Die drei ??? – Toteninsel [2026]

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5–7 Minuten
Wertung: 4.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 12. Januar 2026
Genre: Unterhaltung / Krimi

Laufzeit: 103 min.
Produktionsland: Deutschland
Produktionsjahr: 2025
FSK-Freigabe: ab 6 Jahren

Regie: Tim Dünschede
Musik: David Reichelt
Besetzung: Julius Weckauf, Nevio Wendt, Levi Brandl, Filip Schnack, Florian Lukas, Jördis Triebel, Momo Beier, Andreas Pietschmann, Jannik Schümann, Katja Lechthaler, Simon Kluth, Pascal Buchsbaum


Kurzinhalt:

Ein unbekannter Anrufer präsentiert den drei Detektiven Justus Jonas (Julius Weckauf), Peter Shaw (Nevio Wendt) und Bob Andrews (Levi Brandl) gerade dann einen neuen Fall, als diese eigentlich endlich Urlaub machen wollen. Der Anrufer gibt ihnen ein Rätsel auf und sendet ihnen eine Nachricht, die sie auf den Geheimbund der Sphinx aufmerksam macht, eine Organisation verbrecherischer Archäologen, die illegale Ausgrabungen vornehmen. Wenn sie einen Todesfall verhindern wollen, müssen Die drei ??? das Rätsel lösen, das sie zuerst zu Dr. Svenson (Katja Lechthaler) führt, die für Sphinx arbeiten soll. Aber nachdem sie ein Treffen überhören, bei dem Professor Phoenix (Andreas Pietschmann) andeutet, dass auch der bekannteste Bürger aus Rocky Beach, der reiche Joseph Hadden (Simon Kluth), in den Fall verwickelt sein könnte, wird klar, dass hier mehr auf dem Spiel steht. Mit Hilfe der Hackerin Jelena Charkova (Momo Beier) und von niemand anderem als Skinny Norris (Filip Schnack) sammeln die Detektive mehr Informationen. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse und Die drei ??? werden getrennt …


Kritik:
Sollte Die drei ??? – Toteninsel der letzte Film um die drei Detektive in dieser Zusammensetzung sein – immerhin wird keine Fortsetzung direkt angeteasert –, würde Filmemacher Tim Dünschede das alte Versprechen aller Franchises einhalten, dass sich die Verantwortlichen den besten Teil für den Schluss aufgespart haben. Die Besetzung scheint hier vollends bei den Figuren angekommen zu sein und auch sonst ist die Mischung aus kinder- bzw. jugendtauglichem Krimi und Abenteuerfilm rundum gelungen. So sehr, man wünscht sich, dass es nicht ihr letzter Fall war.

Die Geschichte ist unmittelbar mit dem Ende des vorigen Teils verzahnt, Die drei ??? und der Karpatenhund [2025]. Eigentlich haben sich die berühmten drei Detektive aus dem fiktiven kalifornischen Küstenort Rocky Beach ihren Urlaub redlich verdient. Doch gerade, als sie zu einem Road Trip aufbrechen wollen, erhalten sie einen mysteriösen Anruf, der sie auf den Geheimbund der Sphinx aufmerksam macht. Der besteht offenbar aus Archäologinnen und Archäologen, die bei illegalen Ausgrabungen Schätze suchen. Wenn die drei Detektive das Rätsel nicht lösen, wird in wenigen Tagen jemand sterben. Ihre Ermittlungen lassen darauf schließen, dass auch der gefeierte Ehrenbürger und einflussreiche Philanthrop aus Rocky Beach, Joseph Hadden, in die Sache verwickelt sein könnte. All das weist Die drei ??? zu keinem geringeren Ort, als der lange Zeit verschollenen Vulkaninsel Makatao, die auch die Toteninsel genannt wird, da noch nie jemand lebend von ihr zurückgekehrt ist. Da ihnen die Zeit ausgeht, nehmen sie die Hilfe der Hackerin Jelena Charkova in Anspruch, was Justus nur widerwillig eingesteht. Als wäre das nicht genug, kreuzt auch der hinterlistige Skinny Norris wieder ihren Weg.

Die drei ??? – Toteninsel bringt insoweit wieder alle Zutaten mit, die ein interessantes Abenteuer der drei Detektive ausmachen. Ein mysteriöses Verbrechen, das hier noch gar nicht stattgefunden hat, eine mystische Insel, die einen Fluch verheißt, und Erwachsene, die sich weit weniger schlau verhalten, als man vermuten würde. Im letzten Drittel wandelt sich der Krimi schließlich zu einem Abenteuerfilm im Stile von Indiana Jones, wenn es tatsächlich darum geht, das Geheimnis der Toteninsel zu lüften. Was aber bis dahin ein wenig kurz kommt, ist die eigentliche Detektivarbeit. Anstatt durch Befragungen, Recherchen und Beobachtungen die Hintergründe des Falles aufzudecken, erhalten die Detektive bei einem Gespräch, das sie überhören, an sich mehr als die Hälfte der Hintergrundinformationen. Den Rest bekommen sie später von einer weiteren Figur präsentiert. Erst am Ende gibt es dann einige Rätsel zu lösen. Diese Erzählweise scheint ebenso plump, wie wenn die Errungenschaften und die Persönlichkeit des öffentlichkeitsscheuen Wohltäters Hadden in einem Monolog geballt vorgestellt werden mit Worten wie „Du meinst den Hadden, der X, Y und Z gemacht hat?“. Es wirkt beinahe, als würde das Drehbuch dem jugendlichen Zielpublikum nicht zutrauen, Informationen, die über längere Zeit eingestreut werden, selbst kombinieren zu können.

Das wiegen allerdings die Besetzung und die Umsetzung wieder auf. Die drei Detektive sind hier durchweg greifbar und glaubhaft verkörpert. Als erster Detektiv agiert Julius Weckauf mit einer gelungenen Mischung aus überlegener Kombinationsgabe und herablassender Überheblichkeit, wobei er aus seinem Unmut in Anbetracht des Umstandes, dass Die drei ??? womöglich weiblichen Zuwachs bekommen könnten, keinen Hehl macht. Momo Beier macht ihre Sache als Hackerin Jelena auch wirklich gut, schade ist allenfalls, dass man für die Rolle der querschnittsgelähmten Schülerin keine Jungdarstellerin gefunden hat, die selbst geheingeschränkt ist. Die Möglichkeit einer inklusiven Besetzung hätte sich hier mehr als angeboten. Als Peter Shaw darf Nevio Wendt glücklicherweise weniger weinerlich auftreten als zuletzt und auch Levi Brandl als Bob Andrews vermag mühelos zu überzeugen, selbst wenn die Figur etwas zu kurz kommt.

Dass den drei Detektiven dabei kaum bedrohliche Widersacher gegenüberstehen, sorgt allerdings dafür, dass nur wenig Spannung aufkommt. Der mit einer Augenklappe versehene Professor Phoenix wirkt zwar auf den ersten Blick finster, die Figur erscheint aber ebenso klischeehaft wie der Rest seiner Mannschaft, über die man kaum etwas erfährt. Hier lässt Toteninsel Potential ungenutzt, wohingegen die Verknüpfung zum vorigen Film ebenso überzeugen kann, wie die grundsätzliche Ausstattung, die den kalifornischen Küstenort greifbar zum Leben erweckt. Filmemacher Dünschede beweist hier viel Liebe zum Detail und modernisiert bestimmte Aspekte der Geschichte, während die Rahmenbedingungen doch so bleiben, wie auch ältere Fans der Buchreihe sie noch in Erinnerung haben. All das sorgt dafür, dass die Verfilmung des Jubiläumsbandes (der im Jahr 2001 von Autor André Marx veröffentlichte Roman war der 100. der Jugendkrimireihe) einen insgesamt runderen Eindruck macht, während die vorigen beiden Filme an manchen Ecken noch etwas rau wirkten. Nicht nur junge Krimifans sind hier somit gut aufgehoben und ein weiterer Ausflug nach Rocky Beach wäre ein willkommenes Abenteuer.


Fazit:
Zugegeben, manche Dialoge klingen ein wenig gestellt, als wären sie direkt aus der Romanvorlage übernommen und auch Aspekte wie die klischeehaften Bösewichte oder die gebrechliche Stimme am Telefon, die den drei Detektiven die ersten Hinweise gibt, sorgen für Schmunzeln. Das ist aber nicht dramatisch, sondern lockert die Stimmung vielmehr unterhaltsam auf, bei der auch die Ankunft von Hackerin Jelena für Wirbel innerhalb der Reihen der Ermittler sorgt. Schade ist hingegen, dass die Geschichte wenig klassische Detektivarbeit und Kombinationsgabe erfordert. Dafür ist der Rest tadellos in Szene gesetzt und auch die Besetzung scheint Spaß an den Figuren zu finden. Wandelt sich der Krimi schließlich zum Abenteuerfilm, rücken auch die Rätsel wieder ins Zentrum. Nur gerät das nie wirklich spannend, da weder die Detektive in Bedrängnis geraten, noch der womöglich ausbrechende Vulkan eine greifbare Dringlichkeit vermittelt. Nichtsdestotrotz ist das im besten Sinne harmlos und vor allem durchweg unterhaltsam, mit viel Augenzwinkern und Detailfreude für die Welt der drei Detektive zum Leben erweckt. Tadellos erzählt, wird Die drei ??? – Toteninsel so zum besten Teil der Reihe, bei dem nicht nur Fans ihre Freude haben werden.
 

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