They Will Kill You [2026]

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5–7 Minuten
Wertung: 4 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 24. März 2026
Genre: Action / Komödie / Horror / Fantasy

Originaltitel: They Will Kill You
Laufzeit: 94 min.
Produktionsland: Südafrika / USA
Produktionsjahr: 2026
FSK-Freigabe: ab 16 Jahren

Regie: Kirill Sokolov
Musik: Carlos Rafael Rivera
Besetzung: Zazie Beetz, Myha’la, Paterson Joseph, Tom Felton, Heather Graham, Patricia Arquette, Armando Rivera, Chris van Rensburg, Darron Meyer, Gabe Gabriel, Megan Alexander, Lindzay Naidoo


Kurzinhalt:

Vor zehn Jahren floh Asia Reaves (Zazie Beetz) mit ihrer Schwester Maria (Myha’la) vor ihrem gewalttätigen Vater. Nun steht Asia vor dem ehrfürchtigen Nobelhotel „The Virgil“, wo sie als Hausmädchen anfangen will. Sie wird von der Leiterin Lilith (Patricia Arquette) begrüßt, die die Exklusivität des alteingesessenen Hotels betont, dessen Gäste sich sehr um ihre Privatsphäre sorgen. Sie führt Asia in ein großes Zimmer, wo sie sich bis zum Beginn ihrer Schicht am nächsten Tag ausruhen soll. Doch mitten in der Nacht wird Asia von maskierten Personen angegriffen, darunter die Hotelgäste Sharon (Heather Graham) und Kevin (Tom Felton). Aber selbst wenn sich Asia nach den Erfahrungen ihrer Vergangenheit zu wehren weiß und vorgesorgt hat, was sie im Virgil erwartet, hätte sie sich in ihren kühnsten Träumen nicht ausmalen können. Dabei ist sie nicht zufällig auf die Stelle im Hotel aufmerksam geworden und verfolgt ein ganz anderes Ziel …


Kritik:
Filmemacher Kirill Sokolov präsentiert mit They Will Kill You einen Genremix, der sich ausschließlich und ganz bewusst an Erwachsene richtet. Die brutale Horror-Action-Fantasy-Komödie wird dabei im Verlauf inhaltlich nicht nur immer abstruser, sondern ist von Beginn an geradezu aggressiv umgesetzt, so dass sich hier vermutlich lediglich ein bestimmtes Publikum wohlfühlen wird. Für dieses ist Einiges geboten, selbst wenn nicht erst beim genaueren Hinsehen auffällt, dass die Geschichte weniger clever ist, als sie vorgibt zu sein.

In deren Zentrum steht Asia Reaves, die im Prolog gezeigt wird, wie sie mit ihrer jüngeren Schwester Maria vor ihrem brutalen Vater flieht. Jahre später, die Asia großteils im Gefängnis verbracht hat, steht Asia vor dem imposanten Hotel „The Virgil“, wo sie als Hausmädchen anfangen möchte. Das riesige Gebäude ist über 100 Jahre alt, äußerst exklusiv und von gut betuchten Gästen bewohnt, die ihre Privatsphäre schätzen. Doch bereits in der ersten Nacht wird Asia in ihrem Zimmer von maskierten Personen angegriffen. Gegen die vermag sie sich zwar zu wehren, aber wie sie feststellen muss, ist das Virgil nicht, was es scheint und weder die Gäste, noch die Angestellten so leicht abzuschütteln. Aber auch Asia war nicht ehrlich, was ihre Gründe angeht, weshalb sie sich als Hausmädchen beworben hat und so beginnt ein blutiger Kampf ums Überleben.

Wer sich für die blutgetränkte Actionstory interessiert, sollte nicht nach mehr Informationen fragen und einen großen Bogen um die Filmvorschau machen, denn tatsächlich kommt die größte Überraschung von They Will Kill You nach etwa 15 bis 20 Minuten, wenn Asia zumindest in weiten Teilen erfährt, worauf sie sich eingelassen hat. Dabei hat es nur auf den ersten Blick den Anschein, die Geschichte wäre in Kapiteln erzählt, denn die werden zwar mit großen Überschriften vorgestellt, präsentieren aber jeweils nur einen Teil des Hintergrunds entscheidender Elemente der Erzählung und sind nicht mehr, als geballte Exposition, die nicht nach und nach eingestreut wird, sondern gesammelt auf einmal. Ähnlich unoriginell ist die Entscheidung, manche Entwicklungen, insbesondere beim Finale, nicht nur zu zeigen, sondern die Figuren das Geschehene nochmals in Worten zusammenfassen zu lassen, als wäre das Publikum nicht in der Lage, sich die Bedeutung zu erschließen. Gleichzeitig präsentiert Regisseur Sokolov andere entscheidende Momente in Zeitlupe und mit Rückblicken, beispielsweise wenn Maria mit dem Namen den Pakt besiegelt oder Asia in den Aufzugsschacht fällt, als wäre das Drehbuch auf die Einfälle besonders stolz, dabei hat man den Ablauf lange kommen sehen.

Zwei Aspekte stehen bei They Will Kill You am meisten hervor. Da ist zum einen die geradezu exzessiv überzogene Gewaltdarstellung, die aber mit einem Twist aufwartet, was die bewusst künstlich anmutenden Blutfontänen und Verstümmelungen zumindest ein wenig erträglicher macht. In der Masse ist es teils aber dennoch sehr, sehr viel, selbst wenn man spätestes ab einer Sequenz die überspitzte Gewalt mit einem anderen Auge sieht (Wortwitz beabsichtigt). Der zweite Aspekt ist die Art der Inszenierung. Es ist, als würde Filmemacher Kirill Sokolov alle Aspekte der handwerklichen Umsetzung bewusst überdrehen. Die basslastige Musik ist derart laut eingespielt, dass mit den Blickwinkeln und Zooms zu Beginn ein geradezu beklemmendes Tempo in der Bildersprache erzeugt wird. Das Klicken beim Öffnen und Schließen eines Feuerzeugs ist ohrenbetäubend laut, jede Bewegung eines Schwerts geht mit einem Klang einher, der förmlich durch den Körper fährt. Es ist eine handwerkliche Umsetzung, die einen buchstäblich unruhig macht, aber durchaus mit einfallsreichen Bildern aufwartet. Warum ausgerechnet in vielen Actionszenen ein Ruckeln in den Kamerabewegungen zu sehen ist, was das Geschehen noch unruhiger erscheinen lässt, verstehe jedoch, wer will.

Mit der überzeichneten Gewalt und dem sich daraus speisenden Humor erinnert das an frühere Filme von Quentin Tarantino und tatsächlich wird dem Fußfetisch des Regisseurs hier auch Rechnung getragen. Aber während sich dessen Filme oftmals durch die Dialoge auszeichnen, legt They Will Kill You darauf merklich weniger Wert. Die Story wird kaum durch die Gespräche erzählt, als durch Rückblenden, in denen viele Informationen auf einmal präsentiert werden. So entdeckt Hauptfigur Asia aber die Zusammenhänge kaum selbst, sondern wird mit diesen vielmehr konfrontiert. Es mag ein effektives Stilmittel sein, elegant ist es aber nicht. Stattdessen konzentriert sich die Erzählung auf die Action, von der es nicht nur viel gibt, sondern die mit aufwändigen Stunts und teils langen Einstellungen durchaus fordert, auch wenn an manchen Stellen die Computerunterstützung zu sehen ist.

Hochgradig stilisiert, wird die gezeigte Gewalt doch wenigstens verharmlost, wenn nicht in gewissen Momenten sogar verherrlicht. Die FSK-Freigabe ist insofern kaum nachvollziehbar. Ein erwachsenes Publikum, dessen Humor hier getroffen wird, kann sich dabei sicherlich unterhalten lassen und fühlt sich ein wenig an Ready or Not – Auf die Plätze, fertig, tot [2019] erinnert. Aber wirklich packend gerät die Geschichte selten, dafür ist zu weit absehbar, in welche Richtung sich die Situationen entwickeln, hat man die große Überraschung erst einmal hinter sich.


Fazit:
Die vielen Rückblicke wirken erzählerisch ebenso eintönig und um Bedeutung bemüht, wie dass manche Wendungen zusätzlich noch mit Worten erklärt werden. Da glaubt sich das Drehbuch cleverer, als es wirklich ist. Dabei ist das Geschehen rasant umgesetzt, wenn man die insbesondere im ersten Drittel spürbar hektische, grelle Inszenierung akzeptiert, bei der jeder Schnitt und jeder Zoom von lauten Geräuschen oder Musik begleitet wird. Wer sich nicht die Überraschung hat verderben lassen, wird eine durchaus erfrischende Grundidee vorfinden, die aber nach bekanntem Muster erzählt wird. Darum fühlt sich die an sich kompakte Laufzeit länger an, ungeachtet dessen, dass hier unzweifelhaft der absurdeste Endgegner wartet, den man seit langem gesehen hat. In jeder Hinsicht vollkommen überzogen, ist They Will Kill You handwerklich durchaus einfallsreich, immens brutal mit vielen Splatter-Momenten und im Humor durchaus derb. Wer sich gefragt hat, was herauskommt, würde man John Wick [2014] in den Katakomben von From Dusk Till Dawn [1996] spielen lassen, bekommt hier die Antwort.
 

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