The Sixth Sense - Nicht jede Gabe ist ein Segen [1999]
Mit seinem so ungewöhnlichen wie unvorhersehbaren Genrefilm The Sixth Sense - Nicht jede Gabe ist ein Segen etablierte sich Filmemacher M. Night Shyamalan als namhafte Größe in Hollywood mit einem Faible für ruhige Geschichten, deren überraschendes Ende ein Markenzeichen darstellten. Nur oberflächlich ein gruseliger Horrorfilm, gewinnt das darin schlummernde, behutsam erzählte Drama beim wiederholten Ansehen nur dazu.
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Lyle - Mein Freund, das Krokodil [2022]
Die Realverfilmung der Kindergeschichte Lyle - Mein Freund, das Krokodil aus dem Jahr 1965 ist weniger ein Film für die ganze Familie als ein mit Musikeinlagen versetztes Märchen um ein singendes Krokodil, das sich bewusst an ein ganz junges Publikum richtet. Dagegen ist grundsätzlich auch nichts einzuwenden, doch geben sich die Verantwortlichen kaum Mühe, ihre Geschichte über das Mindestmaß hinaus zu entwickeln. Das Ergebnis ist so oberflächlich, dass man direkt hindurchsehen kann.
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Prey [2022]
In seiner zweiten Spielfilmregiearbeit nimmt sich Regisseur Dan Trachtenberg dem Genreklassiker Predator an und erzählt eine Vorgeschichte dazu, auf die Fans gewissermaßen seit über 30 Jahren warten. Dabei kehrt der Regisseur zu dessen Wurzeln zurück und besinnt sich darauf, was Arnold Schwarzeneggers Kampf gegen einen weit überlegenen Gegner seinerzeit auszeichnete. Aber gleichzeitig beugt sich Prey offenbar heutigen Studioerwartungen und bleibt damit hinter den Möglichkeiten zurück.
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CODA [2021]
Mit CODA gelingt Filmemacherin Siân Heder etwas Erstaunliches. Nicht nur, dass der Film lange Zeit leicht sowie amüsant präsentiert wird und sich die Geschichte der 17jährigen Ruby, die als einziges Mitglied ihrer ansonsten gehörlosen Familie hören kann, ab der Hälfte zunehmend berührend gestaltet. Der Film wartet mit einem Ende auf, bei dem einem selbst erst bewusst wird, welche Verbindung man zu den Figuren aufgebaut hat. Das ist großes Kino – und wichtig obendrein.
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Das alte finstere Haus [1932]
Basierend auf J.B. Priestleys Romanvorlage ist die Horrorkomödie Das alte finstere Haus (auch bekannt als Das Haus des Grauens) mehr als nur ein Stelldichein von bekannten Namen Hollywoods jener Ära und der Jahrzehnte danach. Sie ist auch mehr als die erste Rolle, für die Darsteller Boris Karloff überhaupt auf Filmplakaten gelistet war. Vielmehr handelt es sich hierbei um einen wahren Klassiker des Genres, der zahlreiche Elemente prägte, die sich auch heute noch – beinahe 100 Jahre später – in ähnlichen Geschichten wiederfinden.
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Thor: Love and Thunder [2022]
Mit dem vierten Soloabenteuer Thor: Love and Thunder spendiert Filmemacher Taika Waititi dem Marvel Cinematic Universe eine Filmparodie im Stile von Die nackte Kanone. Dafür gibt es sicher ein Publikum, doch verlieren die Verantwortlichen damit auch aus dem Auge, was die Reihe neben ihren Vielseitigkeit gleichermaßen ausgezeichnet hat: Ihre Verlässlichkeit, einem allgemein großen Publikum zugängliche Unterhaltung zu bieten.
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Tausend Zeilen [2022]
In Tausend Zeilen thematisiert Filmemacher Michael Herbig einen wirklichen Medienskandal, ohne die Namen der Beteiligten zu erwähnen. Dabei ersetzt er dramatische Entwicklungen durch Humor und packt die Geschichte in eine rasante Inszenierung. Unzweifelhaft mit Klischees gespickt und teilweise nicht bissig genug, erschließt sich die durchaus bemerkenswerte Aufdeckung eines Journalisten, der seine Reportagen erfunden hat, so einem großen Publikum. Das ist in jedem Fall zu begrüßen, gerade um das Ansehen des Journalismus willen.
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Lightyear [2022]
Mit Lightyear präsentieren die Animationskünstler von Pixar eine Ursprungsgeschichte der in den Toy Story-Filmen zentralen Actionfigur Buzz Lightyear. Der Film ist insoweit ein Unterhaltungsfilm innerhalb jenes filmischen Universums. Was kompliziert klingt, bietet denjenigen, die mit der Figur Lightyear vertraut sind, viele Wiedererkennungsmomente, während ein junges Publikum, das hier womöglich zum ersten Mal darauf aufmerksam wird, vor allem eines vorfinden wird: Fantastisch gemachte, tadellose Science Fiction-Unterhaltung.
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The Gray Man [2022]
In ihrer neuesten Regiearbeit entdecken die beiden Filmemacher Anthony und Joe Russo, die mit Avengers: Infinity War und Avengers: Endgame einige der erfolgreichsten und mitreißendsten Actionfilme der letzten 10 Jahre gedreht haben, zwei Elemente für sich: Drohnenaufnahmen und Rauch. Mit keinem von beidem wissen sie wirklich etwas anzufangen. Die zwei Stilmittel bringen bei The Gray Man vielmehr das grundlegende Manko der Romanadaption auf den Punkt: Sie ist so ambitioniert wie planlos durchwachsen.
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Ticket ins Paradies [2022]
Sowohl Julia Roberts als auch George Clooney besitzen ein universell ansteckendes Lächeln. Sieht man sie strahlen, kann man nicht anders, als selbst die Mundwinkel nach oben zu ziehen. Dieser Charme ist es, den sich Ol Parker in Ticket ins Paradies zunutze und der die absehbare Komödie zu einem so leichtfüßig-unterhaltsamen Spaß macht. Selbst dann, wenn es außer geradezu paradiesischen Landschaftseindrücken und eben der Besetzung kaum etwas zu entdecken gibt.
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Das Leben ein Tanz [2022]
Wie die klassischen Ballettstücke, die er vorstellt, steht in Cédric Klapischs Das Leben ein Tanz nicht das Ziel der Reise seiner Hauptfigur im Zentrum, sondern die Reise selbst. Entsprechend sollte es nicht verwundern, dass die Tänzerin Élise, die hier im Zentrum steht, am Ende der zwei Stunden an einem ähnlichen Punkt angekommen ist, wie ganz zu Beginn. Entscheidend sind die Erfahrungen, die sie gemacht hat. Dabei wird das Publikum mehr davon wieder entdecken, was es selbst mitbringt, als ihm vorgegeben wird.
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Die Welt in den Farben der Nacht – Staffel 2 [2021]
Auch in der zweiten Staffel der Dokumentationsreihe Die Welt in den Farben der Nacht bleiben die Verantwortlichen ihrer Erzählweise treu, gewähren in sechs knappen Episoden von jeweils weniger als einer halben Stunde nie gesehene Eindrücke des nächtlichen Verhaltens von Tieren rund um den Planeten. Dabei ist die Balance besser gelungen, als in der ersten Staffel und auch das Augenmerk der jeweiligen Erzählung scheint fokussierter. Das Gezeigte ist so faszinierend, dass man sich wünscht, es gäbe eine weitere Staffel.
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Three Thousand Years of Longing [2022]
Würde man sagen, dass George Millers Three Thousand Years of Longing nicht die Art Film ist, die man erwartet hätte, wäre das eine Aussage, die man beinahe über alle seine Werke wiederholen könnte. Sieben Jahre nach seinem fiebertraumartigen Actionfeuerwerk Mad Max: Fury Road mutet die Vorschau zu diesem Film wie ein überdrehtes Fantasyspektakel an. Tatsächlich ist er jedoch eine Fantasy-Liebesgeschichte, die sich erstaunlich ruhig präsentiert und viel Zeit für die Figuren mitbringt. Das ist kein Kritikpunkt.
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Over & Out [2022]
Julia Beckers Over & Out ist insbesondere in der ersten Hälfte trotz Unglaubwürdigkeiten so vielversprechend und von den starken Darbietungen getragen, dass es umso bedauerlicher – und unverständlicher – ist, wenn all das letztlich in sich zusammenfällt. Die Geschichte von drei Freundinnen seit Kindertagen, die sich auf einen Road Trip begeben, um der vierten im Bund ihren letzten Wunsch zu erfüllen, zerbricht daran, dass am Ende der Reise alles zum Bestmöglichen aufgelöst werden muss. Und sei es in den letzten Minuten.
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After Forever [2022]
Der inzwischen vierte Teil der Reihe, After Forever, schließt inhaltlich unmittelbar an den vorigen Film an und bietet auch sonst mehr von demselben. Das bedeutet, dass das Publikum weiterhin mit abstrus geskripteten Liebschaften in einer romantisierend dargestellten, toxischen Beziehung rechnen kann. Garniert mit Nachthemdkatalogerotik und einer Musikvideoästhetik. Da die Geschichte jedoch noch weniger vorankommt, ist das Gezeigte noch weniger leidlich unterhaltsam. Sofern das möglich ist.
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Beast – Jäger ohne Gnade [2022]
Auch wenn er an prägende Genrefilme nicht heranreicht, ist Baltasar Kormákurs Beast – Jäger ohne Gnade besser gelungen, als viele andere Vertreter. Das liegt nicht nur an der charismatischen Besetzung, sondern auch an der durchaus bedrohlichen Stimmung beim Überlebenskampf Mensch gegen Natur, und nicht zuletzt an der Inszenierung, die genau einen Punkt besser macht, an dem viele andere Filmschaffende aus unerfindlichen Gründen scheitern. Schon deshalb lohnt sich hier mehr als nur ein Blick.
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Der Gesang der Flusskrebse [2022]
Olivia Newmans Adaption des Romans Der Gesang der Flusskrebse nicht die Art Film, die er vorgibt zu sein. Was anmutet wie eine Mischung aus Liebesgeschichte und Krimi, eingebettet in die Rahmenhandlung einer Gerichtsverhandlung, entpuppt sich in Wirklichkeit als eine Erzählung über emotionale wie körperliche Misshandlung und die Isolation, mit der Opfer dem entgegen zu wirken versuchen. So gelungen viele einzelne Aspekte hier sind, ihr Zusammenspiel ist es nur bedingt.
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Tad Stones und die Suche nach der Smaragdtafel [2022]
Tad Stones und die Suche nach der Smaragdtafel ist der inzwischen dritte Teil der Animationsfilmreihe. Nachdem seine vorigen Entdeckungen aus Sicherheitsgründen unter Verschluss gehalten werden, ist es Tads größter Wunsch, endlich als Archäologe anerkannt zu werden. Dass sich diese liebevolle Hommage an den größten Filmabenteurer des 20. Jahrhunderts bewusst an ein junges Publikum richtet, ist kein Kritikpunkt. Vielmehr gelingt den Verantwortlichen ein Familienfilm mit spürbarem Flair – und das „made in Europe“.
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Mit 20 wirst du sterben [2019]
Amjad Abu Alalas Mit 20 wirst du sterben erzählt von Hoffnungen und Träumen, von einem Glauben in Religion und Autorität, der das eigene Glück sowie das Leben gefährdet. Aber auch davon, was das Leben tatsächlich ausmacht. Als einer der wenigen Filme aus dem Sudan überhaupt, ermöglicht er einem breiten Publikum ein Blick in ein Land und eine Kultur, deren Figuren im Zentrum so alltägliche Wünsche haben wie überall sonst auch. Dem zu folgen, ist faszinierend, auch wenn sich vermutlich nur ein kleines Publikum darauf einlassen wird.
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In with the Devil [2022]
Die Miniserie In with the Devil erzählt von einem so unglaublich klingenden wie verstörenden Fall, in dem sich ein wegen Waffenbesitz und Drogenhandel verurteilter, einst vielversprechender Football-Star auf ein Angebot von FBI und Staatsanwaltschaft einlässt, von einem anderen Häftling Informationen über dessen Mordopfer zu erfahren. Was sich nach nur einer weiteren Episode der inzwischen allerorts verfügbaren True Crime-Formate anhört, ist in Wirklichkeit eines der packendsten und besten Krimidramen seit langem.
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Nope [2022]
Jordan Peeles Nope ist so schwer zu beschreiben, es mag womöglich besser sein, es gar nicht zu versuchen. Der Film beinhaltet Science Fiction-Elemente, ist zum Teil aber auch ein richtiggehender Horrorfilm, dann wieder Charakterdrama und mit so vielen Gesellschaftskommentaren gespickt, dass man ihn mehrmals gesehen haben sollte, um sie auch nur annähernd zu verstehen. Was klingt wie ein Vorwurf, ist lediglich die Schilderung einer ureigenen Handschrift und Vision des Filmemachers, dessen Werk sich nicht an Konventionen hält und darum einen Teil des Publikums verprellen dürfte.
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Bullet Train [2022]
Basierend auf dem gleichnamigen japanischen Roman (Mariabītoru) von Kōtarō Isaka, fühlt sich David Leitchs Adaption eher an wie die Verfilmung eines Graphic Novel. Bunt, selbstbewusst bis zu dem Punkt, dass man nicht weiß, ob es eine Parodie sein soll, ist Bullet Train handwerklich aufwändige und nie ernst zu nehmende Thriller-Action für ein erwachsenes Publikum. Doch die Inszenierung sorgt auch dafür, dass nur selten Tempo aufkommt. Dem Unterhaltungswert schadet das kaum.
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Guglhupfgeschwader [2022]
Die inzwischen achte Eberhofer-Krimikomödie basierend auf den Romanvorlagen von Autorin Rita Falk, Guglhupfgeschwader, ist erstaunlich mehr Krimi als Komödie. Das heißt nicht, dass es beim neuen Abenteuer des sein zehnjähriges Dienstjubiläum feiernden Dorfpolizisten Franz Eberhofer nicht gleichermaßen um seine weitere, persönliche Entwicklung geht. Doch ist diese diesmal spürbar mit dem aufzuklärenden Fall verknüpft. Man könnte sogar sagen, so viel stand für den grantelig-gutherzigen Ermittler bislang kaum auf dem Spiel.
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Mäusejagd [1997]
Gore Verbinskis Spielfilmregiedebüt ist eine Wiederentdeckung einer Art Humor, die seit mehr als einem halben Jahrhundert beinahe verschollen war. Mäusejagd ist eine familientaugliche Komödie, über deren Humor Kinder herzlich lachen können. Erwachsene mögen sich dabei eher darüber freuen, wie sie selbst früher über solche Witze lachen konnten, doch das Ergebnis ist letztendlich dasselbe und der Film immer noch eine Zeitreise, die es wert ist, unternommen zu werden.
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Game of Thrones: Staffel 8 [2019]
In einer der Episoden der letzten Staffel der Fantasy-Serie Game of Thrones stellt Peter Dinklage in seiner Rolle fest, dass wenn keine der Seiten mit einer Lösung zufrieden ist, man dies wohl einen guten Kompromiss nennt. Wie ein Kompromiss fühlt sich Staffel 8 letztlich auch an – ob wie ein guter, sei dahingestellt. Nach wie vor so erstklassig wie aufwändig gemacht und von einer tollen Besetzung verkörpert, entgleitet den Verantwortlichen im finalen Jahr der inhaltliche Faden zusehends. Und das, ohne dass es wirklich notwendig wäre.
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Game of Thrones: Staffel 7 [2017]
Mit reduzierter Episodenanzahl beschreiten die Verantwortlichen die Zielgerade ihrer insgesamt acht Jahre umspannenden Erzählung in Game of Thrones: Staffel 7. Auch wenn die Folgen selbst länger sind als zuvor, die komprimierte Erzählung hält ebenso viele Verbesserungen wie Verschlechterungen gegenüber den vorigen Staffeln bereit. Und auch wenn manche Überraschungen durchaus gelungen sind, viele Entwicklungen sind lange absehbar und es offenbaren sich handwerkliche Schwächen, die es so bislang nicht gab.
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Game of Thrones: Staffel 6 [2016]
Mit Staffel 6 holt die Fantasy-Serie Game of Thrones die verfügbaren Romanvorlagen von Das Lied von Eis und Feuer ein. Durch den Austausch mit Buchautor Autor George R. R. Martin kannten die Drehbuchautorinnen und -autoren zwar das Ziel der Entwicklung der Geschichte sowie der Figuren, im Weg dorthin sind sie aber freier. Das führt dazu, dass sich manche Erzählstränge spürbar beschleunigen, selbst wenn andere weiterhin kaum vorankommen.
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Game of Thrones: Staffel 5 [2015]
In Staffel 5 der Fantasy-Serie Game of Thrones, die sich inhaltlich stärker als bislang von der Romanvorlage löst, erfüllen die Verantwortlichen einige ihrer langjährigen Versprechen. Nicht nur die Bedrohung, die vom ersten Moment an verheißen wurde, wird greifbar, auch die immer wieder vorgestellten Drachen treten in Aktion und nicht zuletzt gibt es epische Schlachten zu bestaunen. Handwerklich beeindruckend, kann die Erzählung dabei dennoch nicht ganz mithalten.
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Game of Thrones: Staffel 4 [2014]
Nach den schockierenden Ereignissen der Roten Hochzeit in Staffel 3, erschien der Ausklang jenes Jahres beinahe zahm und auch zu Beginn von Game of Thrones: Staffel 4 sind die Verantwortlichen damit beschäftigt, die vielen Figuren und ihre Intrigen für die kommenden Episoden in Stellung zu bringen. Dabei vereint das vierte Jahr der Fantasy-Serie die größten Stärken der vorangegangenen ebenso, wie deren größte Schwächen, wobei die Entwicklung der Charaktere am Ende abgeschlossener scheint, als zuvor.
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Game of Thrones: Staffel 3 [2013]
Game of Thrones: Staffel 3 erzählt die in den ersten beiden Jahren begonnene Geschichte mit einigen unerwarteten Entwicklungen lange Zeit stringent weiter, um wie in der ersten Staffel kurz vor Schluss eine Wendung zu nehmen, die den voraussichtlichen Werdegang der Figuren vollkommen auf den Kopf stellt. Dabei spicken die Verantwortlichen ihre Story mit schockierenden Elementen, doch was neu hinzu kommt, ist eine gewisse Grausamkeit in der Darstellung, die einen üblen Beigeschmack mit sich bringt.
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Game of Thrones: Staffel 2 [2012]
Im zweiten Jahr öffnen die Verantwortlichen den bislang eng gehaltenen Blick auf einen Machtkampf, der auch auf weit entfernte Gebiete und Königreiche jener mystischen und facettenreichen Welt beeinflusst. Damit schmückt Game of Thrones: Staffel 2 das ohnehin vielschichtige Universum geradezu unfassbar detailreich aus, doch geraten die ursprünglich zentralen Charaktere so beinahe zu Randfiguren und die große Hintergrundgeschichte tritt trotz zahlreicher Machtrangeleien schließlich großteils auf der Stelle.
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Game of Thrones: Staffel 1 [2011]
Die erste Staffel der von HBO produzierten Serie Game of Thrones erzählt von den Machtkämpfen in einer fiktiven Fantasywelt. Sehnlichst erwartet, bietet der Serienauftakt ein weit verzweigtes Universum mit dutzenden wiederkehrender Figuren. Dabei ist der Einstieg zumindest für diejenigen, die mit der Vorlage nicht vertraut sind, holprig. Doch belohnen die Verantwortlichen Geduld mit einer aufwändigen und hochkarätig besetzten Produktion, die noch mehr Potential erkennen lässt.
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DC League of Super-Pets [2022]
Der vermutlich größte Teil des Budgets von DC League of Super-Pets dürfte gleichermaßen in die Gage der insbesondere im englischen Original vor Stars nur so sprühenden Besetzung geflossen sein, wie in die umfangreiche Lizenzierung der Materialien von DC Comics. Das ist nicht als Kritikpunkt gemeint, sondern soll verdeutlichen, dass den Verantwortlichen diese Punkte wichtiger sind. Wer Comic-Unterhaltung erwartet, mit der vor allem ein junges Publikum etwas wird anzufangen wissen, wird eben das finden.
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Der perfekte Chef [2021]
Gleichgewicht ist der Schlüssel zu allem in der Welt des von Javier Bardem fantastisch gespielten Chefs einer Waagen-Fabrik in Fernando León de Aranoas Der perfekte Chef. Er selbst sieht sich als derjenige, der die Dinge in eben jenes Gleichgewicht bringen kann, oder sogar muss. Zuzusehen, wie er dabei auf kolossale Weise zu scheitern droht, macht den Reiz dieser teils bösen Komödie aus, die eine der am feinsten schattierten Darbietungen des vergangenen Kinojahres zeigt.
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The Lost City – Das Geheimnis der verlorenen Stadt [2022]
The Lost City – Das Geheimnis der verlorenen Stadt ist eine Abenteuerkomödie, die bei dem oft absehbaren Humor vergisst, ein wirkliches Abenteuer zu erzählen. Dass selbst die vielen platten Momente meistens funktionieren, liegt an der talentierten Besetzung, von der jedoch nur drei wirklich glänzen dürfen. Ihnen zuzusehen, entschädigt für Vieles. Doch sieht man, welchen Vorbildern die Filmemacher Aaron und Adam Nee hier nacheifern, ist das Ergebnis trotz einiger gelungener Momente schlicht enttäuschend.
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Der Sommer mit Anaïs [2021]
In ihrem Spielfilmregiedebüt Der Sommer mit Anaïs erzählt Filmemacherin Charline Bourgeois-Tacquet von der ebenso impulsiven Flatterhaftigkeit der Jugend wie deren unbändiger Anziehungskraft. Aber auch von ihrer Unsicherheit und Egozentrik. Sie bettet dies in eine so elektrisierende wie leuchtend charmante Erzählung ein, getragen von zwei bemerkenswerten Darbietungen im Zentrum. All das sind Stärken des europäischen Autorenkinos – oder dessen Schwächen, abhängig von der eigenen Einstellung dazu.
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Wer wir gewesen sein werden [2022]
Mit seinem Dokumentarfilm Wer wir gewesen sein werden nähert sich Filmemacher Erec Brehmer der Frage, wie man das Unvorstellbare für einen selbst begreiflich machen kann. Unerwartet verliert er bei einem Autounfall seine langjährige Lebensgefährtin und wird selbst schwer verletzt. Auf den ersten Schock und die mentalen wie körperlichen Zusammenbrüche folgt die Frage, wie man mit einer solchen Situation umgehen lernen kann. Seine Antwort ist so ehrlich wie ernüchternd, kann aber auch ermutigen.
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Minions - Auf der Suche nach dem Mini-Boss [2022]
In Minions - Auf der Suche nach dem Mini-Boss kehren die chaotischen und ebenso bemühten gelben, kleinen Helfer des Schurken Gru zurück, um einmal mehr Chaos zu verbreiten. Dabei handelt es sich hier eher um ein Prequel zu Ich - Einfach unverbesserlich denn eine Fortsetzung des ersten Minion-Films. Aber auch, wenn es hier mehr Erzählstränge gibt als zuvor, sie scheinen durch noch weniger miteinander verbunden. Das Ergebnis ist wie zuvor harmlos, aber noch weniger von allem anderen.
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Finch [2021]
Nicht unbedingt in der ersten, aber in der zweiten Filmhälfte wird deutlich, dass Miguel Sapochniks Finch letztlich nicht ganz der Film ist, der er eigentlich sein sollte. Das sieht man daran, dass die dramatischen Elemente zu unentschlossen umgesetzt sind. Aber auch an den Andeutungen jener postapokalyptischen Gesellschaft, die allesamt nirgendwo hinführen. Doch das heißt nicht, dass der Science Fiction-Film eine Enttäuschung wäre. Vieles hier ist gelungen und führt dem Publikum dabei eine Sache geradezu schmerzvoll vor Augen.
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The Black Phone [2022]
Scott Derricksons übernatürlicher, in den späten 1970er-Jahren angesiedelter Horror-Thriller The Black Phone, der aus Sicht eines von einem Serienmörder entführten Jungen erzählt wird, der Hilfe von dessen vorigen Opfern erhält, ist handwerklich durchaus gelungen und atmosphärisch umgesetzt. Aber wirklich verständlich ist die Story nicht und viele Erschreckmomente verpuffen, wenn man den teils ohrenbetäubend lauten Ton ausblendet. Das Ergebnis überzeugt bei genauerem Hinsehen weit weniger als erwartet.
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Elvis [2022]
Baz Luhrmanns schrill glitzernde Biografie über den King of Rock ’n’ Roll, Elvis, ist in etwa das, was man erwarten würde, wenn der Regisseur von Moulin Rouge! sich des Lebens eines der einflussreichsten Musiker des letzten Jahrhunderts annimmt. Das bedeutet aber auch, dass die zweieinhalbstündige, geradezu frenetisch erzählte Show am Ende eben das ist – eine Show. Inwieweit diese letztlich das Bild von Elvis Presley, welches das Publikum ohnehin bereits vor Augen hat, nur verfestigt, oder wirklich neue Einblicke liefert, lässt sich kaum sagen.
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Cop Secret [2021]
Auch wenn das Regiedebüt von Hannes Þór Halldórsson, Cop Secret, bereits mit Actionkomödien im Stile von Die nackte Kanone verglichen wurde, ihre Inspiration zieht die überzogene Buddy-Comedy merklich von Michael Bay-Filmen wie Bad Boys – Harte Jungs, dem nicht nur die Musik nacheifert, sondern aus dem sogar einzelne Einstellungen entnommen scheinen. Zwar gäbe es an jener Art Film viel zu parodieren, doch am Ende leidet die Drehbuchvorlage hier unter denselben Mängeln.
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The Empty Man [2020]
Nach vielen Jahren im Filmgeschäft in zahlreichen Funktionen und einer Reihe von Kurzfilmen sowie Hintergrunddokumentationen präsentiert David Prior mit The Empty Man seinen ersten Spielfilm. Der lag beinahe zwei Jahre nach Fertigstellung beim produzierenden Studio in der Schublade, offenbar, weil man nicht wusste, wie man den ungewöhnlichen Genrefilm vermarkten sollte. Dabei entpuppt sich der Horror-Thriller trotz einiger Schwächen als überaus gelungen, mit einer dichten Atmosphäre, die nachwirkt.
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Wonder Woman 1984 [2020]
Nicht zuletzt dank der fantastischen Besetzung mit Gal Gadot in der Titelrolle, gelang Filmemacherin Patty Jenkins mit Wonder Woman trotz Schwächen einer der spaßigsten und vielversprechendsten Superheldenfilme der vergangenen Jahre. Doch statt in Wonder Woman 1984 die Stärken auszubauen, werden die Schwachpunkte bis ins Unermessliche gesteigert. Das führt unter anderem dazu, dass man nach dem ersten Drittel der Meinung sein könnte, dies wäre eine Parodie. Doch die Tiefpunkte kommen erst noch – und zahlreich obendrein.
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Massive Talent [2022]
Nicolas Cage ist vermutlich der einzige Darsteller dieser Welt, dessen fiktionalisierte Version seines Lebens Teil der Erzählung eines Filmes wird – in der er selbst auch noch die Hauptrolle übernimmt. Massive Talent klingt von der Grundidee her so überlebensgroß wie der Star im Zentrum und weil der sich ebenso wenig wie diese Ode an ihn ernst nimmt, ist das Ergebnis ein Riesenspaß. Für die Beteiligten und das Publikum, das sich darauf einlässt.
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Press Play and Love Again [2022]
Filmemacher Greg Björkman erzählt in Press Play and Love Again mit einer charmanten Besetzung und vor traumhafter Kulisse eine tragische Liebesgeschichte mit einem bezaubernden Twist, die aber nie über ihre Grundidee hinauswächst. Das Ergebnis ist voller schöner Bilder und gelungener Einfälle, die nicht das emotionale Gewicht entwickeln, das man erwarten würde, und gleichzeitig einzelne Elemente trotz der kurzen Laufzeit spürbar oft wiederholen, ohne dass dies irgendwo hinführen würde.
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Jurassic World: Ein neues Zeitalter [2022]
Mit Jurassic World: Ein neues Zeitalter schließt Filmemacher Colin Trevorrow nicht nur seine Filme mit wieder zum Leben erweckten Dinosauriern ab, sondern führt sie auch erzählerisch mit der Jurassic Park-Trilogie zusammen. Das Ergebnis ist aufwändig gemachte Unterhaltung mit viel Nostalgiewerten, ebenso vielen Dinosauriern und treffender Kritik an der Macht von Großunternehmen. Doch es steuert auch kaum wirklich Neues bei und ist handwerklich spürbar weniger ausgereift als die früheren Filme der Reihe.
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France [2021]
Bruno Dumonts France ist ein überaus seltsames Porträt und ein Drama voller Gegensätze. Von einer ebenso starken wie bemerkenswerten Darbietung im Zentrum und teils authentisch erscheinenden Einblicken in das Leben von Berühmtheiten auf der einen Seite, bis hin zu undurchschaubaren Entwicklungen auf der anderen. Abgesehen von einer geradezu gebetsmühlenartigen Inszenierung, bei der selbst einfachste Szenen so lange ausgedehnt werden, bis sie dem Publikum unangenehm werden.
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Macbeth [2021]
Regisseur Joel Coen interpretiert die beinahe 400 Jahre alte, gleichnamige Tragödie von William Shakespeare neu und präsentiert seine Erzählung als perfekte Verschmelzung der Medien Theater und Film. In im wörtlichen Sinne Traum-haften Bildern schildert er die klassische Geschichte eines Generals, der um der Macht Willen immer tiefer dem Wahnsinn verfällt. Bereits auf Grund der Sprache eignet sich das nur für ein bestimmtes Publikum, das jedoch, kommt bei Macbeth ganz auf seine Kosten.
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Die unglaubliche Geschichte des Mr. C [1957]
Jack Arnolds Die unglaubliche Geschichte des Mr. C ist in mehrerlei Hinsicht ein Film aus einer anderen Zeit. Der inhaltlich düstere Science Fiction-Film mit Horrorelementen entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als Metapher für Vieles, was in der Zeit seiner Entstehung die Menschen bewegte. Mit aufwändigen Trickeffekten zum Leben erweckt, deren Einfallsreichtum ebenso wie ihr Einsatz heute noch überrascht, ist dies ein Genreklassiker, den (wieder) zu entdecken sich durchaus lohnt.
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The Outfit – Verbrechen nach Maß [2022]
Graham Moores Spielfilmregiedebüt The Outfit – Verbrechen nach Maß lebt dieselben Qualitäten wie seine Hauptfigur Leonard Burling. Minutiös gespielt und umgesetzt, überzeugt das Gangsterkammerspiel durch das zur Schau gestellte Handwerk. Sowohl was die Ausstattung und Inszenierung betrifft, wie auch die Dialoge. Das täuscht zwar letztlich nicht ganz darüber hinweg, dass trotz einiger Überraschungen Manches offensichtlich ist. Doch insbesondere ein ruhiges, erwachsenes Publikum ist hier bestens aufgehoben.
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Die Täuschung [2021]
In Die Täuschung erzählt Filmemacher John Madden von der sogenannten „Operation Mincemeat“, ein britisches Täuschungsmanöver des Zweiten Weltkriegs, dessen Grundidee so absurd klingt, als sei sie einem Drehbuchautor eingefallen. Im Zentrum steht eine Gruppe um zwei Offiziere, die mit der Ausführung der Operation betraut waren, auf deren Schultern das Gelingen der Eroberung Siziliens durch die Alliierten ruhte. Das Ergebnis ist sehenswertes Geschichtskino für ein breites Publikum.
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Der Pate [1972]
Francis Ford Coppolas Der Pate ist ein Werk, das nicht nur sein eigenes Genre merklich geprägt, sondern gewissermaßen ein eigenes Genre geschaffen und über diese Grenzen hinaus Einfluss genommen hat. Getragen von einer ebenso namhaften wie herausragenden Besetzung, erzählt der Filmemacher darin beginnend im Jahr 1945 ein Jahrzehnt der Chronik der Mafia-Familie Corleone. Dabei wertet er nicht in Anbetracht der Verbrechen, die begangen werden, selbst wenn er nicht vollends objektiv zu bleiben scheint. Dem Publikum kann es dabei ähnlich ergehen.
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Der Pate 2 [1974]
Der deutsche Titel von Francis Ford Coppolas Der Pate 2 verheißt einen Film, eine Geschichte, die auf seinem Meisterwerk Der Pate aufbaut. Tatsächlich handelt es sich hierbei um den zweiten Teil einer großen Erzählung. Für sich genommen, erscheint Teil 2 zu lang und um einen Erzählstrang versehen, der so nicht notwendig ist. Sieht man jedoch das große Gesamtbild, komplettiert der Filmemacher damit ein Meisterwerk, das in seinem Ausmaß und seiner Komplexität beispiellos ist.
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Der Pate 3 – Mario Puzos Der Pate, Epilog: Der Tod von Michael Corleone [1990]
Gleichwohl ebenfalls erfolgreich, und mit Nominierungen für die prestigeträchtigsten Filmpreise versehen, ist Der Pate 3 keine wirkliche Fortsetzung zu Francis Ford Coppolas Gangster-Epos. Der Regisseur selbst sieht die ersten beiden Filme als eine Einheit und Teil drei als eine Art Epilog, den er zum 30jährigen Jubiläum im Jahr 2020 neu zusammengestellt erstmals so präsentieren durfte, wie er ursprünglich gedacht war: Mario Puzos Der Pate, Epilog: Der Tod von Michael Corleone.
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Special: "Der Pate" Trilogie (zum 50. Jubiläum)
Francis Ford Coppolas Gangsterepos Der Pate wurde bereits kurz nach seiner Veröffentlichung als einer der einflussreichsten amerikanischen Filme seiner Zeit erkannt, übertrumpft einzig durch Orson Welles’ Citizen Kane. Auf den Tag genau zum 50jährigen Jubiläum der Kinoveröffentlichung des ersten Films am 24. März 1972, erschien von Paramount Pictures eine Trilogie-Box von Der Pate, Der Pate 2 und Der Pate 3, wobei letzterer in den insgesamt drei verfügbaren Filmfassungen enthalten ist. Darunter auch diejenige, die laut Coppola der Version entspricht, die er und Puzo sich ursprünglich vorgestellt hatten. Ist Der Pate einer der prägendsten Filme nicht nur seines Genres, ist diese Veröffentlichung alles, was man sich nur hätte wünschen können – und noch mehr.
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Top Gun: Maverick [2022]
In einer Zeit, in der das Unterhaltungskino scheinbar ausschließlich von sich immer ähnlicher werdenden Comic-Superhelden-Filmen dominiert wird, gelingt Regisseur Joseph Kosinski mehr als 35 Jahre nach dem ursprünglichen Top Gun - Sie fürchten weder Tod noch Teufel mit der geradezu aberwitzig verspäteten Fortsetzung Top Gun: Maverick das Kunststück, nicht nur einen in jeder Hinsicht gelungeneren Film zu präsentieren, sondern bestes Popcorn-Kino, wie man es seit Ewigkeiten nicht erlebt hat.
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Dog [2022]
Dog erzählt von Mensch und Tier, die durch ihre Erfahrungen im Krieg traumatisiert sind und auf ihre Weise damit hadern, einen Weg zurück ins Leben zu finden. Das Regiedebüt von Reid Carolin und Channing Tatum, der auch die Hauptrolle übernimmt, ist was die Aussage und Stimmung anbelangt ein unausgewogener Film. Inhaltlich nicht neu und mit vielen vertrauten Momenten gespickt. Doch es gelingt den Verantwortlichen ein überraschend berührender Blick auf die Verbindung ihrer Hauptfiguren, der nachwirkt.
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Willi und die Wunderkröte [2021]
Der aus zahlreichen Sachsendungen bekannte Willi Weitzel kehrt in Willi und die Wunderkröte zurück, um dem Publikum Wissenswertes, Spannendes und Wichtiges aus unserer Welt nahezubringen. Eingebettet in eine fiktive Rahmengeschichte, widmet er sich diesmal der Welt der Amphibien und versetzt dabei insbesondere Kinder ins Staunen. Das erkennbar gute Herz der Produktion bleibt in Erinnerung, selbst wenn manche Aspekte aus erwachsener Perspektive nur mäßig gelungen sind.
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Meine schrecklich verwöhnte Familie [2021]
Die größte Schwäche und die größte Stärke von Nicolas Cuches Komödie Meine schrecklich verwöhnte Familie betreffen denselben Aspekt der Geschichte. Denn während man bemängeln kann, dass die Erzählung um drei Kinder, die in unermesslichem Reichtum groß geworden sind und nie arbeiten mussten, jetzt aber auf eine Stufe mit der „normalen“ Bevölkerung gestellt werden, nie bissig genug gerät, um als Gesellschaftssatire zu gelten, ist die gerade deshalb einem vermutlich größeren Publikum zugänglich.
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Doctor Strange in the Multiverse of Madness [2022]
Man fragt sich lange Zeit, weswegen für die Verantwortlichen ausgerechnet Sam Raimi der richtige Regisseur für Doctor Strange in the Multiverse of Madness sein soll, was er von seinem reichhaltigen Hintergrund als Filmemacher, der das Horrorgenre revolutionierte und große Hollywoodproduktionen zum Erfolg führte, hier beitragen kann. Die Antwort darauf liefert das zweite Soloabenteuer um den Titel gebenden Comichelden sehr spät. Bis dahin ist der Film mehr darum bemüht, lose Enden zu verknüpfen, als eine eigene Erzählung zu verfolgen.
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Medien in der Klima-Krise [2022] – KLIMA° vor acht e.V.
Die 2020 gegründete Initiative KLIMA° vor acht e.V. versammelt in dem Buch Medien in der Klima-Krise insgesamt 28 Autorinnen und Autoren, die in ihren Beiträgen erläutern, weshalb die Klimakatastrophe, die sich immer sichtbarer abzeichnet, auch eine journalistische Herausforderung ist. Insofern richtet sich das Werk sowohl an eine journalistisch geprägte Fachleserschaft wie auch an alle, denn, um mit Sara Schurmann nur eine der mehr als zwei Dutzend Autorinnen und Autoren frei zu zitieren, um Krisen lösen zu können, braucht es informierte Abwägungen.
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Sun Children [2020]
Das iranische Drama Sun Children erzählt nicht nur vom Leben einer Gruppe von Straßenkindern, sondern in gleichem Umfang von ihren Träumen, ihren Hoffnungen und ihren Talenten. Filmemacher Majid Majidi widmet es den 152 Millionen Kindern weltweit, die zur Kinderarbeit gezwungen sind (oder werden) sowie denjenigen, die sich für sie einsetzen. Das ist als Porträt nicht nur ergreifend, sondern auch bedrückend und mit einer dokumentarischen Intensität erzählt.
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Die Biene Maja – Das geheime Königreich [2021]
Es gibt Familienfilme, die sich sowohl für Kinder wie auch für ältere Zuschauerinnen und Zuschauer eignen, und solche, die sich an eine der beiden Gruppen richten. Die Biene Maja – Das geheime Königreich ist ein ausgesprochener Kinderfilm, von dem ein erwachsenes Publikum nicht viel mitnehmen kann. Doch das ist kein Kritikpunkt und fällt letztlich deshalb nicht ins Gewicht, weil sich die Jüngsten hier durch eine Geschichte mit dem Herz am rechten Fleck unterhalten lassen können.
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The Northman [2022]
Wenn sich das Publikum bei Robert Eggers’ The Northman womöglich bei nichts einig sein wird, dann dass die düstere Geschichte das intensivste Filmerlebnis des bisherigen Kinojahres darstellt. Ob es diesbezüglich noch übertroffen wird, darf wenigstens angezweifelt werden. Gekleidet in raue Bilder und mit einer körperlich spürbar geforderten Besetzung veredelt, erzählt der Filmemacher eine kompromisslose Wikingergeschichte, wie man sie so noch nicht gesehen hat. So eindrucksvoll das aus vielerlei Gründen ist, zugänglich ist es kaum.
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Gunda [2020]
Viktor Kosakovskiys Gunda ist kein Film für ein großes Publikum. Dabei ist sein experimenteller Dokumentarfilm ein Porträt, das von ein größtmöglichen Zahl an Menschen gesehen werden sollte, um ein Verständnis für Geschöpfe zu schaffen, mit denen viele meist nur in verarbeitetem Zustand in Kontakt kommen. Ruhig, meditativ und mit ebenso schönen wie tragischen Einstellungen versehen, gelingt ihm dabei ein Blick nicht auf diese Tiere herab, sondern aus ihrer Perspektive heraus. Das besitzt durchaus etwas Verzauberndes.
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Eingeschlossene Gesellschaft [2022]
Wäre Sönke Wortmanns Eingeschlossene Gesellschaft eine Schulaufgabe in der Oberstufe, das Urteil darüber könnte „Themaverfehlung“ lauten. Nur die Benotung gestaltet sich schwierig, denn handwerklich gibt es an der minimalistisch konzipierten Komödie kaum etwas zu bemängeln und die Besetzung ist nicht nur toll zusammengestellt, sondern agiert durchweg bemerkenswert. Aber obwohl hier interessante Ansätze vorhanden sind und im Mittelteil kurz aufgegriffen werden, wird der Film diesen nur (zu) selten gerecht.
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Phantastische Tierwesen: Dumbledores Geheimnisse [2022]
Sowohl in Anbetracht der namhaften Beteiligten vor wie hinter der Kamera als auch nach den vielversprechenden Ansätzen des vorigen Teils Reihe, ist David Yates’ Film in gewisser Hinsicht eine Enttäuschung. Weder wird die große Hintergrundgeschichte angemessen weiter-, noch werden die Höhepunkte in ihrer Tragweite so mitreißend erzählt, dass eine greifbare Spannung aufkommt. Und doch blitzt bei Phantastische Tierwesen: Dumbledores Geheimnisse durch, was die Verantwortlichen hätten präsentieren können.
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The Contractor [2022]
Welchen Film Regisseur Tarik Saleh basierend auf dem Drehbuch von J.P. Davis auch immer erzählen wollte, man darf bezweifeln, dass The Contractor der ursprünglichen Vision besonders nahekommt. Anfangs Militärdrama und später Actionthriller, weiß der Film weder aus seiner Idee, noch seiner mit bekannten Namen gespickten Besetzung allzu viel zu machen. Dass er zudem je länger er dauert, umso mehr auseinanderfällt, inhaltlich wie was die Umsetzung anbelangt, passt gewissermaßen ins Gesamtbild.
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Rot [2022]
Es wundert nicht, dass so viele Geschichten über das Erwachsenwerden erzählt werden, immerhin ist es ein ebenso elementarer Bestandteil des Lebens, wie unterschiedlich für jede und jeden Einzelnen. Doch eine Geschichte wie diejenige von Regisseurin Domee Shi in dem Animationsfilm Rot, hat das Publikum wahrlich noch nicht gesehen. Anstatt diese körperliche wie geistige Veränderung als Drama zu verarbeiten, packt sie die Erfahrung in eine schrill-bunte Komödie, die erfrischender – und lehrreicher – nur schwer sein könnte.
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Nightmare Alley [2021]
So einzigartig und sehenswert zahlreiche seiner bisherigen Filme bereits gewesen sind, mit der Adaption des aus dem Jahr 1946 stammenden, gleichnamigen Romans von William Lindsay Gresham, präsentiert Regisseur Guillermo del Toro seine beste Arbeit bislang. Nightmare Alley ist ein handwerklich ebenso fabelhaft umgesetzter wie opulent ausgestatteter Film, der seine zentrale Figur so präzise seziert, dass die letzten Momente eine ergreifende Tragik entfalten.
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L.A. Confidential [1997]
Basierend auf dem gleichnamigen Roman aus dem Jahr 1990 von James Ellroy, erzählt Filmemacher Curtis Hanson in L.A. Confidential einen Neo-Noir-Crime-Thriller, der hinsichtlich der Inszenierung modern und der Ära, in der er spielt, authentisch angemessen erscheint. Von einer fantastischen Besetzung veredelt, gelingt dem Film das erzählerische Meisterstück, eingangs unsympathische Figuren vorzustellen, um den Blick des Publikums Stück für Stück zu erweitern und sie auf diese Weise zu rehabilitieren. Das ist so fordernd wie beeindruckend.
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Morbius [2022]
Ein wenig fühlt sich Morbius an, als hätten die seit beinahe 15 Jahren mit unbändigem Erfolg das Kino erobernden Marvel-Comicverfilmungen den Weg zu ihren frühen Ursprüngen zurück gefunden. Nicht nur, was die inhaltliche Ausrichtung anbelangt, auch die Erzählweise zusammen mit ihren vielen Klischees. Ähnlich wie die beiden Venom-Verfilmungen der jüngsten Zeit, richtet sich Daniel Espinosas Adaption der Comic-Vorlage an ein spezielles Publikum. Das müsste nicht unbedingt ein Kritikpunkt sein.
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Sonic the Hedgehog 2 [2022]
Filmemacher Jeff Fowler bietet mit seiner Fortsetzung zu Sonic the Hedgehog genau das, was Fans des ersten Films von einem zweiten Teil erwarten würden. Mit halsbrecherisch schnellen Szenen des blauen Igels erzählt und für Erwachsene teils schmerzhaftem Slapstick-Humor versetzt, bietet Sonic the Hedgehog 2 von allem mehr, als der Vorgänger. Mit dabei ist auch wieder eine nette Botschaft, eingebettet in eine nie bösartige Story, die die Figuren zwar etwas erweitert, aber nur wenig entwickelt.
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Ambulance [2022]
Im Remake des beinahe eine Stunde kürzeren, dänischen Films zeigt Filmemacher Michael Bay, wie eine Mischung der Genreklassiker Heat und Speed aussehen könnte. Was sich nach einer schrecklichen Idee anhört, ist als das, was ich es sein will, erstaunlich konsequent. Ambulance fühlt sich an wie ein zweistündiger Adrenalinrausch. Das ist länger, als es zum Teil Spaß macht und mitunter zu viel zu laut, aber Fans von geradlinigen Actionfeuerwerken ohne Tiefgang können auf ihre Kosten kommen.
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JGA: Jasmin. Gina. Anna. [2022]
Das Beste an Alireza Golafshans Komödie JGA: Jasmin. Gina. Anna. ist, dass es für absehbare Zeit wohl kaum schlimmer kommen kann. Egal, welchen Aspekt man sich hier ansieht, sie sind im günstigsten Moment durchschnittlich, meistens jedoch auf eine das Publikum geradezu beleidigende Art und Weise weit darunter. Man kann es niemandem verdenken, weder Frau, Mann, Kind noch Maus, wenn sie nach spätestens der Hälfte des Films abbrechen.
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The Adam Project [2022]
The Adam Project ist der neueste Film von Ryan Reynolds, in dem er neben gelegentlichen Momenten, in denen er seine Filmfigur Adam Reed verkörpert, hauptsächlich sich selbst vor der Kamera darstellt. Sein Charme und insbesondere der von Co-Star Walker Scobell, der eine jüngere Version von Reynolds spielt, trösten über weite Strecken darüber hinweg, dass Shawn Levys spürbar von Science Fiction-Familienabenteuern der 1980er-Jahre inspirierter Film außer seiner Besetzung nur wenig vorzuweisen hat.
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La Abuela - Sie wartet auf dich [2021]
Trailer und Medien-Cover von Paco Plazas La Abuela – Sie wartet auf dich vermitteln den Eindruck eines effektvollen Horrorfilms. Der Ansatz, den der Regisseur hier wählt, ist indes ein anderer und genau dieser sorgt auch dafür, dass man als Zuschauer am Ende zwiegespalten zurück bleibt. Trotz handwerklicher und darstellerischer Finesse kann das Ergebnis nicht vollends überzeugen. Doch das bedeutet nicht, dass der Film nicht sehenswert wäre. Im Gegenteil.
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Die Gangster Gang [2022]
Die Gangster Gang versprüht vom ersten Moment an den Charme unbeschwerter Caperfilme, durch den Filmemacher Steven Soderbergh seine Ocean’s-Reihe zu solchem Erfolg geführt hat. Angesiedelt in einer Welt, in der Menschen und anthropomorphe Tiere zusammenleben, ist die Präsentation geradezu ansteckend lässig und die Protagonisten, auch wenn sie Gangster sind, so sympathisch, dass man mit ihnen lachen kann. Mit eindeutiger Botschaft und hohem Spaßfaktor eignet sich das für die ganze Familie.
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Petite Maman - Als wir Kinder waren [2021]
In Petite Maman - Als wir Kinder waren trifft die achtjährige Nelly auf ihre Mutter Marion, als auch diese acht Jahre alt war. Céline Sciammas überraschend herzliches Drama, bei dem es viele Momente gibt, in denen sich ein warmes Gefühl beim Publikum ausbreitet, erzählt von Ängsten und Verständnis. Der Fantasyaspekt der Geschichte spielt dabei nie eine wirkliche Rolle und doch regt gerade der letzte Moment zum Nachdenken an. Berührend und dezent gespielt, gibt es hier Einiges zu entdecken.
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The North Sea [2021]
Das norwegische Katastrophendrama The North Sea setzt auf dieselben Elemente, die auch Hollywoodproduktionen von einst – wie in geringerem Umfang auch heute – zu packenden Erlebnissen haben werden lassen. Dass das Undenkbare hier vor Europas Haustüre geschieht, macht das Gezeigte nur greifbarer. Doch so gelungen Vieles ist und so sehenswert das Ergebnis, hätten sich die Verantwortlichen etwas mehr Zeit genommen, das Unglück für das Publikum nachvollziehbar aufzubauen, würde das Gezeigte mehr mitreißen.
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Blue Bayou [2021]
Justin Chons sehr persönlich wirkendes Drama Blue Bayou erzählt von Menschen, die durch ein unmenschliches System entwurzelt werden. Berührend und authentisch gespielt, insbesondere in den letzten Momenten, ist das wichtig, selbst wenn das Thema hierzulande – glücklicherweise – so nicht existiert. Auf eine beinahe dokumentarisch ungeschminkte Art in Szene gesetzt, ist dies ein ebenso sehenswerter wie starker Beitrag, obwohl die Symbolik etwas zu viel Platz einnimmt und der Filmemacher sich in der zweiten Hälfte mehr Zeit nimmt, als er müsste.
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Malignant [2021]
James Wans Horror-Thriller Malignant ist ein zwiespältiger Film, wobei hier kein Wortwitz beabsichtigt ist. So unerwartet und bemerkenswert es ist, dass eine solch merklich aufwändige Produktion, angesiedelt in einem Genre, das traditionell kein großes Publikum anlockt, überhaupt existiert und so beeindruckend die handwerkliche Umsetzung ist, inhaltlich wird die Geschichte ihrem eigenen Anspruch nicht gerecht und Teile davon erzielen genau die entgegensetzte Wirkung, die sie offenbar erreichen wollen.
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The Batman [2022]
Matt Reeves’ The Batman ist mit vielen derselben Figuren gespickt, die man aus vorigen Leinwandinkarnationen des Comichelden kennt. Und doch ist diese Interpretation mit keiner anderen Realverfilmung vergleichbar. In beinahe drei Stunden erzählt der Filmemacher kein Superheldenabenteuer, sondern in einem düsteren Noir-Crime-Thriller eine Detektivgeschichte voller konfliktbehafteter Figuren. Das ist auf eine beinahe erschlagende Weise beeindruckend.
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Cyrano [2021]
Joe Wrights Musical-Drama Cyrano ist keine Biografie der gleichnamigen historischen Person Cyrano de Bergerac, sondern eine Adaption des französischen Versdramas. Solche Adaptionen gab es einige und das Thema der gutherzigen und wortgewandten Hauptfigur mit einer körperlichen Auffälligkeit wurde unzählige Male aufgegriffen. Hier ist es einerseits die Besetzung, die aufhorchen lässt, andererseits die Herangehensweise eines Musicals an die Geschichte. Ersteres ist sehr gelungen, letzteres nicht ganz so sehr.
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Till Death – Bis dass dein Tod uns scheidet [2021]
S.K. Dales Spielfilmregiedebüt Till Death – Bis dass dein Tod uns scheidet ist offenbar mit kleinem Budget umgesetzt, die Besetzung auf wenige Akteure reduziert und die Handlung auf ein sehr begrenztes Areal beschränkt. Doch diese Einschränkungen weiß der Filmemacher mehr für sich zu nutzen, als viele andere, die grob geschnitzte Geschichten mit großen Hollywoodnamen umsetzen. Das ergibt am Ende einen Thriller, der sich seiner Schwächen wohl bewusst, aber in vielen Belangen so solide umgesetzt ist, dass es mehr als überrascht und unterhält.
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Der 13. Krieger [1999]
Wie John McTiernans Verfilmung der Romanvorlage von Michael Crichtons eigentlich aussah, wird das Publikum vermutlich nie erfahren. Nach vernichtenden Testvorführungen mit neuen Szenen, einem neuen Ende sowie einem anderen Komponisten versehen, ist Der 13. Krieger kein Film, der einer ursprünglichen Vision entspricht. In gewisser Weise sieht man dies dem Werk auch an, doch was hier bedeutend besser gelingt als erwartet, ist die beunruhigend packende Atmosphäre der Erzählung.
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Belfast [2021]
In seiner jüngsten Regiearbeit Belfast nimmt Filmemacher Sir Kenneth Branagh das Publikum mit auf eine Reise ins Jahr 1969 in die Titel gebende, nordirische Hauptstadt. Er erzählt dort eine Geschichte, die so persönlich wirkt, als würde er mehr als ein Einblick in seine eigenen Erfahrungen geben. Vor dem Hintergrund der Unruhen ist dies ein Porträt der Menschen jener Stadt zu jener Zeit. Nicht verurteilend, aber mit einer geradezu greifbaren Empathie, die über die Leinwand springt.
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Uncharted [2022]
In Uncharted macht sich ein im Vergleich zur Videospielvorlage deutlich jüngerer Nathan „Nate“ Drake auf, den verschollenen Goldschatz des portugiesischen Seefahrers Magellan zu finden. Prominent besetzt, klingt das nach einem Erfolgsrezept für gute Unterhaltung als Actionabenteuer. Aber auch wenn dieses Versprechen zu einem gewissen Teil eingehalten wird, verhindert die handwerkliche Umsetzung hier den Beginn einer neuen Genreikone.
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Das Mädchen mit den goldenen Händen [2021]
Das Spielfilmregiedebüt von Katharina Marie Schubert, Das Mädchen mit den goldenen Händen, legt den Finger in eine Wunde der Gesellschaft, die nie verheilt ist und deren Auswirkungen immer spürbarer werden. Doch so gelungen das zentrale Charakterporträt und so treffend die Analogien, es gibt hier zahlreiche Elemente, die nicht weiterverfolgt werden und die Figuren sind so schweigsam, dass die daraus erwachsenden Konflikte stark forciert erscheinen.
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Der Pfad [2021]
Das Drama Der Pfad erzählt die Flucht eines Vaters und seines Sohnes vor den Nazis im Jahr 1940 wie ein Abenteuer für Hauptfigur Rolf. Das klingt, insbesondere vom Standpunkt eines erwachsenen Publikums aus, als wäre es der Thematik nicht angemessen. Tatsächlich funktioniert es besser, als man erwarten würde, doch in vielerlei Hinsicht umgehen die Verantwortlichen Konfrontationen, die für die Entwicklung der Figuren notwendig wären.
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Marry Me – Verheiratet auf den ersten Blick [2022]
Man kann Marry Me – Verheiratet auf den ersten Blick als ein Film der verpassten Chancen sehen, doch diese Kritikpunkte gehen am Kern vorbei, denn für ein Publikum, das auf der Suche nach genau einer solchen Geschichte ist, etwas schnulzig, durchaus amüsant und stellenweise mit spürbar Charme umgesetzt, bringt Kat Coiros Film all dies mit und noch mehr. Jennifer Lopez und Owen Wilson verleihen der Besetzung genügend Herz, dass man mit ihnen lächelt, und als sicher seichte, aber doch recht romantische Unterhaltung, ist das gelungener, als es auf den ersten Blick scheinen mag.
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Tod auf dem Nil [2022]
Es ist ein Satz, den man meist von einem älteren Publikum hört: „Solche Filme werden heute nicht mehr gemacht“. Regisseur Kenneth Branagh scheint sich genau das zu Herzen genommen zu haben und präsentiert mit dem nächsten Fall von Meisterdetektiv Hercule Poirot einen geradezu erfrischend klassischen Krimi mit einer Star-Besetzung vor opulenter Kulisse. Dank toller Dialoge und einiger preiswürdiger Darbietungen ist Tod auf dem Nil für Genrefans mehr als sehenswert. Trotz eines auffallend sichtbaren Kritikpunkts.
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Was geschah mit Bus 670? [2020]
Es klingt wie eine harmlose Frage: Was geschah mit Bus 670? Sie ist der Ausgangspunkt für eine Suche, die die Mutter Magdalena auf sich nimmt, um ihren Sohn Jesús zu finden. Der war mit einem Freund zusammen auf dem Weg zur mexikanisch-amerikanischen Grenze und ist spurlos verschwunden. So zermürbend die Ungewissheit um seinen Verbleib, was sie schließlich entdeckt, wird ihre schlimmsten Befürchtungen weit übertreffen. Und das Publikum gleichermaßen erschüttern.
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Moonfall [2022]
Roland Emmerichs Moonfall ist ein Film, der seinem Publikum ein Schleudertrauma zufügen kann, denn wer nicht bereits während des Vorspanns sämtliche Gehirnfunktionen bis auf die überlebensnotwendigen einstellt, wird aus dem Kopfschütteln nicht herauskommen. Dabei ist von der handwerklichen und erzählerischen Routine des Filmemachers, ganz zu schweigen von jeglicher Finesse, hier nichts zu sehen.
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Promising Young Woman [2020]
Regisseurin Emerald Fennell gelingt mit Promising Young Woman ein Film, bei dem man bereits von den ersten Minuten an mit Händen zu greifen weiß, worum es im Kern geht, selbst wenn der Film die Begrifflichkeiten dafür nie ausspricht. Teils schwarzhumoriges Drama, teils Krimi, ist dies vor allem von Carey Mulligan herausragend gespielt und mit einer Atmosphäre eingefangen, die gleichermaßen Gänsehaut und Unbehagen versprüht. Dabei kann man den Titel bereits so zweideutig interpretieren wie die Hauptfigur selbst auftritt.
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Die zwölf Geschworenen [1957]
Nach dem Erfolg eines live aufgeführten Fernsehspiels adaptierte Filmemacher Sidney Lumet das Kammerspiel Die zwölf Geschworenen als seine erste Kinoregie. Mit Henry Fonda in der Rolle des Geschworenen, der nicht zweifelsfrei von der Schuld eines wegen Mordes angeklagten jungen Mannes überzeugt ist, gelingt ihm dabei ein Stück Filmgeschichte, dessen inhaltliche Aussagen heute wie damals Bestand haben. Es ist ein Drama, welches das Publikum mit sich selbst konfrontiert, auf eine demaskierende Art und Weise.
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Wunderschön [2022]
Karoline Herfurths dritte Spielfilmregiearbeit Wunderschön ist ein geradezu entzauberndes Filmerlebnis. Es ist ein Drama mit zahlreichen deutschen Stars, aber ohne Glamour. Ein Blick hinter die Fassaden in den Alltag von fünf Frauen in unterschiedlichen Phasen ihres Lebens, die alle an den Erwartungen, die andere und sie selbst an sich stellen, zu zerbrechen drohen, oder es bereits sind. Erzählt ist dies auf eine unmittelbare Art und Weise, die berührt und bewegt, durch alle Altersgruppen hinweg.
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Licorice Pizza [2021]
Licorice Pizza, der neueste Film von Paul Thomas Anderson, erzählt vom Erwachsenwerden und der ersten großen Liebe in den frühen 1970er-Jahren. Das wäre für sich genommen nichts Bemerkenswertes, doch es gelingt dem Regisseur auch dank einer ungewöhnlichen Besetzung ein natürlicher Blick auf seine Figuren und ihre Reise, der obwohl er nur selten packend erzählt ist, durch seine Herzlichkeit und seine Authentizität durchweg interessiert und ja, auch fesselt.
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Helden der Wahrscheinlichkeit - Riders of Justice [2020]
Anders Thomas Jensens Helden der Wahrscheinlichkeit - Riders of Justice handelt weniger von Wahrscheinlichkeiten als von Kausalität, davon, wie bestimmte Dinge zusammen hängen und mit welcher Wahrscheinlichkeit sie sich vorhersagen lassen. Eingebettet in eine teils bitterböse, actionreiche Komödie, ist dies im Kern ein Drama mit emotional „beschädigten“ Figuren im Zentrum. Das klingt wie eine kaum vereinbare Mischung, ist aber in vielerlei Hinsicht mehr als gelungen.
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Sing - Die Show deines Lebens [2021]
Für manche Eltern wird Sing - Die Show deines Lebens eine geradezu toxische Mischung aus Humor, putzig animierten Figuren sowie vor allem Musik- und Tanzeinlagen darstellen, denn mit seinen drei Dutzend Songs finden Kinder genügend Ohrwürmer, die sie in Dauerschleife werden abspielen wollen. Man muss den Verantwortlichen jedoch zugutehalten, dass sie ihrem Zielpublikum ein paar Botschaften mit auf den Weg geben und die temporeiche Präsentation durchaus zu unterhalten vermag.
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Der Spion [2020]
In einer Zeit, in der Superhelden mit übermenschlichen Fähigkeiten das Publikum in die Kinos locken, ist Dominic Cookes Film Der Spion eine geradezu erdende Erfahrung. In dem auf Tatsachen basierenden Spionagedrama, dessen Originaltitel („Der Kurier“) deutlich passender ist, stehen zwei Männer im Zentrum, die zu Helden werden, obwohl sie keine Superkräfte besitzen. Dass sie dennoch ihr Leben aufs Spiel setzen, um die Welt zu einem sichereren Ort zu machen, macht ihren Mut nur umso inspirierender.
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After Love [2021]
Mit After Love geht die Lovestory um den alkoholsüchtigen Hardin Scott und die gütige Tessa Young in eine weitere Runde. Basierend auf der erfolgreichen Buchvorlage, muss man Castille Landons Film immerhin zugute halten, dass sie im Gegensatz zum zweiten Film nicht erneut die Story des ersten wiederholt. Doch das ist nur ein kleiner Trost in Anbetracht der Tatsache, dass hier im Grunde gar nichts passiert. Vielmehr ist die hauchdünne Story nur eine Vorbereitung auf den kommenden (und hoffentlich letzten) Teil der Reihe.
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Das Ding aus einer anderen Welt [1982]
Bei seiner Kinoveröffentlichung wäre Das Ding aus einer anderen Welt beinahe in der Versenkung verschwunden. Blickt man knapp 40 Jahre nach Veröffentlichung darauf zurück, kann man vielleicht gerade auf Grund der zahlreichen Einflüsse des Films auf Film- und Fernsehproduktionen besser wertschätzen, was Filmemacher John Carpenter und den Beteiligten gelungen ist: Einer der besten, beängstigendsten und teilweise abstoßendsten Horrorklassiker überhaupt, der in seiner Wirkung unerreicht ist.
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2001: Odyssee im Weltraum [1968]
Anstatt sich in 2001: Odyssee im Weltraum lediglich mit einer möglichen Zukunftsvision zu beschäftigen, geht Filmemacher Stanley Kubrick zusammen mit Science Fiction-Autor Arthur C. Clarke, mit dem er auch die Vorlage schrieb, in seinem Genre prägenden Klassiker deutlich weiter und stellt Fragen und Konzepte vor, mit denen wir uns zum Teil heute noch auseinandersetzen und die philosophische Diskussionen seit Jahrzehnten beflügeln. Doch aus erzählerischer Sicht ist das schwierig.
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Scream [2022]
Der fünfte Teil der Reihe Scream liefert selbst die Erklärung, was er ist. Ein Requel, ein Remake und ein Sequel in einem, in dem Teile der Originalbesetzung wieder auftreten und der am Ende ganz zum Anfang zurückfindet. Das hört sich wie eine schreckliche Idee an, doch was den beiden Filmemachern Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett hier gelingt, ist sichtlich eine Hommage an das Original, doch mit einer eigenen Handschrift erzählt, die neue Zuschauerinnen und Zuschauer überzeugen kann.
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The 355 [2022]
Filmemacher Simon Kinberg, der mit seinem Spielfilmregiedebüt X‑Men: Dark Phoenix gewissermaßen den Sargnagel jenes Comicfilm-Franchise inszenierte, präsentiert mit The 355 einen Agententhriller, der in seinem Verlauf nur frustrierender wird. Frustrierend deshalb, da sich das darin schlummernde Potential ebenso deutlicher abzeichnet wie die Schwächen, die verhindern, dass die erlesene Besetzung um vier starke Frauenfiguren dieses Potential auch auszuschöpfen vermag.
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Red Notice [2021]
Ein Großteil des Publikums beklagt nicht zu Unrecht regelmäßig, dass Hollywood mehr bekannte Reihen fortsetzt, als eigenständige Geschichten zu erzählen. Eine Fortsetzung ist Rawson Marshall Thurbers’ Actionkomödie Red Notice nicht, aber anstatt eine wirklich eigene Story zu erzählen, mixt der Filmemacher zahlreiche bekannte, weit bessere Ideen hier neu zusammen und präsentiert sie in einer Art und Weise, die man trotz des Aufwands nicht besser als als „faul“ bezeichnen kann.
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The King’s Man - The Beginning [2021]
Mit The King’s Man - The Beginning präsentiert Filmemacher Matthew Vaughn ein zu Beginn des letzten Jahrhunderts angesiedeltes Prequel, das die Ursprünge des Kingsman-Geheimdienstes erläutert. So interessant die Idee und so einladend die Besetzung, degradieren die Verantwortlichen verheerende Epochen der europäischen und Weltgeschichte hier zu einem geradezu gesichtslosen Hintergrundrauschen. Bei alledem fehlt neben inhaltlichem Zusammenhalt vor allem historischer Kontext.
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Schwanengesang [2021]
Das Drama Schwanengesang stellt das Konzept von Hinterbliebenen, die um eine verstorbene Person trauern, auf den Kopf. Gleichzeitig stellt Filmemacher Benjamin Cleary in seinem Spielfilmregiedebüt, so wie es gute Science Fiction immer tut, relevante gesellschaftliche Fragen und konfrontiert das Publikum mit einem ethischen Dilemma, dem sich die Menschen vermutlich irgendwann einmal werden stellen müssen. Das ist ruhig erzählt, aber so fabelhaft präsentiert und eindringlich gespielt, dass es fesselt.
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Der Rosengarten von Madame Vernet [2020]
Pierre Pinauds Der Rosengarten von Madame Vernet fühlt sich in vielerlei Hinsicht persönlicher an, als man erwarten würde. In seiner warmherzigen Komödie stellt der Filmemacher mehrere Figuren vor, die für sich genommen regelrecht einsam sind. Es dauert lange, ehe sie bemerken, wie gut sie miteinander harmonieren und zuzusehen, wie diese Verbindung entsteht, macht den Reiz des Films aus. Dies und die farbenfrohe Inszenierung, bei der man den Duft der „Königin der Blumen“ beinahe erschnuppern kann.
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No Sudden Move [2021]
Steven Soderberghs No Sudden Move ist hinsichtlich der Stimmung schwer zu beschreiben. Obwohl es zahlreiche unterhaltsame oder lustige Momente gibt, ist dies keine Komödie und trotz der Genreeigenschaften eines Noir-Krimis, ist er auch dieses nicht ganz. Toll besetzt und tadellos ausgestattet, ist nicht nur die eigenwillige Optik mit starken Verzeichnungen am Rand auffällig, sondern auch die Tatsache, dass sich der Film nie wirklich entscheiden will, was für eine Art Geschichte er erzählt.
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Matrix Resurrections [2021]
Die Skepsis war groß, als Lana Wachowski, die mit ihrem Bruder die Matrix-Filme erschaffen hatte, eine Fortsetzung ankündigte. Herausgekommen ist mit Matrix Resurrections ein Sequel, das sich nicht nur sehr viel auf seine Vorgänger bezieht, sondern der Erzählung des ersten Films lange Zeit geradezu versessen folgt. Dass es den Verantwortlichen trotz allem gelingt, diese Figuren auf so überzeugende Weise erneut zum Leben zu erwecken, wird Fans freuen, wie auch das Ende, das mehr ermöglicht.
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Spider-Man: No Way Home [2021]
Das dritte Soloabenteuer mit Tom Holland in der Rolle des Titel gebenden Comichelden in Spider-Man: No Way Home fühlt sich an, als wollte Filmemacher Jon Watts nicht nur die Geschichte seines Protagonisten zu einem Abschluss bringen, sondern auch die übrigen Inkarnationen des Comichelden, die in den vergangenen 20 Jahren über die Leinwand flogen. Gleichzeitig versprüht das Abenteuer, in dem Doctor Strange eine große Rolle spielt, das Flair eines Aufbruch in eine neue Zeit. Es ist ein Spagat, der nicht immer gelingt.
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Annette [2021]
Leos Carax’ Annette ist gelinde gesagt ein seltsames Filmmusical. Er ist unzweifelhaft ein Erlebnis, ob es aber eines ist, das die geneigte Zuschauerschaft gern ungesehen machen würde, steht auf einem anderen Blatt. Zumindest für diesen Kritiker zerbricht der Film an der Frage, ob er so eigenwillig erzählt ist, weil die Geschichte nur so oder wenigstens am besten so erzählt werden kann, oder ist die Art der Erzählung eher dem Umstand geschuldet, weil sie so für mehr Diskussionen sorgen wird? Eine subjektive Antwort darauf fällt nicht schwer.
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Dinner for Two [2021]
Das dänische Drama Dinner for Two entwickelt sich gänzlich anders, als es die ersten Minuten oder gar das erste Drittel erahnen lassen. Anstatt eine Geschichte davon zu erzählen, wie ein aufstrebender Koch in Kopenhagen seinen Traum vom eigenen Michelin-Stern wahrmacht, zeichnet Regisseur Christoffer Boe nach, welche Charaktere überhaupt geneigt sind, eine solch prestigeträchtige Auszeichnung zu erhalten und was sie auf dem Weg dorthin bereit sind, dafür zu opfern.
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House of Gucci [2021]
In House of Gucci schildert Filmemacher Ridley Scott von den Machtkämpfen und Intrigen hinter den Kulissen eines der erfolgreichsten Modehäuser der Welt, hauptsächlich in den 1980er-Jahren. Doch er entscheidet sich dabei nicht, welche Art Film er eigentlich erzählen möchte. So fühlt sich der mit einer exzellenten Besetzung und geradezu erschlagender Ausstattung versehene Film an, wie ein auf Hochglanz poliertes all inclusive Buffet. Von Drama zu überzeichnet präsentiertem Slapstick-Humor bis hin zu Mord ist alles vertreten. Nur ein roter Faden fehlt bei alledem.
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Encanto [2021]
Insbesondere ein älteres Publikum wird erkennen, dass die Gesangseinlagen im 60. Kinofilm der Disney Animation Studios hauptsächlich deshalb Teil der Erzählung sind, weil das Studio damit das nächste, erfolgreiche Bühnenmusical vorbereiten kann. Trotz ihrer eingängigen Präsentation, sind die Songs wohl die offensichtlichsten Kritikpunkte. Aber auch dank ihnen ist Encanto ein ebenso lebendiges wie rhythmisches Märchen für die und über die ganze Familie. Was kann es gerade jetzt Schöneres geben?
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Respect [2021]
Filmemacherin Liesl Tommy nähert sich in der Biografie Respect dem Leben der unvergleichlichen „Queen of Soul“, Aretha Franklin. Sie tut dies hinsichtlich ihrer musikalischen Errungenschaften greifbar und auf einnehmende Weise, doch was die private Person hinter der Künstlerin anbelangt, gelingen ihr nur flüchtige Blicke auf ein bewegtes Leben. Gerade durch die tolle Musik einnehmend umgesetzt, steht im Zentrum eine Oscar-würdige Darbietung von Jennifer Hudson, bei deren Gesangseinlagen einem beinahe die Luft wegbleibt.
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Der Mauretanier [2021]
Filmemacher Kevin Macdonald blickt in seinem auf Tatsachen basierenden Drama Der Mauretanier hinter den Stacheldraht des Gefangenenlagers der Guantanamo Bay Naval Base, wo Mohamedou Ould Slahi, mehr als 14 Jahre festgehalten wurde. Dass seine Erlebnisse überhaupt bekannt wurden, könnte als ein Sieg für den Rechtsstaat gewertet werden, doch was ihm widerfahren ist, sollte alle, die dieser Rechtsstaat repräsentiert, beschämen.
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Ghostbusters: Legacy [2021]
Dem Titel Ghostbusters: Legacy wird Regisseur und Ko-Autor Jason Reitman durchaus gerecht. Man hat sogar das Gefühl, als würde er nicht wollen, dass der enttäuschende zweite Teil der vier Geisterjäger in New York, oder gar Paul Feigs Ghostbusters das Vermächtnis jener seit beinahe 40 Jahren beliebten Figuren darstellt. So schön es ist, dem beizuwohnen und so respektvoll der Umfang mit dem Vermächtnis, es ist in gewisser Weise auch die Achillesferse des Fantasyabenteuers.
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Die Addams Family 2 [2021]
Bei allen Schwächen konnte man dem Animationsfilm Die Addams Family wenigstens zugute halten, dass die Verantwortlichen in ihrer wenig subtilen Geschichte ein paar Aussagen verbargen, die das Publikum mitnehmen konnte. In Die Addams Family 2 machen sich die aus dem ersten Teil bekannten Regisseure diese Arbeit nicht. Anstatt die Figuren zu vertiefen, oder eine Story mit einer Bedeutung zu erzählen, wirkt die Fortsetzung wie ein bunter Kaugummi, der trotz künstlicher Geschmacksstoffe doch den Hunger nicht stillt.
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Scream - Schrei! [1996]
Nicht zuletzt durch seinen Genre prägenden Nightmare - Mörderische Träume zählt Filmemacher Wes Craven als einer der bedeutendsten Regisseure des Horrorgenres, das nach einer Hochzeit in den 1980er-Jahren Mitte der 90er zusehends an Popularität verloren hatte. Zusammen mit Drehbuchautor Kevin Williamson gelingt Craven in Scream - Schrei! eine unerwartete Überraschung: Ein Horrorfilm, der die Bedrohung für die Figuren ernst nimmt, während er die Genreklischees aufgreift, um sie vor den Augen des Publikums zu zerlegen.
Zum 25jährigen Jubiläum des modernen Klassikers veröffentlicht Paramount Pictures Scream - Schrei! zum ersten Mal in 4K Ultra-HD und in einer remastered Version auf Blu-ray. Auch die Heimkinoausgabe wird in unserer Review besprochen.
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Last Night in Soho [2021]
Es scheint beinahe, als würde kein derzeit aktiver Filmemacher oder Filmemacherin ein solches Augenmerk auf die Verbindung zwischen Bilder und Musik legen, wie Edgar Wright. Wie zuletzt ist die Musik in seinem neuen Werk Last Night in Soho Teil der Erzählung. Sie bestimmt hier aber weniger den Rhythmus, als die Stimmung. Die in Worte zu fassen, fällt schwer, immerhin handelt es sich im weitesten Sinn um eine Geistergeschichte, verborgen in einem Drama, verpackt in einen Krimi, der mehr als ein halbes Jahrhundert überspannt.
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Windstill [2020]
Nancy Camaldos Windstill erzählt in ruhigen, beobachtenden Bildern eine Geschichte von Menschen, die dabei sind, an ihrem Leben zu zerbrechen. Dabei spricht sie denjenigen, die sich in ähnlichen Situationen wiederfinden, aus der Seele. Eindrucksvoll gespielt und in prägnanten Einstellungen gefilmt, bleiben jedoch sämtliche Erzählstränge hierin unvollendet, was zu der berechtigten Frage führt, was das Publikum von dem beinahe zwei Stunden langen Drama mitnehmen soll.
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Ein Junge namens Weihnacht [2021]
Basierend auf dem gleichnamigen Kinderbuch, präsentiert Filmemacher Gil Kenan mit Ein Junge namens Weihnacht eine Ursprungsgeschichte im doppelten Sinne. Einerseits bezogen auf die eigentliche Bedeutung des Weihnachtsfestes, andererseits hinsichtlich des Weihnachtsmannes selbst, dessen Werdegang hier erzählt wird. Mit zunehmendem Verlauf richtet sich das an ein sehr junges Publikum, das dafür jedoch mit einer nicht nur schönen, sondern auch lehrreichen Geschichte belohnt wird.
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The New Mutants [2020]
Die Entstehungsgeschichte von Josh Boones The New Mutants ist derart verzweigt und interessant, dass eine ehrliche Retrospektive des Filmemachers überaus verlockend klingt. Sie wäre vermutlich interessanter als der letztendliche Film, der wohl den letzten im bisherigen X-Men-Universum darstellt, bis die Superhelden für das Marvel Cinematic Universe irgendwann wiederbelebt werden. Vielleicht ist aber gerade die komplizierte Entstehung auch der Grund, weswegen sich die Reihe nach einigen Höhepunkten selbst ins Aus katapultiert hat.
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Eternals [2021]
Wenn es die einzige Absicht des neuen Films im Marvel Cinematic Universe, ist, weitere Filme vorzubereiten, hat Filmemacherin Chloé Zhao mit Eternals ihr Ziel mehr als erreicht. Sei es mit der Andeutung am Ende, die einen weiteren Teil einläutet, oder den Szenen während sowie nach dem Abspann, die künftige Geschichten in die Wege leiten. Diese Anspielungen sind auch durchaus interessant, nur ist es ein schwacher Trost, wenn die – zugegebenermaßen sehr kurzweiligen – zweieinhalb Stunden zuvor eben das nur sporadisch sind.
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The House At Night [2020]
David Bruckners The House At Night ist ein Film, dessen Inhalt man insbesondere im letzten Drittel auf verschiedene Weisen interpretieren kann. Sie alle haben ihre Berechtigung und auch ihre Stärken. Und es ist nur ein Grund, weshalb dieses ruhig erzählte, atmosphärische Horrordrama so gelungen ist. Anstatt mit blutigen, brutalen Einstellungen zu schockieren, rückt die Geschichte die Dunkelheit in uns selbst ins Zentrum, die weitaus beunruhigender ist.
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Antlers [2021]
Lange Zeit erscheint Scott Coopers Antlers, als sei der Film ein Charakterdrama, verpackt in eine Gesellschaftsstudie, selbst wenn viele Momente unheimlich sind. Es dauert lange, ehe der Filmemacher sein Monster entfesselt, und wenn er es tut, bricht ein weiterer Horror über die Figuren herein. Doch so optisch umwerfend und atmosphärisch dicht dies dann inszeniert ist, es mangelt dem Drehbuch am Willen, die durchaus interessante Mythologie tatsächlich mit Leben zu füllen.
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Ron läuft schief [2021]
Der erste Spielfilm der Animationsschmiede Locksmith Animation, Ron läuft schief, bedient sich sowohl hinsichtlich der Geschichte als auch des Designs bei bekannten Genrevertretern. Nichts an der Science Fiction-Komödie ist wirklich neu oder überraschend. Aber es ist so warmherzig und unterhaltsam dargebracht, dass es die Wenigsten im Publikum stören dürfte. Nur die Aussage am Ende lässt aufmerksames Mitmenschen doch etwas verwundert zurück.
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Borga [2021]
Mit seinem Drama Borga verleiht Filmemacher York-Fabian Raabe denjenigen Menschen eine Stimme, über die meist nur dann berichtet wird, wenn die Gesellschaft versucht, sie hiervon auszuschließen. Mit einer spürbaren Authentizität erzählt, verhindert lediglich der fehlende inhaltliche Fokus, dass die Geschichte des Ghanaers Kojo, der versucht, in Deutschland Arbeit zu finden und dessen Weg ihn schließlich wieder zu seinen Wurzeln führt, dass der Film wohl ein so großes Publikum ansprechen wird, wie er eigentlich sollte.
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Venom - Let there be Carnage [2021]
Die Fortsetzung der Comic-Verfilmung Venom ist in etwa genau das, was man nach dem Erfolg des ersten Teils erwarten konnte, oder was Fans desselben wohl erhofft haben. Trotz einer anderen Story und einer deutlich reduzierten Laufzeit, werden inhaltlich dieselben Stationen besucht, ohne die Charaktere merklich zu entwickeln, so dass der mit dem Titel gebenden, außerirdischen Symbionten verschmolzene Reporter Eddie Brock am Ende von Venom - Let there be Carnage derselbe ist, der er zu Beginn bereits war.
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Special: Star Trek The Original 4-Movie Collection
Zum Jubiläums-„Star Trek Tag“ am 8. September 2021 veröffentlichte Paramount Pictures mit der Star Trek The Original 4-Movie Collection die ersten vier Kinofilme der langlebigen Science Fiction-Reihe erstmalig in einer remastered Version in 4K Dolby Vision und mit deutschem Dolby TrueHD Ton. Zudem wurde Star Trek: Raumschiff Enterprise – Die komplette Serie in einer limitierten Steelbook-Edition veröffentlicht. Wir besprechen die Discs der 4K Ultra-HD-Veröffentlichungen von Star Trek: Der Film (Kinofassung), Star Trek II: Der Zorn des Khan, Star Trek III: Auf der Suche nach Mr. Spock sowie Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart und wagen ein Ausblick, was Fans der Reihe in absehbarer Zukunft erwartet.
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The Last Duel [2021]
Es ist leicht, große Hollywoodproduktionen, die sich mit historischen Ereignissen befassen, für Ungenauigkeiten bei der Darstellung von geschichtlichen Geschehnissen zu kritisieren. Doch gerade im Fall von Ridley Scotts The Last Duel würde dies davon ablenken, dass sich der Filmemacher eines Themas annimmt, das nur oberflächlich vom letzten, von offizieller Stelle genehmigten Duell in Frankreichs Geschichte handelt, und stattdessen eines aufgreift, das aktueller oder wichtiger kaum sein könnte.
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The French Dispatch [2021]
Es fällt schwer, Wes Andersons The French Dispatch zu beschreiben. Ebenso den Inhalt wie die Wirkung. Die Geschichte beschreibt die letzte Ausgabe des fiktiven The French Dispatch of the Liberty, Kansas Evening Sun, angesiedelt in Frankreich nach dem Zweiten Weltkrieg. Es erweckt vier Artikel zum Leben und eine Rahmengeschichte. Vor allem aber ist es ein Spiegelbild für den Charme, die Überzeugungskraft und die Kuriositäten des Journalismus.
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The Tomorrow War [2021]
Einen Film zu drehen, ist in jedem Fall eine immense Herausforderung. Dies umso mehr, wenn es sich dabei um einen aufwändigen Studiofilm mit einem entsprechendem Budget und vielen Beteiligten handelt, und erst recht, wenn die Produktion während einer Pandemie stattfindet. Monatelange Dreharbeiten auf verschiedenen Kontinenten, Trickeffekte, die von den Verantwortlichen im Homeoffice fertiggestellt werden mussten, all das sind keine idealen Bedingungen – und doch nicht die Ursache, weshalb The Tomorrow War letztlich eine solch enorme Enttäuschung ist.
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Die Erfindung der Wahrheit [2016]
John Maddens Drama Die Erfindung der Wahrheit ist einer der selten gewordenen Filme, der seinem Publikum nicht haarklein vorgibt, in welchem Kontext er angesiedelt, oder was genau die Motivation der Figuren ist. Es ist eine Erzählung, die es verlangt, dass das Publikum nicht nur in der Lage ist, mitzudenken, sondern sich allein von Dialogen mitreißen zu lassen. Als solches ist die fiktive Nacherzählung einer Lobbyistin, die mit allen Mitteln versucht, ihr Ziel zu erreichen, nicht nur gelungen, sondern ausgesprochen sehenswert.
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The Game Changers [2019]
Die Dokumentation The Game Changers, die eine vegane Ernährungsweise bewirbt, ist in vielen Bereichen genau so, wie man es sich vorstellen würde. In manch anderen gelingt Filmemacher Louie Psihoyos ein überraschender Blick auf allgemeine Missverständnisse und grundlegend bekannte Informationen zu diesem Thema. Doch trotz der eingängigen Präsentation verschweigt die Dokumentation die Herausforderungen jener Ernährung sowie kritische Stimmen zu der Thematik.
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Escape Room [2019]
Adam Robitels Escape Room ist keineswegs der erste Film, der sich der Thematik der „Escape Room“-Rätselspiele annimmt, bei denen man in einen Raum eingeschlossen wird, und in einer bestimmten Zeit durch das Lösen von Rätseln den Weg heraus finden muss. Der Horrorfilm überzeugt allerdings sowohl durch seinen Einfallsreichtum als auch durch die gesamte Präsentation, die in vielen Momenten positiv überrascht. Wäre es nicht um das letzte Filmdrittel, wäre dies ein durchweg solider Genrefilm.
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James Bond 007 - Keine Zeit zu sterben [2021]
Mit beinahe zwei Jahren Verspätung, zum größten Teil nach Verschiebungen auf Grund der Corona-Pandemie, kommt James Bond 007 - Keine Zeit zu sterben endlich in die Lichtspielhäuser. Dass es der letzte Auftritt von Daniel Craig in der Rolle des Geheimagenten im Dienste Ihrer Majestät sein würde, war lange bekannt und auch. Der 25. Film der langlebigen Agenten-Reihe ist dabei ein überlanger und sehr lauter Action-Thriller geworden, der viele Elemente der frühen Filme aufgreift, gleichzeitig aber Wege geht, die Bond-Filmen noch nie beschritten haben.
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Titane [2021]
Wenn Julia Ducournau in ihrer zweiten nichts Anderes gelingt, dann wenigstens, dass das Publikum sprachlos zurückbleibt. Titane ist ein Film, der im Kern nicht von der Reise der Figuren handelt, falls sie eine solche überhaupt erfahren. Stattdessen geht es um die Transformation, die sie erleben. Dabei spielt die Filmemacherin mit Geschlechterrollen und geht in vielen Situationen über die Schmerzschwelle ihrer Zuschauerschaft hinaus. Das ist sicherlich einzigartig und in vielen Punkten eindrucksvoll, aber nur für ein kleines Publikum geeignet.
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Dune [2021]
Denis Villeneuves lang erwartete Verfilmung des Genre prägenden Science Fiction-Romans von Frank Herbert, ist ein Film, den man auf der größten Leinwand sehen sollte, die man finden kann. Nach mehreren mehr oder weniger erfolgreichen Adaptionen, ist Dune alles, was sich Fans des Genres erhoffen können. Es ist das erste Kinoerlebnis seit weit über 10 Jahren, das ein wahrlich episches Flair versprüht. Handwerklich fantastisch umgesetzt, ist es ein erster Schritt in eine Welt, die anders und so vielschichtig ist, dass man nicht mehr zurückkehren möchte.
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Atomkraft Forever [2020]
Der Titel von Carsten Raus Dokumentarfilm Atomkraft Forever ist so zweideutig wie das Thema selbst ambivalent. Die Kernenergie spaltet wie viele Themen unserer heutigen Zeit die Gesellschaft. Schon aus dem Grund, weil es keine einfachen Antworten gibt. Zu einer eigenen zu kommen, dazu fordert die Dokumentation ihr Publikum auf und schildert ruhig, strukturiert und offen, weshalb die drängendere Frage nicht ist, ob der Atomausstieg richtig oder falsch ist, sondern wie man mit den Hinterlassenschaften dieser Energiegewinnung umgeht.
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Stillwater - Gegen jeden Verdacht [2021]
Stillwater - Gegen jeden Verdacht ist nicht die Art Film, die man in Anbetracht des Inhalts erwarten würde. Noch ist es vermutlich die Art Film, die Regisseur Tom McCarthy erzählen wollte. Hört sich die Geschichte an wie ein Crime-Thriller, in dem ein Vater die Unschuld seiner Tochter beweisen möchte, ist das Ergebnis ein Charakterdrama, bei dem nie deutlich wird, auf welche Reise die Figuren entsandt werden sollen. So fällt es schwer, sie am Ende an irgendeinem Ziel zu sehen. Oder auch nur mit der Erkenntnis, was sie dorthin gebracht hat.
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Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings [2021]
Mit Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings startet das Marvel Cinematic Universe in seine nächste Phase. Wenn Destin Daniel Crettons Adaption der Comicvorlage ein Hinweis ist, in welche Richtung sich das entwickeln wird, werden vermutlich ebenso viele Fans aufatmen wie überrascht die Stirn in Falten legen. Denn die Geschichte bewegt sich spürbar weg vom Science Fiction-Charakter, hin zum magischen Flair eines Doctor Strange. Doch das muss nichts Schlechtes sein.
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Curveball - Wir machen die Wahrheit [2020]
So absurd die Geschehnisse in Johannes Nabers Politsatire Curveball - Wir machen die Wahrheit scheinen mögen, sie basieren, wie der Film zu Beginn feststellt, auf Tatsachen. Entsprechend bleibt dem Publikum zunehmend das Lachen im Halse stecken, wobei dies keine ausgesprochene Komödie ist. Doch kann man nicht anders, als angesichts der beinahe grotesken Entwicklungen und der gelungenen Situationskomik immer wieder zu lachen. Dabei sind die Auswirkungen des Gezeigten im Grunde mehr als traurig.
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Beckenrand Sheriff [2021]
Marcus H. Rosenmüllers Beckenrand Sheriff versucht, ein wenig von allem zu sein. In bisschen Integrationsgeschichte, ein wenig Kultur-Clash, ein Hauch von Gesellschaftskritik und ein Prise Liebesgeschichte. Das Ergebnis ist zumindest in der ersten Hälfte durchaus unterhaltsam, allen voran dank der gelungenen Besetzung. Aber auch, weil man davon ausgeht, dass all dies letztlich irgendwo hinführt. Die Richtung, die die Verantwortlichen im letzten Drittel aber einschlagen, ist so albern, dass es die gelungenen Ansätze beinahe mit Füßen tritt.
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Killer’s Bodyguard [2017]
Trotz nicht weniger und teils sehr offensichtlicher Schwächen, ist Patrick Hughes’ Actionkomödie Killer’s Bodyguard ein überraschend unterhaltsames Unterfangen. Dies liegt zum großen Teil an der Besetzung um Ryan Reynolds und Samuel L. Jackson, aber auch die Actionhighlights sind unerwartet mitreißend, was vor allem das Finale auszeichnet. Dabei nehmen die Verantwortlichen ihre Figuren trotz der überzogenen Momente ernst genug, dass einem nicht egal ist, was mit ihnen geschieht.
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Sechs Tage, sieben Nächte [1998]
Ivan Reitmans Sechs Tage, sieben Nächte ist ein Film, der nicht einmal ansatzweise das Potential seiner Idee zu nutzen weiß, bei dem aber alle Beteiligten so viel Spaß zu haben scheinen, dass man sich dennoch gut unterhalten lassen kann. Vor allem dank eines gut gelaunten Harrison Ford und Anne Heche, die beide mehr komödiantisches Talent vor der Kamera zeigen, als man ihnen zutrauen würde. Würde sich die Geschichte dieser Figuren wirklich annehmen und ihnen ein greifbareres Abenteuer zu bestreiten geben, hätte dies ein Klassiker sein können.
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Candyman [2021]
Von der ersten Minute an weiß Filmemacherin Nia DaCosta ihre späte Fortsetzung zum Horror-Kultfilm Candymans Fluch in ebenso faszinierende wie wohl ausgesuchte Bilder zu tauchen. Doch die Optik allein ist nicht der Grund, weshalb Candyman bedeutend relevanter ist, als die meisten Genrefilme der heutigen Zeit. Dies liegt an einer Story, der es gleichermaßen gelingt, das Franchise neu zu erfinden, wie Parallelen zur Welt jenseits der Leinwand aufzuzeigen. Trotz mancher Schwächen ist das so unerwartet wie sehenswert.
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Reminiscence: Die Erinnerung stirbt nie [2021]
Auch wenn Lisa Joys Reminiscence: Die Erinnerung stirbt nie sichtlich durch andere Genrevertreter inspiriert ist, es ist die Mischung der verschiedenen Einflüsse zusammen mit einer so detailreich gestalteten Welt, die hier heraussticht. In erlesene Bilder getaucht und durch starke Darbietungen veredelt, ist dies ein geradezu klassischer Noir-Krimi in einem modernen Gewand, der ein Publikum verlangt, das bereit ist, mitzudenken. Wenn auch nicht zu viel.
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Eine unbequeme Wahrheit [2006]
Wie bringt man einem Publikum ein Thema nahe, das die gesamte Menschheit vereint, eine umfassende Expertise erfordert und die eigene Lebensspanne überdauern wird? In seinen weltweiten Diavorträgen zum Thema Globale Erwärmung hat der ehemalige Politiker und sogar Beinahe-Präsident der Vereinigten Staaten, Al Gore, genau dies versucht und präsentiert mit Eine unbequeme Wahrheit einen ebenso verständlichen wie schockierenden Blick auf unsere Welt und worauf sie zusteuert, der 15 Jahre später nichts von seiner Aussage verloren hat. Ganz im Gegenteil.
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Escape Room 2: No Way Out [2021]
Für die Art Fortsetzung, die Escape Room 2: No Way Out sein möchte, ist das Ergebnis erstaunlicherweise weit weniger enttäuschend, als man vermuten würde. Tatsächlich strauchelt Filmemacher Adam Robitel erst im letzten Drittel, insbesondere in den letzten Minuten vor dem Abspann. Bis dahin weiß seine Fortsetzung mit durchaus packenden Momenten und sichtlich hohen Produktionswerten zu gefallen. Aber statt sich der Hintergrundgeschichte oder den Figuren zu widmen, präsentiert er mehr von demselben wie zuvor.
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Snake Eyes: G.I. Joe Origins [2021]
12 Jahre, nachdem die erste Realverfilmung der Spielzeug-Actionfiguren G.I. Joe über die Leinwand flimmerte, bringt Filmemacher Robert Schwentke mit Snake Eyes: G.I. Joe Origins eine Ursprungsgeschichte des Titel gebenden Charakters auf die große Leinwand. Gleichzeitig präsentiert er ein Reboot des Franchise, immerhin ist all das zeitlich deutlich später angesiedelt. Über weite Strecken funktioniert das Ergebnis sogar erstaunlich gut, eignet sich trotz des Neuanfangs aber am besten für Fans des Genres.
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Killer’s Bodyguard 2 [2021]
Spätestens, wenn eine weit über 80 Jahre alte Hollywoodlegende ihren Gastauftritt in Killer’s Bodyguard 2 feiert, fragt man sich, wie sich diese namhafte Besetzung hierher verirren konnte. Lange vorher bereits muss man aber feststellen, dass eben diese Besetzung der beste Grund ist, überhaupt hinzuschauen. Was Filmemacher Patrick Hughes ansonsten präsentiert, ist im besten Fall amüsant und nicht vollkommen langweilig. Meist jedoch ist es zäh und scheint so sehr bemüht, dass man versucht ist, aus Mitgefühl zu lachen.
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New Order - Die neue Weltordnung [2020]
Trotz der kurzen Laufzeit von weniger als eineinhalb Stunden ist New Order - Die neue Weltordnung ein zunehmend schwerer Film. Sowohl schwer zu verstehen als auch schwer zu ertragen und es darf bezweifelt werden, ob beides von Filmemacher Michel Franco so beabsichtigt ist. Was beginnt wie eine dystopische Gesellschaftskritik, in der sich die untere Klasse gegen die obere auflehnt, wandelt sich in eine nihilistische Umsturzphantasie, in der das Publikum sowohl Komplize als auch Voyeur sein soll.
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Free Guy [2021]
Auch wenn die Filmvorschau von Free Guy einen ziemlichen guten Eindruck dessen vermittelt, was das Publikum erwartet, macht die Actionkomödie um einen Videospielcharakter, der sich nicht mehr an seine Programmierung hält, bedeutend mehr Spaß, als man vermuten würde. Das liegt nicht zuletzt am Charme von Hauptdarsteller Ryan Reynolds, der derart unschuldig in seiner Rolle aufgeht, dass man regelrecht davon eingenommen wird. Aber auch daran, dass Regisseur Shawn Levy nicht zurückhält, das absurde Potential der Story auszuloten.
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Tom & Jerry [2021]
Ungeachtet der verständlichen Enttäuschung, die sich wohl vor allem bei einem älteren Publikum nicht erst am Ende von Tom & Jerry einstellt, kann man den Verantwortlichen um Regisseur Tim Story im Grunde keinen wirklichen Vorwurf machen. Über weite Strecken folgt sein Film genau derjenigen Art von Humor, durch den Cartoons der Titelfiguren zu eben solchen Klassikern geworden sind. Was man diesem zweiten Kinofilm der beliebten Charaktere aber vorhalten kann, ist die Tatsache, dass es zu wenig von den Titel gebenden Figuren zu sehen gibt und Fans viele Gags vertraut vorkommen werden.
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The Suicide Squad [2021]
The Suicide Squad ist als Film schwer einzuordnen. Nach seinen erfolgreichen Filmen im Marvel-Comicfranchise ist Filmemacher James Gunn hier für DC Comics tätig und präsentiert doch eine sehr ähnliche Geschichte. Wieder steht ein Trupp Underdogs im Zentrum, eine Gruppe Helden, die abgeschrieben waren und denen niemand die Rettung der Welt zutrauen würde. Aber erst, wenn sich der Film diesen Figuren tatsächlich widmet, ist er mehr als vertraute – und immens brutale – Superhelden-Kost.
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Kaiserschmarrndrama [2020]
So leicht zugänglich die Krimikomödien um Dorfpolizist Franz Eberhofer im niederbayerischen Niederkaltenkirchen für gewöhnlich sind, so schwierig ist es, im Nachgang die Gedanken zu ihnen zu Papier zu bringen. Was will man über einen Film mit dem Titel Kaiserschmarrndrama groß sagen, außer dass es ein „typischer Eberhofer“ ist? Ed Herzog widmet sich in der siebten Romanverfilmung erneut mehr den privaten Problemen der Figuren, als dem Krimi. Genau darin liegt letztendlich jedoch auch der Reiz.
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Die Mitchells gegen die Maschinen [2021]
Vor Kurzem erschien der jüngste Animationskinofilm Die Mitchells gegen die Maschinen direkt bei der Streamingplattform Netflix. So schön es auf der einen Seite ist, dass er nun einem größeren Publikum zugänglich gemacht wird, so bedauerlich ist es, dass eines der einfallsreichsten, mutigsten und herausstehendsten Animationsabenteuer der letzten Jahre nicht auf der großen Leinwand zu sehen sein wird. Was Filmemacher Michael Rianda mit seinem Ko-Regisseur Jeff Rowe hier gelingt, kann man gar nicht genug empfehlen.
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Jungle Cruise [2021]
Waren die Fluch der Karibik-Filme allesamt mehr oder weniger erfolgreich darum bemüht, eine weitreichende Mythologie aufzubauen und in dieser Welt eine Geschichte zu erzählen, macht Filmemacher Jaume Collet-Serra keinen Hehl daraus, dass Jungle Cruise die Verfilmung einer Themenpark-Attraktion ist. Entsprechend bekommt man viel Bekanntes zu sehen, doch das heißt nicht, dass man sich nicht davon unterhalten lassen könnte. Vor allem dank der sympathischen Besetzung.
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Old [2021]
Es gibt Tage am Strand, an denen möchte man nicht, dass sie je zu Ende gehen, sondern dass man den Rest seines Lebens dort verbringen kann. Aus diesem Konzept strickt Filmemacher M. Night Shyamalan in Old ein Science Fiction-Horror-Thriller-Drama, das mit einer nachdenklichen Botschaft aufwartet. Der Film verkörpert die besten und die schlechtesten Eigenschaften von Shyamalans bisherigen Werken und wer hofft, dass der Filmemacher nach seinen letzten Arbeiten zu einer beständigeren Form gefunden hat, wird enttäuscht.
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Cash Truck [2021]
In seinem erst zweiten in den Vereinigten Staaten angesiedelten Film, und vermutlich seinem am leichtesten zugänglichen mit Ausnahme seiner Sherlock Holmes-Interpretationen, präsentiert Filmemacher Guy Ritchie mit Cash Truck einen düsteren und harten Action-Thriller für ein erwachsenes Publikum, bei dem die Hauptfigur stellenweise erstaunlich in den Hintergrund tritt. Fernab von jeglichen sozialen Kommentaren, ist das für das richtige Publikum mehr als gelungen.
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Himmel über dem Camino - Der Jakobsweg ist Leben! [2019]
Himmel über dem Camino - Der Jakobsweg ist Leben! von Fergus Grady und Noel Smyth ist kein Dokumentarfilm über den Jakobsweg. Es ist ein Film über die Menschen, die die Filmemacher auf diesem Pilgerweg begleiten. Das ist hinsichtlich der präsentierten Fakten des 800 km langen Weges überaus ernüchternd, aber nichtsdestoweniger erleuchtend, was die Wirkung dieser Reise auf die jeweiligen Personen anbelangt, die sich allesamt aus unterschiedlichen Gründen aufmachen und doch überwiegend dasselbe suchen.
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Crisis [2021]
Am Ende entpuppt sich Nicholas Jareckis Thrillerdrama Crisis bedauerlicherweise als Betrug am Publikum. Dabei würde der Film, der vor dem Hintergrund der in den Vereinigten Staaten wütenden Opioidkrise spielt, alle Zutaten für eine packende und hochaktuelle Erzählung mitbringen. Doch wenn der Filmemacher bereits zu Beginn damit wirbt, dass seine Geschichte auf wahren Begebenheiten beruht, erwartet man am Ende zurecht mehr, als die langatmige, mit klischeehaften Dialogen beladene und teils grob geschnittene Umsetzung, die allenfalls von der Realität inspiriert ist.
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In the Heights: Rhythm of New York [2021]
Angesiedelt in der stark dominikanisch geprägten Nachbarschaft des New Yorker Stadtteils Washington Heights, erzählt die Filmadaption In the Heights: Rhythm of New York des gleichnamigen vom Leben, den Träumen und Plänen, aber auch den alltäglichen Höhen und Tiefen dieser Gemeinschaft, aus Sicht des jungen Ladenbesitzers Usnavi. Mit vielen aktuellen Bezügen ist das nicht nur eingängig und als Musical so temperamentvoll, dass man mitwippen möchte, es ist stellenweise erstaunlich ernst und vielen Schattierungen erzählt.
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Nebenan [2021]
In seinem Regiedebüt, in dem er gleichzeitig die Hauptrolle übernimmt, erzählt Daniel Brühl von sozialen Ängsten, von der wachsenden Ungleichheit und weiteren aktuellen, politischen Themen. Er tut dies in Form eines sich immer weiter zuspitzenden Gesprächs, angesiedelt in einer Eckkneipe in Berlin und packt in gerade einmal eineinhalb Stunden besser geschliffene Dialoge, als viele Filmreihen in Jahrzehnten zustande gebracht haben. Nebenan ist nicht nur ein überraschendes, sondern ein schlicht fantastisches Kinoerlebnis.
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Fast & Furious 9 [2021]
Eine alte Regel unter Filmfans besagt, dass wenn eine Filmreihe nur lange genug läuft, ihre Geschichten sie irgendwann ins Weltall führen werden. Vermutlich, weil man auf der Erde keine neuen Ideen mehr findet. Mit Fast & Furious 9 ist für das langlebige Franchise, das als Autorennreihe begann und sich schleichend zu Agentenstorys gemausert hat, diese Grenze überschritten. Einige dieser Elemente lassen den neusten Teil der Filmreihe sehr oft ins Fantasygenre abdriften.
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Greenland [2020]
Aus Sicht einer Familie schildert Ric Roman Waughs Greenland, wie in wenigen Tagen, wenn feststeht, dass die Erde von einem riesigen Kometentrümmerteil getroffen werden wird, die Gesellschaft um sie herum zusammenbricht und sie verzweifelt versuchen, zu überleben. Sich diesem Thema auf solch ernsthafte Weise zu nähern, einen Katastrophenfilm zu erzählen, der nicht auf ein Zerstörungsinferno ausgelegt ist, sondern auf die menschlichen Dramen dahinter, ist so mutig wie unerwartet.
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Black Widow [2021]
Mit Black Widow unterstreicht Filmemacherin Cate Shortland, wovon viele Fans der Figur Natasha Romanoff seit langem überzeugt waren. Nämlich dass der Charakter facettenreich und stark genug ist, ihre eigene Geschichte zu tragen, anstatt nur in Nebenmissionen der Avengers eingesetzt zu werden. Interessanterweise ist ihr später Solo-Film gerade dann am besten, wenn er sich von der Formel des üblichen Superheldenfilms löst. Als später Schwanengesang ist das durchaus gelungen.
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Und täglich grüßt die Liebe [2021]
Und täglich grüßt die Liebe ist einer der schönsten und unterhaltsamsten Filme, die seit langem im Kino zu sehen waren. Aus einer durchaus absehbaren Story zaubert Autor und Regisseur Josh Lawson eine Liebesgeschichte mit Herz, die mit den vielen witzigen und zunehmend nachdenklichen Momenten so scheinbar mühelos jongliert, dass es leicht fällt, sich hier wiederzufinden. Dabei trägt ungemein zum Gesamteindruck bei, dass dies von einer Besetzung zum Leben erweckt wird, die besser nicht zusammengestellt sein könnte.
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Peter Hase™ 2 - Ein Hase macht sich vom Acker [2021]
Mit Peter Hase™ 2 - Ein Hase macht sich vom Acker beweist Filmemacher Will Gluck, dass der positive Eindruck des ersten Films kein einmaliger Glücksfall gewesen ist. Neben stellenweise erneut arg albernem Humor, mit dem sich das Zielpublikum zweifelsohne wird begeistern lassen, sind hier nicht Menschen die Bösen. Vielmehr ist es der Titel gebende Peter Hase selbst, der hier beinahe zum „Bösewicht“ wird. Das funktioniert erstaunlich gut und es macht, je länger der Film dauert, umso mehr Spaß beim Zusehen.
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Nobody [2021]
Es gibt viele Ähnlichkeiten zwischen Ilya Naishullers Nobody und anderen, bekannten Action-Franchises. Worin sich dieser Film hier unterscheidet, ist der persönlichere Ansatzpunkt, der lange Zeit dafür sorgt, dass man gebannt zusieht, wohin sich die Geschichte entwickelt und ob der Titel gebende Bob Odenkirk einen Ausweg aus dem Schlamassel findet, den er sich selbst eingebrockt hat. Ein wenig schade ist dabei nur, dass das letzte Drittel spürbar hiervon abweicht.
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They Want Me Dead [2021]
Taylor Sheridans prominent besetzter Thriller They Want Me Dead bringt im Grunde alle Eigenschaften mit, die ein erfolgreicher Sommer-Film für Erwachsene benötigen würde. Doch die vielversprechende Ausgangslage entpuppt sich am Ende als bedeutend weniger mitreißend, als vermutet. Das liegt zum großen Teil daran, dass die Figuren hier geradezu unverständlich schwach ausgearbeitet sind.
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Godzilla vs. Kong [2021]
Godzilla vs. Kong mag sehr wohl das Beste aus seiner Ausgangslage machen. Das heißt, sofern die Idee von zwei titanenhaften Kreaturen, die sich in einem urinstinktiven Kampf miteinander befinden und dabei ganze Städte in Schutt und Asche legen, für das geneigte Publikum entsprechendes Potential bietet. Als irrsinnig laute und handwerklich perfekt gemachte Zerstörungsmär bietet Adam Wingards Film alles, um durch die überrollenden Eindrücke der wirklichen Welt entfliehen zu können. Das kann gerade jetzt genau das Richtige sein.
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Proxima - Die Astronautin [2019]
Im Zentrum von Alice Winocours Porträt Proxima - Die Astronautin steht eine Frau, deren größter Wunsch es seit jeher war, ins All zu reisen. Ihrem Ziel zum Greifen nah, hat sie jedoch nicht nur mit der schwierigsten Phase der Vorbereitung zu kämpfen, sondern auch mit allen Widrigkeiten, die mit dieser Möglichkeit einhergehen. Dem Beizuwohnen ist faszinierend und inspirierend, selbst wenn das Drama den vielleicht interessantesten Aspekt gar nicht beleuchtet und kaum diejenigen erreichen wird, die diese Geschichte am dringendsten erleben sollten.
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Kings of Hollywood [2020]
Es gibt nur wenige Fälle, in denen es Hollywood-Produktionen gelingt, einen sehenswert satirischen Blick auf die Traumfabrik zu werfen. George Gallos Remake des Films The Comeback Trail [1982] bestätigt diese Regel auf wenig charmante Art und Weise. Mit bekannten Stars besetzt, bringt Kings of Hollywood alles mit, was es brauchen würde, eine bissige Komödie über den Schaffensprozess hinter der Kamera zu werfen. Das Ergebnis ist so flach, dass man im Grunde mit dem Abspann beginnen sollte.
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Gefangen im Netz [2020]
Hat man die tschechische Dokumentation Gefangen im Netz von Barbora Chalupová und Vít Klusák gesehen, möchte man sich am liebsten unter die Dusche stellen, in der Hoffnung, das Gesehene abwaschen zu können. Sich etwas mehr als eineinhalb Stunden mit dem Thema zu beschäftigen, ist derart zermürbend und erschreckend, dass man sich kaum vorstellen mag, wie es den Beteiligten der Produktion ergangen sein mag. Wer denkt, man könne sich gut vorstellen, wie die Realität aussieht, wird an der Wirklichkeit vermutlich verzweifeln.
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Luca [2021]
In ihrem neuesten Animationsabenteuer Luca erzählen die Pixel-Künstler von Pixar eine Geschichte übers Erwachsenwerden vor der malerischen Kulisse eines italienischen Küstendorfes irgendwann in den 1950er- oder 60er-Jahren. Der Kniff an Enrico Casarosas warmherziger Fantasy-Komödie ist dabei, dass der Titel gebende Luca ebenso wie sein Freund Alberto Meeresungeheuer sind, die sich an Land unter die Menschen mischen. Auch wenn sich dies zu Beginn eher an ein jüngeres Publikum richtet, sind es die Erwachsenen, die hier in Erinnerungen schwelgen können.
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Chaos Walking [2021]
Filmemacher Doug Liman gelingt es in der ersten Hälfte von Chaos Walking so gut, die Schwächen seiner Erzählung zu überspielen, dass es umso mehr enttäuscht, wenn sie in der zweiten unübersehbar werden. Die einfallsreiche Idee von einer Welt, in der Gedanken hör- und sichtbar werden, zusammen mit einem Setting, das gelungen die Brücke zwischen Western und Science Fiction schlägt, ist so faszinierend, dass es geradezu unverständlich ist, wie wenig das Drehbuch daran interessiert scheint, sie zu erforschen.
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The 6th Day [2000]
In seinem düsteren Zukunftsthriller The 6th Day beschäftigt sich Filmemacher Roger Spottiswoode mit einem Thema, das damals aktueller schien, als es heute ist, wobei das Fehlen einer aktuellen Diskussion vermutlich für am meisten Beunruhigung sorgen sollte. Darin trifft der erfolgreiche Geschäftsmann und Familienvater, gespielt von Arnold Schwarzenegger, auf einen Klon von sich selbst. Eingebettet in viele Actionmomente, verstecken sich hier einige interessante Ideen in einer oftmals dürftigen Umsetzung.
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The Secrets We Keep - Schatten der Vergangenheit [2020]
In The Secrets We Keep - Schatten der Vergangenheit bringt der israelische Filmemacher Yuval Adler eine Variation bekannter Themen auf die große Leinwand, die von der Ausgangslage der Figuren her wichtig genug wäre, dass sie einen besseren Film verdienen würde. Was ihm allenfalls gelingt, ist ein unterhaltsames Thriller-Drama, dessen Spannungspunkte zwar absehbar sind, das dank der Besetzung jedoch das Interesse des Publikums hält.
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Vergiftete Wahrheit [2019]
Todd Haynes’ Drama Vergiftete Wahrheit ist Furcht einflößender als jeder Horrorfilm. Nicht nur, dass das Thema, das er aufgreift, auf wahren Begebenheiten beruht, es findet sich in so gut wie jedem Haushalt. Eine Jede und ein Jeder im Publikum hat damit bereits Kontakt gehabt und wird es auch weiterhin haben. Dies in dieser Deutlichkeit aufbereitet zu sehen, ist erschreckend und derart greifbar authentisch dargebracht, dass man vermuten könnte, es handelt sich hierbei mehr um eine Dokumentation als eine Dramatisierung der Ereignisse.
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The Woman in the Window [2021]
Eine Verschiebung um ein Jahr, Nachdrehs und alle Arbeit der Verantwortlichen im Hintergrund helfen am Ende nicht darüber hinweg, dass Joe Wrights Adaption des Erfolgsromans The Woman in the Window, trotz einer hochkarätigen Besetzung mit zwei für den Oscar nominierten Darstellerinnen und zwei Beteiligten, die bereits mit der Trophäe ausgezeichnet wurden, ein vollkommener und gleichzeitig mit Klischees überladener Schlamassel geworden ist. So offensichtlich sämtliche Klassiker, die hier Pate standen, so enttäuschend ist der direkte Vergleich.
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Philadelphia [1993]
Jonathan Demmes preisgekröntes Drama Philadelphia behandelt in seinem Kern zwei gleichermaßen wichtige Themen, die die beiden tragenden Figuren betreffen: Den an AIDS erkrankten Andy Beckett und seinen Anwalt Joe Miller. Von allen Beteiligten, allen voran dem oscarprämierten Tom Hanks, hervorragend gespielt, bleiben hier viele Momente in Erinnerung und inspirieren gleichermaßen. Selbst, wenn die Geschichte an vielen Stellen nicht tiefgründig oder mutig genug erzählt wird.
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Made in Italy [2020]
Es fällt schwer, Made in Italy zu sehen, ohne sich vorzustellen, wie viel von dem, was hier nur gespielt wird, auf Tatsachen basiert. Filmemacher James D’Arcy versucht auszuloten, wie sehr ein Schicksalsschlag eine Beziehung zwischen Vater und Sohn prägen kann. Sein Genremix ist ein besseres Drama als eine Komödie, wobei er ersteres bewusst in der letzten halben Stunde wird. Der Rest ist geprägt von einer malerischen Landschaft und viel gutem Willen.
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Oxygen [2021]
Der französische Filmemacher Alexandre Aja, der sich vor allem durch seine Produktionen im Horror-Genre einen Namen machte, präsentiert mit Oxygen eine Geschichte, mit der sich viele Menschen in Anbetracht der durch die Coronavirus-Pandemie erforderlichen Isolation identifizieren können. Nur mit der existenziell wichtigen Frage im Zentrum beschäftigt sich das nur von der Hauptdarstellerin getragene Drama zu wenig.
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The Tunnel - Die Todesfalle [2019]
Der norwegische Katastrophenfilm The Tunnel - Die Todesfalle bringt seine Geschichte durch den Filmtitel treffend auf den Punkt. Texttafeln zu Beginn informieren darüber, dass es in Norwegen über 1.100 Tunnel gibt, von denen die wenigsten über Notausgänge oder Schutzräume verfügen. Anhand des neun Kilometer langen Storfjelltunnels zeigen sie ein Schreckensszenario, das über weite Strecken durchaus fesselt, am Ende jedoch bedauerlicherweise den von Hollywood gesteckten Genrekonventionen verfällt.
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Inside Job [2010]
Nach seinem preisgekrönten Dokumentarfilm über den Irak-Krieg widmet sich Filmemacher Charles Ferguson in Inside Job gewissermaßen einem anderen Kriegsschauplatz: Dem Finanzsektor. Geradezu detektivisch arbeitet er heraus, wie die Finanzblase von 2001 bis 2007 entstand, wie es zu einer weltumspannenden Finanzkrise kam, sowie wer dafür verantwortlich ist und schließlich, wie der Stand der Dinge zur Zeit des Films war. Eine Meisterleistung, die inhaltlich leider immer noch aktuell ist.
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Der Staatsfeind Nr. 1 [1998]
Mit Der Staatsfeind Nr. 1 greift Produzent Jerry Bruckheimer ein Thema auf, das im Jahr 1998 aktueller kaum hätte sein können und das nur wenige Jahre später von der Realität eingeholt werden sollte. Auch aus heutiger Sicht ist der Actionthriller um die Überwachungs- und Manipulationsmöglichkeiten in einer vernetzten Welt nicht weniger treffend und daher erstaunlich gut gealtert. Regisseur Tony Scott entzündet ein Adrenalinfeuerwerk, das lange mitreißt, aber zusehends der eigenen Hektik zum Opfer fällt.
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Star Trek: Discovery – Staffel 3 [2020]
Die dritte Staffel der Science Fiction-Serie Star Trek: Discovery hinterlässt den Eindruck eines All-Inclusive-Büffets. Das Publikum bekommt von vollkommen erschlagender Action über absurde Fantasystories bis hin zu melodramatisch schluchzenden Figuren alles geboten. Dabei versuchen die Verantwortlichen, einige der drängendsten Unstimmigkeiten der Serie endlich aufzulösen, doch was in ferner Zukunft auf Zuschauerinnen und Zuschauer wartet, hat kaum etwas mit Science Fiction zu tun – und nur bedingt mit Star Trek.
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Die Welt in den Farben der Nacht – Staffel 1 [2020]
Mit der kurzen und kurzweiligen Dokumentationsreihe Die Welt in den Farben der Nacht stellt sich der Streaming-Dienst Apple TV+ einer großen und etablierten Konkurrenz. Dem setzt der jüngste Mitspieler auf dem heiß umkämpften Streaming-Markt mit Einfallsreichtum und Innovationskraft entgegen. Die jeweils nur 25 Minuten dauernden Episoden der ersten Staffel zeigen inhaltlich nur wenig Neues, das jedoch auf eine nie dagewesene Art und Weise.
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Tiny World – Staffel 1 [2020]
Die Dokumentationsserie Tiny World erzählt von winzigen Helden und kleinen Monstern, die beim Blick auf die mannigfaltige Tierwelt leicht übersehen werden können. Die spektakulären Aufnahmen, die den Machern um Serienerfinder Tom Hugh-Jones gelungen sind, stehen dabei für sich, selbst wenn die sechs kurzen Episoden der ersten Staffel kaum neue Akzente im Genre setzen.
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Demolition Man [1993]
Nach einer Reihe kommerzieller und künstlerischer Misserfolge kehrt Sylvester Stallone in einem Projekt zurück, das er im Grunde bereits abgelehnt hatte. Demolition Man entpuppt sich mit dem Augenmerk auf den Humor als ein schwer einzuordnender und in vielerlei Hinsicht unzureichender Genrevertreter. Aber auch mehr als 25 Jahre nach seiner Veröffentlichung besitzt der Science Fiction-Action-Kracher durchaus seinen Reiz und offenbart in vielen Belangen mehr Detailreichtum, als man ihm zutraut.
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Die Misswahl - Der Beginn einer Revolution [2020]
Filmemacherin Philippa Lowthorpe gelingt mit Die Misswahl - Der Beginn einer Revolution eine Komödie, die den Ernst des Themas nicht vermissen lässt. Die auf Tatsachen basierende Geschichte erzählt nicht nur von Protesten während des Miss World-Wettbewerbs im Jahr 1970, sondern vom Beginn einer Bewegung, deren Themen sich in einem halben Jahrhundert kaum geändert haben. Das ist kein Vorwurf, sondern unterstreicht vielmehr, wie wichtig und relevant die Themen nach wie vor sind.
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Die Frau des Zeitreisenden [2009]
Entgegen des Titels, beschäftigt sich das Liebesdrama Die Frau des Zeitreisenden weniger mit der Titelfigur, als mit der Figur des im Titel genannten Zeitreisenden. Der springt unkontrolliert durch die Zeit, an Orte, zu denen er eine Verbindung hat, und trifft dabei auf die Liebe seines Lebens Clare. Was klingt wie eine Liebesgeschichte mit einem ungewohnten Kniff, ist ein sympathisch gespielter, erstklassig gefilmter und behutsam umgesetzter Film, dessen Geschichte es ebenso an Zugkraft wie an einer greifbaren Aussage mangelt.
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Out of Play - Der Weg zurück [2020]
Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass Filmemacher Gavin O’Connor ein klassisches Sportlerdrama erzählt. Tatsächlich versucht sich das Drehbuch gleichermaßen an einem Drama und einem Sportlerfilm, ist jedoch keines richtig. Die Geschichte um einen alkoholkranken Mann, der den Weg zurück ins Leben findet, ist für Hauptdarsteller Ben Affleck persönlicher, als man vermuten mag, und dank ihm ist Out of Play - Der Weg zurück sehenswert, doch wächst der Film kaum über Genrevertreter hinaus.
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Fringe: Grenzfälle des FBI – Staffel 1 [2008 / 2009]
Die Handschrift von Produzent und Miterfinder J.J. Abrams ist bereits im Pilotfilm der Mystery-Serie Fringe: Grenzfälle des FBI offenkundig: Spürbar temporeich erzählt, präsentieren die Macher eine Geschichte, bei der Vieles bekannt vorkommt. Doch die Art und Weise, wie die Geschichten erzählt werden, gepaart mit einigen fabelhaften Figuren, verleiht Fringe einen derart frischen Touch, dass es Spaß macht, zuzusehen. Zumindest, sofern man sich mit dem Genre an sich anfreunden und sich von der Erzählung mitreißen lassen kann.
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Fringe: Grenzfälle des FBI – Staffel 2 [2009 / 2010]
Nach einem Cliffhanger, der das Publikum ins Mark traf und viele neue Fragen stellte, kehren die Macher in Staffel 2 von Fringe: Grenzfälle des FBI mit zahlreichen Antworten zurück, sofern man sich auf die durchgehende Erzählung der Hintergrundgeschichte einlässt. Das bedeutet nicht, dass keine neuen Fragen gestellt würden. Doch es fällt zugegebenermaßen schwer, sich an sie alle zu erinnern angesichts des enorm hohen Erzähltempos der meisten Episoden. Für Genrefans gibt es dabei viel zu entdecken.
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Fringe: Grenzfälle des FBI – Staffel 3 [2010 / 2011]
Ungeachtet des hohen Unterhaltungswerts für Kenner von Fringe: Grenzfälle des FBI, lässt Staffel 3 sein Publikum mit gemischten Gefühlen zurück. Dabei fällt es überraschend schwer, genau zu benennen, woran dies liegt. Es ist zum Teil dem Umstand geschuldet, dass die Macher sich hier ausschweifender ihrer Hintergrundgeschichte widmen, anstatt eigenständige Episoden zu erzählen. Stellenweise scheinen sie mehr Wert darauf zu legen, irgendetwas zu erzählen, anstatt darauf, was das ist.
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Fringe: Grenzfälle des FBI – Staffel 4 [2011 / 2012]
Wie und ob überhaupt Staffel 4 von Fringe: Grenzfälle des FBI ein gelungener Abschnitt innerhalb der Serie ist, wird sich erst bewerten lassen, wenn die Serie selbst zu einem Abschluss gekommen ist. Es gibt Entscheidungen der Verantwortlichen im Hintergrund, die viele Fans wehmütig auf das blicken lassen, was sich hier abspielt. Dennoch muss man den Mut bewundern, die Geschichte in der Art und Weise zu erzählen. Nicht zuletzt, weil es vom Publikum in nicht zu unterschätzendem Umfang ein abstraktes Vorstellungsvermögen abverlangt.
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Fringe: Grenzfälle des FBI – Staffel 5 [2012 / 2013]
Nach insgesamt 100 Episoden endet die Mystery-Serie Fringe: Grenzfälle des FBI nach der nur 13 Folgen umspannenden Staffel 5. Mit einer vollkommen anderen Ausgangslage als zuvor und vielen unerwarteten Entscheidungen, gelingt den Machern dabei das Kunststück, nicht nur in den Geschichten zuvor, sondern vor allem im Finale viele offene Fragen zu beantworten und einen für die Figuren durchaus endgültigen und angemessenen Abschluss zu bieten. Selbst wenn sich die Staffel insgesamt anfühlt wie „gestohlene Zeit“, um Hauptfigur Dr. Walter Bishop zu zitieren.
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Alone [2020]
Die Idee des Independent-Thrillers Alone: Du kannst nicht entkommen klingt auf dem Papier packender, als der nur eineinhalb Stunden lange Film letztlich ist. Das spricht jedoch insoweit nicht unbedingt für die Ausgangslage, die so oder so ähnlich bereits unzählige Male erzählt wurde. Wäre es nicht um einen durchaus atmosphärisch dichten Auftakt und eine sehenswerte Darbietung im Zentrum, würde man hier schnell wieder das Interesse verlieren. Das ist schon in Anbetracht der Möglichkeiten schade.
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Der Prinz aus Zamunda 2 [2021]
In Der Prinz aus Zamunda spielt Eddie Murphys seine vielleicht liebenswerteste Figur, in vielen Momenten witzig und nicht nur dank der Figuren um ihn herum, sondern auch dank ihm ausgesprochen charmant. Statt einer wirklichen Fortsetzung, ist das späte Sequel Der Prinz aus Zamunda 2 mehr Remake des Originals. Außer vielen, vielen, ja sehr vielen Anspielungen an den Vorgängerfilm, gibt es hier nichts zu entdecken, woran man sich in 30 Jahren gerne wird erinnern wollen.
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Der Fall Richard Jewell [2019]
Wie in vielen seiner Filme, ist Regisseur Clint Eastwood weniger an dem Krimi-Element seiner Geschichte interessiert, als daran, wie seine Figuren von diesen außergewöhnlichen Umständen geprägt werden. In dem auf Tatsachen basierenden Der Fall Richard Jewell ist dies der Titel gebende Wachmann, der bei den Olympischen Sommerspielen in Atlanta 1996 zuerst als Held gefeiert und wenig später als Tatverdächtiger eines Bombenanschlags in der Öffentlichkeit zerrieben wurde. Das Porträt beweist viel Fingerspitzengefühl und ist in den richtigen Momenten eindringlich, selbst wenn einige Aspekte hier vernachlässigt werden.
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Run [2020]
Aneesh Chagantys Run ist ein Thriller, dem es dank seiner starken, geforderten Besetzung und kluger Einfälle gelingt, die vertraut klingende Geschichte um neue Aspekte zu bereichern. Die Authentizität der Figuren trägt ungemein dazu bei, dass die kurze Laufzeit von nur eineinhalb Stunden für das Publikum wie im Flug vergeht. Auch wenn einige Fragen hier unbeantwortet bleiben, nicht zuletzt eine mutige Entscheidung am Ende etabliert den Thriller als einen der sehenswertesten der vergangenen Jahre.
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Raya und der letzte Drache [2021]
Wie groß die Herausforderungen für Filmemacher Don Hall und Carlos López Estrada gewesen sein müssen, einen Animationsfilm wie Raya und der letzte Drache fertigzustellen, während sich ein Großteil der daran beteiligten Personen zwangsweise im Home Office befand, kann man nur erahnen. Die Fragen, die sich daher natürlicherweise stellen sind, ob man Raya und der letzte Drache diesen Umstand anmerkt und ob der Film den hohen Ansprüchen gerecht wird. Sie zu beantworten fällt alles andere als leicht.
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Neues aus der Welt [2020]
Regisseur Paul Greengrass, bekannt für schweißtreibende Thriller wie Die Bourne Verschwörung oder Captain Phillips, adaptiert mit Neues aus der Welt eine klassische Western-Geschichte, die in ihren Bezügen aktueller kaum sein könnte. Getragen von zwei beeindruckenden Darbietungen, bewegt sich das ruhig erzählte Drama auf bekanntem Terrain, fängt dabei aber die Atmosphäre jener „neuen Welt“ ebenso gekonnt ein, wie eine greifbare Beziehung zwischen ihren Hauptfiguren.
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Unhinged - Außer Kontrolle [2020]
Derrick Bortes Unhinged - Außer Kontrolle ist die Art Film, die ein breites Publikum nie zu Gesicht bekommen würde, wäre es nicht um den Star im Zentrum, auf den sich der Titel bezieht. Als regelrecht entfesselter Psychopath schlüpft Russell Crowe in eine ähnliche Rolle wie Michael Douglas in Falling Down - Ein ganz normaler Tag. Doch ist das Publikum hier zum Voyeur degradiert. Wären die Figuren interessanter, könnte einen dies maßlos wütend machen.
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Palmer [2021]
Mit Palmer erzählt Filmemacher Fisher Stevens ein hoffnungsvolles Drama, das sich wichtiger, gesellschaftlicher Themen annimmt. Er tut es auf eine Art und Weise, die die Geschichte einem größeren Publikum nahebringt, doch bedeutet das, dass die schwierigeren Elemente hier kaum oder gar nicht zur Geltung kommen. Am Ende überzeugen die ruhig dargebrachten und atmosphärischen zwei Stunden mehr durch die sehenswerten, preiswürdigen Darbietungen, als den inhaltlichen Verlauf.
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Das Phantom Kommando [1985]
Ursprünglich in Deutschland indiziert, ist Das Phantom Kommando seit einer vorzeitigen Streichung vor etwas mehr als 10 Jahren inzwischen einem erwachsenen Publikum einfacher zugänglich. Der ebenso kompromisslose wie inhaltlich platte Actionstreifen ist weder ein Meilenstein des Genres, noch objektiv ein wirklich guter Film. Doch es ist ein Kind seiner Zeit, bei dem sich das richtige Publikum mit der richtigen Einstellung gelungen unterhalten lassen kann.
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Music [2021]
Das Spielfilmregiedebüt Music der australischen Sängerin Sia verliert einen Großteils seines Charmes bereits, wenn der Abspann zu laufen beginnt. Trotz der drei gelungenen und sehenswerten Darbietungen im Zentrum der Geschichte. Die verleiht einem wichtigen Thema eine ungeahnte und greifbare Perspektive, doch weiß das Drama, das auch durch eine Reihe von Musikeinlagen erzählt wird, bedauerlicherweise nichts daraus zu machen. Schlimmer noch, sind die Aussagen, die der Film nebenbei trifft, mehr als nur bedenklich.
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The 800 [2020]
In beeindruckenden Bildern erzählt der Kriegsfilm The 800 eine grausame Schlacht des Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges Ende Oktober 1937 nach. Es ist ein Konflikt, der in westlichen Ländern wenig bekannt ist und wenn eines, dann könnte man Hu Guans Film vorwerfen, dass er einem internationalen Publikum zu wenig Kontext bietet, um die Geschehnisse, die im Zusammenhang als Teil des Zweiten Weltkrieges in Asien gesehen werden, einordnen zu können. Die Essenz des Schreckens eines jeden Krieges fängt das Drama hingegen packend ein.
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Coma [1978]
Nach seinem Genre prägenden Kinoregiedebut Westworld adaptiert Filmemacher Michael Crichton den Roman Koma für die große Leinwand. Crichton, der selbst Medizin studierte, gelingt dabei ein authentisch erscheinender Blick auf den Alltag einer Klinik in der amerikanischen Großstadt Boston, der gleichzeitig die Tür für Urängste der Menschen aufstößt. Im Ergebnis ist Coma ein Medizin-Thriller, dessen Themen auch 40 Jahre später noch aktuell sind und dessen zweite Hälfte immer noch fesselt.
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Yes, God, Yes [2019]
In Yes, God, Yes hat die Teenagerin Alice, Schwierigkeiten hat, die Entwicklungen, die ihrem Körper widerfahren und die Begierde, diesen zu entdecken, mit den Lehren ihrer streng katholischen High School unter einen Hut zu bringen. Das Ergebnis ist ein persönlicher und im übertragenen Sinn entblätternder Blick auf ein System, das nicht den Menschen im Zentrum sieht und an das sich selbst diejenigen, die ihm angehören, nicht halten. Das ist so natürlich, so ungezwungen, dass es eine Freude ist, zuzusehen.
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Atomic Blonde [2017]
In seiner ersten Solo-Regiearbeit adaptiert Filmemacher David Leitch das Graphic Novel The Coldest City. Die Agentengeschichte spielt in Berlin unmittelbar vor dem Mauerfall, wo eine britische Spionin eine Liste mit Namen von Geheimagenten wiederbeschaffen soll. Mit einer fulminanten Charlize Theron in der Hauptrolle, klingt Atomic Blonde mehr als vielversprechend. Doch statt sich auf die Geschichte zu verlassen, verkomplizieren die Macher das Gezeigte unnötigerweise.
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Sudden Death [1995]
Sieben Jahre, nachdem Filmemacher John McTiernan Bruce Willis mit dem Thriller Stirb langsam als Actionheld etablierte, wagt sich Regisseur Peter Hyams an einen weiteren Klon der Genre prägenden Vorlage, in der Jean-Claude Van Damme in Sudden Death in der Rolle eines Feuerwehrmannes in einem voll besetzten Eishockeystadion eine Gruppe Terroristen abwehren muss. Die kurzweilig klingende Idee leidet bedauerlicherweise gleichermaßen unter den handwerklichen wie inhaltlichen Schwächen ihrer Umsetzung.
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Special: Gewinnspiel zu Pan Tau – Die komplette Serie [1970-1979]
Ab jetzt freigeschaltet: Unser Gewinnspiel der Blu-ray-Sammleredition von Pan Tau!
In Bezug auf Bild und Ton gibt es bei der digital restaurierten Fassung nichts zu meckern. Die Serie sah nie besser aus und macht dem Blu-ray-Format alle Ehre. Das Bonusmaterial, einschließlich des überaus gelungenen Booklets, ist interessant und bietet für Sammler sogar den Kinofilm von 1988, wenngleich diesen nur auf DVD und in mäßiger Qualität. Weitere Informationen zur Serie, der Komplettbox und unserem Gewinnspiel, haben wir in unserem Special zusammengefasst.
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Soul [2020]
Der neueste Film des Animationsstudios Pixar wird junge Zuseherinnen und Zuseher vermutlich weniger ansprechen als frühere Werke. Das heißt nicht, dass sie nicht unterhalten werden. Doch ob sie wirklich verstehen, was die Filmemacher hier erzählen, sei dahingestellt. Soul ist ein ungewöhnliches Animationsabenteuer, das es schwer haben wird, seinen Platz in der beeindruckenden Filmografie des Studios zu finden. Nicht ganz unschuldig daran ist die direkte Veröffentlichung beim Streamingdienst Disney+.
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Kommissar Wisting: Eisige Schatten [2019]
Im verschneiten Larvik in Norwegen wird eine Leiche inmitten einer Baumschule entdeckt. Die Spur weist die Ermittler um Kommissar Wisting in die USA, von wo aus zwei FBI-Agenten entsandt werden, die norwegischen Behörden zu unterstützen. Die Geschichte von Jørn Lier Horsts Roman Eisige Schatten klingt überaus vielversprechend. Der erste Fernsehauftritt des Titel gebenden Kommissar Wisting hingegen, lässt am Ende viele Wünsche offen, was auch daran liegt, dass die Macher das Publikum unterschätzen.
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Kommissar Wisting: Jagdhunde [2019]
Nachdem es Kommissar Wisting in Eisige Schatten gelang, einen Serienmörder zu fassen, wird der norwegische Ermittler in Jagdhunde mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert. Der zweite TV-Fall des norwegischen Polizeikommissars, der ursprünglich erneut fünf einzelne Episoden umfasste, weist dieselben Stärken auf wie der Vorgänger, wiederholt jedoch dabei dieselben Schwächen. Wäre es nicht um die Verbindungen zwischen den Fällen, wäre das noch enttäuschender.
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Special: Pan Tau – Die komplette Serie [1970-1979]
Wer kennt Pan Tau nicht? Der freundliche, ältere Herr mit dem eleganten Anzug, dem Schirm und seiner Melone ist stets zur Stelle, wenn Kinder ihn brauchen. Und das Beste ist: Pan Tau kann zaubern! Parallel zur Neuauflage des Klassikers, bringen WDR mediagroup / Release Company zusammen mit LEONINE Distribution die inzwischen 50 Jahre alte Kinderserie in einer digital restaurierten Blu-ray-Veröffentlichung auf die Bildschirme zurück. Selbst wenn Pan Tau heute in nahezu allen Bereichen überholt erscheinen mag, der Funke von einst springt noch immer über. Unser Special beleuchtet, was die Sammleredition auszeichnet und für wen dies das perfekte Last-Minute-Weihnachtsgeschenk darstellt.
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Hollow Man - Unsichtbare Gefahr [2000]
Lange Zeit behielt sich der niederländische Filmemacher Paul Verhoeven auch in Hollywood die Kompromisslosigkeit, auf Grund derer das Publikum in Europa auf ihn aufmerksam geworden war. Sein bislang letzter Hollywood-Film Hollow Man - Unsichtbare Gefahr ist kein schlechter Film, es ist nur einer, der nicht Verhoevens Handschrift trägt – und der trotz der immer noch sehenswerten Trickeffekte inhaltlich beinahe so durchsichtig ist, wie der Protagonist über lange Zeit.
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Hard Rain [1998]
Basierend auf einem Drehbuch von Speed-Autor Graham Yost fühlt sich der schnörkellose Thriller Hard Rain an, als würde man das letzte Drittel eines Filmes sehen, das auf eineinhalb Stunden ausgedehnt wird. Das heißt nicht, dass Filmemacher Mikael Salomon kein stellenweise spannender Genrevertreter gelungen wäre. Im Gegenteil, denkt man nicht zu sehr darüber nach, ist der überflutete Western sogar durchaus unterhaltsam. Nur in sich stimmig erscheint er nicht.
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Der wunderbare Mr. Rogers [2019]
Eingerahmt, als wäre Der wunderbare Mr. Rogers selbst eine Episode der an Kinder gerichteten Fernsehsendung der Titelfigur, erzählt Filmemacherin Marielle Heller eine Geschichte von Freundschaft und Vergebung. Die widmet sich zwar nur bedingt der Person Fred Rogers, offenbart aber eine so sichere Hand, die Figuren und was sie zu dem gemacht hat, wer sie sind, herauszuarbeiten, dass das Drama uneingeschränkt sehenswert ist.
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Desierto - Tödliche Hetzjagd [2015]
In seinem minimalistischen Überlebens-Thriller Desierto - Tödliche Hetzjagd destilliert Filmemacher Jonás Cuarón komplexe Dinge in eine einfache Story. Erzählt er von mexikanischen Flüchtlingen, die von einem Mann mit einem Scharfschützengewehr buchstäblich ins Visier genommen werden, könnte das politisch aktueller kaum sein. Doch anstatt den wenigen Figuren Tiefe zu verleihen, verharrt er wie ein Brennglas auf der Ausgangslage. Dass die Spannung hier stellenweise knistert, ist unbestritten, doch ein Verständnis für die Charaktere erzeugt er nicht.
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Chernobyl [2019]
Die nukleare Katastrophe, die sich in Reaktor-Block 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl am 26. April 1986 nahe der ukrainischen Stadt Prypjat ereignete, liegt beinahe 35 Jahre zurück und wird die Menschheit doch tausende Jahre noch beschäftigen. Serienerfinder Craig Mazin nutzt den wahren Hintergrund dieser von Menschen gemachten Tragödie, um in Chernobyl ein geradezu flammendes Plädoyer gegen Lügen und für Transparenz zu schaffen. Dabei unterstreicht er gleichzeitig, wie solche Ereignisse das Beste und das Schlimmste in Menschen hervorbringen.
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Der Geist und die Dunkelheit [1996]
Basierend auf dem Buch von Colonel John Henry Patterson erzählt Filmemacher Stephen Hopkins eine ausgeschmückte und fiktionalisierte Variante eines Kampfes Mann gegen Natur. Auch wenn Der Geist und die Dunkelheit ebenso wenig mit der Vision des Regisseurs gemein hat, wie mit den wahren Hintergründen der Geschichte, gelingt ihm nichtsdestotrotz ein überaus unterhaltsames und stellenweise packendes Abenteuer mit einer greifbaren Atmosphäre.
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Hexen hexen [2020]
Mit Hexen hexen adaptiert Filmemacher Robert Zemeckis das beliebte Kinderbuch von Autor Roald Dahl, das bereits 1990 unter demselben Titel mit der unvergleichlichen Anjelica Huston verfilmt wurde. Die Geschichte ist dieselbe geblieben, laut Regisseur dichter an der Vorlage orientiert, und handelt von einem Jungen, der, in eine Maus verwandelt, den Kampf gegen Hexen aufnimmt. Das klingt für Kinder beinahe zu gruselig, tatsächlich ist es jedoch gerade die Mischung aus Humor und beinahe kindgerechtem Horror, die den Film für ein junges Publikum so spannend macht.
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The Mortuary - Jeder Tod hat eine Geschichte [2019]
„Die Welt besteht nicht aus Atomen, sondern aus Geschichten“, lässt Filmemacher Ryan Spindell seine überaus charismatische Hauptfigur, den Bestatter Montgomery Dark, zu Beginn seiner Gruselgeschichtenanthologie sagen. Derer erzählt The Mortuary - Jeder Tod hat eine Geschichte vier an der Zahl, beziehungsweise sogar fünf. Was auf den ersten Blick wie altbekannte Kost erscheint, besitzt nicht nur Charme, sondern belebt das Genre auf geradezu erfrischende Weise.
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The Beach House – Am Strand hört dich niemand schreien! [2019]
The Beach House ist kein aufwändig gemachter Science-Fiction-Horror-Film, sondern ein minimalistisches, über weite Strecken kammerspielartiges Drama, dessen Augenmerk zunächst darauf gerichtet ist, die unterschiedlichen Persönlichkeiten und Motivationen seiner Figuren herauszuarbeiten und einige tiefer gehende Fragen zu stellen. Die etwas aufdringliche Botschaft zusammen mit den Einschränkungen durch das schmale Budget, fallen dabei besonders auf.
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Jack Ryan: Staffel 2 [2019]
Nachdem die Macher mit der ersten Staffel einen unerwartet gelungenen Neustart der Romanfigur von Tom Clancy präsentiert haben, hat Jack Ryan: Staffel 2 bedauerlicherweise in jeder Hinsicht bis auf eine das Nachsehen gegenüber dem vorigen Jahr. Das liegt hauptsächlich daran, dass die Geschichte aus dem Auge verliert, was für eine Person der CIA-Analyst im Grunde ist. Entpuppen sich Nebencharaktere schließlich als interessanter denn die Titelfigur, haben die Autorinnen und Autoren für die kommende dritte Staffel eindeutig Nachholbedarf.
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Jack Ryan: Staffel 1 [2018]
Mit John Krasinski schlüpft der fünfte Darsteller in die Rolle des Titel gebenden CIA-Analysten Jack Ryan. Das nur wenige Jahre nach dem misslungenen Neustart einer Filmreihe um die beliebte Romanfigur von Tom Clancy mit Jack Ryan: Shadow Recruit. In Staffel 1 von Jack Ryan stellen die Macher eindrucksvoll heraus, weshalb Geschichten um den sympathischen Charakter überaus erfolgversprechend sind. Der Neustart im Mini-Serien-Format ist überaus gelungen, bietet aber noch Potential für Verbesserungen.
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Unglaubliche Geschichten [2020]
Beinahe 35 Jahre, nachdem er mit der Fantasy-Serie Unglaubliche Geschichten in den 1980er-Jahren zahlreiche Preise gewann, kehrt Produzent Steven Spielberg in einer Wiederbelebung des Anthologieformats für den Streaming-Dienst Apple TV+ zurück. Beschränkt auf fünf Episoden in der ersten Staffel, die jeweils knapp unter einer Stunde dauern, erinnert dies öfter als nicht an ein anderes Science Fiction-/Fantasy-Serien-Format. Und das ist kein Kompliment.
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Die unglaubliche Entführung der verrückten Mrs. Stone [1986]
Auch vor beinahe 35 Jahren stellte Die unglaubliche Entführung der verrückten Mrs. Stone im Bereich der Komödien etwas Besonderes dar. Teils Slapstick, teils Verwechslungskomödie und zum Teil mit bösen Gesellschaftsbeobachtungen versehen, ist Ruthless People, so der passendere Originaltitel, nicht nur ein leichter und doch alles andere als oberflächlicher Film, sondern auch eine Perle des Genres aus einer unbeschwerteren Zeit.
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Der Geheime Garten [2020]
Als jüngste Adaption bleibt Der Geheime Garten der ursprünglich 1911 veröffentlichten Vorlage inhaltlich erstaunlich treu, verlagert die Erzählung aber in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Darin findet die Waise Mary bei ihrem Onkel ein neues Heim und in einem magischen Garten ein unerwartetes Zuhause. Ihre Geschichte ist überraschend ernst, bringt aber auch einem jungen Publikum die behandelten Themen anschaulich näher. Mehr kann man an sich kaum erwarten.
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Mina und die Traumzauberer [2019]
Die Filmemacher von Mina und die Traumzauberer beweisen erstaunliches Talent, eine fantasievolle und interessante Welt zu erzeugen, in der Träume nicht einfach entstehen, sondern buchstäblich gebaut werden. Leider lassen sie das Gespür vermissen, daraus eine ebenso einfallsreiche Geschichte zu erzählen. Was sie zeigen, hat das Herz am rechten Fleck, wächst aber nicht oft über das hinaus, was es im Kinderkanal und sonstigen Programmen für das ganz junge Publikum zu sehen gibt.
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Niemals selten manchmal immer [2020]
Das Drama Niemals selten manchmal immer von Filmemacherin Eliza Hittman ist auf eine unvorstellbar packende Art und Weise zurückhaltend, dass die wenigen Momente, in denen die Emotionen der Hauptfigur durchbrechen, wie ein Gewittersturm über dem Publikum hereinbrechen. Die Geschichte erzählt die Reise der 17jährigen Autumn, die sich mit ihrer Cousine auf den Weg macht, eine ungewollte Schwangerschaft zu beenden. Das ist oft nicht angenehm, aber herausragend und wichtig.
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Hello Again - Ein Tag für immer [2020]
In ihrer Komödie Hello Again - Ein Tag für immer wandelt Filmemacherin Maggie Peren die bekannte Idee ab, bei der die Hauptfigur denselben Tag immer wieder erlebt. Hier trifft es eine junge Frau, die den Tag immer wieder erlebt, an dem ihr bester Freund aus Kindertagen heiraten wird. Das sorgt verständlicherweise für reichlich Spannungen, bedauerlicherweise aber nicht für eine überaus spannende Erzählung. Die ist am Ende ebenso auf sich selbst bezogen, wie die junge Frau im Zentrum bereits zu Beginn.
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Underwater - Es ist erwacht [2020]
Wenn nichts anderes, dann ist William Eubanks Underwater - Es ist erwacht eine passende Erinnerung daran, dass eine zeitgemäße Veröffentlichung von James Camerons Abyss - Abgrund des Todes lange überfällig ist. Jener Film doppelt so lang wie Underwater und passenderweise doppelt so gelungen. Das Tempo hier soll wohl helfen, über die inhaltlichen Unzulänglichkeiten hinwegzusehen, aber wenn man nicht weiß, wer ums Überleben kämpft, wieso sollte ihr Kampf dann interessieren?
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Verschwiegen [2020]
Die achtteilige Miniserie Verschwiegen handelt von der respektierten Familie Barber, deren Leben auf den Kopf gestellt wird, als ihr Sohn Jacob verdächtigt wird, einen Mitschüler getötet zu haben. Namhaft besetzt und zurückhaltend inszeniert von dem norwegischen Filmemacher Morten Tyldum, ist dies keine angenehme Unterhaltung, aber als Drama nichtsdestoweniger sehenswert. Dass auf entscheidende Fragen keine Antworten geliefert werden, fordert das Publikum gelungen auf, sich der unbequemen Wahrheit selbst zu stellen.
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Aufbruch zum Mond [2018]
Damien Chazelles Biografie-Drama Aufbruch zum Mond bringt seinem Publikum einen der entscheidendsten und inspirierendsten Momente des vergangenen Jahrhunderts nahe. Dass im Zentrum dieser Geschichte Astronaut Neil Armstrong steht, der über weite Strecken ebenso unnahbar scheint wie der Erdtrabant, gestaltet die Erzählung umso herausfordernder. Sich dieser historischen Figur zu nähern, gelingt dem Filmemacher jedoch bei weitem weniger gut, als bei der Reise zum Mond selbst.
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Operation - Broken Arrow [1996]
Der zweite Hollywood-Film von John Woo ist inzwischen beinahe 25 Jahre alt. Dennoch, oder gerade deshalb, ist es umso erstaunlicher, was Operation - Broken Arrow bedeutend besser gelingt, als vielen heutigen Produktionen, die zudem merklich aufwendiger sind. Mit einer einfachen Story, zwei gegensätzlichen Figuren und einem herrlich überzogenen Bösewicht, brennt der chinesische Filmemacher ein Action-Inferno ab, das sich nie zu ernst nimmt, aber gleichzeitig packend genug gerät. Das ist Unterhaltung pur auf einem handwerklich erstklassigen Niveau.
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Kritik: The Outpost - Überleben ist Alles [2020]
In The Outpost - Überleben ist Alles erzählt Filmemacher Rod Lurie einen der blutigsten amerikanischen Kampfeinsätze während des Krieges in Afghanistan nach, der sich am 3. Oktober 2009 zugetragen hat. Das Ergebnis ist ein handwerklich stellenweise immens beeindruckender und erschreckend realistischer Blick auf die „Schlacht von Kamdesh“, wie der Einsatz auch genannt wird. Doch versucht das Kriegsdrama, zu vielen Menschen ein Denkmal zu setzen.
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Kritik: The Photograph [2020]
Stella Meghies romantisches Drama The Photograph ist das filmische Äquivalent eines Jazz-Club-Besuchs. Selbst wenn man die Themen bereits kennt, ist es die Präsentation und die Variationsfreude, die den Abend am Ende auszeichnen. Dass die Geschichte selbst hier nicht allzu einfallsreich klingt, ist nicht unbedingt ein Nachteil, ist sie doch derart stilvoll und mit solch sicherer Hand umgesetzt, dass nicht das Ziel der Figuren die Erzählung prägt, sondern ihr Weg dorthin.
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Kritik: Mulan [2020]
Die Realverfilmung von Disneys gleichnamigem Zeichentrickfilm aus dem Jahr 1998, Mulan, hat eine lange Entwicklung hinter sich. Umso unverständlich ist, wie unfertig die Adaption der renommierten Filmemacherin Niki Caro am Ende erscheint. Sowohl inhaltlich als auch in Bezug auf die handwerkliche Umsetzung. Es fällt dabei auf, dass die Schwachpunkte mit längerer Laufzeit umso mehr zunehmen, als hätten es die Macher gar nicht weiter versucht. Gerade, weil die Figur solche großes Potential hat, ist das so bedauerlich.
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Kritik: After Truth [2020]
Nur ein Jahr nach After Passion kommt mit After Truth die Fortsetzung der Teenie-Herzschmerz-Story um Tessa und Hardin in die Kinos. Erneut gibt es Trennungsschmerz und Glücksgefühle, wenn auch in umgekehrter Reihenfolge. Wieder geben sich die jungen Hauptfiguren deutlich lebenserfahrener, als sie sein dürften und erneut ist Vieles davon überzogen kitschig, aber nicht trashig genug und nimmt sich selbst zu wichtig, als dass man Spaß damit haben könnte.
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Kritik: Tenet [2020]
Auf Tenet ruhen gleich mehrere große Hoffnungen. Unter anderem hoffen Kinos und ganz Hollywood, dass sich mit der hochkarätigen und namhaften Produktion das Publikum trotz der unberechenbaren Situation zurück in die Lichtspielhäuser wird locken lassen. Es wäre den Beteiligten zu wünschen, denn was Filmemacher Christopher Nolan hier gelingt, ist nichts weniger als einer der einfallsreichsten, beeindruckendsten und wagemutigsten Action-Thriller der vergangenen Jahre.
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Kritik: 21 Bridges [2019]
Die Enttäuschung am Ende des Action-Krimis 21 Bridges ist nicht allein deshalb so groß, weil der Film trotz des Talents vor und hinter der Kamera nie über das Mittelmaß einer Videoproduktion hinauswächst, sondern weil nicht nur mit wenig Änderungen ein bedeutend besseres Ergebnis hätte erzielt werden können. Dabei sind die ersten knapp 45 Minuten überaus vielversprechend. Danach baut der Film stark ab und in einem Tempo, das umso mehr erstaunt.
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Kritik: Unser Planet [2019]
Die Netflix-Reihe Unser Planet ist die vermutlich schönste, traurige Dokumentation, die es von den Machern um Alastair Fothergill bislang gab. Denn so wundersam und atemberaubend die Vielfältigkeit der Natur ist, die hier gezeigt wird, die Macher werden richtigerweise nicht müde zu betonen, wie viel davon kurz vor der endgültigen Vernichtung steht, bzw. wie vieles bereits verloren ist. Anstatt passiv zu berichten, nimmt die Dokumentation eine mahnende Haltung ein, die nicht jedem Publikum gefallen wird. Wichtig ist es allemal.
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Kritik: Lost: Staffel 6 [2010]
Mit Lost: Staffel 6 schicken sich die Macher der TV-Mystery-Serie an, die immens verschachtelte und gleichzeitig weit verzweigte Geschichte des Ensembles aufzulösen und gleichzeitig abzuschließen. Währenddessen liefern die Macher viele Erklärungen für das Vorangegangene, verlagern den Schwerpunkt der Erzählung teilweise weg von den eigentlichen Hauptfiguren und erörtern die mysteriöse Insel an sich. Das letzte Kapitel dieser Reise ist genau dadurch nicht weniger interessant, verlangt von den Zuseherinnen und Zuseher jedoch mehr als bislang einen Glaubenssprung.
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Kritik: Lost: Staffel 5 [2009]
Lost: Staffel 5 macht es ausgesprochen schwer, über den Inhalt der nur 17 Episoden zu sprechen, ohne nennenswerte Elemente dessen, was zuvor war, oder was darin selbst passiert, zu verraten. Im vorletzten Serienjahr widmen sich die Stories hauptsächlich Figuren, die bislang nicht in dem Maße im Mittelpunkt standen. Wer das als Kritikpunkt sieht, sollte bedenken, dass kein einziger Charakter das Jahr ohne Blessuren überstehen wird. Der Cliffhanger am Ende stellt dabei alle bisher dagewesenen der Serie in den Schatten.
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Kritik: Lost: Staffel 4 [2008]
Mit gerade einmal 14 Episoden gerät Staffel 4 der Mystery-Serie Lost überraschend kurz. Auch gaben die Macher offenbar bereits das Ende der Serie nach zwei weiteren Seasons bekannt. Mit einer veränderten Erzählweise gelingt es der Serie, das Flair des Unbekannten zu bewahren und dennoch Antworten zu liefern. Die scheinen letztendlich zwar immer noch keinen wirklichen Sinn zu ergeben, aber sie lassen zumindest erahnen, dass die kreativen Köpfe hinter Serie ein Ziel haben, auf das sie zusteuern.
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Kritik: Lost: Staffel 3 [2006 / 2007]
Die Macher von Lost verstanden es von Anfang an, ihr Publikum sowohl im Unklaren zu lassen über die eigentliche Geschichte, die sie erzählen, aber gleichzeitig genug Interesse zu wecken, damit die Zuschauerinnen und Zuschauer weiterhin am Ball blieben. Staffel 3 baut auch mit neuen Einblicken in die Vergangenheit der zentralen Figuren viele ihrer früheren Stärken weiter aus. Dass jedoch wieder mehr Fragen aufgeworfen werden, stimmt früher oder später skeptisch.
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Kritik: Lost: Staffel 2 [2005 / 2006]
Für die erste Staffel von Lost gab es viel Lob und zahlreiche Preise – und die Erwartung, dass die Serie im zweiten Jahr dem auch erneut gerecht werden würde. Nur wie soll man einen solchen Erfolg fortsetzen, geschweige denn steigern? Es ist ein schmaler Grat, auf dem sich die Erzählung bewegt, weiter Interesse zu wecken und nicht zu viel zu verraten. Dadurch, dass die Geschichte vom Strand weg an einen neuen Standort verlegt wird und nicht zuletzt durch die weiterhin hervorragende und geforderte Besetzung, gelingt das zum allergrößten Teil.
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Kritik: Lost: Staffel 1 [2004 / 2005]
Die erste Staffel der Mystery-Serie Lost gehört zu den besten Stunden Unterhaltung, die Hollywood je hervorgebracht hat. Nie zuvor war eine derart ineinander verwobene Geschichte auf einem technisch und handwerklich so hohen Niveau präsentiert worden. Und obwohl in 25 Episoden mehr als ein Dutzend Figuren vertieft werden, schwebt über allem die Ungewissheit, wessen sich die Überlebenden eines Flugzeugabsturzes auf einer scheinbar verlassenen Insel gegenübersehen. Zu behaupten, dies wäre sehenswert, ist eine Untertreibung.
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Kritik: I Still Believe [2020]
Dass sich das Liebesdrama I Still Believe an ein bestimmtes Publikum richtet, ist kein Vorwurf. Erzählt man diesem jedoch genau das, was es hören will, ist das kein Gradmesser dafür, ob die Geschichte selbst gut erzählt ist, oder nicht. Die Filmemacher Andrew und Jon Erwin widmen sich in dem auf wahren Begebenheiten basierenden Liebesdrama einem schwer greifbaren Thema. Die Antworten, die sie liefern, werden niemanden bekehren – ob sie wenigstens Hoffnung spenden, muss das Publikum selbst entscheiden.
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Kritik: Bad Times at the El Royale [2018]
Es ist schwer zu sagen, was für eine Art Film Bad Times at the El Royale tatsächlich ist. Es ist beinahe, als wäre Regisseur und Autor Drew Goddard nicht darauf aus, sich auf ein Genre festlegen zu lassen. Was beginnt wie ein Krimi, wandelt sich zu einem alles andere als zimperlichen Thriller, in dessen Zentrum gebrochene oder traumatisierte Figuren stehen. Das ist stellenweise bitterböse amüsant, zum Ende hin allerdings mehr Psychothriller um Macht und Gewalt. Sehenswert ist es allemal.
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Kritik: Ready or Not – Auf die Plätze, fertig, tot [2019]
Wenn es eines gibt, das der Horror-Thriller Ready or Not – Auf die Plätze, fertig, tot nicht ist, dann subtil. Die Filmemacher gehen offen mit ihrer Geschichte um, deren Zusammenhänge dann erklärt werden, wenn die Story richtig in Fahrt kommt. Und sie halten auch mit ihrer Gesellschaftskritik nicht zurück. Woran es der sichtlich für ein erwachsenes Publikum umgesetzten Geschichte jedoch fehlt, ist eine interessante Mythologie. Dafür wartet sie mit einer Darbietung im Zentrum auf, die packender kaum sein könnte.
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Kritik: Jagd auf einen Unsichtbaren [1992]
John Carpenters Jagd auf einen Unsichtbaren zeichnet sich weniger durch die Ausführung der Geschichte aus, als durch die interessante Grundidee. Eines lässt ausgerechnet der mit Horror-Filmen bekannt gewordene Regisseur leider vermissen: Die Ernsthaftigkeit. Obwohl die ernsteren Aspekte kurz angerissen werden, ist dies eine Liebeskomödie mit einem Hauch Science Fiction. Damit verschenken die Macher viel Potential.
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Kritik: Irresistible [2020]
Thematisch ist Irresistible ein Film, wie es ihn gefühlt alle vier Jahre gibt. Einer, der entweder ernst oder satirisch das politische System in den USA beleuchtet, wo an der aggressiven politischen Stimmung buchstäblich Familien zerbrechen. Jon Stewarts Satire kann an die bekanntesten Vertreter des Genres zwar nicht heranreichen, sie bringt in den letzten Minuten das Kernproblem, wenn auch mit erhobenem, moralischem Zeigefinger, so gelungen auf den Punkt, dass man beinahe Beifall klatschen möchte.
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Kritik: Wege des Lebens - The Roads Not Taken [2020]
Die Widmung ganz am Ende von Wege des Lebens - The Roads Not Taken lässt erahnen, dass das Drama um Verlust und Entscheidungen, die das eigene Leben grundlegend prägen, eine ganz persönliche Bedeutung für Filmemacherin Sally Potter hat. Aber trotz zweier sehenswerter Darbietungen von Javier Bardem und Elle Fanning, gelingt es ihr nicht, diese Bedeutung dem Publikum gegenüber zu vermitteln. Ungeachtet der geringen Laufzeit ist das spürbar lang und auch deshalb frustrierend.
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Kritik: The King of Staten Island [2020]
Es ist schwer zu sagen, was für einen Film Regisseur und Ko-Autor Judd Apatow mit The King of Staten Island erzählen möchte. Inhaltlich gerät die Dramödie so ziellos wie ihre Hauptfigur. Das ist insofern schade, da die Besetzung nicht nur toll ausgesucht ist, sondern den Personen in der Geschichte eine greifbare Authentizität verleiht. Das Frustrierende daran ist, dass der zentrale Charakter nicht nur der unsympathischste von allen ist, sondern auch der uninteressanteste.
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Kritik: Air Force One [1997]
Air Force One ist nur ein Film in einer langen Reihe, die das Erfolgsrezept des Action-Thrillers Stirb langsam kopierten. Was Wolfgang Petersens Umsetzung von den übrigen abhebt, ist zum einen, dass der Held im Zentrum niemand geringeres ist als der US-Präsident, und dass er sich den Angreifern hoch über den Wolken an Bord des Titel gebenden Präsidentenflugzeugs stellen muss. Entscheidend für den Erfolg ist aber das versammelte Talent vor und hinter der Kamera, das den Thriller vor dem Absturz bewahrt.
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Kritik: The Gentlemen [2019]
Was man Filmemacher Guy Ritchie stets attestieren kann, ist dass seine Filme eine unverwechselbare Handschrift tragen, geprägt von einem fantastischen Verständnis und Bemühen um Stil. Das ist ein Punkt, der seine schwarzhumorige Gangsterkomödie The Gentlemen auszeichnet. Zum Leben erweckt von einer sehenswerten Besetzung, ist dies nichts für ein Publikum, das auf politische Korrektheit aus ist. Gerade deshalb aber steht der Film so hervor.
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Kritik: Marie Curie - Elemente des Lebens [2019]
Filmemacherin Marjane Satrapi präsentiert mit Marie Curie - Elemente des Lebens einen Film, der nicht wirklich eine Biografie ist, aber mehr als reine Fiktion zu sein scheint. Er handelt vom Leben und dem Einfluss von Marie Curie, die nicht nur Pionierarbeit im Forschungsbereich der Radioaktivität leistete, sondern als erste Frau den Nobelpreis erhielt. Was wie ein Garant für ein ebenso wichtiges wie aussagestarkes biografisches Drama klingt, ist am Ende nichts wirklich und tonal schwer einzuordnen, so dass der Film der historischen Figur kaum gerecht wird.
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Kritik: Harriet - Der Weg in die Freiheit [2019]
Es ist kaum vorstellbar, dass es mehr als 150 Jahre dauerte, ehe es einen Film über die historische Figur Harriet Tubman geben sollte. Immerhin war sie eine der bekanntesten und bedeutendsten Persönlichkeiten der „Underground Railroad“- Organisation, jenes Netzwerks, das im 19. Jahrhundert tausende afroamerikanische Sklaven befreite. So wichtig es ist, ihre Geschichte zu erzählen, Harriet - Der Weg in die Freiheit wird den Erwartungen wie auch dem eigenen Anspruch nur selten gerecht.
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Kritik: Ronnie Wood - Somebody Up There Likes Me [2019]
Man sollte meinen, dass es nur schwer möglich ist, das bewegte Leben eines Rockmusikers, das alle Höhen und Tiefen gesehen hat, in einer Biografie aufzuarbeiten. Mit einer Laufzeit von spürbar unter eineinhalb Stunden, ist Mike Figgis’ Film Ronnie Wood - Somebody Up There Likes Me merklich kurz und überdies mit mehreren Ausschnitten aus Konzerten und Musikvideos sichtbar in die Länge gezogen. So interessant daher der Blick auf die Person im Zentrum, so oberflächlich wird sie am Ende beleuchtet.
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Kritik: Midway - Für die Freiheit [2019]
Roland Emmerichs auf wahren Begebenheiten basierendes Kriegsdrama Midway - Für die Freiheit wird nie dem Anspruch gerecht, den der Filmemacher offenbar an die Verfilmung einer entscheidenden Phase des Zweiten Weltkriegs legt. Das ist weniger seiner handwerklichen Umsetzung geschuldet, als der Drehbuchvorlage. Und doch ist es am Ende ein Zusammenspiel aus mehreren Elementen, das dafür sorgt, dass der Film nie über das Niveau einer Videoproduktion hinauskommt und nur selten gar daran heranreicht.
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Kritik: Booksmart [2019]
In ihrem Spielfilmregiedebüt widmet sich Olivia Wilde einem Thema, mit dem sich ein Großteil ihres Publikums identifizieren kann, erzählt aus der Sicht von zwei besten Freundinnen, die kurz vor ihrem High School-Abschluss stehen. Booksmart verpackt die stellenweise arg übertriebene Geschichte in eine Komödie, die stellenweise zotig ist, aber insbesondere im letzten Drittel dank der beiden sympathischen Hauptfiguren viel mehr Charme entwickelt, als man ihr zutrauen würde.
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Kritik: The Good Liar - Das alte Böse [2019]
Bill Condons The Good Liar - Das alte Böse ist ein Film, der ein wenig aus der Zeit gefallen erscheint. Das macht ihn einerseits für ein zu junges oder zu „unerfahrenes“ Publikum wenig interessant, für ein Älteres hingegen zu wenig überraschend, als dass der Krimiaspekt in der Form funktionieren würde, wie in der Vorlage von Nicholas Searles Roman. Dank der gelungenen Atmosphäre und nicht zuletzt der fabelhaften Besetzung ist das trotz allem sehenswert.
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Kritik: Ein Gauner & Gentleman [2018]
Es gibt keinen Hollywoodschauspieler, den man so sehr mit der Rolle des charmanten Schlitzohrs verbindet, wie Robert Redford. Die Beteiligten sind es auch, die David Lowerys Ein Gauner & Gentleman sehenswert machen, der vermutlich einen der letzten Leinwandauftritte Redfords darstellt. So interessant die handwerkliche Umsetzung und so amüsant die Erzählung, sie wird am Ende den tatsächlichen Figuren dahinter ebenso wenig gerecht, wie der eigentlichen Geschichte.
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Kritik: Top Gun - Sie fürchten weder Tod noch Teufel [1986]
Top Gun - Sie fürchten weder Tod noch Teufel ist ein Film, wie selbst Hollywood ihn heutzutage nicht mehr hervorbringt. Regisseur Tony Scott bezeichnete den erfolgreichsten Film des Jahres als Weltflucht in Reinform. Man könnte auch sagen, dass er nichts anderes als ein überlanger Mix aus einem Militärwerbe- und einem Musikvideo darstellt. Das klingt negativ, aber am Ende muss man sich fragen: Wenn es so unterhaltsam ist, was ist dagegen einzuwenden?
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Kritik: Duell [1971]
Auf den ersten Blick ist Duell ein minimalistischer Psychothriller und darüber hinaus der erste Spielfilm im engeren Sinne von Steven Spielberg. Ursprünglich nur 74 Minuten lang und direkt für das amerikanische Fernsehen produziert, ergänzte der damals erst 25jährige Regisseur seine Geschichte für eine europäische Kinoauswertung. Herausgekommen ist gewissermaßen ein Western auf der Straße. Die Umsetzung lässt nicht nur das Talent des Filmemachers erkennen, sondern sorgt heute noch für ein ungutes Gefühl.
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Kritik: Was tun [2020]
„Warum müssen wir mit so viel Leid leben? Gibt es keinen anderen Weg für uns Frauen?“ Diese Fragen von einem 15-jährigen Mädchen in einem Dokumentarfilm, die Filmemacher Michael Kranz zwei Jahre lang nicht losgelassen haben, führen in in seiner eigenen Dokumentation Was tun nach Bangladesh in eine Welt, die hoffnungsloser kaum sein könnte. Die Antworten, die er auf die im Filmtitel steckende Frage angesichts der Zwangsprostitution junger Mädchen findet, sind ebenso wichtig wie das Porträt, das er zeichnet, selbst wenn er erstere nicht deutlich genug herausarbeitet.
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Kritik: Knives Out – Mord ist Familiensache [2019]
Es gehört durchaus Mut dazu, einen im Kern klassischen Krimi mit einer hochaktuellen politischen Aussage zu verbinden und diese dem geneigten Publikum in einer spritzigen Erzählung zu servieren, die trotz der bekannten Hollywoodstars nicht auf Actionmomente, sondern auf die Figuren setzt. Regisseur Rian Johnson gelingt mit Knives Out – Mord ist Familiensache eine tolle Hommage an die Krimiklassiker von Agatha Christie, mit der er der Gesellschaft gleichzeitig den Spiegel vorhält.
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Kritik: John Wick: Kapitel 3 [2019]
Der dritte Teil der Actionfilm-Reihe John Wick mit Keanu Reeves ist der längste Ableger bislang – und das ist nicht zu seinem Vorteil. Darin muss sich der Titel gebende Auftragskiller Wick erneut einer Unmenge an Gegnern stellen, die ihm nach dem Leben trachten. Filmemacher Chad Stahelski versteht es dabei durchaus, seine Figur in brenzlige Situationen zu versetzen und eingangs ist das auch oftmals packend. Aber die Momente wiederholen sich in John Wick: Kapitel 3 derart oft, dass es zunehmend langweilig wird.
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Kritik: Crawl [2019]
Selbst wenn eine hochkarätige Besetzung an Bord ist, sind sogenannte „Creature-Features“, Horror-Filme mit realen oder Fantasy-Wesen als Gegner, oftmals lediglich sogenannte B-Filme. Also Filme, die objektiv gesehen nicht wirklich gut sind, selbst wenn sie überaus unterhaltsam ausfallen. Dass hierbei, wenn es um „blutrünstige Monster“ aus der Tierwelt geht, eine Perle wie The Shallows: Gefahr aus der Tiefe dabei ist, ist überaus selten. Ganz zu schweigen von einem Meilenstein wie Der weiße Hai. Alexandre Ajas Crawl ist letztendlich mehr ersteres, dabei in mancherlei Hinsicht überlegen, in anderer wieder nicht. Wer in der richtigen Stimmung für eine solche Art Film ist, findet hier aber die unterhaltsamsten und spannendsten eineinhalb Stunden der vergangenen Jahre.
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Kritik: Shazam! [2019]
Der beste Aspekt an Shazam! ist die musikalische Untermalung von Benjamin Wallfisch, dessen Kompositionen Einflüsse von zahlreichen renommierten Komponisten und ihre jeweiligen Superhelden-Themen aufweisen. Sie hat damit er der Comic-Adaption von Regisseur David F. Sandberg in vielen Belangen etwas voraus. Beim Film gibt es, abgesehen davon, dass er nie wirklich langweilig ist und kein Aspekt vollkommen misslungen, erstaunlich wenig, was in Erinnerung bleibt.
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Kritik: The Quake - Das große Beben [2018]
Mit dem norwegischen Katastrophenfilm The Wave - Die Todeswelle zeigten die Macher, dass es durchaus funktionieren kann, eine solche Geschichte, die in Hollywood meist Unsummen verschlingt, ernst und doch packend mit einem kleineren Budget zu erzählen. The Quake - Das große Beben begleitet dieselben Figuren bei einer neuer Tragödie, einem Beben inmitten von Oslo. So gelungen der anfängliche Aufbau dabei ist, so enttäuschend ist, was Regisseur John Andreas Andersen letztendlich damit anstellt.
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Kritik: Friedhof der Kuscheltiere [1989]
Friedhof der Kuscheltiere, ist ein trauriger kleiner Horror-Film. Traurig weniger, weil die Geschichte in ihrem Kern dramatische Entwicklungen der Figuren bereithält, sondern weil das Endergebnis nicht nur den psychologischen Aspekt vermissen lässt, der die Vorlage laut Kennern auszeichnet, sondern darüber hinaus als reiner Horror-Film eine maßlose Enttäuschung darstellt. Dass der renommierte Autor Stephen Kings selbst die Drehbuchvorlage seiner Romanadaption lieferte, macht das Ergebnis nur umso unverständlicher.
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Kritik: Joker [2019]
Todd Phillips’ Joker ist ein in jeder Hinsicht erstklassiger und in vielen sogar überragender Film, dessen größtes Dilemma darin liegt, dass er den Hintergrund einer Figur beschreibt, die keine Erklärung gebraucht hätte. Insofern bleibt, allen preisverdächtigen und preiswürdigen Darbietungen und Elementen zum Trotz am Ende der Eindruck, dass der Blick auf die Entstehung eines abgrundtiefen Soziopathen zwar nicht der Aussage, die er für die Welt an sich darstellt, aber seiner Unberechenbarkeit entgegensteht. Für sich genommen ist das schlicht überflüssig.
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Kritik: Mortal Engines: Krieg der Städte [2018]
Die Verfilmung des Steampunk-Jugendbuchs Mortal Engines: Krieg der Städte zieht so viel Inspiration aus anderen Filmen, dass sie sich kaum dagegen wehren kann, mit diesen verglichen zu werden. Aber nicht nur dann enttäuscht das von Peter Jackson produzierte, inhaltlich ebenso wirre wie ungelenk umgesetzte Spielfilmregiedebüt von Christian Rivers. Obwohl dieses großteils in Städten spielt, die buchstäblich ständig in Bewegung sind, ist dies nie wirklich temporeich oder spannend.
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Kritik: Heat [1995]
Michael Manns Heat ist ein Paradebeispiel eines beinahe drei Stunden dauernden Films, der – obwohl nur selten temporeich – keine Minute zu lang ist. Mit der Leinwandadaption seines TV-Films Showdown in L.A. gelingt dem Regisseur auch dank der sagenhaften Besetzung, angeführt von den charismatischen Mimen Al Pacino und Robert De Niro ein komplexer und fantastisch aufgebauter Crime-Thriller, der in vielen Belangen nach wie vor seines Gleichen sucht.
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Kritik: Blade Runner: Final Cut [1982]
Nach seinem Genre prägenden Meisterwerk Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt präsentiert Filmemacher Ridley Scott mit der Adaption von Philip K. Dicks Vorlage einen nicht minder einflussreichen Film. Statt auf Horror, konzentriert sich Blade Runner auf existenzielle Fragen und ist damit pure Science Fiction. Die schwierige Veröffentlichungsgeschichte spiegelt sich dabei gewissermaßen in Scotts Vision des fertigen Films wider. Oder aber sie ist ein Ergebnis derselben.
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Kritik: Der Unsichtbare [2020]
Die Neuinterpretation des Science Fiction-Klassikers Der Unsichtbare von Regisseur Leigh Whannell ist über weite Strecken eine solch unerwartete Überraschung, dass es umso bedauerlicher ist, wenn sich der Filmemacher von seinem anfänglichen Konzept verabschiedet und ein letztes Drittel präsentiert, das inhaltlich zuerst auf der Stelle zu treten scheint und dann allzu absehbar gerät. Das schmälert am Ende jedoch weder die interessante Prämisse, noch die sehenswerte Leistung von Hauptdarstellerin Elisabeth Moss.
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Kritik: Eraser [1996]
Hätte man damals geahnt, welche Richtung die Filmkarriere des Actionstars Arnold Schwarzenegger im Folgenden nehmen würde, wäre Eraser seinerzeit vermutlich besser aufgenommen worden. Tatsächlich klingt die Rolle als wäre sie ihm auf den Leib geschrieben. So grundsätzlich auch die zahlreichen Actionmomente im Film, die abseits der vorhersehbaren und phasenweise dürftigen Story auch den größten Kritikpunkt darstellen. Als Gesamtpaket jedoch ist dies ein durchweg unterhaltsamer Action-Thriller für Erwachsene.
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Kritik: Hotel Mumbai [2018]
Das auf Tatsachen basierende Thriller-Drama Hotel Mumbai um die Belagerung des Taj Mahal Palace Hotel in der indischen Millionenmetropole durch islamistische Terroristen, erzählt weniger von heroischen Taten der Menschen, die sich den Angreifern stellten, als von Mut und Tapferkeit. Sowohl der Überlebenden als auch der Opfer. Es schildert dabei auf erschreckende und greifbare Weise die unbegreiflichen Verbrechen, die sich dort im Jahr 2008 zugetragen haben. So wichtig es ist, dies zu sehen, so schwierig ist es auch, sich dem zu stellen.
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Kritik: Angel Has Fallen [2019]
Die Grundidee einer Geschichte um einen Secret Service-Agenten, der in ein Komplott verstrickt wird und nicht nur seinen eigenen Namen reinwaschen, sondern auch den Präsidenten der Vereinigten Staaten retten muss, hört sich interessanter an, als Filmemacher Ric Roman Waugh dies in Angel Has Fallen umzusetzen in der Lage ist. Dabei gehen hier die dramaturgischen Schwächen mit den inhaltlichen des ab einem gewissen Punkt erstaunlich dürftigen Skripts Hand in Hand.
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Kritik: Das Kartell [1994]
In seinem zweiten – und bedauerlicherweise letzten – Auftritt als CIA-Agent Jack Ryan sieht sich Harrison Ford sowohl den brutalen Machenschaften eines Drogenkartells als auch Feinden in den eigenen Reihen gegenüber. Mehr noch als bei Die Stunde der Patrioten [1992] missfiel Romanautor Tom Clancy die Adaption seiner Buchvorlage in Das Kartell, so dass es lange dauern sollte, ehe ein weiteres Abenteuer des Analysten auf die Leinwand kam. Dabei beweist Regisseur Phillip Noyce einmal mehr, dass er es versteht, politisch verstrickte Thriller glaubhaft und packend zugleich zu erzählen.
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Kritik: Die Stunde der Patrioten [1992]
Nach Jagd auf Roter Oktober kehrt Tom Clancys Romanfigur Jack Ryan in seinem zweiten Leinwandabenteuer zurück. Da in Die Stunde der Patrioten statt Hauptdarsteller Alec Baldwin nun Harrison Ford in die Rolle des CIA-Agenten schlüpft, wirkt der ebenfalls damit einhergehende, atmosphärische Unterschied zum Vorgänger nicht zu abrupt. Merklich ernster erzählt, ist Phillip Noyces Fortsetzung weniger Agentenfilm und mehr Thriller mit einem zeitgemäßen Thema und einer tadellos Umsetzung.
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Kritik: Jagd auf Roter Oktober [1990]
Mit Jagd auf Roter Oktober feiert Tom Clancys Romanheld Jack Ryan seinen Einstand auf der großen Leinwand. Verkörpert von Alec Baldwin, beobachtet der CIA-Analytiker, wie sich zum Höhepunkt des Kalten Krieges ein gefeierter, sowjetischer U­‑Boot-Kapitän auf eine scheinbar nicht autorisierte Mission begibt. Veröffentlicht kurz nach dem Ende des Ost-West-Konflikts, überzeugt der Spionage-Thriller durch eine clevere Story, seine dichte Atmosphäre und einen damals wie heute überaus seltenen Fokus auf dem vermeintlichen Feind.
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Kritik: Narziss und Goldmund [2020]
Basierend auf der gleichnamigen Erzählung von Hermann Hesse, erschienen im Jahr 1930, erzählt Narziss und Goldmund von der Freundschaft und dem Werdegang der beiden auf diese Namen hörenden Männer, die sich im Mittelalter als Kinder begegnen und einander für ihr ganzes Leben prägen. Dabei orientiert sich Regisseur Stefan Ruzowitzky zwar an der Vorlage, bietet aber in manchen Aspekten eine spürbar moderne Interpretation. Hierin liegen auch die auffälligsten Schwachstellen der Produktion.
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Kritik: Bloodshot [2020]
Bloodshot ist nicht die schlechteste Leinwandadaption einer Comic-Vorlage der letzten Zeit. Es ist vielmehr ein durch und durch durchschnittlicher Science Fiction-Action-Thriller. In Anbetracht der Beteiligten ist das am Ende sicherlich zu wenig und auch enttäuschend, aber als reiner Unterhaltungsfilm für ein erwachsenes Publikum ist Dave Wilsons Spielfilmregiedebüt nicht ärgerlich. Hätte man die einzig große Stärke nicht vorab in der Filmvorschau verraten, gäbe es hier zumindest was zu entdecken.
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Kritik: X‑Men: Dark Phoenix [2019]
Der Schlamassel, den XMen: Dark Phoenix darstellt, ist umso unbegreiflicher, wenn man bedenkt, dass Autor und Regisseur Simon Kinberg nicht nur als Produzent der Filmreihe seit längerem an Bord war, sondern auch einige Filme davon geschrieben hatte. Dass das Publikum Kinbergs Spielfilmregiedebüt hier gemieden hat, mag auch daran liegen, dass dieser halbgare Reboot der Superhelden-Reihe weder im Kontext mit den übrigen Filmen, noch für sich genommen großen Sinn ergibt.
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Kritik: Arctic [2018]
Das Überlebensdrama Arctic ist der erste Spielfilm von Regisseur Joe Penna. Er hätte sich kaum ein schwierigeres Thema aussuchen und gleichzeitig kaum eine bessere Besetzung für diese Figur wünschen können. Mads Mikkelsen verkörpert die Geschichte eines Mannes, der in einer der unwirtlichsten Gegenden der Welt um sein Leben kämpft, in einer sehenswerten Tour de Force, selbst wenn das Drehbuch seinen Anstrengungen nur selten gerecht wird.
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Kritik: Onward: Keine halben Sachen [2020]
Um es gleich vorweg zu sagen, Onward: Keine halben Sachen mag nicht der beste Film des Animationsstudios Pixar sein, doch das ist angesichts der vielen hervorragenden Produktionen noch keine wirkliche Wertung. Die Story um zwei Brüder, die in einer Fantasy-Welt auf eine waghalsige Suche gehen, um einen Zauber zu erfüllen, durch den ihr verstorbener Vater für einen Tag von den Toten zurückkehren kann, bietet aber mehr als genug Möglichkeiten, ein unvergleichliches Abenteuer zu erzählen. Nicht weniger ist Filmemacher Dan Scanlon hier gelungen.
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Kritik: Just Mercy [2019]
An sich erzählt das auf wahren Begebenheiten basierende Drama Just Mercy von zwei Ungerechtigkeiten. Dass sie oft miteinander verbunden sind, schmälert weder die eine, noch die andere. Von einer erstklassigen Besetzung vorgetragen, schildert Filmemacher Destin Daniel Cretton, wie sich ein idealistischer junger Anwalt gegen Rassismus und die Todesstrafe zugleich starkmacht. Das ist öfter inspirierend als bewegend, aber dabei nichtsdestoweniger wichtig – oder aktuell.
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Kritik: Für Sama [2019]
Der Name „Sama“ bedeutet „Himmel“. Die Journalistin Waad Al-Kateab hat ihn für Ihre Tochter gewählt, die im Jahr 2016 in Ost-Aleppo, inmitten des syrischen Bürgerkriegs, auf die Welt kam. Mit ihrer Dokumentation Für Sama, aus dem Herzen jener syrischen Stadt, gibt sie den Opfern dieses Krieges einen Namen und eine Stimme. Das allein macht es kaum möglich, das Gesehene als Teil der alltäglichen Berichterstattung mit Distanz wahrzunehmen. Doch so paradox es klingt, es macht es gleichermaßen schwer, den vielleicht wichtigsten Dokumentarfilm des vergangenen Jahres zu empfehlen.
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Kritik: Emma [2020]
Emma, das Spielfilmregiedebüt von Autumn de Wilde und eine Adaption von Jane Austens gleichnamigem Roman aus dem Jahr 1815, zeichnet sich einerseits durch eine erstklassige Besetzung und eine tadellose Ausstattung aus, aber auch durch wohlüberlegte Bilder, die für gewöhnlich die Figuren buchstäblich in den Mittelpunkt rücken. Was die Verfilmung dabei vermissen lässt, ist eine handwerkliche Dynamik, die die Dialoge oftmals bereithalten, und eine bissige Aktualität, die dem Stoff zweifelsohne zugeschrieben werden kann.
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Kritik: Maleficent: Mächte der Finsternis [2019]
Dass Maleficent: Mächte der Finsternis, die Fortsetzung der düsteren Märchenadaption, nur etwas mehr als die Hälfte des Vorgängers an den Kinokassen wieder eingenommen hat, überrascht nicht. Trotz des dahinterstehenden Aufwands und der renommierten Besetzung, wissen die Filmemacher um Regisseur Joachim Rønning offenbar nach wie vor nicht, wie oder welche Geschichte um die von Angelina Jolie gespielte Titelfigur sie erzählen sollen. Das Ergebnis ist so uneinheitlich, dass es niemanden wirklich verärgern dürfte – oder begeistern.
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Kritik: Star Trek: Discovery – Staffel 2 [2019]
Bei der zweiten Staffel von Star Trek: Discovery hat es den Anschein, als hätten sich die Macher einiger der Kritikpunkte der Fans des ursprünglichen Franchise angenommen und präsentieren eine zusammenhängende Geschichte, die sich mehr um die Figuren und doch die Entdeckung des Unbekannten dreht. Zumindest so lange, ehe auch diese Story wieder mehr auf die Gewaltdarstellung und fahrig inszenierte, wenn auch imposante Action setzt. Das ist eine Verbesserung, wenn auch eine überschaubare.
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Kritik: Ein einfacher Plan [1998]
Das ruhig erzählte Crime-Thriller-Drama Ein einfacher Plan ist vermutlich nicht nur die beste Regiearbeit des oftmals im Horror-Genre aktiven Sam Raimi, es ist schlicht ein erstklassiger Film. In einem Mikrokosmos zerlegt er dabei gleichermaßen den amerikanischen Traum und den Traum, bei der Erfüllung des ersten eine Abkürzung nehmen zu können. Zurecht für zwei Oscars nominiert, ist diese Perle der späten 1990er-Jahre mit viel Fingerspitzengefühl inszeniert und fabelhaft gespielt.
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Kritik: Ruf der Wildnis [2020]
In Ruf der Wildnis erzählt Regisseur Chris Sanders die Geschichte des geradezu riesigen Bernhardiner-Mischlings Buck Ende des 19. Jahrhunderts. Dabei sollte man sich von den Werbematerialien zum Film nicht dazu hinreißen lassen zu glauben, dass dies die Story von Buck und dem von Harrison Ford verkörperten John Thornton ist. Der spielt wie alle anderen Menschen nur eine untergeordnete Rolle, auch wenn das Zielpublikum das kaum als Kritikpunkt sehen wird.
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Kritik: Limbo [2019]
Das Thriller-Drama Limbo ist die Abschlussarbeit von Regisseur Tim Dünschede und Kameramann Holger Jungnickel ihres Studiums an der Hochschule für Fernsehen und Film. Sieht man, was die Beteiligten aus der Ausgangslage zu gestalten vermögen, darf man gespannt sein, welche Projekte sie sich künftig aussuchen. Dies ist einer der handwerklich eindrucksvollsten deutschen Filme der vergangenen Jahre, dessen wenige Schwachpunkte gewissermaßen aus seiner faszinierenden Grundidee erwachsen.
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Kritik: Sonic The Hedgehog [2020]
Etwa drei Monate später als geplant kommt die Videospielverfilmung Sonic The Hedgehog in die Kinos. Eine Verspätung, die daraus folgt, dass nachdem Fans auf eine erste Vorschau im Frühjahr 2019 so negativ reagiert hatten, sich das Studio genötigt sah, das Design der Titelfigur umzukrempeln. Die Notwendigkeit, die Story nochmals zu überarbeiten, sah man dabei wohl nicht. Andererseits, was für eine Story um einen blitzschnellen, blauen Igel von der anderen Seite der Galaxis würde man sich auch vorstellen können?
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Kritik: Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn [2020]
Die Verfilmungen der Comics des DC-Verlags befinden sich in einer sehr schwierigen Situation. Nach dem mäßigen Neubeginn von Superman und noch vor Justice League hatten die Produzenten bereits den Gegenentwurf mit Suicide Squad präsentiert – einem Treffen von Superschurken. Hierzu ist Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn eine Fortsetzung, lässt aber den letztjährigen Solofilm Joker ausser Betracht. Gerade für das Gelegenheitspublikum ist es also kompliziert. Das merkt man diesem von weiblichen Hauptfiguren getragenen Abenteuer auch an.
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Kritik: Maze Runner - Die Auserwählten in der Todeszone [2018]
Mit Maze Runner - Die Auserwählten in der Todeszone schließt Filmemacher Wes Ball seine Adaption der ursprünglichen Jugendbuch-Trilogie von Autor James Dashner ab. Betrachtet man die ganze, zusammenhängende Geschichte, überrascht, wie gelungen die Trilogie insgesamt ist und wie viel Mut die Macher beim Konzept bewiesen haben. Wäre er nicht ein wenig zu lang und der erste Film inhaltlich nicht ein wenig überraschender, wäre dies der beste Teil der Reihe. Sehenswert ist er allemal.
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Kritik: The Hate U Give [2018]
In The Hate U Give muss eine 16jährige, farbige Teenagerin aus einem armen Viertel einer amerikanischen Stadt mitansehen, wie ihr Freund aus Kindertagen von einem weißen Polizisten erschossen wird. Der Blick in den Alltag einer afroamerikanischen Familie durch die Augen dieses Mädchens nach der Tat ist nicht nur schockierend. Die Wut der Figuren und der Filmemacher wird geradezu greifbar. So gerechtfertigt und verständlich sie ist, ein Aspekt lässt das sehenswerte Drama leider vermissen.
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Kritik: Star Trek: Discovery – Staffel 1 [2017 / 2018]
Star Trek: Discovery ist zwischen den Abenteuern von Captain Archer in Enterprise und Captain Kirk in Raumschiff Enterprise angesiedelt und vermischt neue mit bekannten Figuren. Dabei bietet die Story um Krieg, Vernichtung und Zerstörung mehr einen Spiegel unserer Zeit als eine Vision einer erstrebenswerten Welt. Schlimm ist dabei, dass die Macher bewusst oder unbewusst das Andenken des Franchise beschädigen, in welchem sie an sich nur ein weiteres Kapitel erzählen wollen.
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Kritik: Die fantastische Reise des Dr. Dolittle [2020]
Es klingt auf dem Papier nach einem sicheren Erfolg, die Kinderbuchfigur Dr. Dolittle mit Robert Downey Jr. in der Titelrolle als ebenso verschrobener wie gutherzig charmanter Arzt, der nach dem Verlust der Liebe seines Lebens in eine tiefe Depression gestürzt ist, neu zu beleben. Er kann mit Tieren sprechen und begibt sich mit ihnen auf eine Reise, während der er vielleicht auch Glück und Freude in seinem Leben wiederfindet. Klingt vielversprechend – doch Die fantastische Reise des Dr. Dolittle begibt sich ziemlich genau nach dem animierten Prolog auf eine Talfahrt, die stets neue Tiefen auslotet.
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Kritik: Little Women [2019]
Basierend auf dem Roman von Autorin Louisa May Alcott erzählt die inzwischen siebte Filmumsetzung des Stoffes vom Leben der vier Schwestern der Familie March in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Wäre das für sich genommen bereits interessant, ist es umso erstaunlicher, welche Parallelen die Filmemacherin Greta Gerwig in Little Women zur Situation von Frauen in der heutigen Zeit aufzeigt. Das Ergebnis ist ein Drama mit mehr Herz und Verstand, als viele andere, die aktuell zu sehen sind.
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Kritik: Bad Boys for Life [2020]
Bad Boys for Life führt seinem Publikum auf unerwartet greifbare Weise vor Augen, wie viel Zeit seit dem ersten Film vor nunmehr 25 Jahren vergangen ist. Wer die Actionkomödie Bad Boys – Harte Jungs damals als junge Erwachsene bzw. junger Erwachsener auf der großen Leinwand gesehen hat, könnte die späte Fortsetzung nun mit den eigenen Kindern im gleichen Alter wie man selbst damals ansehen. Den Filmemachern Adil El Arbi und Bilall Fallah gelingt dabei die vielleicht enttäuschendste, viel versprechende Kinoüberraschung der jüngsten Vergangenheit.
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Kritik: Das geheime Leben der Bäume [2020]
Mit seinem 2015 erschienenen Sachbuch Das geheime Leben der Bäume gelang Autor Peter Wohlleben ein Bestseller. Seine Botschaft einem Kinopublikum nahe zu bringen, den Wald nicht nur als Ressource zu betrachten, erscheint gerade heute durchaus sinnvoll. Doch Filmemacher Jörg Adolph erzählt wenig Neues um die Natur und ihre Wunder selbst, sondern zeichnet die Hälfte des Dokumentarfilms ein Porträt des gelernten Försters, der zum Autor wurde. Das wird jedoch in den seltensten Fällen das sein, was das Publikum erwartet.
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Kritik: Jojo Rabbit [2019]
Es gehört viel Mut dazu, einen Film wie Jojo Rabbit zu machen. Nicht, weil die Aussagen, die Regisseur Taika Waititi hier trifft, gewagt wären. Die sind ebenso wichtig wie universell. Es ist vielmehr mutig, weil es bestenfalls ein kleines Publikum geben wird, das sich eben diese Aussagen in einer Satire ansehen wird, welche die menschenverachtende Ideologie der Nationalsozialisten aus der Sicht eines zehnjährigen Jungen demontiert. Dabei gibt es hier viel zu entdecken, das heute so aktuell ist wie eh und je.
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Kritik: The Grudge [2020]
Nicolas Pesces The Grudge war ursprünglich als Reboot des 2004 erschienenen, gleichnamigen US-Remakes der Fortsetzung des japanischen Horrorfilms Ju-on gedacht. Stattdessen entschied sich der Filmemacher, der auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnet, eine Geschichte zu erzählen, die während und nach dem ersten Film spielt. Dem Remake, wohlgemerkt. Was man trotz der vertrackten Konstellationen vergebens sucht, sind neue Ideen – und den Mut zur Veränderung.
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Kritik: The Guilty [2018]
Das Spielfilmregiedebüt von Gustav Möller, The Guilty, kommt nicht nur mit einer überschaubaren Besetzung aus, das Krimidrama spielt einzig in einem Büro und wird beinahe in Echtzeit, ausschließlich aus der Sicht der Hauptfigur erzählt. Polizist Asger Holm verrichtet Dienst bei der Notrufzentrale und erhält den Anruf einer entführten Frau. Was sich daraus entwickelt, ist einer der am dichtesten erzählten Thriller der vergangenen Jahre, der einen typischen Fehler ähnlicher Hollywood-Produktionen glücklicherweise nicht begeht.
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Kritik: Flatliners - Heute ist ein schöner Tag zum Sterben [1990]
In Flatliners - Heute ist ein schöner Tag zum Sterben versuchen fünf Medizinstudenten herauszubekommen, was nach dem Tod mit den Menschen geschieht. Doch statt eines philosophischen Ansatzes darüber, was sie nach dieser Schwelle erwartet, ist Filmemacher Joel Schumacher mehr daran interessiert, was sie überhaupt veranlasst, diese Grenze überschreiten zu wollen. Dank der namhaften Besetzung ist das auch heute noch sehenswert. Nicht zuletzt, weil der Film mehr auf die Stimmung, denn Erklärungen setzt.
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Kritik: 1917 [2019]
Sam Mendes’ Weltkriegsdrama 1917 ist nicht nur einer der besten Filme des Jahres und ein handwerklich beeindruckendes Meisterstück, es ist ein wichtiger Film. Die Bedeutung unterstreicht der Filmemacher mit einer Widmung am Ende selbst, wenn er das Drama um zwei Soldaten während des Ersten Weltkriegs seinem Großvater widmet, der Geschichten aus jenem Krieg erzählte. All denjenigen, die damals im Kampf für die Freiheit ihr Leben verloren oder die Schrecken überlebten, wird hier ein Denkmal gesetzt. Es ist eines der packendsten überhaupt.
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Kritik: Queen & Slim [2019]
Am Ende von Melina Matsoukas’ Spielfilmregiedebüt Queen & Slim bleibt der Eindruck, dass dieses ebenso aktuelle wie wichtige Thema einen besseren Film verdient hätte. Trotzdem ist die Besetzung bemerkenswert, die Inszenierung geradezu einladend und insbesondere das erste Drittel greifbar packend. Dass die Geschichte im Ursprungsland eine ganz andere Dimension an Bedeutung gewinnt, bleibt unbestritten, doch setzt sie sich mit den Titel gebenden Figuren nicht in dem Sinne auseinander, wie es nötig wäre.
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Kritik: 3 Engel für Charlie [2019]
Nach zwei nicht wirklich berauschenden Leinwandadaptionen der gleichnamigen Action-Krimi-Serie versucht sich Filmemacherin Elizabeth Banks mit 3 Engel für Charlie an einem weiteren Abenteuer um drei Agentinnen einer allein aus Frauen bestehenden Spionageorganisation. Das Ergebnis ist in den wenigen, besseren Momenten belanglos, in allen anderen aber ärgerlich bis geradezu beschämend. Der Besetzung kann man dabei keinen Vorwurf machen – die drei Titel gebenden Darstellerinnen sind einer der wenigen Lichtblicke dieses Schlamassels.
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Kritik: Cats [2019]
An der Musical-Verfilmung Cats gäbe es im Grunde Vieles zu kritisieren – bis man die Frage stellt, was die Leinwandadaption anders hätte machen können. Regisseur Tom Hooper orientiert sich stark an der Vorlage, die von 1981 an 21 Jahre auf Londons Bühnen aufgeführt wurde. Andrew Lloyd Webbers Ode an die Katzenwelt stammt aus einer anderen Zeit. Genau dieser Umstand wird der Verfilmung letztlich zum Verhängnis, zusammen mit einigen nicht ganz glücklichen Entscheidungen.
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Kritik: Star Wars: Episode IX – Der Aufstieg Skywalkers [2019]
Nach 42 Jahren beendet Filmemacher J.J. Abrams mit Star Wars: Episode IX – Der Aufstieg Skywalkers die Saga der gleichnamigen Sternenkrieger-Familie. Dass sich die Filmemacher dabei unerwarteten Schwierigkeiten gegenübersahen, ist kein Geheimnis. Ebenso wenig, dass ihre Aufgabe, ein abschließendes Kapitel zu entwerfen, kaum lösbar klingt. So fühlt sich der Film am Ende vor allem wie eines an: Ein Kompromiss. Das bedeutet nicht, dass dies ein schlechter Abschluss ist, es ist nur einer, wie ihn weder die Beteiligten machen, noch das Publikum sehen wollte.
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Kritik: Spione Undercover - Eine wilde Verwandlung [2019]
Mit ihrem neuen Film gelingt den Machern der Trickfilmreihe Ice Age eine Überraschung. Das nicht nur, weil Spione Undercover - Eine wilde Verwandlung bedeutend besser geraten ist, als die Vorschau vermuten ließ. Das animierte Agentenabenteuer wartet mit farbenfrohen, teils fotorealistischen Bildern auf und erzählt eine Geschichte, die derart hanebüchen klingt, dass sie nur in dieser Art erzählt werden kann. Dass sie am Ende überzeugt, ist den ernsten Momenten geschuldet, von denen es mehr gibt, als sich für ein ganz junges Publikum eignen.
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Kritik: Jumanji - The Next Level [2019]
Auf dem Papier macht Jake Kasdan bei der Fortsetzung zum überraschend unterhaltsamen Jumanji: Willkommen im Dschungel Vieles richtig. Er nimmt die Stärken des ersten Films und wandelt die erfolgreiche Formel um eine Handvoll Teenager, die in einem Videospiel gefangen sind, genügend ab, dass es auch Neues zu entdecken gibt. Doch Jumanji - The Next Level kopiert leider auch die Schwachpunkte des Vorgängers. Das Ergebnis ist nie langweilig und kaum weniger unterhaltsam. Und doch kann der Film nicht im selben überzeugen.
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Kritik: Motherless Brooklyn [2019]
Wie viel Herzblut Filmemacher Edward Norton in die Romanadaption Motherless Brooklyn steckte, sieht man dem fertigen Film durchaus an. Beinahe 20 Jahre dauerte es, ehe das preisgekrönte Buch auf die Leinwand gebracht werden konnte. Das Ergebnis ist anders, als man erwarten würde – was kein Kritikpunkt ist. Aus dem Jahr 1999 in die 1950er-Jahre transferiert entfaltet die Geschichte eine überragende Atmosphäre, und weist dadurch womöglich umso offensichtlicher Parallelen zur heutigen Zeit auf, als man vermuten würde. Es fehlt nicht viel, dies zu einem modernen Klassiker zu machen.
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Kritik: Als Hitler das rosa Kaninchen stahl [2019]
In Anbetracht der Tatsache, wie viel Talent Regisseurin Caroline Link hier vor und hinter der Kamera versammelt, ist es überaus erstaunlich, wie wenig bei der Adaption von Judith Kerrs gleichnamigen Roman Als Hitler das rosa Kaninchen stahl funktioniert. Es ist nicht, dass sich die Beteiligten keine Mühe geben würden. Es liegt vielmehr daran, dass es den Machern nicht gelingt, die mit autobiografischen Elementen versehene Vorlage in eine dramaturgisch spannende Erzählung zu packen.
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Kritik: Einsam zweisam [2019]
Filmemacher Cédric Klapisch erzählt in Einsam zweisam vom Großstadtleben zweier Mittzwanziger, die an demselben Punkt in ihrem Leben angekommen sind. Gleichwohl es verschiedene Gründe hat, äußern sie sich bei beiden auf dieselbe Weise. Doch statt einen Weg aufzuzeigen, wie beide zusammenfinden könnten, beschäftigt sich das Drama mit der Ursachenforschung. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse und Einblicke in die Tücken moderner Paarbildung sind dabei alle altbekannt und auch wenig originell.
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Kritik: Der Leuchtturm [2019]
Der Leuchtturm ist ohne Zweifel der ungewöhnlichste Film, der von einem großen Studio dieses Jahr veröffentlicht wird. Es ist aber auch ein Film, der sich für ein so seltenes Publikum eignet, wie das Talent selten ist, das hier vor und hinter der Kamera vereint ist. Regisseur Robert Eggers erzählt in unwirklichen Bildern vom Abstieg in den blanken Wahnsinn. Er tut dies in einer Art und Weise, dass man nicht weiß, was wirklich ist und was nicht. Und dass es in der Tat schwerfällt, das Gesehene am Ende einzuordnen.
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Kritik: Pets 2 [2019]
Pets 2 ist im Grunde drei Kurzfilme im Gewand eines abendfüllenden Animationsfilms. Dass dieses Gewand bunt, liebevoll detailliert und mit knuffigen Figuren verziert ist, macht es zwar einfacher, über die inhaltlich voneinander losgelösten Erzählstränge hinwegzusehen, aber es macht den Gesamteindruck am Ende nur geringfügig besser. Das sehr junge Zielpublikum wird das freilich nicht stören, auch wenn zu erwarten ist, dass diejenigen, die beim ersten Teil noch Feuer und Flamme waren, hier weniger engagiert dabei sein werden.
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Kritik: Doctor Sleeps Erwachen [2019]
Obwohl Doctor Sleeps Erwachen eine direkte, teils sogar unmittelbare Fortsetzung zu Stanley Kubricks Verfilmung von Stephen Kings Shining ist, ist es ein gänzlich anderer Film. Handelte Kubricks Adaption vom Abstieg eines Mannes in den zerstörerischen Wahnsinn, ist dies ein waschechter Horror-Film mit Fantasy-Elementen. Was klingt wie ein Stilbruch, greift tatsächlich mehr Aspekte der Romanvorlage auf und sollte sich deshalb eher an dasselbe Publikum richten. Vor allem ist es einer der besten Genrefilme des Jahres.
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Kritik: Die Eiskönigin 2 [2019]
Sechs Jahre sind vergangen, seit Chris Buck und Jennifer Lee mit Disneys Die Eiskönigin - Völlig unverfroren ein immenser Erfolg gelungen ist. Umso höher sind die Erwartungen, was die Macher sich für Die Eiskönigin 2 einfallen lassen. Die enge Verknüpfung der Hintergrundgeschichte hier mit dem ersten Teil ist es, was die Fortsetzung ausmacht, zusammen mit den beiden tragenden Figuren. Doch das macht umso deutlicher, worauf die Filmemacher hätten mühelos verzichten können.
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Kritik: Men in Black: International [2019]
Zum enttäuschenden Men in Black II schrieb dieser Kritiker seinerzeit, man „wünscht […] sich nach den zähen eineinhalb Stunden, dass man selbst geblitzdingst würde“. 15 Jahre später gelingt Men in Black: International zumindest, den zweiten Film in deutlich besserem Licht dastehen zu lassen. Filmemacher F. Gary Gray zeichnet hier für ein uninspiriertes Wrack verantwortlich, das einen wahrlich sprachlos zurücklässt. Dabei nicht einmal unterhalten, oder amüsiert.
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Kritik: Le Mans 66: Gegen jede Chance [2019]
Le Mans 66: Gegen jede Chance ist einer der besten, unterhaltsamen Filme des Jahres. Das heißt nicht, dass es kein Drama wäre. Vielmehr ist es eines, das mit einer solchen Leichtigkeit vorgetragen wird, dass man es ungeachtet der Lauflänge beinahe vergisst. Abgesehen von einem greifbaren Porträt einer Freundschaft, gelingt Regisseur James Mangold die Erzählung einer packenden Aufholjagd im Motorsport der 1960er-Jahre. Das hört sich im ersten Moment nicht sehr bedeutend an, doch bedenkt man die Qualität bisheriger Filme dieser Art, ist es ein umso größerer Verdienst.
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Kritik: Official Secrets [2019]
Das auf wahren Ereignissen basierende Politdrama Official Secrets von Filmemacher Gavin Hood ist ein ebenso gelungenes wie alarmierendes Plädoyer dafür, dass politische Angelegenheiten, die unzählige Menschenleben berühren, nicht in Kurznachrichtendiensten erklärt oder vollzogen werden können – oder sollten. Der Film erzählt die Geschichte der jungen Geheimdienstmitarbeiterin Katharine Gun, die wegen Geheimnisverrats vor Gericht stand. So aufschlussreich das ist, es lässt am Ende doch manche Aspekte im Dunkeln, die es wert wären, beleuchtet zu werden.
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Kritik: Last Christmas [2019]
35 Jahre, nachdem Sänger George Michael mit Wham! in „Last Christmas“ einen der unverwüstlichsten Weihnachtshits veröffentlichte, bringt Filmemacher Paul Feig eine gleichnamige, weihnachtliche Komödie auf die Leinwand. Es darf bezweifelt werden, dass sich das Publikum ähnlich nachhaltig an Last Christmas erinnern wird. Trotz der namhaften Beteiligten ist es vielmehr die Art Film, bei der man bereits Gefahr läuft, sie zu vergessen, noch bevor im Kinosaal das Licht wieder angeht.
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Kritik: Black and Blue [2019]
Es klingt negativer, als es gemeint ist, wenn man festhält, Black and Blue sei ein B‑Film. Dabei ist die Aussage nicht abwertend gemeint. Nicht selten haben Filmemacher nicht die Ressourcen zur Verfügung, die Art Film zu machen, die sie machen wollen. Deshalb muss das Gesamtergebnis unter Berücksichtigung dieses Umstands nicht schlecht sein. Ähnlich scheint es bei Deon Taylors Crime-Thriller, der im letzten Drittel spürbar nachlässt. Doch vor allem dank Naomie Harris in der Hauptrolle, kann man dem Film das zum großen Teil verzeihen.
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Kritik: My Zoe [2019]
Julie Delpys My Zoe ist ein Drama. In mehrfacher Hinsicht. Es ist ein Film über eine gescheiterte Ehe, über ein Leben, das viel zu früh endet, und über eine Mutter, die diesen Verlust nicht verwinden kann. Zu welcher Entscheidung sie im Anschluss kommt, was sie bereit ist, zu tun, sollte das Publikum aufwühlen, ein moralisches Dilemma darstellen. Aber nicht nur, dass der Film keine Antworten auf wichtige Fragen gibt, er stellt die Fragen nicht einmal mit dem Nachdruck, dass man sich damit auseinandersetzen müsste.
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Kritik: Gemini Man (HFR 120 fps 3D) [2019]
Ang Lees Gemini Man ist der vermutlich sehenswerteste, enttäuschende Film des Jahres. Sehenswert auf Grund der Vision des Filmemachers und enttäuschend angesichts der fehlenden Substanz. Es ist ein Blick in die Zukunft des Kinos, allen Unkenrufen der Ewiggestrigen zum Trotz. Nicht des Kinos in den nächsten fünf bis zehn Jahren, sondern der nächsten 20 Jahre. Wie der Filmemacher seinen Science Fiction-Thriller hier präsentiert ist – die richtige Präsentation vorausgesetzt – atemberaubend. Man kann nur hoffen, dass das Kino von übermorgen mehr Wert auf die Geschichten legt, die es erzählt.
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Kritik: Dumbo [2019]
Im Zuge der Welle an Realverfilmungen von Zeichentrickklassikern nehmen sich die Walt Disney Pictures auch den damals vierten abendfüllenden Spielfilm des Studios vor. Dabei beabsichtigt wohl niemand, einen schlechten Film zu machen. Doch diese Neuinterpretation, denn eine Verfilmung des bisherigen Stoffs ist Dumbo es nur bedingt, gerät so früh so weit ab vom Kurs, dass nicht einmal der visuelle Stil von Filmemacher Tim Burton noch etwas zu retten vermag.
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Kritik: Das perfekte Geheimnis [2019]
Das perfekte Geheimnis ist eine gute deutsche Komödie. Was sich anhört wie ein Lob, soll eigentlich ein Vorwurf sein. Die Geschichte um eine Gruppe Erwachsener, deren Geheimnisse im Laufe eines Abends ans Licht kommen, lässt sich eingangs etwas zu viel Zeit, überzeugt jedoch ab der Hälfte und im letzten Drittel vor allem dank der an sich ernsten Thematik im Kern der Erzählung. Zumindest so lange, bis die Macher sich diese Stimmung durch ein aufgesetzt versöhnliches Ende und Outtakes beim Abspann wieder selbst nehmen.
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Kritik: Zombieland 2: Doppelt hält besser [2019]
Zehn Jahre hat es gedauert, bis Filmemacher Ruben Fleischer eine Fortsetzung zu seiner überraschend erfolgreichen Zombie-Horror-Komödie Zombieland auf die Leinwand bringt. Was das Publikum erwartet, versteckt sich bereits im deutschen Filmtitel, Zombieland 2: Doppelt hält besser. Insbesondere, was die schiere Menge an Zombies, den gezeigten Gewaltgrad, oder die Hauptfiguren anbelangt, legt Teil zwei merklich zu. Nur was die schon im ersten Film eher maue Geschichte angeht, präsentieren die Macher keine Steigerung. Im Gegenteil.
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Kritik: Terminator: Dark Fate [2019]
Natürlich ist die Geschichte von Terminator: Dark Fate nur eine Abwandlung altbekannter Versatzstücke und leidet unter den gleichen Problemen, die alle Fortsetzungen nach dem zweiten Teil geplagt hatte. Andererseits macht es richtig Freude, Linda Hamilton in ihrer Paraderolle zurück- und zwei weitere starke Frauen in einem Film zu sehen, und die Action ist phasenweise großer Spaß. Die Spezialeffekte sind auf der Höhe der Zeit und überzeugen in den meisten Einstellungen, selbst wenn die handgemachten die Nase vorn haben. Für einen kurzweiligen, spannenden Kinoabend ist jedenfalls gesorgt.
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Kritik: Die Addams Family [2019]
Es klingt auf dem Papier nicht unbedingt nach einer schlechten Idee, die Story der Addams Family als Animationsfilm umzusetzen. Doch davon ausgehend, gelingt es den Filmemachern Greg Tiernan und Conrad Vernon weder, eine Fantasy-Geschichte zu erzählen, bei der sich Kinder gruseln könnten, noch eine schwarze Komödie, bei der es viel zu Lachen gäbe. Das eigentliche Zielpublikum wird von daher bei Die Addams Family merklich enttäuscht zurückbleiben. Erwachsene können sich indes die Frage stellen, ob zwei gute Einfälle in beinahe eineinhalb Stunden die Zeit und das Kinoticket wert sind.
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Kritik: Der Spitzenkandidat [2018]
In Der Spitzenkandidat schildert Filmemacher Jason Reitman das skandalöse Ende einer Wahlkampfkampagne eines der vielversprechendsten Kandidaten der US-Präsidentschaft im Jahr 1988. Nur bleibt der Eindruck, dass er sich dem Thema zu keiner Zeit von irgendeiner Seite ausreichend nähert, so dass die Figuren darin tatsächlich greifbar werden. Der Film porträtiert vielmehr, wie politische Figuren im Rampenlicht der Medien seziert werden und damit Teil einer Boulevardpresse, von der sie sich normalerweise abzuheben versuchten.
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Kritik: Zombieland [2009]
Zombie-Stories gibt es wie Sand am Meer. Aus den Untoten mit ihrer Vorliebe für Menschenfleisch eine Komödie zu machen, geschieht verständlicherweise selten. Ruben Fleischers Zombieland ist eine solche Mischung aus Horror und Komödie, muss sich allerdings auch an Filmen wie Shaun of the Dead messen lassen. Dass sich die US-amerikanische Produktion nicht zu verstecken braucht, verdankt sie vor allem der Besetzung, die so viel Spaß zu haben scheint, dass es geradezu ansteckend wirkt.
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Kritik: Léon: Der Profi (Director’s Cut) [1994]
Zum 25jährigen Jubiläum kommt Léon: Der Profi in einer restaurierten Fassung des Director’s Cuts erneut in die Lichtspielhäuser. Dass es eine neue Generation an Filmbegeisterten gibt, die ihn zum ersten Mal auf der großen Leinwand entdecken können, ist an sich ein Privileg. Und diejenigen, die ihn bereits kennen, können sich mit der Wiederaufführung davon überzeugen, dass er nicht schlecht gealtert ist. Genauer gesagt, ist er gar nicht gealtert, sondern immer noch so sehenswert wie vor 25 Jahren.
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Kritik: Der Distelfink [2019]
Angesichts so vieler gelungener Elemente bei John Crowleys Romanverfilmung Der Distelfink, ist es umso erstaunlicher, wie wenig diese zusammenpassen. Im Zentrum der Erzählung steht Theo Decker und wie das Titel gebende Gemälde ihn auf seinem Werdegang begleitet. Der führt von einem traumatischen Schicksalsschlag quer durch die USA und in eine Welt aus Drogen und Betrügereien. Wie dies mit einem Gemälde zusammenhängen soll, klingt fragwürdig und wirft tatsächlich mehr Fragen auf, als der Film beantwortet.
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Kritik: Shaun das Schaf - Der Film: UFO‑Alarm [2019]
Die Bewohner eines beschaulichen, englischen Örtchens staunen nicht schlecht, als dort ein UFO gesichtet wird. Urplötzlich sieht sich Shaun das Schaf einer waschechten Außerirdischen gegenüber. In seinem zweiten Kinoabenteuer, Shaun das Schaf - Der Film: UFO‑Alarm, geht Shaun dorthin, wo noch nie ein Schaf zuvor gewesen ist. Das ist wie gewohnt toll gemacht und steckt voller Anspielungen – mehr jedoch (leider) nicht. Immerhin, das Zielpublikum wird das nicht stören.
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Kritik: Ad Astra: Zu den Sternen [2019]
In seinem erstaunlich ruhigen Science Fiction-Film Ad Astra: Zu den Sternen stellt Filmemacher James Gray die Frage, was schlimmer wäre: Wenn die Menschheit nicht die einzige intelligente Spezies im bekannten Universum wäre, oder die Gewissheit, dass sie es ist? Existenzielle Themen stehen an sich im Zentrum einer jeden Science Fiction-Geschichte. Entscheidend ist nur, wie man sich ihrer annimmt. Dass sich der Film dabei nicht entscheiden kann, ist der eigentliche Knackpunkt.
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Kritik: Bohemian Rhapsody [2018]
Bohemian Rhapsody ist ein guter Film mit einer herausragenden Darbietung, bei dem vor allem das ältere Publikum abwechselnd Gänsehaut bekommen oder ein breites Grinsen im Gesicht haben dürfte. Beides liegt an der unvergleichlichen und unvergesslichen Musik der Rockband Queen und ihrem Lead-Sänger Freddie Mercury, dessen Werdegang hier umrissen wird. Doch für eine Biografie, sowohl seiner Person als auch der Musikgruppe, ist der Blick zu eingeschränkt und setzt zu sehr auf Nostalgie, anstatt hinter die Kulissen zu blicken.
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Kritik: Es Kapitel 2 [2019]
Andy Muschiettis Es Kapitel 2 ist nicht der Film, den man vermuten würde. Oder besser, er erzählt nicht die Geschichte, die man erwarten würde. Ganz gleich, ob er sich dabei an der Vorlage orientiert, wird die Entscheidung des Filmemachers, wie er den Horror-Hit Es, basierend auf Stephen Kings Roman, auflöst, das Publikum vermutlich spalten. Auch merkt man der Fortsetzung merklich die Aufteilung in drei erzählerische Akte an, von denen nicht alle gleich gut gelungen sind. Dafür entschädigen eine dichte Verzahnung mit den Ereignissen des ersten Teils, die Stimmung und eine hervorragende Besetzung.
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Kritik: Gut gegen Nordwind [2019]
Vanessa Jopps Romanverfilmung Gut gegen Nordwind ist einer der ungewöhnlichsten deutschen Kinofilme des Jahres. Schon deshalb, weil es keine Komödie ist, auch keine Liebeskomödie. Es ist auch kein verklärter Liebesfilm, sondern ein Drama mit zwei greifbaren Figuren, die sich ineinander verlieben, ohne sich je getroffen zu haben. Das klingt vertraut, aber statt sich damit zufrieden zu geben, gehen die Macher hier einen Schritt weiter und schaffen damit etwas überaus Eindrucksvolles.
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Kritik: Spider-Man: A New Universe [2018]
Der Animationsfilm Spider-Man: A New Universe beginnt inhaltlich wie stilistisch so erfrischend, dass es lange so aussieht, als würde dies das vielleicht beste Abenteuer um den mit Superkräften ausgestatteten Teenager überhaupt. Aber während sich der Film das leichtfüßige Flair des Anfangs bis zum Schluss behält, wächst die Geschichte nie über das hinaus, was man zu Beginn gesehen hat. Das schmälert nicht den Unterhaltungswert, bleibt aber angesichts des Potentials recht enttäuschend.
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Kritik: Green Book: Eine besondere Freundschaft [2018]
Peter Farrellys Green Book: Eine besondere Freundschaft ist vermutlich das unterhaltsamste und lustigste Rassismusdrama, das Hollywood seit geraumer Zeit hervorgebracht hat. Mit Mahershala Ali und Viggo Mortensen fantastisch besetzt sowie einer greifbar authentischen Ausstattung versehen, gelingt dem Filmemacher das Kunststück, die alltäglichen Vorurteile und die Ausgrenzung von Afroamerikanern in den Südstaaten der frühen 1960er-Jahre greifbar zu machen. Die Parallelen zur heutigen Zeit sind dabei kaum zu übersehen.
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Kritik: Die Unglaublichen 2 [2018]
Sieht man sich den durchschlagenden Erfolg von Die Unglaublichen 2 an, scheinen die Macher etwas richtig gemacht zu haben. Doch stellt man dem gegenüber den Anspruch, den Filmemacher Brad Bird an die Fortsetzung zu seinem Hit Die Unglaublichen - The Incredibles hatte, einen Film zu machen, der besser als das Original ist, muss man leider festhalten, dass er dem nicht ganz gerecht wird. Dafür ist das Sequel zu sehr Remake, anstatt eine überraschende Geschichte zu erzählen.
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Kritik: Star Trek: Nemesis [2002]
15 Jahre nachdem die Crew um Captain Jean-Luc Picard zu ihrem ersten Abenteuer aufgebrochen war sollte Star Trek: Nemesis die letzte Reise dieser Generation werden. Dabei geben sich die Macher merklich Mühe, alle Kritikpunkte der vorigen Filme zu beseitigen und präsentieren ein Leinwandabenteuer dieser Crew, das mehr auf Unterhaltung, denn auf philosophische Fragestellungen setzt. Wer sich darauf einlässt, kann mitgerissen werden, auch dank eines actionreichen Finales, das besser nicht zu machen ist.
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Kritik: Star Trek: Der Aufstand [1998]
Nach ihrem Leinwanddebüt absolvierte die Crew der U.S.S. Enterprise um Captain Picard in Star Trek: Der erste Kontakt zwar ein bei Fans sehr beliebtes, finanziell aber nicht allzu erfolgreiches Abenteuer. Für den insgesamt neunten Kinofilm des Franchise griffen die Macher daher auf eine Geschichte zurück, die weniger Vorwissen der zu diesem Zeitpunkt mehr als 30jährigen Star Trek-Geschichte verlangte. Der Aufstand lockte noch weniger Zuschauer in die Kinos. Dabei ist der Science Fiction-Film deutlich besser gealtert, als man erwarten würde.
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Kritik: Star Trek: Der erste Kontakt [1996]
In ihrem ersten vollkommen eigenständigen Abenteuer sieht sich die zweite Crew des Star Trek-Universums, die die große Leinwand betritt, dem wohl gefährlichsten Feind gegenüber, der Kennern der Serie vertraut ist: Die Borg. Das Spielfilmregiedebüt von Jonathan Frakes ist dabei nicht nur einer der besten Filme der Reihe, sondern schlicht ein hervorragendes Science Fiction-Abenteuer. Blickt man auf den inzwischen mehr als 20 Jahre alten Film zurück, überrascht außerdem, wie zeitlos Star Trek: Der erste Kontakt geworden ist.
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Kritik: Star Trek: Treffen der Generationen [1994]
Ausgesprochen harsch war der Empfang, der Picard & Co. in ihrem ersten Kino-Abenteuer von Fans wie Kritikern bereitet wurde. Während manche Punkte durchaus angebracht sind und einem nicht mit dem Star Trek-Universum vertrauten Publikum stärker auffallen werden, ist Treffen der Generationen ein besserer Science Fiction-Film, als er oft dargestellt wird. Und er verdeutlicht auch, weswegen die Crew den Sprung auf die große Leinwand mehr als verdient hatte.
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Kritik: Das fliegende Auge [1983]
Gedreht im Jahr 1980 und veröffentlicht ein Jahr, bevor George Orwells dystopischer Roman 1984 spielt, greift Filmemacher John Badham in Das fliegende Auge die Angst vor einem Überwachungsstaat, der die Freiheiten seiner Bürgerinnen und Bürger mit Waffengewalt zu unterdrücken vermag, auf so greifbare wie unterhaltsame Weise auf. Dabei steckt in dem mit beeindruckenden Stunts versehenen Krimi ein besserer Film, als er ist, was heute vielleicht mehr als damals offensichtlich wird.
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Kritik: Blinded by the Light [2019]
Im Grunde erzählt Filmemacherin Gurinder Chadha in Blinded by the Light eine gewöhnliche Geschichte über das Erwachsenwerden. Besonders macht die Geschichte hier zum einen der kulturelle Hintergrund einer pakistanischen Familie im England der späten 1980er-Jahre und was der Hauptfigur letztlich hilft, seinen eigenen Platz im Leben zu finden. So mag die Geschichte selbst nicht neu sein, doch das macht sie nicht weniger sehenswert.
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Kritik: I Am Mother [2019]
Das an sich einzige Problem an Grant Sputores Spielfilmregiedebüt I Am Mother ist, dass es nicht bereits vor 20 Jahren in den Lichtspielhäusern zu sehen war. Damals mögen seine Themen frisch geklungen haben. Inzwischen jedoch wurden diese im Science Fiction-Genre in allen nur erdenklichen Weisen so oft erzählt, dass was hier als Überraschung gedacht ist, altbekannt klingt. Doch das heißt nicht, dass der Film für Genrefans nicht einige Pluspunkte bereithält, angefangen bei der sehenswert agierenden Besetzung.
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Kritik: So wie du mich willst [2019]
In Safy Nebbous französischem Drama So wie du mich willst spielt Juliette Binoche die 50jährige, geschiedene Claire, deren einst so glückliches Leben in Scherben liegt. Unter einer falschen Internetidentität macht eine interessante Bekanntschaft. Das Drama, das sich aus ihrem Kartenhaus entwickelt, spiegelt nicht nur Themen unserer Zeit wider, sondern ganz allgemein Sorgen und Ängste mehrerer Generationen. Das ist toll dargebracht, eignet sich aber nur für das angesprochene Publikum.
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Kritik: Fast & Furious 8 [2017]
Für eine Filmreihe, die so sehr auf leichtfüßige Unterhaltung setzt, gestalten die Macher der Fast and the Furious-Filme was für die Figuren auf dem Spiel steht überraschend persönlich. Nicht nur in diesem Bezug ist Fast & Furious 8 der bisherige Höhepunkt. Auch ist der Film mutig genug, diese seit Jahren und mehreren Abenteuern eingeschworene Familie nachhaltig zu verändern. Das mag inhaltlich immer noch nicht tiefgehend sein, aber es sorgt dafür, dass man dem Abenteuer trotz absurder Entwicklungen gebannt folgt.
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Kritik: Fast & Furious 7 [2015]
Fast & Furious 7 setzt den Trend fort, den die Macher bereits mit dem vorigen Teil begonnen haben, und präsentiert die Crew als Geheimagenten in einem Action-Thriller, bei dem auf Grund des schieren Umfangs der Materialschlacht James Bond neidisch werden dürfte. Zudem wird ein Bösewicht vorgestellt, der es hinsichtlich Entschlossenheit, Körperbeherrschung und Kompromisslosigkeit mit den Helden mühelos aufnehmen kann. Doch das macht den Abschied einer der zentralen Figuren hier nicht einfacher.
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Kritik: Fast & Furious 6 [2013]
Nachdem Dominic Toretto und der ehemalige FBI-Agent Brian O’Conner in Fast & Furious Five zwar nicht auf der Seite des Gesetzes standen, auf ihre eigene Art und Weise jedoch das Richtige getan haben, katapultiert Filmemacher Justin Lin sie in der Fortsetzung in die Liga von Geheim- und Spezialagenten. Fast & Furious 6 behält das Tempo des vorangegangenen Teils bei und ist beinahe ebenso unterhaltsam. Aber die Löcher in der Story sind kaum zu übersehen, trotz des Geschwindigkeitsrauschs.
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Kritik: Fast & Furious Five [2011]
Als geradezu kompromisslos unterhaltsamer Caper-Film gibt es bei Fast & Furious Five nicht viel besser zu machen. Zehn Jahre nach dem ersten Teil versammeln die Macher die bekannten Figuren der vorigen Filme für ein Actionfeuerwerk, das es nicht nur hinsichtlich der reinen Zerstörungswut mit einem Einsatz von James Bond aufnehmen könnte. Die handwerkliche Umsetzung von Regisseur Justin Lin scheint dabei so mühelos, dass es richtig Spaß macht, zuzusehen.
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Kritik: Fast & Furious - Neues Modell. Originalteile. [2009]
Vom ersten Moment an macht Filmemacher Justin Lin hier so Vieles richtig, dass es umso ärgerlicher ist, wenn er in alte Muster zurückfällt. Fast & Furious - Neues Modell. Originalteile. erfindet zwar nicht die Figuren der ersten Stunde, dafür aber die inhaltliche Ausrichtung des Franchise neu, weg von der Zurschaustellung der Auto-Tuning-Szene hin zu einem actiongeladenen, testosterongetriebenen Thriller. Man könnte auch sagen, dies ist der Film, den Regisseur Rob Cohen acht Jahre zuvor mit dem ersten Teil an sich machen wollte.
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Kritik: The Fast and the Furious: Tokyo Drift [2006]
The Fast and the Furious: Tokyo Drift, ist ein seltsamer Film – und das nicht deshalb, weil er zeitlich sieben Jahre später und damit unmittelbar nach Fast & Furious 6 spielen soll. Es ist ein Film ohne wirklichen „Charakter“, aber mit einem nicht zu leugnenden visuellen Stil, der hier besser funktioniert als in den vorangegangenen Filmen. Bis auf einen kleinen Moment von den Vorgängern inhaltlich vollkommen losgelöst, ist das im besten Fall inhaltlich zäh.
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Kritik: 2 Fast 2 Furious [2003]
Inszeniert von John Singleton entpuppt sich 2 Fast 2 Furious als waschechte Hollywood-Fortsetzung in dem Sinne, dass der Film bis auf die von Paul Walker durchaus sympathisch verkörperte Hauptfigur Brian O’Conner kaum etwas mit dem ersten Teil gemein hat, aber dafür mehr von demselben bietet – mit Ausnahme von Vin Diesel. Stattdessen gibt es wie gehabt laute Musik auf die Ohren und ebenso künstliche wie hektisch inszenierte Autorennen für die Augen. Wer das zuvor noch nicht ermüdend genug fand, wird hier bestens bedient.
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Kritik: Fast & Furious: Hobbs & Shaw [2019]
Nach beinahe einem halben Dutzend überaus erfolgreicher Filme des Fast & Furious-Franchise klingt es nach einer guten Idee, die beim Publikum beliebten Figuren, Spezialagent Luke Hobbs und Ex-Elitekämpfer Deckard Shaw, in einem eigenständigen Film auf- und gegeneinander antreten zu lassen. Doch trotz des überwiegenden Unterhaltungswerts, ist Fast & Furious: Hobbs & Shaw bestenfalls eine Randnotiz der Film-Reihe.
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Kritik: Once Upon a Time in Hollywood [2019]
Um einen Film von Quentin Tarantino bewerten zu können, empfiehlt es sich, vorher überhaupt zu entscheiden, was für ein Film es denn sein soll. Das ist vermutlich bei keinem anderen so wahr wie bei Once Upon a Time in Hollywood, in dessen Titel sich bereits verbirgt, was der Filmemacher wohl damit erzählen wollte. Er verwebt darin eine tatsächliche Tragödie, einen brutalen Mord an fünf Personen zu jener Zeit. Am Ende muss die Frage lauten, ob seine Umsetzung dessen innerhalb der Geschichte den Ereignissen angemessen ist. Das ist alles andere als leicht zu beantworten.
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Kritik: Leberkäsjunkie [2019]
Mit Leberkäsjunkie kommt die inzwischen sechste Verfilmung eines Krimis um Dorfpolizist Franz Eberhofer in sechs Jahren in die Kinos. Nach dem letztjährigen Sauerkrautkoma ist Eberhofer wieder im niederbayerischen Niederkaltenkirchen angekommen und wenn das Publikum erwartet, dass er es erneut mit einem Fall zu tun bekommt, den er ohne Feingefühl und vielleicht auch großteils ahnungslos aufklärt, dann wird der Provinzkrimi dem vollends gerecht.
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Kritik: Widows - Tödliche Witwen [2018]
Widows - Tödliche Witwen ist ein fabelhaft gespieltes Drama, das trotz der Laufzeit und des inhaltlichen Umfangs viele Aspekte seiner Geschichte nicht oder nur unzureichend anspricht. Basierend auf der britischen Mini-Serie Widows von Lynda La Plante könnte dies auch ein kompromissloser Thriller sein. Doch von der tadellosen handwerklichen Umsetzung abgesehen, bleiben erzählerisch verpasste Chancen am meisten in Erinnerung. Trotz der Beteiligten.
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Kritik: Nur ein kleiner Gefallen [2018]
Nur ein kleiner Gefallen ist eine schwarzhumorige, überraschend „verdorbene“ Krimikomödie von Regisseur Paul Feig. Dabei lädt der Filmemacher mit einer großteils unvorhersehbaren Geschichte auf so gelungene Weise ein, mitzurätseln, dass wenn er urplötzlich und zu früh eine Auflösung präsentiert, er das Publikum regelrecht vor den Kopf stößt. Wäre es nicht um die fabelhafte Besetzung, würde der Film daran zerbrechen.
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Kritik: Und wieder 48 Stunden [1990]
Ganze acht Jahre, nachdem mit Nur 48 Stunden der Grundstein des modernen Buddy-Films gelegt wurde, präsentiert Regisseur Walter Hill eine Fortsetzung, die auf plastische Weise verdeutlicht, welch negativen Einfluss Studios auf Filme haben können. Selbst wenn dem nicht so gewesen wäre, klingt die Story mehr wie ein Remake denn wie ein Sequel und bedenkt man, welche Filme im selben Jahr in den Kinos zu sehen waren, dann muss Und wieder 48 Stunden selbst damals wie ein Relikt einer vergangenen Zeit gewirkt haben.
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Kritik: Der König der Löwen [2019]
25 Jahre ist es her, dass zum ersten Mal die (gezeichnete) Sonne über der schier unendlichen Weite der afrikanischen Savanne aufgegangen ist, untermalt von einer Melodie, die, wenn einmal gehört, man unverwechselbar mit diesen Bildern verbindet – „Nants’ Ingonyama“. Disneys Trickfilm Der König der Löwen ist der jüngste Animationsklassiker, der als „Realverfilmung“ umgesetzt wird. Regisseur Jon Favreau bleibt der Vorlage nicht nur inhaltlich treu, seine Erweiterungen und die Präsentation verhelfen dem Film zu einem ganz eigenen Charakter.
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Kritik: Annabelle 3 [2019]
Es gibt Gruselfilme, bei denen ist die Musik zwar Bestandteil des Horrors, aber nicht der Grund, weshalb man sich erschreckt. Genau darin liegt der große Unterschied zu Gary Daubermans Regiedebüt Annabelle 3. Hier sind die Geräusche und die irrsinnig laut eingespielte Musik der einzige Grund, weshalb sich das Publikum fürchten sollte. Obwohl das durchaus effektiv funktioniert, als Horrorfilm ist das auf Dauer schlichtweg eintönig. Und das nicht erst seit diesem Spin-Off.
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Kritik: Spider-Man: Far from Home [2019]
Die für das Publikum entscheidende Frage lautet, ob Far from Home als erstes Superhelden-Comic nach Avengers: Endgame ein guter Film ist. Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Nicht nur angesichts des Potentials, das die Figuren hier erkennen lassen, ist das, was die Geschichte daraus macht, erstaunlich enttäuschend. Wäre es nicht um die Verknüpfungen zum Marvel Cinematic Universe, gäbe es für Kenner desselben keinen Grund, Spider-Mans zweites Abenteuer anzusehen.
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Kritik: Yesterday [2019]
Filmemacher Danny Boyle entwirft in Yesterday eine solch interessante Ausgangslage, dass man erwarten würde, er würde sich der vielen Facetten im Verlauf der beinahe zwei Stunden auch annehmen. Aber während er die ersten Schritte in diese Richtung geht, gibt er den kaum ausgearbeiteten Figuren eine absehbare Love-Story an die Hand, die zwar sympathisch vorgetragen wird, aber nichts erzählt, was man nicht bereits gesehen hätte. Unabhängig davon: Die Musik ist eine Wucht.
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Kritik: Predator - Upgrade [2018]
Wüsste man nicht, dass Filmemacher Shane Black in Predator einst selbst eine Rolle übernommen hatte, möchte man angesichts Predator - Upgrade meinen, er wäre wie sämtliche Akteure, die hier vor der Kamera zu sehen sind, damals bestenfalls in der Pubertät gesteckt und wüsste nicht, was für einen Film er eigentlich machen wollte. Dies ist die wohl mit Abstand schlimmstmögliche Fortsetzung, die sich Kenner und Fans des Originals vorstellen können. Man muss sich dabei durchaus fragen, wie es so weit überhaupt kommen konnte.
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Kritik: Long Shot - Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich [2019]
Filmemacher Jonathan Levine wird dem Titel seiner neuen Komödie, Long Shot - Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich, mehr als gerecht. Die Prämisse, wie sich eine politische Figur in jemanden verliebt, der nach außen hin nicht als „präsentabel“ gilt, ist nicht wirklich neu. Doch den Drehbuchautoren gelingt es, das Konzept nicht nur dadurch auf den Kopf zu stellen, dass es eine Frau ist, die ein politisches Amt mit Ambitionen auf die Präsidentschaft bekleidet, sondern weil es ihnen gelingt, dem Humor eine politische Ebene hinzuzufügen.
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Kritik: Tolkien [2019]
Tolkien beginnt mit einem Bild, das der Vorstellungswelt des weltberühmten, Titel gebenden Autors John Ronald Reuel Tolkien entsprungen sein könnte. Von hier aus erzählt der finnische Regisseur Dome Karukoski eine Biografie, die bis zu dem Moment führt, da eines der bekanntesten Werke des Protagonisten entstand: Der Hobbit. Zwischen beiden Ereignissen liegen beinahe 20 Jahre, die der Film allerdings beinahe vollständig ausblendet und sich stattdessen auf andere Aspekte konzentriert. Leider.
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Kritik: A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando [2019]
Zu sagen, dass A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando nicht der beste oder der zweitbeste Teil ist, klingt, als wäre die inzwischen dritte Fortsetzung der Animationsreihe, die vor beinahe 25 Jahren begann, ein schlechter Film. Das Gegenteil ist der Fall – mit Toy Story 4 hauchen die Macher den Figuren auf unerwartete Weise neues Leben ein, schreiben ihre Reise fort, ohne ein Ziel vorzugeben. So gelungen das ist, das Ende wird Fans der ersten Stunde eher traurig denn hoffnungsvoll stimmen.
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Kritik: Die wandernde Erde [2019]
Mit Die wandernde Erde stellt China die erste eigene Science Fiction-Film-Produktion basierend auf der preisgekrönten, gleichnamigen Novelle vor und orientiert sich dabei an Hollywood-typischen Katastrophenfilmen, in denen die Rettung der Welt in den Händen einer Handvoll Helden liegt. Herausgekommen ist ein Film, der so verwirrend und konfus geraten ist, dass er damit manchen Vorbildern unzweifelhaft und wenig schmeichelhaft Konkurrenz macht.
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Kritik: Fahrenheit 11/9 [2018]
In seiner Dokumentation Fahrenheit 11/9 geht Filmemacher Michael Moore den Ursachen auf den Grund, wie ein Geschäftsmann und Reality‑TV-Star zum mächtigsten Mann der Welt aufsteigen konnte. Dabei holt er weit aus und scheint sich im Mittelteil in wenig zusammenhängenden Nebensächlichkeiten zu verlieren. Arbeitet er jedoch Ursache und Wirkung heraus, ist das unumwunden erschreckend. Doch das bedeutet nicht, dass ein anderes Format für das, was er zu erzählen hat, nicht die bessere Wahl gewesen wäre.
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Kritik: Johnny English - Jetzt erst recht! [2011]
War Johnny English seinerzeit eine durchaus gelungene Parodie auf die etablierte Filmreihe um den britischen Spion James Bond, gestaltet Filmemacher Oliver Parker die späte Fortsetzung als reine Komödie im Agentengenre. Von subtilem Humor kann in Johnny English - Jetzt erst recht! nicht die Rede sein und die Eigenheiten der Abenteuer des Doppelnull-Agenten werden ebenfalls kaum aufs Korn genommen. Dafür entschädigt die Besetzung und eine kurzweilige Geschichte, die den Film am Ende kürzer erscheinen lässt, als er tatsächlich ist.
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Kritik: Godzilla II: King of the Monsters [2019]
Kann man Gareth Edwards' Godzilla nicht zu unrecht vorhalten, dass der Film lange mit seinem Titel gebenden Monster geizt und auf Grund der ernsten Herangehensweise den Spaß-Faktor vermissen lässt, schafft Filmemacher Michael Dougherty in Godzilla II: King of the Monsters zumindest bei erstem Punkt Abhilfe. Doch die Fortsetzung nimmt sich erneut zu ernst, präsentiert zu viele Klischees und verlangt gleichzeitig von seinem Publikum, Vieles schlicht zu akzeptieren, was gar nicht ernst gemeint sein kann.
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Kritik: Ma [2019]
Tate Taylors Ma ist ein Psycho-Thriller, der seinen größten Reiz aus der Darbietung im Zentrum zieht. Da diese von der ebenso charismatischen wie wandlungsfähigen Octavia Spencer stammt, hat der Filmemacher ein überzeugendes Argument, dass dies funktionieren kann. Sein größtes Problem ist jedoch, dass er nicht genau zu wissen scheint, welche Art Film er machen möchte. Für ein Thriller-Drama erscheinen die Horror-Momente zu aufgesetzt und für einen Horror-Thriller ist der Horror schlicht zu einseitig.
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Kritik: The Equalizer 2 [2018]
Die drei auffälligsten, problembehafteten Bereiche bei Antoine Fuquas The Equalizer 2, der Fortsetzung zu seinem wenig zimperlichen Thriller The Equalizer, in dem Denzel Washington einen Elite-Agenten im Ruhestand spielt, sind der Anfang, der Mittelteil und der Schluss. Das heißt nicht, dass sie jeweils vollkommen misslungen sind, aber sie verspielen mehr Potential, als sie nutzen. So gerät die erste Fortsetzung, in der der charismatische Hauptdarsteller überhaupt mitspielt, leider recht enttäuschend.
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Kritik: Der Grinch [2018]
Seit Jahrzehnten werden die Kinderbücher des amerikanischen Autors Theodor Seuss Geisel, besser bekannt unter dem Pseudonym Dr. Seuss, für die große und kleine Leinwand adaptiert. Nun wurde auch Der Grinch als moderner Animationsfilm umgesetzt. Die Geschichte handelt davon, wie der griesgrämige Grinch den Bewohnern von Whoville Weihnachten stiehlt und dabei mit seinen eigenen Enttäuschungen konfrontiert wird. Dem beizuwohnen ist auf Grund der bunten Präsentation insbesondere für Kinder ein Fest.
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Kritik: Wenn der Wind weht [1986]
Der Animationsfilm Wenn der Wind weht ist eine in vielerlei Hinsicht überaus ungewöhnliche Produktion. Es ist ein Zeichentrickfilm für Erwachsene, obwohl es diese Art Filme vor über 30 Jahren nicht sehr häufig gab. Und er nimmt sich eines wichtigen Themas auf sehr ungewöhnliche Weise an: Das Erleben und die Auswirkungen eines Atomschlags werden aus Sicht eines abgeschieden lebenden Rentnerehepaars in England geschildert. Das klingt nach schwerer Kost – und das ist es auch (immer noch).
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Kritik: Aladdin [2019]
Bei Aladdin hakt das Studio alle Punkte ab, die man dem Originalzeichentrickfilm entnehmen kann. Vom magisch-orientalischen Setting in 1001er Nacht, den fantastisch farbenfrohen Kostümen bis hin zu eingängigen Songs und liebenswerten Nebenfiguren. Statt ein eigenständiges Märchen gelingt ihnen lediglich ein Film, der nichts besser macht als die Vorlage und nicht einmal öfter als nicht dasselbe Niveau erreicht. Wer das Original nicht kennt, mag hier verzaubert werden.
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Kritik: Mister Link - Ein fellig verrücktes Abenteuer [2019]
Mister Link - Ein fellig verrücktes Abenteuer verzaubert durch die liebevolle und umwerfende Animation der teils goldigen Figuren so sehr, dass man beinahe übersehen könnte, welche Chance sich die Filmemacher entgehen lassen. Denn während Regisseur Chris Butler ein Lehrstück im handgemachten Geschichtenerzählen gelingt, ist es die Story selbst, die sich trotz der politischen Botschaft nicht entscheidet und damit inkonsequent zu Ende erzählt wird.
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Kritik: Love Is All You Need [2012]
Zu sagen, Love Is All You Need wäre eine merklich europäische, romantische Komödie, ist weder ein Lob, noch als Kritik gemeint. Die dänische Filmemacherin Susanne Bier präsentiert keine konventionelle Liebesgeschichte und vor allem mit zwei Personen, die man eingangs lediglich als Nebenfiguren vermuten würde. Herausgekommen ist eine Dramödie mit vielen leisen Untertönen, getragen von zwei fantastischen Darbietungen, die mit dem internationalen und irreführenden Titel jedoch nichts zu tun hat.
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Kritik: The Silence [2019]
In The Silence wird geschildert, wie die Menschheit von seltsamen Kreaturen dahingerafft wird, die bei einer Höhlenexpedition freigesetzt wurden. Sie reagieren auf Geräusche, weshalb die Überlebenden keine Laute machen dürfen. Dem geneigten Publikum wird vermutlich der thematisch ähnlich gelagerte A Quiet Place ein Begriff sein. John R. Leonettis Adaption des gleichnamigen Romans hier kann dem Endzeit-Thriller jedoch in keiner nur erdenklichen Weise das Wasser reichen.
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Kritik: Glam Girls: Hinreißend verdorben [2019]
Eine Szene nach dem Abspann von Glam Girls: Hinreißend verdorben erweitert einen Moment, den das Publikum bereits zuvor ungläubig beobachten musste, und der auch beim wiederholten Ansehen nicht witziger wird. Vor allem jedoch wird er auf eine beinahe schmerzhafte Art künstlich in die Länge gezogen, dass man kaum glauben mag, die Verantwortlichen wollten die Szene in dieser Weise veröffentlichen. Das kann man gewissermaßen von Chris Addisons Film selbst ebenfalls behaupten.
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Special: A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando [2019]
Am 15. März 2019 lud Disney Deutschland ein, mit dem zweifachen Oscar-Preisträger und Produzent Jonas Rivera einen Einblick in A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando zu erhalten. Abgesehen von Anekdoten und Hintergrundinformationen wurde den Anwesenden eine halbe Stunde Material aus dem Film gezeigt, das teilweise bereits fertiggestellt bzw. beinahe fertiggestellt war. Wenn der sehr vielversprechende Einblick in Toy Story 4 nur eines erreicht hat, dann, dass die Zeit bis zum Kinostart im August ein wenig länger erscheint.
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Kritik: Avengers: Endgame [2019]
Vor ziemlich genau einem Jahr mussten Fans der Superhelden-Reihe um die Avengers in Infinity War mitansehen, wie der lange vorbereitete Schurke der Reihe mit einem Fingerschnippen seinen so endgültig klingenden Plan, die Galaxis ins Gleichgewicht zu bringen, in die Tat umsetzte. Mit Avengers: Endgame starten die verbliebenen Helden um Iron Man und Captain America ihren letzten Versuch, den Schaden wiedergutzumachen. Wer eines der größten Comic-Spektakel aller Zeiten erwartet, wird nicht enttäuscht werden.
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Kritik: Kleine Germanen [2018]
Die Filmemacher Mohammad Farokhmanesh und Frank Geiger widmen sich in ihrer Dokumentation Kleine Germanen einer weitgehend unbeobachteten und ebenso unauffälligen Parallelgesellschaft, deren Zugehörigkeit nicht vererbt, aber mit der kindlichen Erziehung weitergegeben wird. Dass eine solche „völkische“ oder wie sie hier immer wieder genannt wird, „germanische“ Gesinnung heute zwar nicht neu, aber dafür umso salonfähiger geworden ist, macht es nur noch erschreckender.
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Kritik: Shining [1980]
Stanley Kubricks Verfilmung von Stephen Kings drei Jahre zuvor erschienenem Horror-Roman Shining zählt gemeinhin nicht nur zu den besseren Adaptionen des Bestseller-Autors, sondern wird als Meilenstein des Genres angesehen. Die dichte Atmosphäre, die beängstigenden Darstellerleistungen und eine traumatisierend surreale Optik tragen ihren Teil jeweils dazu bei. All diese Punkte sind unbestritten und zutreffend, aber sie machen den Film selbst nicht leichter zugänglich.
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Kritik: Der Fall Collini [2019]
Der Fall Collini ist ein guter Film, der mühelos hätte sehr gut sein können und in Anbetracht des Themas auch hätte sein müssen. Um ihn zu einem sehr guten Film zu machen, müsste man keine Szene neu drehen – man müsste sie lediglich in einer anderen Reihenfolge anordnen. Filmemacher Marco Kreuzpaintner versteift sich aber so sehr auf eine moderne Optik und den Hauptdarsteller, dass er zu übersehen scheint, welch eigentliche Geschichte in dem Drama schlummert.
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Kritik: Lloronas Fluch [2019]
Nicht nur, aber auch für Fans des Conjuring-Franchise, in dessen Universum der Grusel-Horrorfilm angesiedelt ist, dürfte es eine gute Nachricht sein: Lloronas Fluch ist kein schlechter Film. Das bedeutet zwar gleichzeitig noch nicht, dass es ein sehenswerter oder sehr guter Film ist, aber es ist immerhin ein Anfang. Zumindest, soweit man das Gezeigte überhaupt beurteilen kann, denn Michael Chaves’ Film ist einer der dunkelsten, die seit langer Zeit zu sehen waren. Das trägt aber nur bedingt zur Atmosphäre bei.
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Kritik: Wenn du König wärst [2019]
Selbst wenn man zu denen gehörte, die mit dem Abenteuer-Klassiker Die Goonies aufgewachsen sind – und ein wenig scheint Joe Cornishs Fantasy-Kinderfilm Wenn du König wärst wie eine Kreuzung daraus mit der König Artus-Sage –, es kommt irgendwann der Punkt, an dem solche Filme für eine andere Generation gemacht sind. Deshalb sind sie nicht besser oder schlechter, aber es fällt schwerer, sie zu bewerten. Im vorliegenden Fall umso mehr, da die Macher die fantasievolle Geschichte mit hochaktuellen Themen verknüpfen. Aber die dürfte das Zielpublikum kaum verstehen.
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Kritik: After Passion [2019]
Wie groß der Hype um After Passion beim Publikum tatsächlich ist, lässt sich kaum abschätzen. Die Hochglanz-Lovestory basiert auf einem weltweiten Bestseller. Der war ursprünglich die meistgelesene Fan-Fiction auf der hier mit-produzierenden Online-Plattform Wattpad. Das allein sagt nichts über die Qualität oder das Potential der Geschichte selbst. Es ist davon auszugehen, dass die Film-Adaption ähnlich wie die Vorlage ihr Publikum finden wird. Auch das sagt nichts über die Qualität – oder das Potential – des Materials.
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Kritik: Willkommen in Marwen [2018]
Die Lebensgeschichte von Mark Hogancamp, der von fünf Männern brutal zusammengeschlagen wurde und sich nach dem verletzungsbedingten Verlust seiner Erinnerungen eine fiktive belgische Stadt im Miniaturmaßstab errichtete, um darin neu geschaffene Erinnerungen zu erzählen, ist nicht nur inspirierend und bemerkenswert. Sie ist es wert erzählt zu werden. Selbiges versucht Regisseur Robert Zemeckis in Willkommen in Marwen, doch ihm misslingt der Versuch auf so vielen Ebenen, dass es geradezu ärgerlich ist.
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Kritik: Friedhof der Kuscheltiere [2019]
So packend die Geschichten von Autor Stephen King in Romanform oftmals sind, so selten werden sie dieser Eigenschaft auf der großen oder kleinen Leinwand gerecht. Das heißt nicht, dass Friedhof der Kuscheltiere ein grauenhafter Film ist. Den Regisseuren Kevin Kölsch und Dennis Widmyer gelingt es nur nicht, den wahren Horror, den der Protagonist in der Vorlage durchlebt, um zu seiner fatalen Entscheidung zu gelangen, greifbar zu machen. Dass sie sich überdies nicht den perfekten Schlusspunkt des Romans behalten, ist da nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
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Kritik: Wir [2019]
Um eines gleich vorwegzunehmen, Wir ist ziemlich sicher der beste Horrorfilm, der dieses Jahr im Kino zu sehen sein wird. Dass er zugleich immens einfallsreich ist, außerdem unterhaltsam und aktuelle gesellschaftliche Themen auf den Punkt bringt, unterstreicht das Gespür für intelligentes Geschichtenerzählen, das Regisseur Jordan Peele bereits bei Get Out bewiesen hat. Auch hier überzeugt er mit einem Auge für eindrucksvoll unheilvolle Bilder und entlockt seiner Besetzung preiswürdige Darbietungen.
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Kritik: Vice: Der zweite Mann [2018]
Es gibt viele Dinge an dem biografischen Drama Vice: Der zweite Mann um den ehemaligen amerikanischen Vizepräsidenten Dick Cheney, die überaus gelungen sind. Sei es die umwerfende Maskenarbeit, durch die Hauptdarsteller Christian Bale vollständig in dem Charakter über einen Zeitraum von mehr als vier Jahrzehnten aufgeht. Oder auch die Verbindungen, die Regisseur Adam McKay zwischen verschiedenen Ereignissen über den genannten Zeitraum herstellt. Aber dennoch kommt man sich beim Zusehen mehr belehrt aus aufgeklärt vor.
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Kritik: Der Tag danach [1983]
Auch mehr als 35 Jahre, nachdem die TV-Produktion Der Tag danach zum ersten Mal in Nordamerika ausgestrahlt wurde, hat das erschütternde Drama nichts von seiner Wirkung verloren. Bedauerlicherweise ebenso wenig von seiner Aktualität. Ohne Verantwortliche zu benennen, ohne heroische Darstellungen einer militärischen Überlegenheit, führt Filmemacher Nicholas Meyer die Auswirkungen eines globalen Atomschlages auf die Bewohner einer Stadt im Mittleren Westen der USA vor Augen. Er tut das auf eine ebenso greifbare wie hoffnungslose Art und Weise.
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Kritik: Star Trek: Raumschiff Voyager: „Endspiel“ [2001]
Nach sieben Jahren und mehr als 170 Episoden setzt die Crew des Raumschiffs U.S.S. Voyager zur letzten Etappe ihrer Reise zurück zur Erde an. Im Serienabschluss in Spielfilmlänge mit dem Titel Endspiel kehren die Furcht einflößendsten Bösewichte aus Star Trek zurück – ohne in irgendeiner Art und Weise Furcht einflößend zu sein. Es ist das Finale einer Serie, die mehr als die vorigen Instanzen des Franchise Kritik hinnehmen musste und trotz aller Widrigkeiten ihren Weg gefunden hat. Gerade deshalb wird das Ende Raumschiff Voyager nicht gerecht.
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Kritik: Halo Legends [2010]
Im Science Fiction-Universum der erfolgreichen Videospielreihe Halo angesiedelt, entstand im Jahr 2009 eine Reihe von Anime-Shorts, die als Halo Legends veröffentlicht wurden. Sechs der sieben Geschichten gehören offiziell zum etablierten Kanon. Doch das ändert nichts daran, dass Kenner der Reihe (wieder einmal) nicht diejenigen Abenteuer erzählt bekommen, die sie sich seit Jahren erhoffen. Oder auf eine Art und Weise, die auch ein neues Publikum anlocken könnte. Das ist angesichts der Möglichkeiten und den Potentials überaus bedauerlich.
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Kritik: Captain Marvel [2019]
Mit Captain Marvel leiten die Macher des Marvel Cinematic Universe den Endspurt zum „Endgame“ ein, das Fans mit dem gleichnamigen, kommenden Avengers-Film erwarten wird. Dass dessen großer Cliffhanger hier somit nicht aufgelöst wird, überrascht nicht. Dabei gelingt den Filmemachern Anna Boden und Ryan Fleck mehr als nur ein Lückenfüller. Sie stellen in der Titelheldin eine Figur vor, die auf der Suche nach ihrer eigenen Vergangenheit viel mehr entdeckt und mühelos weitere Abenteuer tragen könnte.
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Kritik: Destroyer [2018]
Im Zentrum des Crime-Dramas Destroyer stehen eine unbeschreibliche Darbietung, die unzweifelhaft den Höhepunkt von Nicole Kidmans Schauspielkarriere darstellt, sowie eine fantastische Bilderauswahl, die für sich allein genommen bereits preisverdächtig ist. Doch es gelingt Regisseurin Karyn Kusama nicht, beides innerhalb einer Geschichte zu erzählen, die dem auch angemessen wäre – oder wenigstens diese Geschichte so zu erzählen, dass vor allem die Optik über den Selbstzweck hinauswächst.
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Kritik: Die Berufung - Ihr Kampf für Gerechtigkeit [2018]
Man könnte meinen, ein biografisches Drama um eine Frau, die vor beinahe 50 Jahren für die Abschaffung der Diskriminierung in der US-amerikanischen Gesetzgebung einen wegweisenden Sieg errang, könnte kaum etwas zur heutigen Debattenkultur beitragen. Dabei führt Mimi Leders teils recht juristisch geprägter Film Die Berufung - Ihr Kampf für Gerechtigkeit nicht nur die Notwendigkeit des damaligen Rechtsstreits und seine Auswirkungen vor Augen, sondern auch, was er für die heutige Zeit an Lehren – und Aufträgen – beinhaltet.
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Kritik: Hard Powder [2019]
Es scheint wenig originell, einen weiteren Thriller mit Liam Neeson in der Rolle des einsamen wie schweigsamen Rächers zu besetzen, zumal der charismatische Mime seit Jahren auf diese Art Rolle abonniert scheint. Doch das heißt nicht, dass es nicht funktionieren könnte. Warum es das in Hard Powder nicht tut, liegt vielmehr daran, wie Filmemacher Hans Petter Moland seinen eigenen preisgekrönten norwegischen Crime-Thriller Einer nach dem anderen für das Remake adaptiert.
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Kritik: Sicario 2 [2018]
Der Nachfolger des Thriller-Dramas Sicario verspricht zu Beginn eine Geschichte, nur um dann zu einer anderen zu wechseln, ehe die letzten Minuten andeuten, dass all dies nur die Vorbereitung einer ganz anderen Story war, die in der Fortsetzung erzählt werden könnte. Das macht Sicario 2 nicht nur zu einem höchst unbefriedigenden Erlebnis, sondern auch zu einem ziellos erzählten. Darüber trösten weder die stylische Inszenierung, noch die zwei solide gespielten, zentralen Figuren hinweg.
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Kritik: Happy Deathday 2U [2019]
Eine Fortsetzung zu Happy Deathday, dem erfreulich blutarmen Teenie-Slasher, in dem Studentin Tree ihren Todestag wieder und wieder durchlebt, scheint ein gewagtes Unterfangen. Wie wollte man die ohnehin absurde Idee weitererzählen? Regisseur Christopher Landon gelingt das in Happy Deathday 2U erstaunlich und unerwartet gut. So gut sogar, dass Fans des unheimlichen Horrors des ersten Teils umso mehr enttäuscht sein werden, dass dieser Aspekt der Story ab der Hälfte quasi keine Rolle mehr spielt.
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Kritik: Der goldene Handschuh [2019]
Fatih Akins Porträt einer Reihe von grausamen Frauenmorden durch Fritz Honka in Hamburg-St. Pauli in den 1970er-Jahren ist vermutlich eines der intensivsten, die es zu diesen wahren Begebenheiten gibt. Aber nicht nur deshalb ist Der goldene Handschuh ein schwieriger Film. Dass es dem Filmemacher ebenso wenig um den Täter wie die Opfer geht, über die man kaum etwas erfährt, macht die Antwort auf eine wichtige Frage nur umso schwerer: Was will er überhaupt?
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Kritik: Alita: Battle Angel [2019]
Die lange erwartete Verfilmung des Graphic Novels / Mangas von Yukito Kishiro, Alita: Battle Angel, ist entweder zu lang oder zu kurz, um sowohl den eigenen Zielen als auch den Erwartungen des Publikums gerecht zu werden. Beinahe 20 Jahre wartete das Publikum darauf, dass James Cameron das Projekt auf die Leinwand bringen würde. Es klingt womöglich negativer als beabsichtigt, wenn man festhält, dass das Cyberpunk-Abenteuer Avatar - Aufbruch nach Pandora, dem es nicht nur in Hinblick auf den Erfolg nacheifern soll, in keinem Moment gewachsen ist.
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Kritik: Manou - flieg’ flink! [2019]
Es ist gewissermaßen ein Berufsrisiko der Kritiker und Kritikerinnen, dem Zynismus zu verfallen. Dabei sollte man sich stets vor Augen führen, dass wohl niemand beabsichtigt, ein enttäuschendes oder schlechtes Werk zu erstellen. Auch in einem Film wie Manou - flieg’ flink! stecken zehntausende Stunden Arbeit, in denen die Beteiligten unbestritten ihr Bestes gegeben haben mit dem, was ihnen zur Verfügung stand. Die Frage ist, weswegen das Ergebnis insgesamt dann so enttäuscht.
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Kritik: Hotel Artemis [2018]
In seinem Spielfilmregiedebüt Hotel Artemis zeigt Filmemacher Drew Pearce eine düstere Zukunftsvision. Die erinnert von der Atmosphäre her stark an John Carpenters Genreklassiker Die Klapperschlange und wäre es wert, weiter erkundet zu werden. Stattdessen wird allerdings eine Geschichte erzählt, die für sich genommen kaum Sinn ergibt und darüber hinaus nicht einmal packend dargebracht ist. Da hilft auch die namhafte Besetzung, die durch Darbietungen von Jodie Foster und Jeff Goldblum veredelt wird, nicht weiter.
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Kritik: The Prodigy [2019]
Bei Nicholas McCarthys Horror-Thriller The Prodigy kann das Publikum nach den ersten fünf Minuten entscheiden, ob einem der Film gefallen wird, oder nicht. In der kurzen Zeit gibt es zwei Erschreckmomente zu erleben, die nicht auf Grund des Geschehens funktionieren, sondern durch die extrem laut eingespielte Musik und die Geräusche. Nimmt man noch etwas Gewalt gegen Frauen hinzu, ergibt das einen Genrevertreter, der viel bekanntes Terrain betritt und zu wenige Neuerungen bietet, um wirklich überzeugen zu können.
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Kritik: The Mule [2018]
Für The Mule kehrt Hollywood-Urgestein Clint Eastwood aus seinem selbst auferlegten Schauspielruhestand zurück, um einen 90-jährigen Drogenkurier eines mexikanischen Kartells zu verkörpern. Doch statt die zumindest in Ansätzen auf wahren Ereignissen beruhende Geschichte als Thriller zu erzählen, entscheidet sich das Drehbuch zu einer entwaffnenden Charakterstudie. Die bietet mehr als nur einen passenden Schwanengesang für den Hauptdarsteller; sie bietet vielleicht auch einen viel persönlicheren Einblick.
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Kritik: Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime Welt [2019]
Mit Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime Welt liefert Filmemacher Dean DeBlois nicht nur einen möglichen Abschluss seiner vor neun Jahren begonnenen Animationsfilmreihe basierend auf den gleichnamigen Kinderbüchern. Er präsentiert eine Geschichte, die in den letzten 15 Minuten eine Stärke und Tragkraft entwickelt, die man sich von Anfang an gewünscht hätte. Was bis dahin geschieht, ist öfter amüsant als zum Tränen lachen, doch gewinnen die Figuren dank ihres Charmes das Publikum für sich.
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Kritik: Operation: 12 Strong [2018]
Operation: 12 Strong erzählt die auf Tatsachen basierende Geschichte eines Trupps der U.S. Army Special Forces, der unmittelbar nach den Anschlägen des 11. September 2001 auf geheimer Mission nach Afghanistan entsandt wird. Dass sie sich beritten einen Weg durch unwegsames Gelände und eine zahlenmäßig weit überlegene Armee kämpfen, klingt nach dem Stoff von Heldensagen. Allerdings übersieht es Filmemacher Nicolai Fuglsig, seinen heroischen Spezialisten auch Profil zu verleihen.
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Buchkritik: Star Wars: Die Kundschafter [2006] - Timothy Zahn
In Die Kundschafter widmet sich einer der erfolgreichsten Autoren des erweiterten Star Wars-Universums, Timothy Zahn, der Figur, die nicht nur zu einer der beliebtesten der Kenner der Reihe geworden ist, sondern nach der sogar eine eigene Trilogie benannt wurde: Commander Mitth’raw’nuruodo, genannt Thrawn. Dass der Autor gleichzeitig die Geschichte eines glücklosen Jedi-Kolonisierungsraumschiffes erzählt, an Bord dessen sich auch zwei bekannte Jedi befunden haben, gerät da beinahe zur Nebensache.
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Kritik: Glass [2019]
Wenn der Abspann beginnt werden vermutlich nicht wenige Kenner von M. Night Shyamalans Film Unbreakable fragen „darauf habe ich fast 20 Jahre lang gewartet?“. Die ersehnte Fortsetzung des ungewöhnlichen, optisch ausgefeilt und ruhig erzählten Superhelden-Films verknüpft dessen Geschichte mit derjenigen von Shyamalans Split. Wer nicht mit beiden Werken vertraut ist, wird sich hier nicht zurechtfinden, und wer beide kennt, wird von den Ereignissen vermutlich vor den Kopf gestoßen werden. Dabei ist Glass weniger ein Abschluss als ein Anfang und das, obwohl das Ende ganz anders ausfällt, als man erwarten könnte.
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Kritik: Split [2016]
Nachdem seine letzten Filme kommerziell wie künstlerisch weit hinter den Erwartungen zurückblieben, knüpft Filmemacher M. Night Shyamalan mit Split wieder an vorige Werke an – in doppeltem Sinne. Der ruhig erzählte Horror-Thriller stellt dabei zwei Figuren in den Mittelpunkt, die mehr verbindet, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Sehenswert wird das jedoch vor allem auf Grund der Darbietungen, die packender sind, als die Geschichte erzählt wird.
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Kritik: Maria Stuart, Königin von Schottland [2018]
Viele Aspekte an Josie Rourkes Kostümdrama Maria Stuart, Königin von Schottland sind atemberaubend. Doch ihrem eigentlichen Vorhaben wird die Filmemacherin in ihrem Regiedebüt nicht gerecht: Einen Film über Schottlands Königin zu erzählen. Ein ganzes Leben in ein zwei Stunden dauerndes Werk zu pressen wäre eine Herausforderung genug. Mit den zahlreichen Intrigen am schottischen und englischen Königshof, ist die Aufgabe vermutlich schlicht zu groß.
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Kritik: A Quiet Place [2018]
In A Quiet Place nimmt Filmemacher John Krasinski eine vertraut klingende Grundidee und versieht sie mit einem originellen Twist. Das Ergebnis ist einer der packendsten Horror-Thriller der vergangenen Jahre, der nicht nur seinem Titel gerecht wird. Er ist gleichzeitig ein Paradebeispiel dafür, wie eine mystische Story erzählt werden kann, ohne zu viel zu verraten – aber gleichzeitig so viel zu erklären, dass man glaubt, sich in der Geschichte zurechtzufinden.
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Kritik: Papillon [2017]
Michael Noers Papillon ist die zweite Verfilmung der Biografie des Franzosen Henri „Papillon“ Charrière, der im Jahr 1933 in die Strafkolonie in Französisch-Guayana gesandt wird. Der Film schildert den Alptraum, den die Gefangenen dort erleben und was Henri auf sich nimmt, um zu entfliehen. Aber so tadellos das dargebracht ist und so ordentlich es gespielt sein mag, es lässt jegliche Verbindung zu den Charakteren vermissen, deren Schicksale deshalb nie mitreißen.
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Kritik: Best Exotic Marigold Hotel 2 [2015]
Nachdem er die Idee eines outgesourceten Altersruhesitzes soweit zum Erfolg geführt und durchaus rüstige Stammgäste für sein „Best Exotic Marigold Hotel“ in Indien gewonnen hat, hat der Jungunternehmer Sonny bereits ein neues Ziel: Expansion. Filmemacher John Madden lädt in Best Exotic Marigold Hotel 2 ein, sowohl Sonny als auch die Bewohner des Hotels auf ihrer weiteren Reise zu begleiten, doch er scheint selbst nicht zu wissen, wohin diese führen soll, geschweige denn, welche Wegstationen es bis zum Ziel zu besuchen gilt.
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Kritik: True Lies - Wahre Lügen [1994]
Sich heute einen Film wie True Lies - Wahre Lügen anzusehen ist, als würde man in eine längst vergangene Zeit reisen. Es war eine Zeit, in der Actionfilme, auch wenn sie für ein älteres Publikum gemacht waren, leichtfüßig erzählt wurden und ein Sieg der Guten am Ende nicht teuer erkauft war. Man mag darüber streiten, ob es jemals angebracht war, einen Action-Thriller mit einem terroristischen Hintergrund als Unterhaltungsfilm zu erzählen. Es scheint heute in jedem Fall kaum möglich – und hebt True Lies darum umso mehr von anderen Genrevertretern ab.
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Star-besetzter Crime-Thriller Hangman: The Killing Game bei Concorde Home Entertainment erhältlich
Es klingt eingangs wie ein makaberer Scherz, als zwei Polizisten und eine Reporterin auf eine Mordserie stoßen, bei welcher der Killer seine Opfer wie Figuren des „Galgenspiels“ drapiert. Mit jedem Mord wird ein weiterer Buchstabe verraten. Seit April ist der düstere Crime-Thriller Hangman: The Killing Game mit Hollywood-Legende Al Pacino und dem nicht weniger bekannten Karl Urban in den Hauptrollen bei Concorde Home Entertainment als DVD, Blu-ray und digital erhältlich …
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AV Visionen veröffentlicht Staffel 1 der preisgekrönten Serie 4 Blocks Anfang Dezember
Fans düsterer Gangster-Unterhaltung im Stile von Die Sopranos [1999-2007] werden dieses Jahr ein frühes Weihnachtsfest erleben. Anfang Dezember erscheint die erste Staffel der vielgelobten und auf der Berlinale 2017 gefeierten TNT-Produktion 4 Blocks von AV Visionen für das Heimkino. Wer sich damit die Wartezeit auf die im Mai 2018 startende neue Staffel verkürzen will, sollte den ungewohnten Blick auf Berlin-Neukölln mit vielversprechendem Bonusmaterial nicht verpassen …
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--++ Oscars und Goldene Himbeere 2017: Die Nominierungen ++--
Im Frühjahr regnet es in Hollywood bekanntermaßen Preise. Dabei werden unter anderem die begehrten Oscar-Statuen verliehen, aber traditionell – und deutlich weniger formell – am Abend zuvor auch die Goldene Himbeere als "Anerkennung" der schlechtesten Leistung des vergangenen Kinojahres.

An der einsamen Spitze der Nominierungen der kommenden Oscarverleihung 2017 steht die Musical-Dramödie La La Land mit sage und schreibe 14 Nominierungen. Nachdem der Film kürzlich bei den Golden Globes mit einer Rekordauszeichnung von sieben Trophäen den Abend dominierte, darf man gespannt sein, wie oft die Macher kommenden Monat die Aussage "and the Oscar goes to ..." hören werden.
Dass Denis Villeneuves poetisch-philosophisches Science Fiction-Drama Arrival in acht Kategorien nominiert wurde, wundert nicht, wohl aber, dass sich der in Ungnade gefallene Mel Gibson mit seinem religiösen Weltkriegsdrama Hacksaw Ridge - Die Entscheidung ganze sechs Mal platzieren konnte. Darunter sogar als bester Film und bester Regisseur. Eine kleine, meist unbeachtete Überraschung ist der Animationsfilm Kubo: Der tapfere Samurai, der sowohl in der Kategorie "Bester Animationsfilm des Jahres" nominiert wurde, wie auch in für die besten "Spezialeffekte".
Aus deutscher Sicht darf man sich gleich zwei Mal Hoffnung auf die begehrte Auszeichnung machen. Zum einen für den vielfach ausgezeichneten Toni Erdmann, aber auch hinsichtlich der Kurzdokumentation Das Schicksal der Kinder von Aleppo - Neue Heimat Deutschland von Marcel Mettelsiefen, die mit deutscher Beteiligung entstand.

Die Nominierungsliste der Goldenen Himbeere 2017, die einen Abend zuvor verliehen wird, führt Ben Stiller mit Zoolander 2 tapfer an, dicht gefolgt vom sowohl bei vielen Zuschauern, wie auch der Kritik abgestraften Batman v Superman: Dawn of Justice. Dass manch ein "guilty pleasure" ebenfalls für die Himbeere nominiert ist, überrascht zwar nicht, doch fehlen auf der Liste sonderbarerweise Streifen wie Voll verkatert, Norm - König der Arktis oder Yoga Hosers, die teils deutlich schlechter bewertet (und vom Publikum gemieden) wurden. Vielleicht wurden sie aber auch gerade deshalb nicht nominiert, weil die Nominierung und mögliche Auszeichnung der großen und teuren Studiofilme bedeutend öffentlichkeitswirksamer ausfällt.

Eine Auflistung aller Nominierten finden Sie wie gewohnt in den jeweiligen Specials. Nach den Preisverleihungen Ende Februar werden wir sie umgehend auf die Preisträger aktualisieren.
OFDb-Filmworks veröffentlicht John Schlesingers Das Ritual Ende Juli
Filmfans, die hochwertige Veröffentlichungen zu schätzen wissen, können sich im kommenden Sommer auf den nächsten Release von OFDb-Filmworks freuen. Ende Juli erscheint als streng limitierte 3-Disc Collector's Edition der Mystery-Horror Das Ritual von Regisseur John Schlesinger (Der Marathon-Mann [1976]). Der ungeschnittene Film wird von ebenso zahlreichem wie exklusivem Bonusmaterial begleitet ...
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--++ Oscars und Goldene Himbeere 2016: Die Preisträger ++--
Das Frühjahr ist die Jahreszeit der Preisregen in Hollywood – sowohl der guten, wie auch der weniger rühmlichen Art. Heute Nacht bzw. am frühen Morgen wurden die 88. Academy Awards, die Oscars, verliehen. Tags zuvor fanden die Goldenen Himbeeren ihre vermutlich wenig erfreuten neuen Besitzer. So groß der Rummel im Vorfeld und die Diskussionen danach in aller Regel sind, wirkliche Überraschungen gibt es auch dieses Jahr (leider) nicht.

Bei der Oscar-Verleihung muss man sich dabei immer die Frage stellen, wer denn die wirklichen Gewinner sind. Sind es die Filme, die die meisten Trophäen einheimsen können, oder diejenigen, die ihre Anzahl der Nominierungen am besten verwerten?
The Revenant - Der Rückkehrer, der unter anderem den Preis für die beste Regie gewann, war dabei zwölf Mal nominiert, bekam am Ende jedoch "nur" drei der begehrten Goldjungen. Das News- und Missbrauchsdrama Spotlight hingegen, ging aus seinen sechs Nominierungen zwei Mal erfolgreich hervor. Der unumwundene Star des Abends war jedoch ohne Frage Mad Max: Fury Road, der insgesamt sechs Mal und damit mehr als die Zweit- und Drittplatzierten zusammen ausgezeichnet wurde. Kritiker mögen bemängeln, dass das Actioninferno lediglich in den technischen Kategorien gewonnen hat, doch das schmälert nicht den Erfolg.
Eine späte Ehrung gab es für den italienischen Komponisten Ennio Morricone, der mit 87 Jahren für The Hateful Eight endlich mit einem Oscar prämiert wurde, nachdem er bereits fünf Mal zuvor nominiert war – das erste Mal vor fast 40 Jahren.

Die Goldene Himbeere ließ erwartungsgemäß Fifty Shades of Grey und den aktuellsten, gefühlt im Jahresrhythmus stattfindenden Reboot des Comic-Franchise Fantastic Four auflaufen. Die lang erwartete SM-Lovestory bekam insgesamt fünf Auszeichnungen, die Superhelden-Truppe muss sich drei teilen. Sylvester Stallone darf sich über seine Himbeere indes wirklich freuen, immerhin ist es eine Wiedergutmachung für seine vielen vorigen Auszeichnungen. Mit seinem Auftritt im Boxer-Drama Creed - Rocky's Legacy konnte er sich für die Jury rehabilitieren.

Eine übersichtliche Auflistung aller Nominierten und Preisträger finden Sie in unseren Specials.
--++ Oscars und Goldene Himbeere 2016: Die Nominierungen ++--
Wie in jedem Frühjahr werden auch dieses Jahr unzählige Dankesreden vorbereitet, nur damit die allermeisten gar nie vorgelesen werden. Nach Verleihung der Golden Globes, die traditionell ein guter Maßstab für die Oscar-Trophäen sind, steht Ende Februar die Verleihung der begehrten goldenen Statuen an.
Die Nominierungen der kommenden Oscarverleihung 2016 beinhalten nicht viele, aber einige kleine Überraschungen. Mit 12 Kategorien führt The Revenant - Der Rückkehrer das Feld an. Nachdem der Film bereits bei den Golden Globes als bestes Werk, für die beste Regie und den besten Hauptdarsteller ausgezeichnet wurde, wundert das nicht. Es gibt wenige Kategorien, in denen er nicht nominiert wurde.
Unerwartet ist hingegen, wer auf Platz zwei der häufigsten Nominierungen steht: Mad Max: Fury Road. Zugegebenermaßen nicht für die Darsteller, dafür jedoch ebenfalls als bester Film, beste Regie und die meisten so genannten Technik-Oscars wie Kamera, Schnitt und Ton. 10 Mal wurde der Actionthriller nominiert, für diese Art Film sehr ungewöhnlich.

Auch Steven Spielberg kann sich freuen, sein Bridge of Spies - Der Unterhändler hat wie die Dramen Carol und Spotlight sechs Mal die Chance auf eine Trophäe. Er selbst wurde jedoch wie Regisseur Ridley Scott um eine Nominierung für die Regie für Der Marsianer - Rettet Mark Watney geprellt, auch wenn die Filme jeweils als bestes Werk nominiert wurden. Das Weltraum-Abenteuer belegt mit sieben Nominierungen Platz drei.
Wie im Jahr zuvor wird auch heuer kritisiert, dass die meisten Nominierten Weiße sind, allein ein Blick auf die Kategorien der (Neben)Darsteller spricht hier Bände.

Traditionell tags zuvor wurden die Nominierungen der Goldenen Himbeere 2016 bekannt, die alljährlich die schlechtesten Leistungen der Branche 'auszeichnen'.
Überraschungen gibt es hier ebenfalls keine angesichts solch bleibender Filmerlebnisse wie Fifty Shades of Grey, Jupiter Ascending, Der Kaufhaus Cop 2 und Pixels, die jeweils sechs Mal nominiert sind. Interessanterweise ist Fifty Shades of Grey gleichzeitig auch für einen Oscar nominiert – im Bereich bester Song.
Die Comic-Verfilmung Fantastic Four hat fünf Chancen auf die wenig begehrte Trophäe, während der immer wieder nominierte und 'ausgezeichnete' Sylvester Stallone sogar die Chance auf den so genannten "Erlöser-Preis" hat. Dieser wird seit letztem Jahr denjenigen verliehen, die sich nach früheren Himbeer-Auszeichnungen wieder bewährt haben. Stallone erhält die Chance für seine Darstellung in Creed - Rocky's Legacy, für die er überdies die Chance auf einen Oscar als bester Nebendarsteller hat. Für diese Rolle war er bereits vor fast 40 Jahren in Rocky [1976] nominiert gewesen.

Eine Auflistung aller Nominierten finden Sie wie gewohnt in den jeweiligen Specials. Nach den Preisverleihungen Ende Februar werden wir sie umgehend auf die Preisträger aktualisieren.
Special: Chicago – Das Musical (Berlin)
Vor inzwischen vierzig Jahren feierte das Musical Chicago am Broadway Premiere. Mehr als 900 Aufführungen von gab es davon in den zwei folgenden Jahren. Im Jahr 1996 gab es ebenfalls am Broadway ein Revival, das erfolgreicher war als irgendein anderes zuvor. Kein amerikanisches Musical war dort bislang länger zu sehen.
Vom 11. Oktober 2015 bis 17. Januar 2016 ist bzw. war Chicago am Stage Theater des Westens in Berlin zu sehen – zum dritten Mal im Übrigen – ehe die Produktion ans Deutsche Theater nach München ziehen wird.
Ein Erlebnisbericht des Musical-Besuchs.
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