Der Super Mario Galaxy Film [2026]

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6–9 Minuten
Wertung: 2.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 31. März 2026
Genre: Animation / Komödie / Fantasy

Originaltitel: The Super Mario Galaxy Movie
Laufzeit: 99 min.
Produktionsland: Frankreich / USA
Produktionsjahr: 2026
FSK-Freigabe: ab 6 Jahren

Regie: Aaron Horvath, Michael Jelenic, Pierre Leduc, Fabien Polack
Musik: Brian Tyler
Stimmen: Chris Pratt, Anya Taylor-Joy, Charlie Day, Jack Black, Keegan-Michael Key, Benny Safdie, Donald Glover, Kevin Michael Richardson, Brie Larson, Glen Powell, Issa Rae, Luis Guzmán, Ed Skudder


Kurzinhalt:

Für Prinzessin Rosalina (Brie Larson) und ihre Lumas sollte es ein ganz normaler Abend sein, als ihre Welt urplötzlich angegriffen und Rosalina gefangen genommen wird. Dahinter steckt Bowser Jr. (Benny Safdie) der lange an seinem Plan gearbeitet hat, seinen Vater Bowser (Jack Black) zu befreien und dessen Vision in die Tat umzusetzen. Bowser befindet sich indes immer noch bei Prinzessin Peach (Anya Taylor-Joy), die ihn verwahrt, um zu verhindern, dass Bowser großen Schaden im Pilzkönigreich oder darüber hinaus anrichtet. Als ein Luma Peach um Hilfe bittet, Rosalina zu befreien, macht sie sich umgehend mit Toad (Keegan-Michael Key) auf zur Sternentor-Galaxie. Aber kaum ist sie fort, greift Bowser Jr. das Pilzkönigreich an, das die Brüder Mario (Chris Pratt) und Luigi (Charlie Day) mit dem Dinosaurierfindling Yoshi (Donald Glover) zu verteidigen versuchen. Dabei stranden sie auf einer fremden Welt und wenn Mario Bowser Jr. aufhalten will, braucht er Bowsers Hilfe. Mario ahnt nicht, dass Bowsers Sohn nicht weniger als die Vernichtung des ganzen Universums im Schilde führt …


Kritik:
Die Fortsetzung zu Der Super Mario Bros. Film [2023] ist ein Animationsabenteuer, das sich ganz und gar an seine Zielgruppe richtet. Die besteht zum einen aus einem sehr jungen Publikum und gleichzeitig aus Fans von Nintendos Spielen um den heldenhaften, Titel gebenden Klempner Mario und seinen zurückhaltenden Bruder Luigi. Aber so sehr sich das nach einem Erfolgsrezept anhört, ist Der Super Mario Galaxy Film erzählerisch ein derartiger Schlamassel, dass es merklich Unterhaltungswert kostet. Zumindest dann, wenn man nicht der originären Zielgruppe angehört.

Die Geschichte beginnt mit Prinzessin Rosalina, Mutter der Sterne und Adoptivmutter der Lumas, anthropomorpher, sternförmiger Wesen. Denen erzählt sie jeden Abend Geschichten, wobei sie am liebsten diejenigen der Klempnerbrüder hören. Doch dann wird ihr Planet angegriffen und Rosalina gefangengenommen. Ein Luma macht sich auf, Prinzessin Peach zu finden, die sich seit Kindertagen fragt, wo ihre Familie ist. Als der Luma im Pilzkönigreich eintrifft und Peach um Hilfe bittet, zögert sie nicht, Prinzessin Rosalina zu retten. In ihrer Abwesenheit kümmern sich Mario und Luigi um die Sicherheit im Königreich, zusammen mit Yoshi, einem Dinosaurier, der sich durch eine Warpröhre in eine fremde Welt verirrt hat. Doch dann wird auch das Pilzkönigreich angegriffen, von niemand geringerem als Bowser Jr., der die Vision seines Vaters Realität werden lassen will. Um ihn aufzuhalten, müsste Mario mit seinem Erzfeind Bowser zusammenarbeiten, wenn er ihm denn vertrauen kann.

In welche Richtung sich dieser Aspekt entwickelt, ist einzig aus dem Grund überraschend, da sich die Story in der zweiten Hälfte diesbezüglich einmal um die eigene Achse dreht. Zu dem Moment sind allerdings die übrigen Schwächen des Films längst zutage getreten. Der beginnt gewohnt bunt wie temporeich und stößt, wie der Titel bereits erahnen lässt, die Tür in das Universum der Super Mario-Brüder auf. Auf welcher Welt die sich bei ihrem ersten Auftritt, bei dem sie Yoshi entdecken, überhaupt befinden, wird nie wirklich deutlich, denn auch der Dinosaurier hat, wie er in einem Rückblick verrät, bereits mehrere Welten gesehen. Sie landen in jedem Fall bei Prinzessin Peach, der Mario immer noch nicht gestanden hat, dass er in sie verliebt ist. Als der Luma eintrifft und Prinzessin Peach um Hilfe bittet, wirkt niemand von ihnen angesichts des andersartigen Geschöpfs oder darüber überrascht, dass der Luma Peach und Toad einem Sprungbrett gleich quer durch die Galaxis schießen kann, fort von dem Pilzkönigreich, das sich offenbar auf einer kleinen Welt befindet. Stattdessen weiß Prinzessin Peach, die kurz zuvor noch zu Mario meint, sie habe keine Ahnung, wer ihre Familie ist, dass die Sternentor-Galaxie ein Umschlagplatz ist, von wo aus sie in andere Galaxien gelangen kann, um Prinzessin Rosalina zu suchen.

Dass die Figuren unterschiedliche Welten besuchen, verrät der Der Super Mario Galaxy Film gewissermaßen bereits im Namen. Wie das geschieht, dabei kann sich ein Publikum, das sich beim ersten Film noch dachte, dass die Warpröhren die Verbindung zwischen den Welten sind, nur verwundert die Augen reiben. Hier fliegen die Figuren mal mit, mal ohne Raumschiff quer durch die Galaxien, landen mal mehr mal weniger sanft auf anderen Welten und begegnen dort seltsamen Wesen oder riesigen Bienen. Das wirkt von der Idee her durchaus wie die unterschiedlichen Abschnitte des zugrunde liegenden Jump-’n’-Run-Videospiels, als eigenständige Geschichte ergibt das aber schlicht nur wenig Sinn. Dafür stellen die Verantwortlichen mehr Figuren aus dem Nintendo-Spieleuniversum vor. Von einem Gastauftritt von Donkey Kong, bis hin zu Weltraumpilot Fox McCloud, bekannt aus Star Fox. Gerade rechtzeitig, um die Marke vor einem angekündigten Spiel wieder bekannt zu machen. Natürlich gibt es auch neue Figuren aus den Super Mario-Spielen zu sehen. Fans sollten darum nicht nur die Szene während des Abspanns abwarten, die die Hauptstory gewissermaßen abschließt, sondern auch diejenige nach dem Abspann.

Doch die unterschiedlichen Welten, die die Figuren hier besuchen (müssen), sorgen dafür, dass sich Der Super Mario Galaxy Film anfühlt, wie ein Zusammenschnitt unterschiedlicher Episoden eines Plattformspiels. Die Charaktere kommen irgendwo an, laufen dort vor etwas davon oder kämpfen gegen jemanden, und reisen zur nächsten Welt, wo sich das Ganze wiederholt. So ist immer etwas für die Sinne geboten, von verschiedenartigen Hintergründen über actionreiche Sequenzen, aber eine packende Story lässt sich so nicht erzählen. Das liegt nicht nur daran, dass Bowser hier eine Entwicklung durchläuft, die im besten Fall als letztendlich sinnlos und nicht nachvollziehbar zu bezeichnen ist. Die übrigen Figuren bewegen sich dafür gar nicht vom Fleck und Bowser Jr. bleibt vollkommen blaß. Über die Story selbst sollte man ohnehin lieber gar nicht nachdenken. Dafür entschädigt die Präsentation mit putzigen Figuren und knallig bunten Farben. Ein junges Publikum mag das soweit unterhalten und Fans werden genügend Verweise an die Vorlagen finden. Alle anderen werden sich aber nicht nur fragen, wie dieses filmische Universum funktionieren soll, sondern auch, warum das im Gegensatz zu den Spielen so wenig einlädt, Stunden hier verbringen zu wollen.


Fazit:
Wie unausgegoren das Drehbuch tatsächlich ist, hört man nicht nur an den klischeehaften Dialogen, die man aus ähnlichen Situationen bereits kennt. Man sieht es auch nicht daran, dass hier vier (!) Figuren dadurch vorgestellt werden, dass sie in einem kurzen Rückblick alle Informationen abladen, die man über sie wissen sollte, was die vermutlich einfallsloseste Art und Weise ist, eine Geschichte zu erzählen. Vielmehr kann man es daran erkennen, dass alles, was hier geschieht, zum ersten Mal passiert. Von den Reisen durch die Galaxien über die unterschiedlichen Welten bis hin zum großen Kampf am Ende. Dadurch, dass man nichts davon zuvor gesehen hat, weiß man weder, worauf die Story hinauslaufen soll, noch, was die Figuren unternehmen könnten, um das Geschehen zu verhindern. Das beste Beispiel ist das Finale, bei dem sich eine Planeten zerstörende Kanone scheinbar unendlich lange auflädt, ohne abgefeuert zu werden. Jeder „Level“ ist neu, Fähigkeiten der Charaktere sind einfach da – ohne Erklärung oder ein Konzept dahinter. Die offensichtlichsten Fragen werden gar nicht beantwortet: Warum nehmen Peach und Toad Mario nicht mit auf ihre Rettungsmission? Wenn Rosalina Peach und die Super Mario-Brüder beobachtet hat, weshalb gab sie sich nie zu erkennen? Und warum hat Peach auf der Suche nach ihrer Familie nie ihre Welt verlassen, wenn sie doch von der Galaxie und den Welten weiß? Nichts davon ist wichtig, wenn man Der Super Mario Galaxy Film nur ansieht, um den Sound und Look der Videospielvorlage auf der großen Leinwand zu sehen. Dieses Flair fangen die Verantwortlichen in tollen Farben und knuffigen Charakteren ein, nicht nur bei den vielen Anspielungen zum Ende hin. Aber wie bei der Vorlage stehen das Design der unterschiedlichen Welten sowie die Präsentation im Vordergrund, nicht eine zusammenhängende Story. Dem zuzusehen ist, als würde man jemand anderen beim Spielen eines Jump-’n’-Runs beobachten … Spaß kommt dabei kaum auf.
 

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