Highlander: Es kann nur einen geben [1986]

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6–9 Minuten
Wertung: 4.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 15. Februar 2026
Genre: Fantasy / Action

Originaltitel: Highlander
Laufzeit: 116 min.
Produktionsland: Großbritannien / USA / Niederlande
Produktionsjahr: 1986
FSK-Freigabe: ab 16 Jahren

Regie: Russell Mulcahy
Musik: Michael Kamen, Queen
Besetzung: Christopher Lambert, Sean Connery, Clancy Brown, Roxanne Hart, Beatie Edney, Alan North, Jon Polito, Sheila Gish, Nicola Ramsey, Hugh Quarshie, Christopher Malcolm, Peter Diamond, Celia Imrie, Billy Hartman, James Cosmo, Edward Wiley


Kurzinhalt:

Nach außen hin ist Russell Nash ein respektierter Antiquitätenhändler in New York im Jahr 1985. Tatsächlich jedoch ist sein Name Connor MacLeod (Christopher Lambert) und er wurde im 16. Jahrhundert in Schottland geboren. Connor ist unsterblich und er ist nicht allein. Diejenigen, die sind wie er, leben seit Jahrhunderten, teils Jahrtausenden, unter den Menschen. Sie bereiten sich auf die Zusammenkunft vor, bei der sie gegen ihresgleichen mit Schwertern kämpfen werden, bis nur noch einer übrig ist. All dies wurde Connor vor über 400 Jahren von Juan Sánchez-Villalobos Ramírez (Sean Connery) erzählt, der ihn auf eine Konfrontation mit dem Unsterblichen Kurgan (Clancy Brown) vorbereitete. Die einzige Art, wie ein Unsterblicher getötet werden kann ist, wenn ihm der Kopf abgeschlagen wird. Als Wissenschaftlerin der Gerichtsmedizin wird Brenda Wyatt (Roxanne Hart) auf Connor aufmerksam, da in New York vermehrt Leichen mit abgetrenntem Kopf gefunden werden. Sie ahnt nicht, dass Connor kein normaler Mensch ist und die Zusammenkunft kurz bevorsteht. Aber durch ihre Nähe zu Connor gerät sie in Kurgans Visier, der vor keiner Grausamkeit zurückschreckt …


Kritik:
Auch wenn Russell Mulcahys Fantasy-Action-Märchen Highlander: Es kann nur einen geben seinerzeit an den Kinokassen enttäuschte, hat die Geschichte über Unsterbliche, die unerkannt unter den Menschen leben und über Jahrtausende hinweg miteinander kämpfen, bis nur noch einer übrig ist, eine so große Gemeinde um sich geschart, dass nicht nur mehrere Fortsetzungen und eine Serie folgten, sondern demnächst eine Neuinterpretation nebst Serienbegleitung erscheinen wird bzw. soll. So sehr die Umsetzung auch heute noch von der Nostalgie der 1980er-Jahre profitiert, ihre Schwächen treten umso mehr zum Vorschein.

Im Zentrum der Erzählung steht Connor MacLeod, der im New York des Jahres 1985 ein Antiquitätengeschäft betreibt. Aber Connor ist kein normaler Mensch. Er wurde im Jahr 1518 in Schottland geboren und starb im Jahr 1536 durch eine Stichwunde. Doch er erwachte wieder und die Wunde verheilte. Seither altert Connor, der im 20. Jahrhundert unter dem Namen Russell Nash lebt, nicht mehr und kann auch nicht sterben – solange er den Kopf nicht verliert. Weshalb dem so ist, kann ihm auch der Unsterbliche Juan Sánchez-Villalobos Ramírez nicht sagen, der ihn im 16. Jahrhundert aufsucht, nachdem Connor vom Clan der MacLeods verstoßen wird. Der Jahrtausende alte Ramírez lehrt ihn die Schwertkunst und erzählt von der Zusammenkunft, auf die sich die Unsterblichen vorbereiten. Dann, wenn nur wenige übrig sein werden, wird es zu einem großen Kampf kommen mit der Macht über die Welt und die Menschen als Preis. Als Connor in New York nicht nur anderen Unsterblichen begegnet, sondern auch dem skrupellosen Kurgan, dem er Jahrhunderte zuvor bereits begegnet war, steht die Zusammenkunft kurz bevor. So viel steht fest, am Ende des großen Kampfes kann es nur einen geben.

Um die Geschichte von Connor MacLeod zum Leben zu erwecken, springt Regisseur Mulcahy zwischen verschiedenen Zeitebenen hin und her. Spielt der Großteil der Geschichte in New York im Jahr 1985, wird parallel erzählt, wie Connor in der Mitte des 16. Jahrhunderts zuerst aus seiner Heimat in Glenfinnan vertrieben wird, ehe er sich mit seiner ersten großen Liebe Heather in Glen Coe niederlässt. Doch Ramírez soll Recht behalten und dass Connor nicht älter wird, während Heather vor ihm vergeht, bricht ihm das Herz. Hinzu kommen zwei Anekdoten, die im Jahr 1783 in Boston spielen bzw. 1943 in den Niederlanden. Aber während die Erzählung beim Auftakt noch eine Parallele zieht zwischen der Brutalität des Sports, dem Connor als Zuschauer beiwohnt, und der Gewalt, die er 450 Jahre zuvor selbst erlebt hat, streut Highlander die übrigen Rückblicke beinahe willkürlich ein. Die zwei kleineren Anekdoten werden sogar unmittelbar dann vorgestellt, wenn Figuren in Connors Umfeld darauf Bezug nehmen oder er darin einer Person begegnet, die er später noch kennt. Einer packenden Dramaturgie hilft dieser abrupte Wechsel aber nicht.

Ebenso wenig, dass andere Elemente wie die Untersuchung der Polizei, die in New York und Umgebung mehrere enthauptete Leichen gefunden hat, trotz der vorgestellten Figuren irgendwann einfach weggelassen wird und gar keine Rolle mehr spielt. Dafür tritt mit der Gerichtsmedizinerin Brenda eine neue, mögliche Liebe in Connors Leben, die aber letztlich nichts zu tun bekommt, außer dass sie sich von Connor retten lassen darf. Überhaupt bleibt der schweigsame Connor als Figur vor allem in der Gegenwart erstaunlich blaß, während Clancy Brown als Kurgan nicht nur mit einer körperlichen Überlegenheit seine Szenen definiert, sondern geradezu Menschen verachtend brutal auch gegenüber den Sterblichen agiert. Sei es sein Kampf mit Ramírez oder die mörderische Autofahrt bei Nacht, es ist in jedem Moment offenkundig, wofür Kurgan steht. Beim Titel gebenden Highlander hingegen weiß man so gut wie nie, was seine Handlungen motiviert. Da fällt auch kaum mehr auf, dass weder die Mythologie richtig erklärt wird, noch tatsächlich Sinn ergibt.

Man kann nur mutmaßen, wie Highlander ausgesehen hätte, wäre der ursprünglich besetzte Kurt Russell in der Hauptrolle erhalten geblieben. Sein Widersacher hätte an sich Arnold Schwarzenegger sein sollen und tatsächlich kann man sich beides durchaus vorstellen. An den dramaturgischen Schwächen der Erzählung hätte das aber nichts geändert, wobei es helfen würde, wären Parallelen in den unterschiedlichen Zeitebenen die Ursache, dass die Erzählung zwischen ihnen wechselt. Davon gibt es zwar einige, aber die Wechsel wirken meist zufällig, anstatt inhaltlich notwendig. Dafür erweckt Regisseur Russell Mulcahy das düstere Fantasy-Märchen auf eine Art und Weise zum Leben, wie man es in diesem Genre bis dahin kaum gesehen hatte. Schnelle Schnitte untermalt mit entsprechender Musik sind ein Markenzeichen der Musikvideos, für die er außerdem verantwortlich zeichnet. Zu deren Künstlern zählen Elton John, Duran Duran und auch Queen, von denen die letztgenannte Band Songs beisteuert, die den Film im Kult-Himmel für Fans verankern. „A Kind of Magic“, „Who Wants to Live Forever“, „Princes of the Universe“ und „Gimme the Prize“ setzen die Stimmung derart treffend, dass man sich den Film ohne die Klangkulisse kaum vorzustellen vermag.

Doch sie verorten ihn gleichermaßen in der Zeit, in der er entstand. Das ist für sich genommen kein Kritikpunkt, aber einige hölzerne Dialoge, Details, bei denen man das Gefühl bekommt, es würden Szenen fehlen, die den Hintergrund erläutern – weshalb trägt Kurgan beispielsweise die Sicherheitsnadeln an seinem Hals und was hat es mit dem Kriegsveteranen auf sich, der durch die Stadt fährt auf der Suche nach den Unsterblichen – unterstreichen ebenso wie Dialoge, die eingestreut werden, ohne dass die Figuren zu sehen sind, was beispielsweise den gesamten Epilog betrifft, dass Highlander in der vorliegenden Form zumindest nicht ganz dem entspricht, was die Verantwortlichen im Sinn hatten. Deshalb kann man sich von der Erzählung immer noch mitnehmen lassen, aber die besitzt mehr Potential, als hier tatsächlich genutzt wird.


Fazit:
Die Sprünge zwischen den Erzählebenen und vor allem Clancy Browns herrlich überzogene Darbietung des Bösewichts Kurgan lenken überwiegend davon ab, dass das Drehbuch viele Ideen zusammenwirft, ohne auch nur irgendeine vernünftig ausarbeiten zu wollen. Seien es die übernatürlichen Kräfte der auserwählten Unsterblichen, die nicht nur mit ihrer Fähigkeit, sich in Menschen und Tiere hineinzuversetzen ein wenig an die Jedi aus Star Wars erinnern, sondern auch wenn ihr Geist aus dem Off Kommentare beisteuern kann, obwohl sie gar nicht mehr da sind. Das wirkt ebenso krude wie die Idee der Unsterblichen selbst, die die Anwesenheit Gleichartiger spüren, aber aus irgendeinem Grund wissen, dass sie einander mit Schwertern bekämpfen und den Kopf abschlagen müssen, um … was zu tun? Ob sie die Kraft der anderen in sich aufnehmen, also immer stärker werden, verschweigt die Erzählung ebenso, wie was ganz am Ende geschieht oder was der Gewinner der Zusammenkunft mit dem Preis überhaupt anstellen soll. Man hat beinahe das Gefühl, als wäre all das Regisseur Russell Mulcahy gar nicht wichtig. Er konzentriert sich vielmehr darauf, in Highlander: Es kann nur einen geben eine Geschichte mit vielen Schwertkämpfen, Action und zeitgenössischer Musik zu präsentieren, verpackt in stylische Bilder und versehen mit einem Fantasy-Ambiente, in das man so viel hineinlesen kann, dass es nicht wundert, dass sich das Franchise danach mehrmals neu erfunden hat. Lässt man sich von der Präsentation mitnehmen, ist das auch heute noch unterhaltsam, wenn auch nie mitreißend, dafür unbestritten kultig. Ein Klassiker des Genres, ist der Film durch die vielen erzählerischen und dramaturgischen Schwächen aber bei weitem kein Meisterwerk.
 

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