Checker Tobi 3 – Die heimliche Herrscherin der Erde [2026]

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5–8 Minuten
Wertung: 5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 21. Dezember 2025
Genre: Unterhaltung / Dokumentation

Laufzeit: 93 min.
Produktionsland: Deutschland
Produktionsjahr: 2025
FSK-Freigabe: ohne Altersbeschränkung

Regie: Antonia Simm
Musik: Samuel Woottoon, Nina Sonnenberg, FIVA (Titelsong: „Wunderwerk“)
Besetzung: Tobi Krell, Theodor Latta, Marina Blanke, Lilou Jyoti Weerts, Dr. Hanitra Markolf Rakotonirina, Malte Jochmann, Samara Sánchez Pöll, Dr. Nicolaus Seefeld, Simon Pearce


Kurzinhalt:

Als Checker Tobi (Tobi Krell) und Checkerin Marina (Marina Blanke) gemeinsam ausmisten, fällt Tobi eine alte Videokamera in die Hände. Auf dem Band, das er mit Marina vor 30 Jahren aufgenommen hat, befindet sich die allererste Folge ihrer Wissenssendung. Zum Ende stellt der achtjährige Tobi (Theodor Latta) darin die Frage, wer die mächtigsten Spuren im Erdreich hinterlässt, aber die Antwort ist auf dem Band verloren gegangen. So sehr sich der ältere Tobi zu erinnern versucht, er weiß die Antwort auf die Frage einfach nicht mehr. Nicht einmal, als ihm sein achtjähriges Ich erscheint, das ihm einen Hinweis gibt. Der führt Tobi nach Madagaskar, wo er eine Reise beginnt, die Antwort auf die Frage von damals zu finden. Unterwegs trifft er auf die Biologin Dr. Hanitra Markolf Rakotonirina, die ihm die Tier- und Pflanzenwelt von Madagaskar näher bringt, den Geologen Malte Jochmann, der in einem Bergwerk auf Spitzbergen am Nordpol arbeitet, sowie Samara Sánchez Pöll und Dr. Nicolaus Seefeld in Mexiko. Mit jedem Zwischenstopp kommt Tobi der Antwort dabei näher …


Kritik:
Seit mehr als 12 Jahren führt Tobias Krell als der Titel gebende Checker Tobi [seit 2013] durch die gleichnamige Wissenssendung, die sich vornehmlich an Grundschulkinder im Alter von sechs bis zehn Jahren richtet und Themen, an denen diese interessiert sind, kindgerecht aufbereitet. In seinem dritten Leinwandausflug Checker Tobi 3 – Die heimliche Herrscherin der Erde reist Tobi einmal um die Welt und begegnet auf seinem Weg interessanten Menschen, und einer faszinierenden Tier- und Pflanzenwelt. Auch Erwachsene können hier noch dazulernen.

Ausgangspunkt des Abenteuers ist, dass Tobi beim Aufräumen mit Checkerin Marina eine alte Videokamera in die Hände fällt, in der sich ein Band der allerersten Sendung „Tobi TV“ befindet, die er mit Marina aufgenommen hat, als sie acht Jahre alt waren. Darin stellt Tobi zum Schluss die Frage, „Wer hinterlässt die mächtigsten Spuren im Erdreich?“. Die Antwort ist aber leider verloren und so sehr Tobi sich anstrengt, er kann sich nicht an die Auflösung erinnern. Das beschäftigt ihn so sehr, dass Tobi sogar sein achtjähriges Ich vor sich sieht, das ihn enttäuscht fragt, warum er sich nicht erinnern kann. Vorwurfsvoll meint der achtjährige Tobi, dass aus ihm einmal ein langweiliger Erwachsener wird. Seinem Alter Ego die Lösung einfach verraten kann er aber auch nicht – Checkerehre. Vielleicht ist der 30 Jahre ältere Tobi aber auch gar kein Checker mehr? Das lässt der nicht auf sich sitzen und macht sich auf nach Madagaskar, in der Hoffnung, dort die Antwort auf die Ausgangsfrage zu erhalten. Aber ganz so einfach ist es nicht.

Nach Checker Tobi und das Geheimnis unseres Planeten [2019] und Checker Tobi und die Reise zu den fliegenden Flüssen [2023] ist dies das dritte Leinwandabenteuer des wissbegierigen Welterklärers und wieder führt es Krell, der jüngst mit dem Bayerischen Verfassungsorden ausgezeichnet wurde, rund um den Globus, wo er mit Freundinnen und Freunden die Natur entdeckt, Wissenswertes über die jeweiligen Länder und Gebräuche sowie die vorherrschende Tier- und Pflanzenwelt lernt. Immer wieder erscheint ihm dabei sein achtjähriges Ich, das zunehmend ungeduldig wird, wie schwer sich der ältere Tobi dabei tut, die Antwort zu finden. Je mehr sie beide erkennen, dass die Schönheit der Natur in Gefahr ist, umso wütender wird der Achtjährige, dass sich niemand dafür einsetzt, unsere Lebensgrundlagen zu erhalten. Damit greift Die heimliche Herrscherin der Erde das so wichtige wie derzeit wieder in den Hintergrund geratene Thema des Naturschutzes auf, ohne aber mit erhobenem Zeigefinger Besserung zu geloben, oder das Publikum gar mit einem negativen Gefühl zu entlassen.

Auf Madagaskar stellt die Biologin Dr. Hanitra Markolf Rakotonirina vielmehr ein Aufforstungsprogramm vor, auf Spitzbergen besucht Tobi den Saatguttresor und ein Kohlebergwerk, das nicht nur einen Blick in die Vergangenheit ermöglicht, sondern auch demnächst geschlossen wird. Und in Mexiko wagt Tobi mit Samara Sánchez Pöll einen Blick auf die traditionelle Kultur der Maya, die bis heute überdauert hat, während er mit Archäologe Dr. Nicolaus Seefeld Ruinen besucht und Jahrtausende alte Werkzeuge von vergangenen Kulturen freilegt. Die heimliche Herrscherin der Erde wartet hier stellenweise mit beeindruckenden Aufnahmen auf, wenn Tobi im Nationalpark Tsingy de Bemaraha auf Madagascar den Steinwald erklimmt, oder eine Maya-Pyramide. Von der Eiswelt am Nordpol ganz zu schweigen, oder dem geradezu erdrückenden Kohlebergwerk. Es sind Eindrücke, die Staunen machen, ganz unabhängig vom Alter des Publikums.

Den Rahmen hierfür bietet eine Hintergrundgeschichte über die verlorene Antwort auf die Frage der allerersten Sendung, die für kindgerechten Humor sorgt, wie auch die Einführung, bei der Tobi im Stile von Indiana Jones im Dschungel unterwegs ist. Diese Leichtigkeit und Begeisterungsfähigkeit behält sich der Moderator auch auf seiner Reise bei, wenn ihm die jeweiligen Expertinnen und Experten oder die Einheimischen aus erster Hand von fremden Kulturkreisen berichten. Gerade wenn man sich vor Augen führt, an wen sich die unterhaltsame Dokumentation richtet, ist es dabei nur richtig, dass belastende Aspekte ausgeblendet werden. Im Fokus steht das Abenteuer, das Gefühl, jeden Tag etwas Neues entdecken und lernen zu können, wenn man in die Welt hinausgeht.

Dieses Gefühl fangen die Verantwortlichen gelungen ein und präsentieren es auf eine geradezu ansteckende Art und Weise. Die Gärtner des Waldes zu entdecken (Lemuren), oder Tausendfüßler, mit Schlittenhunden unterwegs zu sein, oder sich in einem wirklichen Dschungel wiederzufinden, anstatt die Umgebung nur in einem Videospiel zu erleben, unterstreicht, wie viel es zu erleben gibt und wie schade es wäre, wenn diese Schätze verloren gingen oder man die Zeit damit verbringt, lediglich auf Bildschirme in unterschiedlichen Größen zu starren. Checker Tobi 3 – Die heimliche Herrscherin der Erde bringt all das gelungen auf den Punkt, humorvoll und weltoffen. Toll bebildert ist es obendrein und damit nicht nur für das vermeintliche Zielpublikum eine eindeutige Empfehlung wert.


Fazit:
Insbesondere Erwachsene sind oftmals der Auffassung, dass sie immer auf alles eine Antwort haben. Als wäre es ein Zeichen der Schwäche zuzugeben, dass man sich nicht sicher ist oder die Antwort einfach nicht weiß. Ausgerechnet Checker Tobi ergeht es nun so, dass er sich an die Antwort auf die Frage „Wer hinterlässt die mächtigsten Spuren im Erdreich?“ einfach nicht erinnern kann. Seine Reise auf der Suche nach dieser Antwort ist ein großes Abenteuer, bei dem er einen Fluss mit einem Jeep auf einem Floß überquert, messerscharfe Berge erklimmt, an traditionellen Ritualen teilnimmt oder uralte Ruinen besucht. Er stellt viele Fragen und lässt sich von den Eindrücken um ihn herum sichtlich mitreißen. Die vielen Informationen zur Natur, der Landwirtschaft vor Ort und den Menschen, die dort leben, können und sollen dem Zielpublikum auch die Angst vor dem Unbekannten nehmen und ihre Neugier belohnen. Dass hierbei erdgeschichtliche Fragen in gelungenen Animationen beantwortet werden, ist eine weitere schöne Ergänzung. Die Bilder sind stellenweise beeindruckend und rücken dank zahlreicher Luft- und Drohnenaufnahmen die eigene Position in Perspektive. Mit seinen Einblicken in fremde Länder und Kulturen ist Checker Tobi 3 – Die heimliche Herrscherin der Erde ein Plädoyer auch für ein erwachsenes Publikum, neugierig zu bleiben und die Begeisterung für die Wunder dieser Welt nicht zu verlieren, auch wenn man aus dem Kindesalter herauswächst. Gerade die Ruinen und wie lange diese überdauert haben, macht einen dabei regelrecht demütig. Dass dies nie düster gerät, sondern vielmehr auch Kinder auffordert, aktiv zu werden, loszuziehen, um die Welt zu erkunden und sich gleichzeitig für den Erhalt und den Schutz unseren allen Erbes einzusetzen, rundet die unterhaltsame, humorvolle wie inhaltlich gelungene Erzählung ab. Klasse!
 

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