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Autor: Joanne Rowling Genre: Fantasy / Unterhaltung Originaltitel: Harry Potter and the Half-Blood Prince Originalsprache: Englisch Gelesen in: Englisch Ausgabe: Gebundene Ausgabe Länge: 607 Seiten Erstveröffentlichungsland: GroĂźbritannien Erstveröffentlichungsjahr: 2005 Erstveröffentlichung in Deutschland: 2005 ISBN-Nr. (gelesene Ausgabe): 0-7475-8110-X Kurzinhalt: Nachdem Professor Dumbledore den Zauberlehrling Harry Potter während der Sommerferien bei seiner Pflegefamilie, den Dursleys, besuchte, machen sich die beiden auf den Weg, den ehemaligen Hogwarts-Lehrer Horace Slughorn erneut fĂĽr einen Lehrposten an der Schule zu rekrutieren. Wenig später bei den Weasleys angekommen, verfliegt die Zeit bis zum Schulanfang des sechsten Jahres fĂĽr Harry wie im Flug. Wieder in Hogwarts angekommen, erhärtet sich Harrys Verdacht, dass Draco Malfoy etwas Böses im Schilde fĂĽhrt, und auch Snape scheint entgegen Dumbledores Versicherungen, mit ihm unter einer Decke zu stecken. So macht sich Harry einmal mehr daran, seine Vermutungen zu beweisen, wobei ihn Dumbledore in privaten Sitzungen in die Erinnerungen Anderer entfĂĽhrt, um so die Vergangenheit von Lord Voldemort, den mächtigsten bösen Zauberer und Mörder von Harrys Eltern, näher zu beleuchten. Darin spielt auch Professor Slughorn eine Rolle, in dessen Unterricht Harry an ein Buch gelangt, das offensichtlich einem "Halbblutprinzen" gehört, der zahlreiche ZaubersprĂĽche und Zaubertränke erfunden hat. Während Harry weiterhin Malfoy und Snape nachspĂĽrt, wobei Malfoy von Zeit zu Zeit aus dem weiter mit SicherungsmaĂźnahmen verstärkten Schloss zu verschwinden scheint, mit Dumbledore private Sitzungen abhält und versucht, die Identität des Halbblutprinzen herauszubekommen, werden immer wieder SchĂĽler in Hogwarts mit dunkler Magie angegriffen – und auch die Freundschaft zwischen Hermine und Ron wird auf eine harte Probe gestellt ... Kritik: Als Harry Potter und der Orden des Phönix [2003] vor etwas mehr als zwei Jahren, im Juni erschien, errang das Werk aus der Feder der Autorin J.K. Rowling als erste englischsprachige Ausgabe den ersten Platz der deutschen Bestsellerlisten. Weitaus mehr Aufsehen erregte jedoch ein deutsches Fanprojekt, das Teilnehmern eine vollständig ĂĽbersetzte Fassung des Buches anbot – in der ersten Julihälfte desjenigen Jahres. Die offizielle deutsche Buchversion erschien Anfang November, also ganze vier Monate, nach der englischen Erstveröffentlichung. Dem deutschen Verlag gefiel das insofern nicht, als dass man unter herben StĂĽckzahlrĂĽckgängen litt; Interessenten hatten sich entweder die Originalausgabe gekauft, oder wurden von dem immens hohen Verkaufspreis von 28,50 EUR abgeschreckt. Daraus hat man wohl gelernt, immerhin kostet Harry Potter und der Halbblutprinz "nur" 22,50 EUR in der deutschen Ausgabe. Die englische Originalausgabe liegt noch gut sieben Euro niedriger. Zwei Jahre musste man als Kenner der Vorgängerromane warten, ehe Rowlings vorletzter Band, der als siebenteilige Romanreihe gedachten Saga erscheinen wĂĽrde, und in der Zeit kochten die GerĂĽchte hoch: erneut sollte eine wichtiger Hauptcharakter im Kampf gegen Lord Voldemort umkommen, und auch um die Identität des Halbblutprinzen rankten sich viele Vermutungen. Was den Leser mit dem sechsten Band der Reihe erwartet, ist allerdings mehr oder weniger ernĂĽchternd, denn auch wenn die letzten 150 Seiten mit einer packenden Erzählung und einigen immens groĂźen Ăśberraschungen auftrumpfen, die vorangehenden Kapitel zeigen ansich nur den Alltag in der Zaubererschule Hogwarts, der – wie man nun gezeigt bekommt – ansich alles andere als aufregend ist. Die ersten zwei Kapitel Harry Potter ĂĽberhaupt nicht auftreten zu lassen, wird sicherlich viele Fans verwundern, kleidet den Roman aber von Grund auf in die Stimmung, die Rowling damit erzeugen wollte, und verstärkt mit den dĂĽsteren Andeutungen ĂĽber die Verpflichtung, die Draco Malfoy und Severus Snape eingehen das bedrohliche GefĂĽhl, das die Autorin ĂĽber den kommenden Seiten schweben lässt. Doch hier liegt auch schon eines der groĂźen Probleme des Romans, denn während die Stimmung mit dem ständigen Nebel, Regen und seltenen Lichtblicken immer sehr bedrĂĽckend geraten ist, geschieht ansich nicht wirklich etwas, das diese Stimmung auch rechtfertigen wĂĽrde. Von zwei kleinen Zwischenfällen einmal abgesehen (die auch eine Hauptfigur betreffen) und Harrys wachsendem Hass gegen Draco Malfoy und Severus Snape abgesehen, geschieht in Hogwarts nicht sehr viel. DafĂĽr darf man als Leser einem äuĂźerst oberflächlich eingebrachten Tächtelmächtel von Ron und einer MitschĂĽlerin beiwohnen, und auch Harry kann sich endlich entscheiden, fĂĽr wen sein Herz schlägt. Die Sitzungen mit Professor Dumbledore, in denen sie in die Vergangenheit von Lord Voldemort eindringen, sind zwar interessant, aber meist länger geraten, als ansich notwendig, und wenn jedes zweite Kapitel damit beginnt, dass die "nächsten Wochen nichts interessantes" geschah, geht eben auch die Stimmung verloren, die in den meist sehr kurzen Passagen wieder aufgebaut wird. So spielen die ersten 100 Seiten an einem Tag, ebenso die letzten 100 Seiten, die ĂĽber mehrere Tage hinweg geschehen – die vier Hundert seiten dazwischen besuchen die Figuren immer wieder bei SchlĂĽsselmomenten, die aber meist nur beiläufig interessant geraten sind, und auch wenn sie durchweg unterhalten, ansich recht wenige Höhepunkte bieten. Was J.K. Rowling dafĂĽr in Harry Potter und der Halbblutprinz ganz gut gelingt, ist die VerknĂĽpfung der einzelnen Handlungselemente der bisherigen Romane mit der groĂźen Storyarc um Lord Voldemort. Auch hier finden aufmerksame Fans die ein oder andere Ungereimtheit, doch insgesamt ist der Aspekt des Buches sehr gut geraten und macht storytechnisch groĂźen Sinn – wer allerdings nach dem letzten Buch hier darauf hofft, dass sich Voldemort und Potter einmal mehr gegenĂĽber stehen, wird ĂĽberrascht sein. Wirklich ärgerlich ist allerdings, dass auch im neuesten Abenteuer des Zauberlehrling das altbekannte Schema zu sehen ist, laut dem Harry allen in seiner Umgebung seine BefĂĽrchtungen und Ăśberzeugungen mitteilt, diese nicht auf ihn hören, und Harrys "ich hab's doch gleich gesagt" am Schluss nur nicht fällt, weil die Passivität seiner BeschĂĽtzer und Freunde dazu fĂĽhrte, dass etwas Schlimmes geschah. Man sollte meinen, dass selbst die Autorin diese Erzähltechnik nach fĂĽnf Bänden Leid gewesen ist, und einen anderen Ansatz wählen wĂĽrde, auf den man nach dem Ende von Harry Potter und der Halbblutprinz immerhin beim siebenten Buch hoffen kann. Dass J.K. Rowling um eine Charakterentwicklung bemĂĽht ist, ist offensichtlich, immerhin mussten manche Figuren 17 Jahre alt werden, ehe sie erkannten, dass sie sich zu anderen hingezogen fĂĽhlen. Im Laufe des Buches gibt es solche Momente, die obligatorischen Eifersuchtsszenen, die sich die Charaktere auch nicht eingestehen wollen, selbstverständlich inbegriffen. Wieso jedoch am Ende im letzten Kapitel alle Entwicklungen wieder auf Null gesetzt werden mĂĽssen, verstehe wer will. Anstatt psychologische Tiefe einzubauen, und Harry in seinem Bestreben Voldemort zur Strecke zu bringen, selbst die Dunkle Magie benutzen zu lassen, wehrt sich der ansich nur durchschnittliche SchĂĽler mit allerlei harmlosen ZaubersprĂĽchen, die Todesser allenfalls handlungsunfähig zurĂĽcklassen, anstatt sie ernsthaft zu verletzen – und das, obwohl Potter selbst unmittelbar zuvor einen schweren Verlust erfahren hat. Dies macht beim Lesen selbst einfach keinen Sinn und kratzt auch zunehmend an der GlaubwĂĽrdigkeit der Hauptfigur, die sich im Laufe des Buches (wie schon in den Bänden zuvor) nur mit Hilfe seiner Freunde und BeschĂĽtzer aus irgendwelchen Lagen befreien kann, und ansich nicht einmal Draco Malfoy gewachsen ist – weswegen er trotzdem von allen als groĂźer Zauberer angesehen wird, ist gerade nach diesem Band vollkommen unverständlich. Auch die ĂĽbrigen Figuren bekommen recht wenig zu tun, allen voran Ron und Hermine, die allenfalls fĂĽr unterhaltsame und lustige Momente sorgen dĂĽrfen – dass die im letzten Roman geforderten Luna Lovegood und Neville Longbottom ĂĽberhaupt nicht zum Tragen kommen, ist schade und ansich auch unnötig, die ĂĽbrigen Figuren werden in Harry Potter und der Halbblutprinz allenfalls portraitiert und kaum weiterentwickelt. Einzig Severus Snape bekommt etwas mehr zu tun, und wer sich bei Harry Potter und der Orden des Phönix, beziehungsweise seinen Vorgängerromanen, noch beschwerte, dass Professor Dumbledore nichts zu tun hätte, wird hier auf seine Kosten kommen, denn der Schulleiter darf endlich wieder in Aktion treten. Dass sich allein auf Grund der Handlungselemente der sechste Band der Harry Potter-Reihe nicht als Kinderbuch eignet, ist verständlich und wird spätestens beim Finale offensichtlich, wenn magische Zombies eine Rolle spielen, aber auch zuvor gibt es immer wieder Aspekte und recht brutale Schilderungen, die fĂĽr Kinder einfach ungeeignet sind – eine Ausnahme hier stellt die Kategorisierung der Figuren in Gut und Böse dar, die bei Rowling in einem beinahe schon surreal-kindlichen MaĂźe Form annimmt: wer einmal gut war, wird dies auch bleiben, wer einmal auf der Seite der Bösen stand, wird auch dies nicht rĂĽckgängig machen können. Anstatt also den Charakter von Draco Malfoy nach den Erlebnissen seines Vaters im vorangehenden Buch grundlegend zu verändern, ihn erkennen zu lassen, wofĂĽr die Todesser eigentlich stehen, und ihn zu Harrys VerbĂĽndetem zu machen, folgt der Sohn den SĂĽnden seines Vaters und wird ebenso bösartig geschildert, wie man das nur in Märchen kennt. Sollte sich hinter Rowlings Entscheidung, den Täter am Ende zu präsentieren, tatsächlich ein groĂźer Storytwist verbergen, der erst im kommenden Buch aufgelöst werden wird, kann man ihr immerhin eine Figur zugute halten, die mehr als nur eine Facette besitzt, doch das wird man als Leser erst in zwei Jahren erfahren und darf bis dahin auch bezweifelt werden. Wieso von den ĂĽbrigen Charakteren ausgerechnet zwei, drei Nebenfiguren etwas weiter entwickelt werden, die Hauptfiguren aber am Ende genau in dem Zustand sind, wie zu Beginn, verwundert und scheint vor allem der Charakterfindung der inzwischen beinahe erwachsenen Personen nicht zuträglich. Dramaturgisch kann der Roman, wie bereits erwähnt, in den SchlĂĽsselmomenten durchaus ĂĽberzeugen, und gerade die letzten 150 Seiten fliegen am Leser nur so vorbei, ebenso wie der einfallsreiche und gut gelungene Anfang, auch die Exkursionen in Voldemorts Vergangenheit bieten fĂĽr den Leser genĂĽgend Spannung – weswegen aber vom Anfang abgesehen wirklich der gesamte Roman aus der Sicht von Harry Potter erzählt sein muss, verstehe wer will. Statt die Situation mit der Haupthandlung zu nutzen, um beispielsweise Luna und Neville in einer Nebenhandlung einzubinden, die letztlich darauf hinausläuft, Harry zu helfen, was die Story selbst auch komplexer gemacht hätte, wird Harry Potter und der Halbblutprinz sehr geradlinig erzählt, ohne zusätzliche Schauplätze oder Nebenhandlungen, von den kindlichen Flirteinlagen einmal abgesehen. Da man so allerdings die groben Handlungsverlauf, der sich ohnehin wieder auf ein ganzes Jahr erstreckt – und gemäßt Harry-Potter-Tradition die ereignisreichsten Wochen am Ende jedes Schuljahres liegen – mehr oder weniger vorhersehen kann, bleibt vier Hundert Seiten lang eine richtige Spannung, die einem zum Vorblättern animiert, leider aus. Dies versucht die Autorin mit dem Rätselraten um die Identität des Halbblutprinzen zu kompensieren, was ihr ansich auch ganz gut gelingt. Doch auch wenn sie zahlreiche falsche Fährten auslegt und die Leser animiert, mitzurätseln, auf die letztliche Auflösung kann man als Leser nicht kommen, da einem ein entscheidender Hinweis fehlt, der auch in keinem der vorangegangenen BĂĽcher eingebracht wurde, und der erste nach der Auflösung verraten wird. Das Rätselraten hat also insofern keinen groĂźen Sinn, was jedoch den SpaĂź am Lesen nicht schmälert. Hier hätte sich J.K. Rowling allerdings eine schlĂĽssigere Lösung einfallen lassen können, so dass man auch als Leser in dem Moment auf die Lösung kommt, die ansich ständig vor einem schwebte. Sprachlich gibt es am sechsten Band nichts auszusetzen, die Autorin bewältigt den Roman routiniert, erzeugt allerdings hauptsächlich bei denjenigen Szenen, die ĂĽber mehrere Stunden oder Tage hinweg spielen, mit einer detailreichen Beschreibung eine plastisches Bild im Kopf des Lesers, wohingegen die alltäglichen Momente in Hogwarts auch stilistisch stark an die vorangehenden Romane erinnern. Was nach knapp 600 Seiten bleibt ist zwar ein kurzes, aber angesichts des Verkaufspreises der deutschen Ausgabe doch recht kostspieliges LesevergnĂĽgen, das Fans sicherlich bis zum kommenden siebenten Band zufrieden stellen wird. FĂĽr sich betrachtet ist Harry Potter und der Halbblutprinz sicherlich kein schlechtes Buch, auch wenn man sich nach den AnkĂĽndigungen des letzten Bandes ein feuergefährlicheres Abenteuer gewĂĽnscht hätte. Doch der Moment der Wahrheit lässt auch hier bis auf die letzten ein Hundert Seiten auf sich warten. Das Grundproblem wird hierbei erneut offensichtlich: da auch dieser Band ĂĽber ein ganzes Jahr verteilt spielt, gibt es sehr viele SprĂĽnge innerhalb der Geschichte, die damit erklärt werden, dass eben nichts von Bedeutung geschehen sei – bedenkt man allerdings, dass auch sonst zwei Drittel des Buches lang nicht wirklich etwas geschieht, von kleinen Zankereien, Eifersuchtsdramen und ein wenig Herzschmerz einmal abgesehen (die Situationen, in denen man in die Vergangenheit von Lord Voldemort gezogen wird sind eher selten), reduziert sich das sechste Buch auf ein gelungenes und ĂĽberraschend mutiges Finale, das von fĂĽnf Hundert Seiten solider aber ansich ĂĽberraschungsfreier Unterhaltung eingeleitet wird. Langweilig ist das zwar nicht, aber man hat irgendwie das GefĂĽhl, als hätte man all das schon einmal gelesen – oder gar schon fĂĽnf Mal. Fazit: Wer den Medienrummel der letzten Jahre um Harry Potter und die Romanreihe ein wenig verfolgte, wird sich erinnern, wie in manchen Bibiotheken am Erscheinungstag Lesungen abgehalten wurden, unzählige Fans in KostĂĽmen nachts um kurz nach Mitternacht ihr Exemplar frisch aus dem Lieferwagen erhielten, und die Medie vor Euphorie kaum zu bremsen waren. Das Harry Potter-Fieber, so scheint es, ist jedoch groĂźteils abgeflacht, und wenn man sich das neueste Werk aus der Feder von J.K. Rowling ansieht, kann man auch ein wenig verstehen, wieso. Es ist nicht so, dass das neueste Abenteuer des Zauberlehrlings schlecht wäre, das ist es wirklich nicht, nur finden sich immer weniger neue Ideen in der Saga, und auch Harry Potter selbst scheint als Magier alles andere als ein Naturtalent. Hier nutzt er ZaubersprĂĽche aus einem Buch, dessen Ursprung er nicht kennt, betrĂĽgt in der Schule und erweist sich im Zweikampf selbst mit unterlegenen Gegnern als hilflos, wenn ihm nicht jemand zu Hilfe eilt. Wieso sich die Autorin fĂĽr eine solche Portraitierung ihrer Hauptfigur entschied, ist schleierhaft, und passt auch nicht so recht zu den bisherigen Romanen. Was mich jedoch an Harry Potter und der Halbblutprinz am meisten ĂĽberraschte, war die Tatsache, dass es bislang Harry Potters ereignislosestes Jahr in Hogwarts darstellt. Die hauptsächliche Handlung konzentriert sich entweder auf den Anfang, oder den Schluss, dazwischen geschehen allenfalls Dinge, die diejenigen Fans interessieren, welche sich schon lange nach den groĂźen Zusammenhängen fragten, die hier tatsächlich teilweise hergestellt werden. Das Rätselraten um den Halbblutprinz ist zwar ganz nett, die Auflösung stellt aber all diejenigen nicht zufrieden, die sich an der Rätselei beteiligt haben, denn auf diese Antwort hätte man schlicht nicht kommen können – und wenn eine bedeutende Hauptfigur hier ihren eher klanglosen Abgang findet, kommt man nicht umhin, sich zu fragen, weswegen sich Rowling fĂĽr ein solches Szenario entschied. Dass es im Universum von Harry Potter auĂźerdem eine so klare Trennung zwischen Schwarz und WeiĂź, Gut und Böse gibt, mag zwar kindgerecht erscheinen, beraubt jedoch viele ansich potentiell vielschichtige Charaktere um ihre Möglichkeiten und die Story selbst um ihre Komplexität. Davon einmal abgesehen, ist jedoch auch am sechsten Band der Reihe kaum etwas zu finden, das fĂĽr kleine Leser geeignet ist. Einerseits, weil eine Welt um böse Zauberer, Mörder, Leichen und Monster in einer so aussichtslosen Schilderung kaum von sehr jungen Kindern begriffen werden kann, andererseits aber auch, weil viel Gewalt vom Hauptcharakter ausgeht. FĂĽr Fans ist der sechste Band ein weiterer Schritt zum Finale, das nach derzeitigen Plänen der Autorin im nächsten Roman warten wird – und bei dem, wie man nach einigen ĂĽberraschenden Wendungen in diesem Band feststellen muss, alles offen ist; dabei ist es sicherlich nicht das schwächste Buch der Reihe, aber auch nicht das stärkste. Wertung: ![]() (4 von 6 Punkten) JA Treffpunkt: Kritik wird unterstützt von der TEUFEL LAUTSPRECHER GmbH – für den perfekten Heimkino-Sound! |
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