die Verantwortlichen, das mit einer großen Portion Humor aufzuwiegen sowie ein wenig nostalgischer Selbstironie, wie bei einem Gastauftritt aus der ersten Realverfilmung aus dem Jahr 1987. Doch der Humor wird oft an unpassenden Momenten eingestreut und ist teilweise geradezu unnötig überzogen, so dass ein eigentlich emotional gewichtiger Moment kurz darauf ad absurdum geführt wird, wenn Skeletor mit übertriebener Rhetorik seine Machtlosigkeit aufzeigt. Über Vieles könnte man hinwegsehen, wäre Masters of the Universe denn in einer Art und Weise präsentiert, dass man sich in der Welt verlieren möchte. Doch das Gegenteil ist hier leider der Fall.

Die Trickeffekte sind durchweg bestenfalls mittelmäßig, wenn Adam reitet oder fliegt geradezu gruselig. So wirkt die Welt aber nicht einladend, sondern derart künstlich, dass auch die selbstironische Erzählung aus dem Off die Stimmung nicht zu drehen vermag. Fans der Vorlage mögen hier auf ihre Kosten kommen und auch die Szenen inmitten und nach dem Abspann mit Freude aufnehmen, die eine Fortsetzung anteasern. Alle anderen werden sich nach der ersten halben Stunde fragen, ob die Geschichte irgendwann mitreißender werden wird. So viel sei vorweggenommen, das ist leider nicht der Fall.


Fazit:
Es ist nicht, dass die Verantwortlichen nicht auf ein reichhaltiges Erbe des Franchise zurückblicken könnten, aus dem sie eine Geschichte erzählen könnten und in vielerlei Hinsicht bietet Regisseur Travis Knight Fans mit Sicherheit viel, was sie wiederentdecken können. Aber der Mix aus Fantasy und Science Fiction mit Mittelalter-Touch und Fabelwelt wirkt ebenso zusammengestückelt, wie der Humor zunehmend aus dem Gleichgewicht gerät, so dass gerade im letzten Drittel, wenn mehr auf dem Spiel steht und die Spannung steigen sollte, sich die albernen Momente stapeln. Was Dungeons & Dragons: Ehre unter Dieben [2023] so gut gelungen ist, eben Lust auf dieses Universum zu wecken, schafft die lang erwartete Verfilmung leider nicht. Dass die altbekannte Story mit den eindimensionalen Figuren zusätzlich zu den flachen Dialogen außerdem stellenweise durchaus brutal gerät, viele Figuren beinahe nebenbei das Zeitliche segnen, auch wenn kein Blut zu sehen ist, macht es schwer, den Film für ein ganz junges Publikum zu empfehlen, das von der bunten Präsentation wohl eher mitgerissen würde. Masters of the Universe wartet mit viel Action auf und noch mehr Ansätzen, die aber ebenso wenig vertieft werden, wie sie miteinander harmonieren. Da hilft auch die rockige Musik nicht, sich in dieser Welt verlieren zu wollen.
 

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