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Der Blog stellt eine Art Internettagebuch dar, in dem die Mitglieder der Redaktion und auch der Community ihre Gedanken mit den Lesern teilen. Er bietet Einblicke in den Alltag und in die Themen, die die jeweiligen Autoren am meisten beschäftigen. Für den Inhalt sind die jeweiligen Autoren verantwortlich. Auch spiegelt die Meinung eines einzelnen Autors nicht die Meinung der gesamten Redaktion wider.
Spätestens, wenn im Anschluss an die Tagesschau (Titelthema der Skandal um die Missbrauchsfälle im Rahmen der katholischen Kirche) eine eigen produzierte Serie der Öffentlichen Rechtlichen Sendeanstalten ausgestrahlt wird, die in einem Kloster spielt, wird deutlich, dass es sich doch "nur" um Fernsehen handelt. Manche Themen genügen, wenn sie innert des 15minütigen Nachrichtenformats untergebracht sind. Danach möchte man davon lieber nichts mehr hören. So wird in jener Sendung zwar auf die Finanzkrise eingegangen, die selbst vor den überweltlichen Institutionen keinen Halt zu machen scheint, aber auf das Dilemma in den verschiedensten Glaubensgemeinschaften wird nicht Bezug genommen. Über einen mangelnden Bekanntheitsgrad kann sich insbesondere eine Frau derzeit nicht beschweren: Sandra Bullock. Nachdem Aussagen an die Presse gelangten, ihr Ehemann habe sie seit beinahe einem Jahr betrogen, flüchtete die ohnehin nicht so sehr in der Öffentlichkeit beheimatete Darstellerin aus dem Rampenlicht und hält sich seitdem bedeckt. Der größte Triumph ihrer Hollywoodkarriere, ihr Oscar für die beste Hauptrolle, den sie kurz zuvor gewann, verliert dabei wohl jede Bedeutung. Inzwischen hat sich die Situation ausgeweitet, weitere Frauen sind an die Öffentlichkeit gegangen, sie hätten Affären mit Bullocks Ehemann gehabt. Immerhin hat dieser sich seither nicht zu den Anschuldigungen geäußert oder versucht, diese zu entkräften – der bei einer unwahren Aussage entstehende Bumerang könnte Bullocks Privatleben immerhin ein zweites Mal zerstören. Aber auch andere Personen haben sich vor die Mikrophone gedrängt mit Mitleids- und Beistandsbekundungen. Und auch die Boulevardpresse äußert sich zu dem Ehedrama, tituliert sie als die "Schöne" und ihn als das "Monster". Wie sehr ihr Leben zerstört wurde wird betont, dabei muss sich für sie ein jeder Bericht wie ein weiterer Stich anfühlen, als dürfe sie nicht zur Ruhe kommen. Aber so ist das Leben im Rampenlicht: solange keine anderen Schlagzeilen zu finden sind, wird mit dem Unglück Anderer Geld verdient. Die einzige Verschnaufpause, die Sandra Bullock in den letzten Wochen bekam war, als sich Jim Carrey von seiner Lebensgefährtin Jenny McCarthy trennte und die Trennung per Twitter-Nachricht bekannt gab. Als er sich wenig später schützend vor Tiger Woods stellte und meinte, dessen Ehefrau könne an der Affäre des Sportlers nicht unschuldig gewesen sein, war der Miniskandal perfekt. Inzwischen ist die Aufregung darüber wieder verflogen, Woods lässt sich nun wohl doch scheiden und so war es jüngst wieder an der Zeit, dass sich erneut ein ehemaliges TV-Sternchen rührend über Sandra Bullock äußerte, wie schlimm diese Zeit für sie sein muss. Nur gut, dass dies einem alle paar Tage wieder ins Gedächtnis gerufen wird, anstatt dass man ihr die Zeit gibt, mit der Situation klarzukommen. Wo immer sich die Darstellerin derzeit aufhält, man kann nur hoffen, dass sie dort keine Zeitung zur Hand nimmt und auch den Fernseher auslässt. Was man im Flimmerkasten zu sehen bekommt sind fiktive Geschichten und solche, die erscheinen als wären sie real. Sie sind voll von Tätern und Opfern. Oft sind die Täter dabei klar zu erkennen. Manchmal aber auch versteckt sich der Teufel hinter einer Maske, die hilfsbereit und Anteil nehmend aussehen mag, hinter der sich jemand aber nur selbst bereichern möchte. So wie die Medien auch. Uns kann das lange egal sein. Solange, bis wir selbst irgendwann zu Opfern werden. Zurück |
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